Frage von Jiixer, 22

Ist das eine Projektion ( Psychoanalyse)?

Hi Leute ich wollte an Hand eines Beispiels fragen ob des unter Projektion einzuordnen ist ( Psychioanalyse) Wenn jetzt jemand Homophob ist ( ich benutze das Beispiel Homosexualität) Und sich extrem über Schwule aufregt und sie beleidigt und auf schwule aufmerksam macht damit diese eben von anderen auch beleidigt werden ist das eine Projektion ? Oder ist die Projektion nur wenn ich jemanden Homosexualität unterstelle ?

Ich hoffe die Frage kann man verstehen

Vielen Dank im voraus :)

LG Jiixer

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von scorpion87, 13

Da müsstest du einfach mal unter Freuds Thesen googeln, was Projektion genau bedeutet, dann erklärt sich das recht schnell.

Projektion bedeutet - wie das Wort schon schon sagt - dass man etwas eigenes, auf eine andere Person überträgt, es ihr anheftet, projiziert.

Freud ist mit Vorsicht zu genießen - aber ich erkläre das jetzt mal mit seinen Begriffen:

In dem Zusammenhang Homophonie / Homosexualität  gibt es tatsächlich Fälle, wo man von Projektion im Freudschen Sinne reden kann. Und zwar dann, wenn jemand selbst schwul ist (was man sich ja nicht aussucht) und aber ein komplettes Problem damit hat und das selbst nicht anerkennen will. In dem Fall gerät das Moralische "ich" mit dem Trieb- "ich" in Konflikt und der Mensch reagiert unbewusst mit Abwehrmechanismen. Verdrängung wäre da ein typischer Mechanismus. Mann merkt "Trieb Ich" steht auf Männer, "moralisches ich" kommt damit nicht klar, also wird die Homosexualität verdrängt und man gesteht es sich einfach nicht ein, auf die Weise wird der Konflikt zwar verlagert, aber für den Moment aufgelöst. In diesem Zusammenhang gibt es auch typische Fälle von Projektion, wenn man dann den Konflikt so auflöst, dass man die Ablehnung des "moralischen ich" sozusagen von sich selbst auf andere projiziert. Das äußert sich dann in Menschen, die ihr ganzes Leben Schwule regelrecht gehasst haben und in jeder Situation die sich gegeben hat, das zum Ausdruck gebracht haben. Das kann sich dann auch darin äußern, dass anderen schnell unterstellt wird, schwul zu sein. In Wirklichkeit war das aber nur ein Bewältigungsmechanismus um mit der eigenen Homosexualität umzugehen. Nach dem Motto "mein Moral-ich" sagt mir, ich darf nicht schwul sein, mein "Trieb ich" steht aber auf Männer. Ich will das nicht, ich kann das verdrängen und ich hasse Menschen, die diesen Konflikt in mir immer wieder aufreißen / ich äußere mich negativ über Homosexuelle und damit hat mein Gewissen Ruhe, ich hab mich ja gegen Schwule geäußert. Das wäre so ein typisches Beispiel für Projektion als Bewältigungsmechanismus innerer Konflikte. 

Freud hat sicherlich viel relevantes angepackt, aber man muss bedenken, dass er der erste war, der solche Theorien aus dem Nichts gezogen hat, ohne sie zu überprüfen. Er hat da viele gute Ansätze und viel Richtiges produziert, aber man sollte es doch nicht als der Weisheit letzter Schuss sehen, da ist die Psychologie heute weiter. 

Antwort
von Hannahmariee, 22

Nein, eine Projektion wäre es in diesem Fall nur, wenn er die “Schuld“ selbst schwul zu sein, auf jemand anderes schiebt (zb. Eltern, gewisses Trauma..). Ich denke, dass das von dir genannte Beispiel eher der Reaktionsbildung oder dem Widerstand zugeordnet werden kann. (Nehme mal an, es geht um Abwehrmechanismen, Psychoanalyse-Sigmund Freud?)

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