Frage von Quaysa, 70

Ist das noch zeitgemäß - Unterhaltsansprüche gegenüber dem Ehemann?

Meine Eltern haben sich ca. 1994 scheiden lassen. Meine Mutter war Beamtin, mein Vater selbstständig. Damals wurde festgelegt, dass meine Mutter mit Eintritt ins Pensionsalter meinem Vater einen 3stelligen Betrag monatlich als "Unterhalt" überweisen muss. Dies hat sie jetzt auch mehrere Jahre gemacht. Mein Vater hat sich damals "arm" rechnen lassen und hat mittlerweile (auch Rentner) ein sehr viel höheres Vermögen bzw. monatl. Einnahmen durch Miete etc.. Kann es wirklich noch sein, dass meine Mutter ihn "aushalten" muss oder gibt es hier reelle Möglichkeiten, dass dies aufgehoben werden kann. Danke für nicht werbewirksame Kommentare ;-)

Antwort
von Maximus68, 47

Hierbei handelt es sich nicht um Unterhalt, sondern um einen Versorgungsausgleich, der fällig wird, wenn die zu zahlende Person in Rente/Pension geht.

Dieser Versorgungsausgleich wird bei Scheidung durch das zuständige Gericht festgelegt. Berechnen tun das die Renten-/Pensionskassen. Da dein Vater als Selbständiger vermutlich keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, kommt hier der hohe zu zahlende Betrag für deine Mutter heraus.

Geschiedene teilen sich ihre Rente
https://www.vlh.de/familie-leben/scheidung/versorgungsausgleich-geschiedene-teil...

Berücksichtigt werden hier die gemeinsamen Ehejahre. Was dein Vater hinterher an Einkommen erwirtschaftet hat, ist seins. 

Das Thema Unterhalt/Versorgungsausgleich ist jedoch so komplex, dass ich dir abschließend nur raten kann, einen Experten um Rat zu fragen.

Antwort
von chanfan, 44

Sind solche Unterhaltszahlungen (Ansprüche) nicht auf drei Jahre verkürzt worden? (Zumindest habe ich davon gehört. Ob das auch hier zu trifft?)

Sie sollte mal bei einer Rechtsberatung nachfragen.

Antwort
von petrapetra64, 21

Lange Ehegattenunterhalt zahlen zu müssen, ist wirklich nicht mehr zeitgemäß. Allerdings sprichst du hier nicht von Unterhalt, sondern vom Versorgungsausgleich. 

Hier geht es darum, dass die Rentenzeiten, die man während der Ehe erworben hat, ausgeglichen wird. Insbesondere bei Ehen mit Kindern ist es oft so, dass einer der Ehepartner zugunsten der Kinderbetreuung beruflich kürzer tritt und sich um Haushalt und Kinderbetreuung kümmert. Und dafür stehen einem eben Ausgleichszahlungen zu. 

Es geht hier nicht um die zeit jetzt oder nach der Ehe, sondern um die Zeit während der Ehe. Wenn dein Vater selbständig war und nichts eingezahlt hat, dann wäre es Sache deiner Mutter gewesen, auf eine Rentenversicherung zu bestehen, wenn sie später nicht dafür zahlen wollte. Das hat sie halt nun mal nicht getan. 

Wäre deine Mutter normale Angestellte gewesen, dann wären die Rentenzeiten bereits bei der Scheidung übertragen worden, bei Beamten wird das wohl erst später gemacht. Das ist jetzt doof, aber nicht zu ändern.

Antwort
von tapri, 32

das ist ein Versorgungsausgleich und kein Unterhalt deshalb gelten hier andere Bestimmungen. Sie werden von der Rentenkasse berechnet anhand der eingezahlten Rentenbeiträge. Deine Mutter hat wohl viel mehr eingezahlt, was kein Wunder ist, da dein Vater selbstständig war. Dieser Ausgleich kann neu errechnet werden, die Frage ist nur, ob dein Vater dieses mal ehrlich ist oder wieder "Vermögen" verschweigt

Ihr solltet zu einem Fachanwalt gehen, denn für eine klare Beantwortung fehlen hier zu viele Informationen.....

Kommentar von AalFred2 ,

Neu errechnet wird da nicht, weil für den Versorgungsausgleich die Sachlage zum Zeitpunkt der Scheidung relevant ist.

Kommentar von tapri ,

natürlich kann sich ein neues Verhältnis ergeben.

Kommentar von AalFred2 ,

Wie sollen sich denn die Renten- und Pensionsansprüche zum Zeitpunkt der Scheidung noch ändern?

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Rente, 9

1994 galt selbstverständlich auch bereits der "Versorgungsausgleich".

Der Stichtag dafür war der Tag der Scheidungsklage. Die Versorgungsansprüche beider Ehegatten wurden zusammen gerechnet und zu 50 % geteilt.

Dabei wurde beamtenrechtliche und private Ansprüche gegeneinander aufgerechnet.

Wie sich das Vermögen und die Einnahmen danach entwickelt haben, ist für diesen Ausgleichsanspruch vollkommen unerheblich.

Antwort
von Reanne, 34

Da würde ich doch vorschlagen, einen Anwalt für Familienrecht zz konsultieen. Der kan prüfen, ob eine Änderungsklage möglich ist.

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