Frage von Creditsharky, 80

Ist das möglicherweise ein Anzeichen für Asperger-Autismus?

Mehr in Richtung AS oder mehr in Richtung Soziale Unsicherheit?

Wenn man nicht immer weiß, wann man jetzt grüßen soll, oder wann man sich vorstellen soll. Wenn ich mich zum Beispiel jemand auf Whatsapp anschreibt und ich mich dort vorstelle, ob ich mich dann auch nochmal im echten Leben vorstellen soll und solche kleineren Sachen. Oder wie man jetzt darauf bestmöglich reagiert, wenn es ein Baby gibt, und wem man genau außer den Eltern dafür gratulieren soll. Weil das geht ja schon in Richtung soziale Normen und Kessler und so.

Danke :-)

Antwort
von Andrastor, 38

Das ist nichts weiter als eine ganz normale Unsicherheit.

Psychische Störungen sind weder lustig noch erstrebenswert oder gar "cool". Du solltest nicht versuchen dich selbst zu diagnostizieren und schon gar nicht solltest du auf Ferndiagnosen aus dem Internet hören.

Wenn du meinst unter einer psychischen Störung zu leiden, lass dich psychologisch untersuchen.

Kommentar von Ostsee1982 ,

Asperger ist keine psychische Störung (die wäre ja grundsätzlich behandelbar) sondern eine angeborene "Behinderung" durch eine Funktionsstörung im Zentralnervensystem.

Antwort
von Pescatori, 22

Naydoult schrieb: „Klar ist das ein Anzeichen für Autismus, und nun?“

Ja, und nun?

Der sicherste Weg Deine Sorge um Deine Gesundheit hinter Dir zu lassen, wäre es aus meiner Sicht, wenn Du diese Frage Dir selber stellst. Gut fände ich auch, wenn Du den Gedanken an Asperger-Autismus dabei ganz beiseiteließest.

Vertraue Dir selber und suche nicht bei fernen Fachleuten und  Krankheits- disziplinen nach der Lösung Deiner Lebensprobleme.

Nimm Dir Zeit mit Dir und FreundInnen. Dann findest Du selber heraus, was Dir Sorgen bereitet und wie Du sie hinter Dir lassen kannst.

Es ist doch seltsam, wie wir ach so aufgeklärten Menschen unter dem Einfluss der wissenden Experten und ihren Etiketten (z.B. Asperger-Syndrom)  immer unmündiger werden.

Kommentar von Ostsee1982 ,


Es ist doch seltsam, wie wir ach so aufgeklärten Menschen unter dem Einfluss der wissenden Experten und ihren Etiketten (z.B.
Asperger-Syndrom)  immer unmündiger werden.

Würde es die Etiketten nicht geben würde es auch entsprechende Förderungen und Unterstützungen nicht geben, würde es keine Autismus-Förderzentren geben, würden von Krankenkassen keine Therapien mehr bezahlt werden. Stell dir mal vor du hättest eine chronische Erkrankung oder in dem Fall eine Behinderung die dich massiv in deiner Lebensführung beeinträchtigt. Wenn man sich nicht mit den täglichen Schwierigkeiten einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung täglich herumschlagen muss ist das natürlich einfach daher geredet.


Nimm Dir Zeit mit Dir und FreundInnen. Dann findest Du selber heraus, was Dir Sorgen bereitet und wie Du sie hinter Dir lassen kannst. 

Das würde mich auch interessieren wie mir eine Freundin dabei helfen könnte die Auswirkungen einer Funktionsstörung des Zentralnervensystems hinter mir zu lassen und mein Leben zu genießen oder auch bei Menschen mit Rett-Syndrom, Down-Syndrom etc.

Kommentar von Pescatori ,

Vielen Dank, für die kritischen Anmerkungen, die mit Recht
auf die Einseitigkeit meiner Darstellung zielen, wenn man sie isoliert von der gestellten Frage betrachtet. Wenn ich die Einwände auch für berechtigt halte, so meine ich doch, dass die von mir angedeutete Problematik damit nicht an Bedeutung verliert.

Creditsharky beschreibt Unsicherheiten bei bestimmten
Interaktionen, und verbindet damit die Frage, ob sie  auf „Soziale Unsicherheit“ oder aber auf „Asperger-Autismus“  verweisen.

