Frage von Kinderwerkstatt, 71

Ist das Einbehalten eines Geldbetrages trotz Unstimmigkeiten rechtens?

Hallo,

ich hab ein problem mit Tchibo Mobil bzw. Tchibo GmbH.

Am 02.11.2015 überwies ich einen Rechnungsbetrag an Tchibo Mobil und irrtümlich einen weiteren Betrag (aus einer vorhergehenden Mahnung) an dieselbe IBAN, obwohl dieser Rechnungsbetrag an Tchibo GmbH gehen sollte.

In der Zwischenzeit tätigte ich eine weitere Tchibo-Bestellung und zahlte aber per paypal. Ich bemerkte meinen Fehler nicht.

Im Januar 2016 erhielt ich ein Inkassoschreiben mit einer Forderung von 100 € bzgl der offenen Forderung der Rechnung, die ich längst bezahlt glaubte. Ich sandte nach kurzer Rücksprache dem Inkassounternehmen den Überweisungsbeleg. Kurze zeit später erhielt ich dann den Brief mit dem Hinweis auf meinen Irrtum.

Ich sehe meinen Fehler durchaus ein, was ich jedoch nicht verstehe ist, warum Tchibo Mobil den Betrag nicht einfach zurück überwiesen hat. Dann wäre mir der fehler viel früher aufgefalle, ich hätte ihn korrigiert und die Inkassokosten wären nicht entstanden.

Also nahm ich Kontakt mit Tchibo Mobil auf, die behaupten nun, sie haben mir damals 2 sms gesendet mit der Bitte die Zahlungsmodalitäten zu prüfen. Da ich aber gleichzeitg eine reguläre Rechnung an Tchibo Mobil zahlte, nahm ich das nicht ernst. Es folgte keine weitere Information. In einem Telefonat sagte man mir, man habe die "Überzahlung" mit offenen Beträgen aus den Monaten Juli August verrechnet.

Ich finde das nicht sehr kogisch, denn im Juli wurden noch 9,97 € abgebucht, am 2.11. zahlte ich per Überweisung 16,03 €. Da die Verbindungsnachweise in meinem Konto nur 90 Tage gespeichert werden, bat ich tchibo Mobil um weitere Erklärungen und Zusendung der Verbindungsnachweise aus Juli und August. Bisher ohne hilfreiche Resonanz.

Frage: Durfte das Geld einfach einbehalten werden? Im Verwendungszweck fehlte als Zuordnungshinweis die Mobilnummer, stattdessen stand dort die Rechnungsnummer von Tchibo GmbH. Es gab m. W. keinen offenen Betrag in der Höhe.

Hinweis: Eine interne Umbuchung der beiden Unternehmen beschrieb man als nicht möglich.

Ich ärgere mich gerade über einen längst bezahlten Betrag, dessen genaue Verwendung mir nicht belegt wird und mir Kosten i. H. v. 100 € entstehen ließ.

Das Inkassounternehmen ist seriöser als üblich, man räumte mir 4 Wochen für die interne Einigung mit Tchibo ein. Bin dankbar für jeden (rechtlichen) Rat, der diese Kosten reduzieren könnte.

Antwort
von franneck1989, 35

Ist denn jetzt noch ein Betrag beim Gläubiger offen? Falls ja, dann bezahl den zzlg. einer Pauschale von 2,50 direkt und zweckgebunden an den Gläubiger (Tchibo).

Das Inkassobüro brauchst du nicht zu bezahlen, da deren Gebühren nicht durchsetzungsfähig sind. Auch würde ich hier in Frage stellen, ob du überhaupt zum Zeitpunkt der Einschaltung in Verzug warst.

Kommentar von Kinderwerkstatt ,

Ok, danke.

Der Gläubiger Tchibo hat den offenen Betrag an das Inkasso Unternehmen abgetreten. Blöd aber, dass ich jetzt nichts mehr dort bestellen kann (mir geht der Kaffee aus....).

Das Inkasso war sehr freundlich (kenn ich so nicht) und sagte, ich soll versuchen das zu klären. Anderenfalls erwarten sie von mir einen "Zahlungsvorschlag".

Ja, ich war wohl im Verzug. Der Betrag wurde am 07.01. an das Inkasso Unternehmen abgetreten. ich hatte zwar bereits im November gezahlt, aber ja irrtümlich an das falsche Tchibo Unternehmen.

Ich ärgere mich auch über diese blöde Panne, aber 100 € will ich dafür auch nicht zahlen. Jedenfalls nicht, solange die mir von Tchibo mobil nicht erklären können, was die mit meinem Geld gemacht haben.

Aber das sind eben jetzt 2 Probleme. Das Inkassoproblem bei Tchibo GmbH und das Problem über den genauen Verbleib des Betrages bei Tchibo mobil.

