Frage von lenaeinicke, 177

Ist DAS etwa gerecht?

Guten Morgen,

gestern habe ich erfahren, dass meine nächste mündliche Note in Geschichte eine 1+ sein wird, d.h 15 Punkte.

Nun ist dies für mein Empfinden allerdings zu gut, ich hätte eher eine 2+ erwartet. Folglich werde ich den Lehrer um etwas bitten wollen.

Vorab: der Lehrer bewertet streng und vergibt auch gerne mal 5en für besonders stille Mitschüler.

Meine Frage ist nun, ob ich unter diesem Aspekt nach einer kritischeren Bewertung fragen sollte. D.h ihn darum bitten, mich als Einzelpersonen kritischer zu sehen.

Was meint ihr? Ist das bei einem Lehrer, aus der Sicht der anderen Schüler einem strengen, angebracht, danach zu fragen oder kommt dies zu überzogen?

Ich würde ihn darum bitten wollen, mich als 10. Klässler wie einen 11./12. Klässler zu bewerten, um meine Motivation zu fördern, aber auch um gerecht gegenüber den anderen bewertet zu werden.

Habe fast schon das Gefühl, dass es eine 1+ aus Prinzip wird... (so wie die vorherigen Male)

Antwort
von epikureer, 101

Ja, das ist definitiv gerechtfertigt.

WARUM?

Es gibt ausschließlich eine Person, welche ihre Schüler (soweit wie möglich) unabhängig und fair beurteilen kann und das ist die Lehrkraft.

Du bist sicherlich selbstkritisch, erwartest dir noch weitere Leistungsfördernde Unterstützung, das hat aber nichts mit dem Maß zu tun, das für euch als Gemeinschaft gilt. Vereinfachtes Beispiel: Nehmen wir einmal an, Usain Bolt ist in der 10. Klasse und läuft die 100 m in 10,03 sekunden, dann hat er sicherlich den Anspruch, schneller zu werden, um Weltmeister und Olympiasieger zu werden und spricht mit seinem Sportlehrer darüber, wie er unter 10 Sekunden kommt. Unabhängig davon wird jeder andere und er selbst ab einer Zeit von (fiktiver Wert) 11,5 Sekunden die Bestnote erzielen.

Was ich dir damit sagen will: Sprich deinen Lehrer ganz offen an, dass du dir ein Feedback von ihm wünschst, um noch besser zu werden, unabhängig von deiner aktuellen Bewertung, einfach weil deine Ziele hochgesteckt sind.

Antwort
von Kuhlmann26, 55

Natürlich ist Deine Eingangsfrage mit einem klaren "Nein" zu beantworten. Lehrer sind bzgl. der Noten nicht gerecht. Wie könnten sie auch? Sie bewerten subjektiv, wie andere Menschen auch; nachgewiesen in vielen Studien.

Gibt 20 Lehrern ein und dieselbe Arbeit und Du wirst das gesamte Noten- oder Punktespektrum wiederfinden. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie eine anonyme Arbeit vor der Nase haben oder ob sie den Verfasser kennen. Es kommt auch vor, dass ein und derselbe Lehrer eine Arbeit im Abstand von mehreren Wochen unterschiedlich bewertet. Ein weiteres Phänomen ist, dass allein die Behauptung ausreicht, es würde sich bei einer Klasse um Schüler aus einem sozialen Brennpunkt handeln, dass der Lehrer schlechtere Noten verteilt. Genau die gegenteilige Behauptung führt zum entgegengesetzten Ergebnis; nämlich zu besseren Noten. 

Dazu hat man einfach die Klassen EINER Schule neu zusammengestellt, zwei Klassen gebildet und ihnen neue Lehrer vor die Nase gesetzt. Dann hat man behauptet, hier säßen gute Schüler und hier säßen schlechte Schüler. Das reichte, damit es zu den Unterschieden in der Notenverteilungnkam.

Merkwürdig an der ganzen Situation ist nur Dein Gefühl, es müssten anders sein. Du könntest auch fordern, Wasser möge doch bitte nicht nass sein. Ich finde auch merkwürdig, dass Dich eine schlechtere Zensur dazu anstachelt, "noch besser" zu werden. Denn, was immer Du machst, besser wirst Du nicht. Dein Wissen ist nach einer Bewertung kein anderes als vor der Bewertung.

