Frage von herzilein35, 99

Ist das Jobcenter verpflichtet einen zu unterstützen oder dürfen die auch nur fordern?

Mal angenommen. Jemand ist seit 20Jahren aus seinem gelernten Beruf draußen. Findet dadurch keine Arbeit, da man ab 5Jahren nur noch auf dem Blatt Papier eine Ausbildung hat und nicht mehr. Ist zwar bisschen schwammig, würde mich aber mal interessieren.

Antwort
von sozialtusi, 55

Ich verstehe die Frage nicht so ganz. Es wird eine Eingliederungsvereinbarung geschlossen, in der alle Rechte und Pflichten beider Seiten schriftlich festgehalten werden.

Unterstützung erfolgt finanziell und durch Arbeitsvermittlung, Maßnahmen der Eingliederung etc. Das steht da aber alles drin.

Kommentar von herzilein35 ,

Wenn finanzielle Unterstützung da wäre, würde auch keiner was sagen. Jedenfalls sollte Hartz4 sein zum Fordern und Fördern. Seitdem aber Hartz durch ist sehe ich sehr oft keine Förderung, aber dafür Forderung massenhaft. Wo fließen denn die Gelder hin?

Stattdessen schieben die doch in Rente ab um die Statistik zu schönigen.

Kommentar von sozialtusi ,

Ohne die Situation mal genau darzulegen bleibt das hier ein ziemlich undurchsichtiges Geschwurbel.

Kommentar von herzilein35 ,

Ich hatte noch nie eine passende Eingliederungsvereinbarung bekommen.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Jobcenter, 33

Sicher darf hier nicht nur gefordert,sondern es muss individuell dann auch gefördert werden,wenn keine oder schlechte Voraussetzungen für die Vermittlung in Beschäftigung vorliegen !

Kommentar von herzilein35 ,

Das meine ich damit. Das keine Zukunft besteht, wenn jemand 20Jahre aus dem Beruf draußen ist und vielleicht sogar aus mangelnder Berufserfahrung schon während der Ausbildung und vielleicht noch durch den Beruf gesundheitliche Probleme entstanden sind, finde ich es offensichtlich das diese Person in dem Beruf keine Zukunft hat. Ich würde die betreffende Person, jedenfalls nicht im Stich lassen.

Kommentar von isomatte ,

Dann sollte diese Person das nächste mal die Unterschrift unter der EV - verweigern,wenn sich die / der SB - nicht auf eine dementsprechende Förderung einlässt,die dann auch in die EV - aufgenommen wird !

Es würde die EV - dann per Post zugestellt,dann wird man separat noch mal per Rechtsbehelfsbelehrung auf seine Rechte und Pflichten und evtl.Folgen hingewiesen.

Man kann dann gehen diese EV - fristgerecht einen schriftlichen Widerspruch mit Begründung einlegen,darin kann man dann ausführlich erklären was für Voraussetzungen vorliegen und mit welchen Hilfen eine Arbeitslosigkeit evtl.beendet werden könnte,weil man dann wieder vermittelbar wäre.

Kommentar von herzilein35 ,

und wielange dauert so ein Verfahren? Mir wurde angedroht, wenn ich das nicht unterschreibe, bekomme ich kein müden Cent mehr.

Kommentar von isomatte ,

Das nicht unterschreiben einer EV - ist nicht sanktionierbar !

Wenn in der EV - aber z.B. eine Maßnahme vereinbart wurde und du diese nicht antrittst,dann hat selbst ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung.

Das nicht antreten der Maßnahme kann dann also sanktioniert werden,wie hoch diese Sanktion dann ausfallen könnte,richtet sich nach dem Alter und den Verfehlungen die man ggf.im laufe des Jahres schon hatte.

Unter 25 kann dann die Leistung gleich zu 100 % sanktioniert werden und das dann über 3 Monate.

Wie lange die Bearbeitung dauert kann man so pauschal nicht sagen,wenn du einen Widerspruch einlegst können sie sich bis zu 3 Monate Zeit lassen ( wenn ich mich nicht irre ),erst danach könntest du wegen Untätigkeit klagen.

Bei einem Antrag könnten sie sich sogar bis zu 6 Monate Zeit lassen.

Kommentar von herzilein35 ,

Das heißt wenn ich jetzt meinen Antrag auf eine Umschulung stellen würde, könnte es bis zu 6Monate dauern, bis ich ein Bescheid bekäme?

