Frage von PseudoMenschDa, 80

Ist das Handeln eines Menschen (vollkommen) logisch begründbar?

Hallo, meine Theorie ist folgende:

Alles, was ein Mensch tut, hat folgenden Grund: Er will Glück / Spaß / Glücksgefühle ... (wie man´s auch immer nennen will). Das heißt, dass (bei gleichen übrigen Faktoren) er immer diejenige Handlung ausführt, welche ihm unter mehreren Optionen (erwartungsgemäß) am meisten Spaß macht. Es wird auch der Fall außer Acht gelassen, dass der Mensch bei extremer Gefühlslage (z.B. Angst) eine andere Entscheidung im Einzelfall treffen kann (aber nicht muss). <<< An dieses Prinzip sollte sich jede Entscheidung anlehnen, falls man lange genug darüber nachdenkt.

Sogesehen lassen sich alle menschlichen Gefühle auch darstellen als "Menge an Glücksempfinden zum Zeitpunkt X" , Bsp: Extreme Angst = Gegenteil von extremem Spaß, Langweile = leichtes "Minus" auf der Spaßskala. Daraus folgt auch, dass das Denken an andere Personen aus Mitgefühl eigentlich nur das Denken an sich selbst ist, denn wenn ich anderen Personen helfe, dann weil ich mich sonst schlecht fühle und wenn ich helfe fühle ich mich besser >> Es geht (wieder) um eigenen Spaß...

Wenn man so weiterdenkt, kommt man irgendwann denke ich zum Entschluss, dass das Leben sich einfach nur als Darstellung vom Glücksniveau abhängig von der Zeit betrachten lässt. Daraus würde aber folgen, dass wir genau das tun, was uns erwartunsgemäß den meisten Spaß über das gesamte Leben verteilt bringt. Denn wenn wir gegen das, was uns wohl den meisten Spaß bringt, entscheiden, dann entscheiden wir uns ja sozusagen insgesamt freiwillig gegen ein gewisses Maß an Spaß, und das wäre doch unsinnig...

Irgendwann kam ich dann zu dem Gedanken, ob der Mensch wirklich "frei" ist oder eben doch nur genau wie ein Computer mit einem bestimmen Algorithmus denkt: Vergleiche Optionen, wähle die beste aus, >>> tun. Denn wenn ich jetzt versuche, mir einzureden, ich könnte auch etwas tun, was ingesamt weniger Glück bringt (z.B. weil ich gerade keinen Bock auf Aktivität XY habe) , dann frage ich mich wieder : wieso ? Ich will doch nicht freiwillig auf Spaß verzichten (wie gesagt..)

ich hoffe ihr versteht meinen Gedankengang und könnt eure Meinung dazu begründen ! Danke im Voraus :).

Antwort
von sunflower0408, 31

Sehr interessante Theorie die du dir ausgedacht hast. Aber ich glaube man kann nicht pauschal sagen, dass Menschen nur Spaß haben wollen, dazu sind die verschiedenen Persönlichkeiten, die es gibt zu komplex. Genauso wie man sagt, dass es keinen perfekten 'Homo oeconomicus' (also einen Menschen, der wirtschaftlich logisch und effizient agiert) gibt, denke ich dass es auch bei deiner Theorie daran hakt. Viele denken bei ihren Entscheidungen nicht so recht an die Konsequenzen oder entscheiden aus komplett anderen Gründen: Moral, Geld, Zeitgründe, etc...

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich oftmals die Option wähle, die mir am wenigsten Unbehagen bringt/ bzw die Situation, die ich kenne und nicht ungewohnt ist. Auch wenn genau diese Option etwas ist, dass mir besonders viel Spaß machen würde.(z.B.: mit Freunden treffen, Partys)Von daher kommt es wohl darauf an ob du mit Ungewohntem klarkommst, extrovertiert, introvertiert, etc..bist.

Deine Persönlichkeit eben.