Ob Du mit dem Lehrer darüber sprichst oder nicht, ist völlig egal. Er wird sein Verhalten nicht ändern. Selbst wenn er Dir dann andere Noten gibt, bleibt es doch ein willkürliches Vorgehen. Wenn Du andere Noten willst, wechsle die Schule und lass Dich von einem anderen Lehrer benoten. Beispielsweise einem der Dich nicht leiden kann.

Ich kann verstehen, dass Noten für Dich derzeit eine große Rolle spielen. Nach so vielen Jahren Schule ist das nachvollziehbar. Aber ich kann Dir versichern, wenn Du die Schule (und möglicherweise die Uni) verlassen hast, sind sie völlig bedeutungslos. Was würdest Du tun, wärest Du an einer Schule, wo es gar keine Noten gibt? Würdest Du das Lernen dann einstellen?

Gruß Matti

Kommentar von epikureer ,

Ich muss, gerade weil das die Expertenantwort zu sein scheint, einmal nachfragen:

Was hat die Summe deiner Erfahrungen und Erläuterungen, wie Lehrer auf unterschiedliche Umfelder reagieren, mit den Problemen einer offensichtlichen Perfektionistin zu tun?

Die Fragestellerin braucht weder eine gute noch schlechte Benotung, sondern versucht lediglich, dem eigenen Anspruch, der scheinbar weit über den Anforderungen liegt, gerecht zu werden. Dieser Versuch und die Reaktion ihres Umfeldes bereiten ihr Sorgen und darum ging es in der Frage.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Nehmen wir für einen Moment an, die von Dir unterstellten Motive sind tatsächlich die der Fragestellerin. Wenn sie also wirklich dem eigenen hohen Anspruch gerecht werden will, sollte sie ganz schnell die Schule verlassen und sich in ein Umfeld begeben, in dem sie herausgefordert wird.

Um ein Beispiel zu nennen, wie so etwas funktionieren kann: An einer amerikanischen Schule war jemand, der bereits in jungen Jahren wusste, dass er Bestatter werden wollte. Das Besondere an dieser Schule ist, dass jeder im Schulalltag nur das tut, wozu er Lust hat. Es gibt keinen Leerplan, mit dem die Schüler gelangweilt werden. Sie erfüllen nicht die Erwartungen der Lehrkräfte, sondern die eigenen und werden dabei von den Lehrern unterstützt. Die Unterstützung in Falle dieses Jungen lag nun darin, dass man ihm den Kontakt zur Patologie eines Krankenhauses vermittelt hat. Und so konnte er bereits mit 17 Jahren - unter Anleitung versteht sich - Leichen sezieren, um deren Anatomie zu studieren. 5 Jahre später hatte der junge Mann sein eigenes Bestattungsunternehmen.

Warum erkennt die Fragestellerin nicht, dass ihr Weiterkommen nichts mit den Noten zu tun hat? Sie will eine Zwei und zieht daraus die Hoffnung, sich durch weitere Anstrengung wieder eine Eins zu erobern. Und dann?

Ich habe versucht, ihr die Absurdität von Schulnoten zu verdeutlichen und von schulischer Bewertung im Allgemeinen.

Das ein Lehrer unabhängig und fair bewertet, ist einfach nur absurd. Er bewertet subjektiv und willkührlich und tut das mit 6 Ziffern und ein paar Nachkommastellen. Ich unterstelle gern, dass  eine gute Absicht dahinter stecken; das macht die Sache aber nicht besser.

Antwort
von voayager, 19

noch nie gehört, noch nie erlebt, dass es die Note 1+ gibt. Das ist mir völlig neu und den Sinn verstehe ich nicht

Antwort
von fitnesshase, 51

Ich beneide dich ja einerseits aber andererseits übertreibst du ^^

Antwort
von Dahika, 16

Man kann sich auch Probleme machen, wo keine sind.

Oder betreibst du "Fishing for compliments."? 

Freu dich doch.