Kommentar von isomatte ,

So sieht es aus und wenn du dann mit dem Bescheid nicht einverstanden bist und da noch mal in Widerspruch gehst,dann können sie sich noch mal bis zu 3 Monate Zeit lassen !

Kommentar von herzilein35 ,

Wow danke! Ich hatte gedacht, die müssen in einer angemessenen Zeit von 4Wochen antworten. Aber die können ja unnötig hinauszögern was wir Arbeitslosen nicht können. Denen und dem Gesetzgeber scheint egal zu sein was aus uns wird.

Kommentar von isomatte ,

Wenn es dann um Leistungen für den Lebensunterhalt und die KDU - geht,kann man im Folgemonat nach der Antragstellung seine Mittellosigkeit durch aktuelle Kontoauszüge belegen,dann steht einem ein angemessener Vorschuss zu !

Kommentar von herzilein35 ,

Einmal als ich krank war, hatte ich die EV per Post zugestellt bekommen, aber ohne Rechtsbehelfsbelehrung bzw das ich dagegen Widerspruch einlegen könnte.

Kommentar von isomatte ,

Wenn diese per Post zugestellt wird muss auf jeden Fall eine Rechtsbehelfsbelehrung dabei sein !

Normalerweise ist diese selbst dabei wenn man persönlich beim Jobcenter erscheint um eine neue EV - zu vereinbaren.

Kommentar von herzilein35 ,

Wie gesagt eine solche Belehrung habe ich noch nie bei sowas zu Gesicht bekommen. Nur bei meinem normalen Hartz4 Bescheid. Selbst als sie mir mir nichts dir nichts einfach  die Zahlung eingestellt hatte, war nichts dabei.

Kommentar von isomatte ,

Ohne diese Rechtsbehelfsbelehrung hat meiner Ansicht nach diese EV - oder eine Sanktionierung keine Rechtsgültigkeit,denn du musst auf deine dir zustehenden gesetzlichen Rechtsmittel hingewiesen werden,die du dann fristgerecht in Anspruch nehmen könntest !

Antwort
von Joergi666, 48

Der tolle Leitsatz heißt da ja fördern und fordern, wobei es in der Realität aber so aussieht, dass man mit der geringsten Förderung die schnellstmögliche Arbeitsaufnahme erzielt, egal in was für einem Job.


Kommentar von herzilein35 ,

Genau fordern und fördern davon sieht man aber in den meisten Fällen nichts davon.

Kommentar von Joergi666 ,

Der größte Teil des Förderns bezieht sich auf - in vielen Fällen - nicht zielführende Dinge wie Bewerbungstrainings oder Ähnliches, Umschulungen werden nur sehr vereinzelt finanziert. Jobcenter und Arbeitsagentur verwalten in erster Linie die Arbeitlosigkeit, bekämpfen diese aber nicht effektiv. Aus meiner Sicht sollte allen Arbeitslosen, die beruflich nicht nur für den Mindestlohn arbeiten wollen auch mehr Unterstützung zu teil werden- nichts desto trotz gibt es aus meiner Sicht auch tatsächlich nicht zu wenige "Sozialschmarotzer" - nur wird hier aus meiner Sicht viel zu wenig von behördlicher Seite zwischen den beiden Personengruppen unterschieden.

Kommentar von herzilein35 ,

Genau das meine ich. Wer unbedingt aus Hartz4 raus möchte und nach 20Jahren aus dem Beruf ist, also null Chancen und Perspektiven hat. Eventuell durch den Beruf gesundheitliche Probleme hat und/oder sogar in der Ausbildung keine Berufserfahrung erlangt hat (z.B. BaE Ausbildung) sollte unterstützt werden.

Antwort
von Rheinflip, 27

Falls es Chancen gibt,  kann das JC auch Umschulung bezahlen. Da du aber völlig auf die Arzthelferin fixiert bist,  ohne die wirklichen Arbeitschancen zu sehen,  liegt hier das Problem nicht beim JC. 

Kommentar von herzilein35 ,

Kann da haben wir es wieder. Es müsste ein Gesetz rauskommen, wo sie verpflichtet werden, diesen Personen zu helfen.

Kommentar von Rheinflip ,

Du kannst dir jederzeit eine Stelle  suchen und eine Ausbildung anfangen.  Niemand verbietet das. 

Antwort
von webya, 21

Bekommt der jenige Hartz4 oder sonstige Unterstützung?

Kommentar von herzilein35 ,

Denke schon wenn man 20Jahre aus dem Beruf raus ist.

Kommentar von webya ,

Dann darf das Amt auch fordern, dass z. B. an Maßnahmen teilgenommen wird. 

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