Und der Gedanke mit dem freien Willen jagt einem echt Angst ein wenn man so drüber nachdenkt. Wow Wir sind wohl ziemlich philosophisch eben geworden, was solls :D

Hoffe du kanns was mit meiner Antwort anfangen :P

Kommentar von PseudoMenschDa ,

Aber was will man sonst, wenn nicht Spaß ? Wenn ich mich z.B. frage, wieso ich mich heute nicht einfach umbringe, dann deshalb, weil ich dann insgesamt bis zum meinem Tod viel mehr Spaß haben werde wenn ich mich nicht umbringe, sprich: Spaß / Glück ist der einzige Grund, wieso ich morgens aufstehe, wieso ich überhaupt etwas tue. Oder tust du etwas aus einem anderen Grund? :)

Kommentar von sunflower0408 ,

Weil ich weiß, dass mich meine Familie oder jemand anderes braucht (und natürlich auch Spaß ;)

Manchmal entscheidet man sich auch gegen Dinge, weil man weiß dass sie viel Zeit und Aufwand brauchen oder man ein so geringes Selbstvertrauen hat, dass man es sich nicht zutraut, selbst wenn man Freude daran empfindet.

An deiner Theorie ist trotzdem sehr sehr viel richtiges dran :)

Kommentar von PseudoMenschDa ,

danke :)

Aber wieso genau musst du diesem Trieb, jemandem zu helfen, nachgehen ? Ich denke der Mensch macht das deshalb, weil er sich selbst dann besser fühlt, genau wie bei jedem Handeln. Nur der Unterschied ist dieses Mal eben, dass auch ein anderer davon profitiert. Man könnte finde ich sagen, dass das sogar "nur" ein Nebeneffekt ist^^ Oder würdest du jemandem helfen, wenn deine Gefühlsregung sich überhaupt nicht ändern würde ? Wenn ja, warum ?

Antwort
von Realisti, 41

Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen (besonders wenn sie was Blödes machen) gar nicht gedacht haben und auch nicht im mindesten sagen können, warum oder wieso? 

Kommentar von PseudoMenschDa ,

meinst du nicht, diese würden sich anders entscheiden, wie sie lange genug über ihr Handeln und die Konsequenzen und Motive für das Handeln nachdenken würden? :)

Kommentar von Realisti ,

Das würde Gehirn voraussetzen.

Antwort
von nowka20, 3

nein, ist es nicht, da die urgründe von handlungen im seelischen bereich zu suchen sind. und da herrscht nicht die logik des verstandes

Kommentar von PseudoMenschDa ,

wenn man lange genug nachdenkt, dann denke ich schon, dass sich (fast) nur die Logik des Verstandes durchsetzen sollte.

Kommentar von nowka20 ,

gefühle pfeifen auf logik. und die haben einen erheblichen stellenwert im menschenleben

Antwort
von Arckanum, 36

Immer wenn frühs der Wecker klingelt und spätestens beim betreten der Arbeitsstelle entscheidet wohl die Vernunft und nicht der Spaß... 

Kommentar von PseudoMenschDa ,

Vernunft = maximale Menge an Spaß ?

Kommentar von Arckanum ,

Ganz sicher nicht. Selbst beim Blick auf den Lohnzettel will keine Freude aufkommen und trotzdem klingelt frühs wieder der Wecker. Ich denke das deine Theorie aber durchaus hin und wieder Sinn macht, nur halt nicht bei allen Entscheidungen die wir den lieben langen Tag so treffen. 

Kommentar von PseudoMenschDa ,

D.h. du gehst arbeiten, obwohl es für dich eine Option gibt, die dir eher gefällt? Wenn ja, warum?

Kommentar von Bohobo ,

Achtung! Du gehst aber zur Arbeit, um Geld zu verdienen. Mit dem Geld, befriedigst du deine Lebensbedürfnisse und evtl auch Luxusbedürfnisse. Diese machen dir Spaß und geben dir (i.d.R.) Freude, deswegen arbeitest du. Dein Arbeiten, ist also auch wieder auf den Spaß am Ende ausgerichtet.