Es wäre wohl auch angemessen gewesen, wenn ich in meiner Antwort auf den ICD 10 verwiesen hätte. Die dort aufgeführte Beschreibung des Asperger Autismus macht es nach meinem laienhaften Eindruck hinreichend deutlich, dass das klinische Bild dieser tiefgreifenden Störung zu den von Creditsharky beschriebenen Verhaltensbeobachtungen nicht passt.

http://www.icd-code.de/icd/code/F84.5.html

Dass die „Etiketten“ in einem hochdifferenzierten Gesundheitssystem notwendig sind und die von Dir beschriebenen Optionen der
Hilfen und des Nachteilsausgleichs ermöglichen, will ich natürlich nicht bestreiten.

Kritikwürdig sind für mich aber folgende Begleiterscheinungen:

 - Immer differenzierte  Diagnoseverfahren im Verbund mit den
Vermarktungsinteressen der Pharmaindustrie führen dazu, dass der
Normalitätsbereich immer weiter eingeschränkt wird.

- Dies hat u.a. zur Folge, dass ein „klinisches Bewusstsein“
sich allmählich auf das allgemeine Bewusstsein in der Bevölkerung ausdehnt. Die Selbsterfahrungen werden immer schneller „pathologisiert“. Und sogar im Normalzustand greift die Medizin auf unsere Alltagssprache über. Bei sportlichen Betätigungen etwa "geraten wir nicht mehr in Anspannung", werden "erregt" oder gar
"geängstigt", nein wir „haben Adrenalin“.

Ich meine daher, dass neben der Expertensicht des Arztes, der sich an den Ergebnissen klinischer Studien – also an Statistiken – orientiert, es auch  den aufgeklärten Laien geben müsste, der seiner Selbstwahrnehmung vertraut und der einem Arzt begegnet, der die Erfahrungen und Einschätzungen des Patienten ernst nimmt,
statt nur mit dem PC zu kommunizieren.

Antwort
von rlstevenson, 35

Das ist doch ganz normal, was Du da beschreibst! Wenn Du älter wirst und öfter solche Situationen gemeistert hast, wirst Du da auch sicherer und hast nicht mehr solche Angst, etwas falsch zu machen.

Antwort
von DeliriumTremens, 24

Für mich ist das eher ein Anzeichen für "da will jemand unbedingt Autist sein".

Ich finde es auch nervig, dass man seinen Nachbarn brav guten Tag sagen sollte, gebe Menschen nicht gerne die Hand und empfinde Babys nicht gerade unbedingt als einen Anlass zur Freude - ich bin deswegen aber nicht autistisch, ich habe einfach nur nicht das Bedürfnis, meinen Mitmenschen permanent "in den Hintern zu kriechen". 

Wenn dich deine Schwierigkeiten belasten, thematisiere dies bei deinem Hausarzt, der dich an einen Psychologen überweisen kann. 

Antwort
von ffrancky, 34

Hallo, 

Ferndiagnosen sind immer sehr schwierig, doch ich behaupte du hast kein Asperger-Syndrom. Dieses kommt natürlich in vielen Formen und Ausprägungen, doch handelt es sich immer um eine handfeste Entwicklungsstörung die nicht so romantisiert werden sollte wie es in diversen Filmen und Serien getan wird. 

Falls du der Meinung bist ein Problem zu haben, das über normale soziale Unzulänglichkeiten hinaus geht, würde ich mit deinen Eltern, Lehrern etc. darüber sprechen. 

Als Faustregel würde ich dir mitgeben: Wenn du selbst davon sprichst, dass es kleinere Dinge sind, die dir im Alltäglichen Leben vlt etwas schwer fallen, kann man davon ausgehen das alles normal ist - viele Menschen haben Probleme im Umgang mit anderen Personen.

lg

Antwort
von Ostsee1982, 35

Du hast jetzt schon so viele Fragen zu dieser Thematik gestellt. Eine Ferndiagnose kann dir hier keiner geben und ob du Autismus haben könntest oder nicht ist weder von einem Laien zu beurteilen, noch aufgrund von 5 Sätzen zu beurteilen. Wenn du eine Abklärung möchtest geh zu einem entsprechenden Facharzt. Je nachdem wie alt du bist werden höchstwahrscheinlich auch deine Eltern mitgehen müssen (auch abhängig vom Diagnostiker). Ausschlaggebend sind nämlich vorallem die ersten 5 Lebensjahre und nicht ob man weiß wann man grüßen soll.

Antwort
von halbsowichtig, 18

Das ist völlig normal. So geht es praktisch ALLEN jungen Menschen. Denn Normen muss man lernen, und zwar durch Lebenserfahrung oder ausgiebiges Knigge-Lesen.

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