Frage von KnorxyThieus, 228

Ist das hier ein Heiligenschein? Und wenn ja, wieso hängt der nicht gerade?

Ich bitte um Vergebung meiner geringen Kunstkenntnisse!

Und wieso ist dieser Heiigenschein unscheinbar dünn und schwarz?

Informationen zum Bild:

Alfred Rethel, Predigt des heiligen Bonifatius, 1835, Austellung in Achen.
(http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id294573-/marktberichte_grossbildansic...)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PWolff, 67

Ja, das stellt einen Heiligenschein dar, und es sieht mir danach aus, als sei die dünne LInie die Begrenzungslinie des Kreises parallel zur Bildebene einer leicht helleren Kugel, die den Kopf umgibt.

(Ob da der letzte Restaurator nicht dran gedacht hat, ob meine Vermutung mit dem "etwas heller" falsch ist oder ob das nur auf dem Foto nicht rüberkommt, kann ich auch nicht sagen.)

Kommentar von KnorxyThieus ,

Sorry, ich verstehe gerade überhaupt nicht, welche Bildebene und helle Kugel du meinst :( Nochmal für Dumme?

Kommentar von PWolff ,

Der Kopf ist ja annähernd eine Kugel.

Man stellt sich den Kopf nun von einer leuchtenden "Atmosphäre" umgeben. Das ist die Kugel, die ich meine.

Die Bildebene ist die Ebene, in der die ganze Farbe ist. Wie bei einem Foto die Filmebene (oder heute die CCD-Ebene).

Eine Kugel hat ja auf einem Foto immer einen kreisförmigen Umriss, ebenso natürlich auch auf einem gemalten Bild. Und dieser kreisförmige Umriss ist ein Kreis, der parallel zur Bildebene liegt. (Hab ich mich verständlich genug ausgedrückt?)

Kommentar von KnorxyThieus ,

Ach so, jetzt verstehe ich dich ... ich dachte bei einem Heiligenschein irgendwie immer, er müsse sich oberhalb des Kopfes, also in Richtung Himmel, befinden ... gut :)

Kommentar von PWolff ,

Du kannst übrigens einen Heiligenschein oder eine Aureole (das gleiche für den ganzen Körper) selber sehen - es ist gar nicht so schwierig. Du musst nur einen Redner lange genug anstarren, nach einigen Minuten siehst du einen hellen Rand um seine Kopf- bzw. Körperkonturen herum. (Das halte ich für die plausibelste Erklärung der Herkunft des Heiligenscheins - faszinierende Personen hat man natürlich lange und intensiv angestarrt.)

Kommentar von KnorxyThieus ,

Na, ich bilde mir ein, das mit dem Anstarren klappt mit jeder Person auf dem Bild ...

Antwort
von Eselspur, 58

Ja, das ist ein Heiligenschein. Der wird sehr unterschiedlich dargestellt.

Antwort
von TheTrueSherlock, 43

Ein Heiligenschein existiert bildlich nicht, folglich hat jeder eine andere Meinung davon und stellt es sich anders vor. Du stellst es dir als etwas gelbes, unscheinbares Ding vor, andere stellen es sich als schwarzen, dünnen Kreis vor ^^

Kommentar von KnorxyThieus ,

Na gut :)

Aber was beweist mir dann, dass es ein Heiligenschein sein soll und kein Restaurationsfehler?

Kommentar von KnorxyThieus ,

Okay, überzeugt :)

Entscheidend war der Gedanke, dass ein Heiligenschein eine Kugel, nicht nur eine Scheibe, sein konnte, von PWolf.

Antwort
von hydrahydra, 76

Das ist eine durchaus verbreitete Darstellung für Heiligenscheine.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heiligenschein

Kommentar von KnorxyThieus ,

Okay! Auf dem Artikel war ich eigentlich auch schon. Aber warum wird der so dezent und dünn dargestellt? Danke! :-)

Kommentar von hydrahydra ,

Weil es dem Maler so gefiel. Ein Heiligenschein ist ein künstlerisches Stilmittel, keine Darstellung realer Tatsachen. Also wird er auch nach künstlerischen Gesichtspunkten gestaltet. Hier könnte ich mir vorstellen, dass eine leuchtende Aura um den Kopf den Eindruck des Bildes zu sehr dominiert hätte und diese Darstellung eben etwas dezenter ist. Ist aber nur meine Theorie...