Wenn das nicht so nachvollziehbar ist, dann hör auf zu arbeiten und versuche mit wenig Geld auszukommen. Die, denen das gefällt und die dran Spaß haben, tun das auch. Wahrscheinlich ist dir aber lieber zu arbeiten, um Geld zu verdienen, weil (sofern dich Geld in gewisser Menge glücklich macht) du Spaß am Ende empfindest.

Also ist das Arbeiten und wie du sagst, Vernunft, auf das Wohlbefinden ausgerichtet.

Kommentar von Arckanum ,

Eher ein notwendiges Übel

Kommentar von Arckanum ,

(Im übrigen muss so manch einer auch schon mit wenig Geld auskommen obwohl er arbeitet.) Recht naiv dein Kommentar bzw. nicht weiter gedacht, so einfach ist das alles nicht... 

Kommentar von Bohobo ,

Ich gebe dir schon recht, dass das sehr einfach klingt gegenüber der Realität. Vielleicht spielt die Vernunft tatsächlich eine vom Spaß getrennte Rolle. Ich denke aber, dass aus der Vernunft, hinter der man steht, ein gewisser Spaß entsteht. Also aus Vernunft Spaß folgt. Wobei, es kann sein, dass das nicht immer der Fall ist

Antwort
von Bohobo, 30

Ja meiner Meinung nach ist da schon was an deiner Theorie dran. Fast alles, was du ÜBERLEGT tust, zielt auf Spaß oder Freude hinaus. Wenn du bewusst eine Entscheidung triffst, die keinen Spaß zur Folge hat, tust du das wahrscheinlich doch auch nur, weil du keine andere Alternative hast.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Faktor, den man mit berücksichtigen muss, nämlich den Aufwand. Ich würde sogar behaupten, der Mensch ist nicht nach Spaß aus, sondern nach höchstmöglichen Spaß, bei geringstmöglichem Aufwand. Wenn dir zum Beispiel totlangweilig ist und du wüsstest du könntest jetzt Spaß mit deinen Freunden haben, wenn du dich überwindest rauszugehen und zu deinem Freund zu fahren, tust du das vielleicht trotzdem aber nicht, weil dir der Aufwand dafür zu hoch wäre. Das Verhältnis von Spaß zu Aufwand ist also zu gering. Dich weiter zu langweilen, macht zwar keinen Spaß, hat aber auch keinen hohen Aufwand. Das Verhältnis hierbei könnte größer sein.

Vielleicht gibt es aber noch einen zusätzlichen Faktor, nachdem der Mensch handelt.

Viele Grüße :-)

Kommentar von PseudoMenschDa ,

Ich denke, es kommt eher auf die Differenz Spaß - Aufwand (=negativer Spaß) an. Bsp: Du arbeitest 1 Stunde für mich (leichte Arbeit) und kriegst dafür 1000€. Oder du arbeitest 1 Stunde sehr, sehr hart für mich (sodass du lieber 2 Stunden leicht arbeiten würdest statt 1 Stunde hart) und kriegst dafür 1500 €. Ich würde Letzteres wählen :)


Kommentar von Bohobo ,

Ich würde ebenso die 1500€ nehmen ;-) Ob du den Spaß ins Verhältnis zum Aufwand nimmst (Spaß *Bruchstrich* Aufwand), oder ob du das in einer Differenz darstellst, macht keinen Unterschied. Mir ging es vor allem darum zu zeigen, dass der Aufwand noch eine Rollte spielt.

Eine Nacht drüber geschlafen fällt mir aber ein, dass man den Aufwand sogar rauslassen kann. (Eine Nacht drüber geschlafen und schon widerlegt man seine eigenen Thesen!). Schließlich hängt der Spaß ja mit dem Aufwand zusammen. Du brauchst also gar keine Differenz oder Verhältnis, weil du auch behaupten kannst, dass sich der Spaß bei höherem Aufwand veringert. Der einzige Faktor ist also nur der Spaß selbst. Wenn ich jetzt ewig viel Aufwand betreiben muss, verringert sich der Spaß ja. Eben durch den Aufwand. Das heißt (meiner Meinung nach) lässt sich alles auf den Spaß als alleinigen Faktor zurückführen!

Man könnte sagen: Spaß = Freude am Ergebnis - Aufwand

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