Frage von stylewarz, 83

Ist das Einatmen eines Reinigungsmittels aus Natriumhydroxid, Phosphonobutan und Kaliumhydroxid gesundheitsschädlich?

Hallo,

3D-Druckteile werden in einem 60° warmen Reinigungsbecken mithilfe Ultraschalls von einer Stützmasse (ein wasserlöslicher Kunststoff) gelöst. Das Reinigungsmittel ist eine Chemikalie, zehnfach verdünnt mit Wasser. Die Chemikalie enthält:

  • Natriumhydroxid

  • 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure

  • Kaliumhydroxid

Beim Einatmen des Reinigungsmittels, z.B. beim Öffnen des Beckens oder beim Abblasen der Druckteile, bekommt man schwer Luft und Hustenreiz. Kann uns jemand sagen ob das Gesundheitsschädlich ist?

Vielen Dank & Gruß

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Antwort
von Peter242, 37

Bei solchen Fragen, bietet sich ein Blick in das Sicherheitsdatenblatt an. Entweder liegt es bei der Lieferung des Reinigungsmittel bei, lässt sich beim Lieferatnen anfordern oder (so wie ich es mal gemacht habe) im Internet finden.

Ich Vermute jetzt mal, dass es sich um SUT Clean 1 handelt (Handelsname) und hier wäre das Sicherheitsdatenblatt dazu:

http://www.schmitt-ultraschall.de/\_downloads/Manuals/Sicherheitsdatenblatt\_SUT...

Daraus kannst du folgendes entnehmen:

Das Reinigungsmittel ist als akut toxisch (Oral), Ätzend (Kat 1A) und Korrrosiv für Metalle eingestuft worden. Da steht erstmal nichts von Toxizität beim einatmen.

Unter Punkt 2.2 findest du die H- und P-Sätze. Dort findet sich auch der P-Satz 261/262 nicht (nicht einatmen).

Bei den Erste Hilfe Maßnahmen steht quasi nur der Standartspruch "beim Einatmen an die Frische Luft, beim Atemstillstand beatmen" (ach nee :D)

Bei Schutzausrüstung steht "Können in Ausnahmesituationen die Arbeitsplatzgrenzwerte nicht eingehalten werden, so sollte nur kurzzeitig ein geeignetes Atemschutzgerät getragen werden...." Das halte ich bei euren Mengen allerdings für nicht nötig (weiß aber den Arbeitsplatzgrenzwert nicht und eure Bedingungen nicht).

Interessant wird es bei Punkt 11. :

Natriumhydroxid:

Einatmen kann Schmerzen in den Atemwegen, Niesen, Hustenund Behinderung beim Atmen verursachen. Gefahr vonLungenödem bei hohen Konzentrationen.


lange Rede kurzer Sinn. M. E. ist das nicht gesundhaltschädlich, aber sicher auch nicht geeignet seine Erkältung damit zu behandeln ;)

Versucht einfach die Dämpfe nicht einzuatmen, lüftet ein wenig und gut ist.

Aber lest euch doch einfach in Ruhe mal das Datenblatt durch =)


Antwort
von ArchEnema, 30

Die Giftigkeit ist tatsächlich eher gering. Aber das Zeug ist hochgradig ätzend. Jeder einzelne der drei Bestandteile!

Einatmen ist somit echt keine gute Idee...

Sicherheitsdatenblatt zu so nem ähnlichen Zeug (ohne Kaliumhydroxid): http://www.kic-krones.com/media/downloads/SDB\_IC1002\_0903287806\_0903287985\_0...

"Verursacht Verätzungen."

"Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden."

Kommentar von ArchEnema ,

"stark alkalisch"

"Dämpfe/Aerosole nicht einatmen."

"Atemschutz bei hohen Konzentrationen"


"Kann Reizung des Atemtrakts verursachen.
Einatmen verursacht anhaltenden Husten, Atembeschwerden."

usw.

Datenblätter lesen hilft. :D

Kommentar von Peter242 ,
2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure

ist nicht wirklich "hochgradig ätzend" (was du vermutlich auf den Menschen bezogen hast), sonder hat lediglich den HSatz 290 "Kann gegenüber Metallen korrosiv sein."

Will nicht klugscheißen, sondern nur korrigieren. Aber in allem anderen hast du natürlich Recht =)

Kommentar von ArchEnema ,

Passt schon. Ist halt trotzdem was, was man nicht ins Auge (oder die Lunge) kriegen will. ;-)

Antwort
von Marcel89GE, 39

Ehm. Das Gesundheitsministerium fordert sogar Natriumhydroxid,2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure, Kaliumhydroxid täglich mehrere Stunden am Stück zu inhalieren.

Spaß bei Seite.

Ich weiß nicht ob man nach zwei Tagen tot umfällt. Vermutlich nicht. Gesundheitsfördernd ist es aber garantiert nicht. Solltet Ihr/Du öfter als einmal in der Woche diese Dämpfen ausgesetzt sein (am besten einfach immer) empfehle ich euch eindringlich eine Atemschutzmaske zu tragen oder verdammt gut lüften. Eine ABC-Maske wird es vermutlich nicht sein müssen, aber ein Standardteil aus dem Chemiebaukasten sollte man nutzen.

Antwort
von tuedelbuex, 36

Beim Einatmen des Reinigungsmittels, z.B. beim Öffnen des Beckens oder beim Abblasen der Druckteile, bekommt man schwer Luft und Hustenreiz. 

Wenn es sich schon so deutlich bemerkbar macht, führt "man" solche Tätigkeiten generell mit Atemschutz aus! Sollte im übrigen auch auf den Behältnissen dieses Mittels, bzw. dem dazugehörigem "Arbeitsblatt" vermerkt sein......dessen Lektüre vor Arbeitsbeginn mit chemischen Stoffen selbstverständlich sein sollte....

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