Frage von hyooriva, 13

Ist das eine Schlafepilepsie?

Moin. Meine Freundin hatte wieder einen Anfall dem ich hilflos beiwohnen musste. Das war nun das ca 6. Mal in den letzten zwei Jahren. Kurz, fast direkt nach dem einschlafen beginnt sie angestrengt zu atmen und keuchen wie bei einem Albtraum. Sie beginnt sich zu kratzen und am BH-Träger zu ziehen, fährt sich den Hals entlang wie beim Würgen, spielt mit der Zunge und den Lippen und ist nicht ansprechbar, ihre Hände zittern zeitweise und sie murmelt unverständlich ängstlich vor sich hin. Irgendwann beginnt ein Krampfen des Körpers, manchmal nach einem Schrei. Ihre Augen sind dann geöffnet, Pupillen vergrößert, schaut 'daneben', ihre Hände verkrampfen, Finger auseinander, sie krümmt sich, streckt sich, keucht, Beine bewegen sich. Nach Minuten beruhigt sich der Körper und sie wird ansprechbar, setzt sich manchmal auf, erkennt die Umgebung und mich aber nicht. Total desorientiert und schwach zunächst erzählt sie von einem Traum von einem Mädchen das fast 1:1 aussieht wie sie selbst und ihr schaden will wenn sie nicht die richtigen Entscheidungen trifft. 'Sie ist wieder da, sie war lange nicht da. Sie ist in mir. Wo bin ich? Wer bist du? Mein Freund sieht anders aus.. Sie will das ich mir wehtue.' Sowas kenne ich sonst nur von üblen Filmen. Jedesmal kurz bevor ich die 112 wähle und ihr es sage wehrt sie sich energisch verbal dagegen und beruhigt sich dann schließlich und 'erwacht' aus der Trance total erschöpft und aufgelöst - erkennt nun alles wieder und kann fokussieren bevor sie einschläft wie ein Murmeltier und nach langem Schlaf mit Muskelkater und Trägheit wieder aufwacht. Erinnerung daran = 0. Eingenässt hat sie sich dabei aber nie und auch kein Speichelfluss. Am Vortag hat sie Kopfschmerzen, fühlt sich depressiv, unkonzentriert, überfordert mit ihrer Lage und unserer Beziehung, Stress und Gedankenkreisen. Sonst ist sie ein außerordentlich lebensfroher und sozialer Mensch. Sie liebt das Leben aber kann sich nicht eingestehen dass womöglich was im Argen ist und wird davon mega runtergezogen. Wer weiß wie oft sie das durchmacht wenn ich nicht dabei bin. Denkt ihr das ist ne Epilepsie oder gibt's noch andere Schlaf-Krampf-Bewusstseins-Störungen? Mittlerweile stimmt sie einem Besuch beim Neurologen zu. Ich hoffe nur dass sie nicht nach einigen krampffreien Tagen/Wochen wieder zurückrudert und die Untersuchung ablehnt. Mir setzt das zu, sie erlebt nur die Schwäche tagsüber und bezeichnet sich scherzhaft als Psycho weil sie nachts nichts mitbekommt während ich heule und bange. Könnt ihr mir vielleicht Verhaltens- und Gesprächstipps geben für die Anfälle und um sie aufzulockern und zum Handeln zu bewegen? Sie meint ihr gehe es gut, ich solle mir keine Sorgen machen, sie glaubt das Problem 'wegschlafen' zu können bis es nicht mehr auftaucht. Sie wollte schon die Beziehung beenden um das alleine durchzustehen und damit sie es nicht publik machen muss. Sie ist dann total niedergeschmettert und wir beide aufgelöst. Ich mache mir Sorgen.

Antwort
von webheinerle, 9

Es gibt Epilepsie-Formen, bei denen die Anfälle nur im Schlaf auftreten. Deine Beschreibung deckt sich ziemlich genau mit einer Epilepsie, im Schlaf kommen psychogene Anfälle weniger in Betracht. Ein Gang zum Arzt ist auf jeden Fall geboten. Epileptische Anfälle können auch das Anzeichen einer anderen Erkrankung sein, bei mir waren sie Anzeichen eines Hirntumors, seit der raus ist, sind die Anfälle auch weg.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community