Frage von ich034, 127

Ist das eine Warnung, Drohung oder Nötigung, oder wie kann man da weiter vorgehen?

Person A (volljährig+arbeitslos) besucht eine Universität, um eine Studienbehilfe zu kriegen, muss er eine Einkommenserklärung der Eltern abgeben.

Die Eltern aber weigern sich, dem Sohn das auszuhändigen, da das Verhältnis untereinander schlecht ist. Die Eltern wollten wissen wo der Sohn die Uni macht und welche.

Der Sohn möchte das aber den Eltern nicht mitteilen, da sie ihn immer und überall Steine in den Weg gelegt hatten.

Nun kann aber der Sohn (Person A) nicht um die finanzielle Beihilfe ansuchen und hat dann den Eltern eine Mail geschrieben mit eindeutigen Worten: "wo ich die Uni mache geht auch nix an, und solltet ihr mir Steine in den Weg legen, dann komme ich mit anderen Mitteln."

Können die Eltern jetzt den Sohn anzeigen wegen Bedrohung oder sonstige rechtliche Schritte gegen ihn einleiten?

Zur Info: die Eltern müssen keinen Cent für die Uni zahlen, die Einkommenserklärung der Eltern wird nur dazu hergenommen um den Betrag festzustellen, das dem Sohn dann ausbezahlt wird.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LetalisAffectus, 48

Nein können sie nicht.

Du Drohst zwar mit anderen Mitteln aber das ist erlaubt. Das drohen mit einem Anwalt ist ja auch nicht verboten ;)

Die können dir nichts, keine sorge.

Schreibe ihnen einen Brief in dem du nach der Einkommenserklärung verlangst, setze eine 2 Wochen frist. Das ganze per Einschreiben absenden.
Wenn du in 2 Wochen nichts hast dann der Stelle um die es geht alles erklären, dass du auch schon einen Brief mit Frist gesendet hast ( Brief kopieren und Kopie mitnehmen)

Antwort
von Fairy21, 19

Anzeige können sie schon erstatten, wenn sie sich dadurch bedroht fühlen. 

Es ist allerdings eine Frage der Auslegung, ob da weiterermittelt wird oder nicht. 

Denn, : "Mit anderen Mitteln! ", damit können rechtliche Mittel/Schritte gemeint sein, oder eben auch Gewalt. 

Da die Mitteilung , "andere Mittel", nicht genau aussagt ,was damit gemeint ist.

Dürfte die Anzeige der Eltern ein recht bescheidenen bis gar keinen Erfolg haben.

Antwort
von LucienneJordan, 54

Das ist definitiv eine Drohung, wenn auch sicher aus Verzweiflung. Gleich Anzeige erstatten fände ich unangemessen oder zumindest ein wenig übertrieben, allerdings kann ich die Eltern verstehen, wenn sie jetzt erst recht nichts mehr zahlen wollen. 

Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Studenten ja auch. Sie mögen nicht toll sein, aber viele kommen trotzdem damit durch. Mann kann z.B. Bafög beziehen und neben dem Studium abends ein wenig jobben, dann kommt man eigentlich über die Runden. 

Außerdem verstehe ich noch nicht ganz, was mit "Steine in den Weg legen" gemeint ist. Haben die Eltern wirklich Problem gemacht oder empfindet der Sohn/Person A es einfach nur so

Ansonsten LG - Lucy

Kommentar von LucienneJordan ,

Und noch eine Frage... Bist du der Sohn oder ein Elternteil oder einfach nur ein außenstehender Bekannter? 

Kommentar von ich034 ,

ich bin die Schwester

Kommentar von LetalisAffectus ,

Es geht hier ja nicht darum das die Eltern etwas zahlen sollen. Er braucht die Erklärung wahrscheinlich fürs Bafög. 

Kommentar von LucienneJordan ,

Dann fände ich eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den Eltern angemessen. Drohen hilft ja nicht weiter und sich weigern, die Uni zu nennen wirkt auf mich reichlich übertrieben. Entweder, die Eltern sind so schlimm, dass sie sofort Problem machen würden, sobald sie wüssten, wo ihr Sohn studiert (erscheint mir unwahrscheinlich) oder der Sohn übertreibt ein bisschen mit seinen Empfindungen. Und als Elternteil würde ich auch nicht einfach etwas unterschreiben, wenn mein Sohn sich schäbig benimmt und dann nicht einmal sagt, wofür genau er es braucht. "Uni" ist ja jetzt auch nicht die Angabe schlechthin =/ 

Kommentar von ich034 ,

er braucht die Erklärung für das Bafög, er war mit ihm beim Bafög und versuchten die Situation zu erklären, die sagten nur, ohne den Einkommenserklärung der Eltern gebe es evt. die Möglichkeit dass die Eltern die Erklärung direkt der Bafög zu übersenden und sie tun es dann das Gesuch fertig eintragen, oder die Eltern schreiben ein paar Zeilen zusammen mit der Verweigerung der Herausgabe. Aber weder das eine noch das andere wollen sie machen, heute hatte der Vater nur geschimpft, was dem Lausebengel einfällt an die Uni zu gehen, der ist doch nix wert, was braucht denn der einen Uniabschluss, der soll Klo putzen gehen usw...

Ich weiss was mein Bruder machen möchte, und auf welcher Uni er geht, ich habe aber mein Bruder das Versprechen gegeben dass ich es den Eltern nicht erzähle.

