Ist das italiano popolare diastratisch geprägt?

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1 Antwort

Hi!!

Nach Eugenio Coseriu seien die verschiedene Sprachvarietäten einer bestimmten Sprache nach ihrer Funktion in drei verschiedenen Dimensionen zu unterschieden. In Bezug auf den kommunikativen Kontext (Intention, Stil) spricht man von diaphesischer Dimension. In Bezug auf die gesellschaftliche Identität der Sprecher spricht man von diastratischer Dimension. In Bezug auf die geografische Präsenz einer Sprache unterscheidet man unter regionalen bzw. lokalen Varianten einer selben Sprache, sowie zwischen Dialekten und Mundarten. Diese dritte Dimension ist die diatopische Dimension

Diastratische Varietäten einer selben Sprache sind zu Beispiel Jugendsprache, Fachsprachen, Frauen- bzw. Männersprache. Weil das Italiano popolare nichts anders als reine Umgangssprache ist, gehört es vollkommen zu dieser zweiten Dimension der Analyse.

Kann man die Aspekte vielleicht in einem Zusammenhang bringen, weil das italiano popolare nur von bestimmten niedrigeren Schichten gesprochen wird?

Weil Sprachvarietäten wie Jugendsprache und Umgangssprache ausschließlich von einem bestimmten Teil der Sprecher aktiv benutzt werden (zumindest in der Regel ist es so), kann man schon annehmen, dass die soziale Zugehörigkeit der Person zu einem dieser Gruppen eigentlich der Beweis sei, um zu eine präzise Klassifizierung seines Wortschatzes als Fachsprache bzw. Jargon zu kommen. Nach Coseriu führen diese Elemente (soziale Identität der Sprecher, gesellschaftlicher Kontext) eindeutig zur zweiten Dimension. Von daher ist das umgangssprachliche Italienisch Teil der diastratischen Dimension.

LG,

flyairbus96

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