Antwort
von DUMMaberOHO, 49

Ich weiß, was du meinst. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass 15 Punkte sehr frustrierend sind. Es gibt einfach keine Herausforderung und keine Luft mehr nach oben. Man ist schon "gut genug". Diese Unterforderung hat mich fertig gemacht und ich konnte erst nach meinem Abitur bzw. während meines Physik-Studiums Freude empfinden. Die 15-Punkte-Zeiten sind glücklicherweise vorbei (so komisch das auch klingen mag).

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Was soll daran komisch klingen? Im Studium erfüllst Du schließlich nicht mehr die Erwartungen anderer Leute, sondern tust, jedenfalls wenn es normal läuft, etwas für Dich. Es bedarf keiner Manipulation mehr.

Noten sind Bestechung, weiter nichts. Es braucht sie nicht, wenn wir lernen, was uns interessiert. Obwohl wir das alle wissen, ist es erstaunlich, dass es die Schule immer wieder schafft, ihre Insassen von der angeblichen Bedeutung der Benotung zu überzeugen.

Antwort
von devil111, 47

Es gibt keine 1+ wenn ne 1 (Fehlerfrei) das beste Ergebnis ist! Was hast denn da von komischen Lehrer? Das einzige was evt. noch akzeptieren könnte wenn zu der 1 ein Stern vergeben wird z.B. für ne besonders künstlerische Arbeit! Da ein + lediglich die Tendenz nach oben zur nächst besseren Note ist, ist ne 1+ einfach nur Schwachsinnig denn wohin soll die 1 tendieren, etwa zur 0? ;)

Kommentar von AffeAhoi ,

Es sieht mir schwer danach aus, als hättest du das Notensystem der Gymnasialen Oberstufe nicht verstanden....

15 Punkte entspricht 1+
14 Punkte e. 1
13 Punkte e. 1-
12 Punkte e. 2+
.
.
.
1 Punkt e. 5-
0 Punkte e. 6

Das ist also weder schwachsinnig, noch ist der Lehrer komisch....

Kommentar von devil111 ,

nee du, ich denke nur nach der logik und meine logik sagt mir das wenn die SCHULNOTE 1 das beste ist was man bekommen kann (1 = Fehlerfrei) das dann lediglich ein dummkopf eine 1+ vergibt! ;) du verstehst überhaupt worauf ich hinaus will??? das wäre ja so wie wenn ich tot bin und da kommt ein anderer und setzt noch einen drauf und ist noch mehr tot als ich! ;)

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Im Punktessystem der Oberstufe gibt es tatsächlich doch eine 1+. Es gibt insgesamt 15 Punkte zu erreichen: 0 ist im klassischen System eine 6, 1-3 eine 5, 4-6 eine vier, 7-9 eine drei, 10-12 eine 2 und eben 13-15 eine 1. Um den Notendurchschnitt in klassische Noten umzurechnen, wird bei 15 Punkten tatsächlich mit einer 0,7 gerechnet. 

Kommentar von devil111 ,

ja aber wir sind doch logisch denkende wesen, oder? wenn die note 1 das beste ist was es zu vergeben gibt dann kann doch auch nur die höchste punktezahl, in diesen fall dann die 15 punkte einer note 1 geichzusetzen sein. 14 punkte wären noch nicht mal eine 1- weil es auch eine 1- überhaupt nicht geben kann. eine 1 ist halt eine 1 (fehlerfrei) wäre in einer arbeit ein fehler wäre es halt keine 1- sondern eine 2 (von mir aus dann mit einen + dahinter). ist sicherlich ne kleinigkeit worüber ich mich hier aufrege aber seien wir doch mal ehrlich! wenn wir dulden das so etwas als normal angesehen wird obwohl klar bewiesen das eine 1+ oder 1- totaler schwachsinn ist dann wird sich später auch keiner mehr aufregen wenn zum bleistift das nächste atomkraftwerk hochgeht weil es ja nur einen kleinen fehler hatte welchen man auch als normal hat durchgehen lassen ...

in meinen augen ist sowas ganz bewusste volksverblödung da selbst der fragesteller/fragestellerin überhaupt nicht den sinn gesehen hat worum es mir da überhaupt geht! völlig normal halt heute ...


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