Kommentar von LucienneJordan ,

Das solltest du deinen Eltern auch nicht sagen. Aber sich zu aufzuführen ist wirklich das Letzte, das kannst du denen Mal sagen. 

Dein Bruder soll nochmal versuchen, denen vom Bafög die Situation zu erklären und sonst würde ich mal sehen, ob sich da nicht rechtlich was machen lässt, wenn sich die Eltern sooo extrem quer stellen... 

=(

Kommentar von LetalisAffectus ,

Macht es so wie ich beschrieben hab mit dem Brief. So hat es bei mir auch funktioniert. Nach dem keine Reaktion von meinem Vater kam übernahm das Landradsamt den Fall dann und hat die Einkommenserklärung selbst eingefordert.

Kommentar von ich034 ,

die Sache ist die, meine Eltern haben meinen Bruder nie gewollt, sprich er war kein Wunschkind, und sie haben ihn das auch gesagt, er leidet sehr darunter. 

Kommentar von LucienneJordan ,

Okay, das ist sehr hart. Dann rede du vielleicht mal mit deinen Eltern. Du kannst sie bei der (miesen) Einstellung wahrscheinlich nicht umstimmen, aber du kannst ihnen wenigstens mal vor Augen legen, wie schäbig sie sich benehmen. Wenn man ein Kind bekommt, sollte man sich auch darum kümmern. Ich denke, da muss von beiden Seiten (dein Bruder und deine Eltern) mal was kommen. Familienprobleme können wirklich hart sein... Viel Glück dir und deiner Familie auf jeden Fall...

Kommentar von ich034 ,

mit "steine in den weg legen" ist folgendes gemeint: immer wenn mein Bruder einen Job hatte, und die Eltern besonders der Vater ist draufgekommen wo er arbeitet, sind immer anonyme Anrufe an den Arbeitsplatz eingegangen wo über den Bruder schlecht geredet wurde, es wurde soweit betrieben, dass er schon mal den Job verloren hatte...

Kommentar von LucienneJordan ,

Sch****... Wie kann man so sein? Dann sorry erstmal, dass ich das ein wenig falsch verstanden habe. Ich dachte im ersten Moment, der Sohn sei ein wenig faul und habe viel Mist gebaut... Aber so... Keine Ahnung, was man da tun soll. Aber ich bete, dass die Eltern da nochmal ihr Fett wegkriegen... 

Kommentar von ich034 ,

@ LucienneJordan: Kein Problem, das konntest du ja nicht wissen. Meine Bruder hatte mal vor 8 Jahren einen mittelschweren Motorradunfall, hat trotz den Schmerzen immer immer weitergearbeitet, wo andere längst zusammengebrochen wären. Jetzt hatte sich das natürlich auf seine Gesundheit aufgeschlagen, er kann gewisse Arbeiten nicht mehr machen, muss Schmerztabletten nehmen, er hätte auch eine kleine Rente bekommen wegen seinen Gesundheitszustand, aber die hatte er abgewiesen mit der Begründung, er wolle nicht nur zuhause rumsitzen, er wolle weiterstudieren, noch was aus seinen Leben machen. Ich bewundere meinen Bruder, wie er kämpft.

Kommentar von Artus01 ,

Das ist definitiv eine Drohung,

Ah ja, und wo steht das?

Kommentar von LucienneJordan ,

Was soll das denn heißen? Ja, es klingt wie eine Drohung. Ist unglücklich ausgedrückt, definitiv.

Kommentar von Artus01 ,

Wie etwas "klingt" ist vollkommen uninteressant.

Kommentar von LucienneJordan ,

@ ich034 Das ist auch bewundernswert

Antwort
von sassenach4u, 12

Nun ja, zunächst sollte er zum BaföG -Amt gehen und elternunabhängiges BaföG beantragen. Die Eltern per Einschreiben mit Rückschein auffordern, die Einkommensnachweise zu liefern imt Fristsetzung.

Wenn diese nicht eingehalten wird oder wurde, wird das BaföG- Amti aktiv, die bekommen die Unterlagen von den Eltern- im schlimmsten Fall mit Androhung von Beugehaft. Und das BaföG- Amt holt sich auch, wenn die Leistungsfähigkeit der Eltern festgestellt wird, das Geld von den Eltern wieder.

Durch das Anschreiben des Amtes wissen sie zumindest, in welcher Stadt er studiert.

Zahlen sie freiwillig Unterhalt haben sie sogar das Recht, und brauchen sie auch für die Steuer z.B. Immatrikulationsbescheinigungen vorgelegt zu bekommen. Auch Nachweise über die erarbeiteten Credits können sie fordern, um zu sehen, ob er zügig studiert.

Antwort
von Artus01, 12

Nein, eine Bedrohung ist das nicht.

Antwort
von casala, 48

da gibt es wohl keinerlei handhabe, weil der begriff "andere mittel" nicht unbedingt als bedrohlich anzusehen ist. das könnte zb. auch einbeziehung eines RA bedeuten.

allerdings kann man aus der frage nicht unbedingt einen schritt zur entspannung der situation ersehen, sondern eher starrsinn. wenn die nix zahlen müssen, warum verweigern die das.?

Antwort
von Dackodil, 51

Das würde ich noch nicht als Drohung oder Nötigung auslegen.

Andere Mittel kann auch bedeuten, daß du rechtliche Schritte einleitest.

Du hast ihnen ja keine Prügel angedroht.

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