Frage von Kielbassa, 128

Ist das Inkasso Unternehmen im Recht und soll ich einfach "klein beigeben"?

Hallo erstmal, ich bedanke mich gleich bei allen die sich die Zeit nehmen um meine Frage zu lesen und zu beantworten! :)

Folgende Situation: Ich habe vor ca zwei Monaten etwas bei Asos online bestellt, die Rechnung ging über die Firma Klarna, allerdings ist da irgendwo ein Fehler passiert ( die Hausnummer oder Wohnungsnummer bei meiner Wohnadresse wurde weg gelassen bzw ist "verloren" gegangen) und ich habe zwar die Ware erhalten, nicht aber die Rechnung. Ich habe dann natürlich total drauf vergessen zu bezahlen oder mich über das Fehlen der Rechnung schlau zu machen.

Diese Woche habe ich dann ein SMS (irgendwie sehr unprofessionell oder?) von einem Inkasso Büro erhalten, nach Anfrage dort haben die mir erklärt, dass ich ihnen einen bestimmten Geldbetrag (Summe der Ware + 17€ Mahngebühr + 20€ Inkassokosten) schulde und diese (bis 25. Februar) überweisen muss. Jetzt ist es aber so, dass ich auf Grund der falschen Adresse, weder die Rechnung noch die Mahnungen erhalten habe. Nachdem ich der Inkasso Firma diese Situation geschildert habe, haben die gemeint, dass ich die Rechnung aber per e-mail bekommen hätte. Das kann ich nicht nachweisen. Also sie ist bestimmt nicht im normalen Posteingang gelandet,das weiß ich bestimmt, aber eventuell im Spam-Ordner (der sich aber alle zwei Wochen von alleine leert und ich daher auch keinen "Beweis" habe ob die Mail gekommen ist oder nicht).

Jetzt habe ich auch bereits beim Konsumentenschutz angerufen, allerdings können die mir nur persönlich weiterhelfen (Wozu gibts diese Hotline eigentlich, wenn man dann erst recht persönlich hin muss ...) und der Termin wäre erst nach der Zahlungsfrist die mir das Inkassobüro gestellt hat (also zu spät, und eigentlich möchte ich mir die Mühe auch gar nicht machen das Inkasso um eine Verlängerung zu bitten wenn es dann keine Konsequenz hat). Jetzt wollte ich fragen, ob das mit dem Spam denn überhaupt gültig ist, oder ob ich rechtlich nichts gegen das Inkassounternehmen in der Hand habe, und einfach bezahlen soll und gut ist? Die andere Möglichkeit wäre um eine Verlängerung der Frist zu beten, und den Termin beim Konsumentenschutz wahrzunehmen, aber das würde ich nur machen, wenn ich überhaupt Chancen hätte dass Inkassounternehmen von den "Strafgebühren" weg zu bringen. Also kann mir vielleicht jemand einen (am besten rechtlich fundierten) Rat geben?

Sorry für die total lange Frage, aber ich weiß einfach nicht was ich tun soll, und leider kenne ich mich in rechtlichen Fragen überhaupt nicht aus. Danke schon mal im Voraus.

Antwort
von EXInkassoMA, 67

Inkassogebühren im Zusammenhang mit einem Online bezahldienst wie Klarna ( COEO,Ident, Seghorn) sind nicht durchsetzungsfähig und werden mangls Erfolgsaussichten nicht expl eingeklagt http://www.123recht.net/forum\_topic.asp?topic\_id=379329&ccheck=1

In den einschlägigen urteilsdatenbanken ist nicht ein einziger Nachweis zu finden ;)

An Mahngebühren wären maximal 2,50 zu zahlen

Gerichte anerkennen zwischen 1 € (z.b AG Bad Segeberg Urt. v.
25.11.2011 − 17 C 160/11)und 2,50 € (z.b AG Brandenburg a.d. Havel
Urteil vom 25.1.2007 – 190/0631 C ) an Mahngebühren pro Mahn Schreiben

Schon schriftlich mit dem Inkassoladen kommuniziert ?


Antwort
von franneck1989, 65

Mach dir nicht so einen Kopf.

17€ Mahngebühren sind grober Unfug. Zulässig sind maximal 2,50€ pro postalischem Brief. Da es keinen Brief gab, betragen die Mahngebühren in deinem Fall 0,-

Die Inkassogebühren sind darüber hinaus nicht durchsetzungsfähig, besonders nicht bei einem Unternehmen wie Klarna.

Fazit: zahle die Hauptforderung zweckgebunden an den Gläubiger (Klarna) und du bist aus der Sache raus.

Antwort
von h3nnnn3, 69

setze zwei schreiben auf (sinngemäß):

1. sehr geehrtes inkassobüro blabla. da ich in keinerlei geschäftsverhältnis mit ihnen stehe, haben sie keinen anspruch mir gegenüber. bitte kontaktieren sie mich nie wieder.

2. sehr geehrte damen und herren bei asos. ich wurde darauf hingewiesen, dass ich eine von ihnen gestellte rechnung nicht bezahlt haben soll, bei mir ist jedoch bis heute keine rechnung eingegangen. bitte senden sie mir die betreffende rechnung an folgende adresse: bla bla bla, damit ich sie begleichen kann.

du kannst nichts dafür, dass die deine adresse verbummelt haben und du trägst auch sicherlich keine inkasso-gebühren! das können die schön selber machen!

Antwort
von dresanne, 67

Die Rechnung ist doch bestimmt auf deren Webseite hinterlegt, wenn Du Dich dort einloggst. Bezahle sie einfach.

Antwort
von Messkreisfehler, 75

Vollkommen unerheblich ob die Mail bei dir im Spam gelandet ist oder nicht. Wenn die Rechnung per Mail an dich verschickt wurde, dann ist das ok. Zudem hast Du eine Lieferung erhalten, wenn Du dann keine Rechnung erhälst, bedeutet das nicht, dass Du die Ware auch nicht bezahlen musst. Du bist mit der Zahlung in Verzug geraten und musst die daraus resultierenden Kosten zahlen.

Kommentar von franneck1989 ,

Grundsätzlich stimme ich dir zu, allerdings ist in diesem Fall kein Schaden entstanden, den man als Folge des Verzugs erstatten müsste

Kommentar von mepeisen ,

Du bist mit der Zahlung in Verzug geraten

Genau das stimmt nicht. Ohne korrekt zugesandte Rechnung kein Verzug. Ohne korrekt zugestellte Mahnung kein Verzug. Im Zweifel ist der Gläubiger beweispflichtig, dass den Schuldner die Rechnung und Mahnung erreicht hat, will er angebliche Verzugsschäden geltend machen.

Aber selbst wenn er in Verzug wäre ist das noch kein Grund, dass Inkassogebühren bezahlt werden müssten.

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