Antwort
von gottesanbeterin, 16

Der Heiligenschein ist nicht schwarz, das ist bloß die äußere Kontur, die eine Scheibe zeigen, die durchsichtig ist, was korrekt ist, da das "Feuer des Heiligen Geistes" oder der "Hauch des Heiligen Geistes" unsichtbar ist.

Antwort
von tupper4ever, 29

Wenn der Heiligenschein eine Scheibe wäre, dann müsste der auf dem Bild anhand der Kopfhaltung eine Elipse sein. Was mich viel mehr interessiert, warum hat der Krieger daneben Wolfsohren? Leider kenne ich den Künstler nicht. Somit könnte ich über seine Gedanken beim Entstehen des Bildes nur mutmaßen. Evtl wollte der Maler, wie in der heutigen Werbung, durch Unsinnigkeiten die Betrachter nur an sein Werk binden und zum Nachdenken anregen.

Kommentar von KnorxyThieus ,

Danke dir! Falls es dich noch interessieren sollte, hier die Angaben zum Bild:

Alfred Rethel, Predigt des heiligen Bonifatius, 1835, wird in Achen ausgestellt.
(http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id294573-/marktberichte_grossbildansic...)

Antwort
von Wurzelstock, 44

Ja, das ist eine Gloriole. Wenn Du das Wort googlest, kriegst Du schon in der Google-Liste ausreichende Information.

Ich bin zwar auch kein Kunstexperte, aber soviel ich weiß, gibt es nur in der Ikonenmalerei festgelegte Formen für den Heiligenschein mit jeweils besonderer Bedeutung.

Kommentar von KnorxyThieus ,

Danke, auf Wiki war ich schon :)

Aber wieso ist die schwarz und so dünn? Hat das eine Bedeutung? Ich habe noch mal gesucht, aber Google weiß das scheinbar auch nicht :(

Kommentar von Wurzelstock ,

Das versuche ich auch gerade zu verstehen. Ist m.E. das einzige, was das Bild überhaupt bemerkenswert macht. Die dezente Gloriole steht in einem angenehmen Gegensatz zu der allzu dick aufgetragenen Frömmigkeit der Zuhörerschaft, die nur schwer zu ertragen ist.

Wie heißt das Bild, und wer hat es gemalt?

Kommentar von KnorxyThieus ,

Oh, einfach mal mit Google suchen :)

Also, es stellt auf jeden Fall den heiligen Bonifatius dar.

Jetzt hab ich's endlich! :-) Alfred Rethel, Predigt des heiligen Bonifatius, 1835, wird in Achen ausgestellt.
http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id294573-/marktberichte_grossbildansic...

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich habe gestern Abend noch die Biographie von Alfred Rethel gegooglt. Ist es möglich, dass Rethel sich selbst als Bonifatius in das Bild eingebracht hat? Das könnte nämlich die Bescheidenheit der Gloriole erklären.

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich versuche mal mein Glück, selbst auf die Gefahr hin, dass ich ausgelacht werde:

Das Bild stammt aus dem Deutschland des 19. Jahrhunderts. Es empfindet die italienische Renaissance nach, enthält aber auch Elemente der deutschen Romantik. Dargestellt wird eine Verkündigung- und Bekehrungsszene. Irgendein heiliger Bischof im wilden Germanien?

Kommentar von Wurzelstock ,

HA! TREFFER! (Ich habe allerdings mit Schrot geschossen ;-)))

Kommentar von KnorxyThieus ,

Ja, soviel wusste ich über Bonifatius auch schon :)

Aber wieso sollte sich Rethel mit dem identifizieren?

Kommentar von Wurzelstock ,

War nur so ein Gedanke.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community