Frage von WeltWunderGang, 176

Ist das ein Wegeunfall?

Hallo, wir hatten betriebliche Weihnachtsfeier. Auf dem Heimweg von dort ist mir eine wildsau ins Auto gerannt. Volles Programm, Krankenhaus, Polizei. Auto ist Totalschaden :( ich hab viele Prellungen und schleudertrauma, Gehirnerschütterung. War auf dem direktem Heimweg und hatte kein Alkohol getrunken. Ist das ein wegeunfall???

Und weiß vll auch jemand ob teilkasko Versicherung einen Leihwagen bezahlt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MoechteAWissen, 91

Grundsätzlich  wird der Hin- und Rückweg zur Weihnachtsfeier als „ Wegeunfall“ bewertet.

Doch leider heißt grundsätzlich nicht generell.

Die gesetzliche Unfallversicherung (BG), hat gefühlte 10.000 Ausschlusspunkte.  Deshalb ist stets der Einzelfall zu prüfen.

So müssen z.B. in Ihrem Fall, folgende Punkte zum Tragen kommen, damit Ihr Unfall als BG-Unfall anerkannt werden kann.

a) Das Unternehmen muss die Feier selbst organisieren oder jemanden damit      beauftragen
b) Die gesamte Belegschaft muss zur Feier eingeladen werden
c) Der Chef oder ein Vertreter muss bei der Feier anwesend sein
d) Die Programmgestaltung muss  den „Gemeinschaftsgedanken“fördern
e) Angestellte/Arbeiter dürfen sich nicht von der Gruppe lösen und einen         anderen „Feier-Ort“ aufsuchen
f) usw… (Aufzählung nicht abschließend)   

Zum Leihfahrzeug
Weder die Vollkasko noch die Teilkasko sehen im Schadenfall die Bereitstellung eines Leihfahrzeuges vor.  

ABER…
Auch bei dieser Aussage  gibt es wieder Ausnahmen.
So kann es z.B. sein, dass Ihr Tarif eine Besonderheit bereithält, die von der Norm abweicht und die Kosten des Leifahrzeuges übernimmt.

Sprechen Sie diesbezüglich Ihren Versicherungsmakler an.
Er/Sie kennt Ihren Tarif am besten.

Viel Glück und gute Besserung :-) 

Kommentar von Lokicorax ,

Hoi.

Nicht die BG, sondern die Rechtsprechung hat hier die Voraussetzungen einer versicherten Weihnachtsfeier entwickelt.

http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=b...

Ab Absatz 13 werden die Grundsätze erläutert.

Ciao Loki

Kommentar von MoechteAWissen ,

Hey,

Ihr Kommentar hat weder etwas mit der gestellten Ursprungsfrage, noch mit meiner Antwort zu tun.

Weshalb dieser allgemein  bekannte Hinweis?

Kommentar von Lokicorax ,

Aha.

Ich wollte Ihre Kritik (10.000 Ausschlusspunkte) relativieren. 

Im Urteil werden die entscheidenden Grundsätze aufgeführt, wieso hilft das bei der Ausgangfrage nicht weiter? Sie wollten die Aufzählung ja nicht fortführen, also kann WeltWunderGang das jetzt mittels des Urteils selbst prüfen........

Kommentar von MoechteAWissen ,

Ah!

Damit schaffen Sie es leider nicht meine Aussage zu relativieren.
  
Denn nicht die Gesetzestexte führten zu meiner Aussage, sondern die Umsetzung der jeweiligen Verantwortlichen.
Nicht umsonst hat die „BG“ es in den letzten Jahren geschafft sich den Beinamen„ Sterbeversicherung„ anzueignen.

Die Ablehnungsbegründungen lesen sich stellenweise  wie Grundmaterial für ein Drehbuch.  Es wird unbegründet abgelehnt und Verzögerungen liegen an der Tagesordnung.
Sorry, doch meine Meinung ist zu diesem Thema verhärtet.
Im Urteil werden die entscheidenden Grundsätze aufgeführt, wieso hilft das bei der Ausgangfrage nicht weiter?

Einem Laien helfen Sie mit den Verweisen auf irgendwelche Paragraphen und Urteile nicht weiter. Er ist (zumindest  meist) nicht in der Lage den Inhalt zu verstehen.

Kommentar von Lokicorax ,

"Sterbeversicherung"?!?  Das ist mir neu. 

Das Thema Berufskrankheiten ist eine Schande für sich - da wäre ich sogar bei Ihnen. Aber der normale Arbeitsunfall? Nun ja, Sie werden Ihre Erfahrungen gemacht haben - ich die meinige. 

Kommentar von MoechteAWissen ,

Nicht das wir beide aneinander „vorbeireden“.

Grundsätzlich bin ich  an vielen Stellen ein Befürworter der BG.
Ich bemängelt nur,  die teilweise mystische Regulierungspraxis.  

Kommentar von MoechteAWissen ,

Vielen Dank :-) 

Antwort
von Apolon, 58

Und weiß vll auch jemand ob teilkasko Versicherung einen Leihwagen bezahlt?

Folgende Möglichkeiten können bestehen:

1. Du hast in deinem Vertrag den Baustein Schadenservice. Bedeutet der Wagen muss in eine Partner-Werkstatt des Versicherers - und bei einigen dieser Verträge bekommt man einen Leihwagen zur Verfügung gestellt.

2. Du hast in deinem Kfz-Vertrag einen Schutzbrief eingeschlossen.

Also hilft dir nur eins, deine Versicherungsbedingungen lesen, oder deinen Versicherungsvermittler anrufen.

Die Information zum Wegeunfall hat MoechteWissen ja schon beantwortet.

Kommentar von WeltWunderGang ,

hab ich leider beides nicht

Kommentar von Apolon ,

Tja, dann hast Du Pech und musst dir deinen Leihwagen selbst bezahlen.

Antwort
von Waaat, 78

Ich würde eine Weihnachtsfeier eher als Freizeit ansehen, ausser du musstest teilnehmen.

Antwort
von grisu2101, 58

Ich bestimmt ein Wegeunfall, ich würde darauf bestehen !

Kommentar von kim294 ,

Nur weil du darauf bestehst und dieser Meinung ist, muss sich die BG dem aber nicht anschließen. MöchteAWissen hat das in der sehr ausführlichen Antwort gut erläutert.

Kommentar von grisu2101 ,

Ist richtig, aber in diesem Fall sollte man sich nicht abwimmeln lassen... das ollte ich damit sagen.

Antwort
von Cerealie, 72

Hier sollte das ganz genau erklärt sein:

http://www.arbeitssicherheit.de/de/html/fachbeitraege/anzeigen/970/Versicherungs...

so wie es da steht, müsste es bei deiner Beschreibung ein Wegeunfall und damit eine BG-Sache sein

Antwort
von dunno1320, 72

Nein war es nicht. Die Betriebsfeier ist nicht während der Arbeitszeit, daher Freizeit. 

Das war ein ganz normaler Wildschaden.


Was dabei abgedeckt ist und was nicht, ist individuell geregelt. Einfach beim Versicherer anrufen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community