Kommentar von franneck1989 ,

Wenn es tatsächlich eine Abtretung geben sollte (halte ich für äußerst unwahrscheinlich), wäre die Forderung nach Inkassogebühren grob rechtswidrig. Ich vermute, dass es nur eine Beauftragung ist und der Gläubiger weiterhin Tchibo ist. BTW: Vielleicht eine gute Gelegenheit, auf vernünftigen Kaffee umzustellen

Antwort
von Bitterkraut, 36

Du nimmst Hinweis-Sms von Tchibo icht ernst und jetzt beklagst du dich? Nein, die müssen das eld nicht von sich aus zurücküberweisen. klar, daß die das verrechnen. Die müssen nicht dein Buchhaltungschaos bereinigen, das mußt du selbst tun. Und natürlich ist eine interne Umbuchung zwischen 2 Unternehmen nicht möglich.

Kommentar von Kinderwerkstatt ,

Sorrys, aber die sms hab eja nicht ICH gekriegt, sondern mein Sohn, der die sim-Karte nutzt! Nein, ich kontrolliere nicht dauernd die eingehenden sms auf dem handy meines Sohnes, der sie vermutlich nicht für soooo wichtig hielt.

Ich habe auch kein Buchhaltungschaos, mir ist nur ein Versehen passiert!
Sind Sie Mister Perfect? Na klar, selbstverständlich.....Blöd von mir zu fragen.

Ich habe auch nicht angezweifelt, dass eine Umbuchung nicht möglich ist, aber ich wusste nicht, dass es sich um getrennte Unternehmen handelt, wenn beide "Tchibo" heissen....Ok, wieder was gelernt!

Und bitte sag mir mal, womit die mein Geld verrechnen, wenn keine Rechnung offen war???? Und wieso dürfen sie das Geld dann trotzdem behalten? Wo ist Deine Quelle dafür?

Sorry, aber ich reg mich grad ein klein bißchen auf, weil meine Beschreibung nicht richtig gelesen wird, dadurch nicht vertsanden wird und mir dann einfach unterschwellig unterstellt wird, dass ich ein Idiot bin...
Nein, bin ich nicht. Hab meine Geschäfte sonst gut im Griff und bezahle meine Rechnungen. Bin auch kein "Schmarotzer", sehe nur nicht ein für jeden Mist horrende Gebühren zu zahlen und war bei manchen Forderngen schon erfolgreich damit.

Antwort
von gast34, 37

Hmm, schwierige Sache. Eigentlich dürften sie das nicht, sie haben immerhin keinerlei Dienstleistung dafür geboten.
Am besten berätst du dich mit einem Anwalt, der wird dir mehr sagen können.

Kommentar von Kinderwerkstatt ,

Den Anwalt wegen 100 € zu beanspruchen, wollte ich gern vermeiden. Erfahrungsgemäß haben die keinen Bock, weil es nix zu verdienen gibt und raten einem, einfach zu zahlen.

Ich sehe das aber nicht ganz ein.

Ich hab zwar einen Fehler gemacht, hab aber irgendwie das Gefühl, dass eine SMS als Hinweis auf fehlerhafte Buchungen nicht zwingend ausreichen könnte. Abgesehen davon hab ICH die SMS ja nicht mal bekommen, sondern mein Sohn, ich bin nur der Vertragsnehmer der Mobilnummer und ich denke, mein Sohn (14) hat die schlicht ignoriert oder übersehen.

Eine Email oder Brief wäre eindeutiger gewesen und die schicken sie ja regelmäßig als Werbung und Vertragshinweise....

Kommentar von AalFred2 ,

Wenn du denen ungefragt Geld überweist, müssen die dich auf gar nichts hinweisen. Die SMS waren schon mehr als nötig.

Kommentar von gast34 ,

Ja, das stimmt.
Die Telekom schickt zum Beispiel eine SMS und einen Brief.

Vielleicht kannst du ja auch eine Einigung mit dem Unternehmen treffen. Verbinde dich mit der Rechtsabteilung und sage, du möchtest einen Kompromiss finden, um das Missverständnis aus dem Weg zu räumen. Du wirst wohl auch noch was zahlen müssen, aber vielleicht reicht ein Bruchteil.

Kommentar von Kinderwerkstatt ,

Genau sowas hatte ich mir vorgestellt. Wenn ich jetzt sage, ich zahl 20 € drauf an Tchibo GmbH und gut, dann wäre das für mich schon ok. Aber die mucken sich überhaupt nicht bzgl. einer gütlichen Lösung. Es kommt immer nur "Bitte wenden Sie sich an das Inkasso Unternehmen". Naja, und da warte ich gerade auf eine Antwort.

Und trotzdem finde ich, müsste mir Tchibo Mobil schon sagen können, was sie mit meinem Geld gemacht haben. Ich kann das jetzt nicht mehr überprüfen nach so langer Zeit, weil die Abrechnungsdaten im online Kundenaccount nach 90 Tagen gelöscht werden. Die haben also im November Geld gekriegt, obwohl alle Rechnungen bei denen bezahlt waren und seitdem keine Verbindungen mehr stattgefunden haben. Ich weiß also nicht, was dann 45 € gekostet hat....

Kommentar von gast34 ,

Aber grade Inkassounternehmen gehen auf solche Angebote ein, weil es schneller geht und günstiger ist, als jedes Verfahren.
Da wird es sicher eine Einigung geben!

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