Frage von rosepetals, 130

Ist das bedingungslose Grundeinkommen ein (fernes) Zukunftsmodell für Deutschland?

Kann das bedingungslose Grundeinkommen in einem Land mit 80 Millionen Menschen funktionieren? Was muss Deutschland vorraussetzen, damit es so etwas ermöglicht? Oder ist das bedingungslose Grundeinkommen ein unmögliches Ziel für ein Land? Profitieren in Wirklichkeit weniger Menschen davon, als man annimmt?

Antwort
von Interesierter, 61

Das BGE ist ein Irrweg. Es suggeriert Absicherung für alle. Weiter suggeriert es, jeder könne davon profitieren.

Grundsätzlich aber musst du bedenken, dass das BGE nichts schafft sondern nur umverteilt. Folglich muss irgendwer für die bedingungslose Alimentierung jedes Einzelnen aufkommen. Wer soll das sein? Wo soll er das Geld hernehmen? 

Selbst wenn die Systeme von Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, Kindergeld und Rente gebündelt würden, wäre durch die Bedingungsfeindlichkeit mit hohen Mehrkosten und gewaltigen Steuerausfällen zu rechnen, was das System letztlich zum Scheitern bringt.

Antwort
von Ranzino, 73

Nicht in D.  Irgendjemand muss es ja erarbeiten und je nachdem, wieviele Leute die Hand einfach so aufhalten wollen, fällt die Sache schnell in sich zusammen.

Für das Grundeinkommen, was die Schweiz letztens abgelehnt hat, würde man in D glatt morden. Wir müssten den Mindestlohn mehr als verdoppeln, um überhaupt noch einen Anreiz zu geben, sich anzustrengen.  Grundeinkommen ist nämlich netto und um ca. 2500 € zu bekommen, braucht es schon ein tolles Brutto.

Antwort
von quantthomas, 45

Diese Utopisten können doch ihr wahnsinniges Gesellschaft-Model, auf einer dünnbesiedelten Insel, doch seelenruhig ausprobieren. 

Dann können diese Scheibtischtäter, zur Abwechslung mal konkrete Fakten liefern. 

Die EU finanziert das allererste Monatsgehalt und dann kann es los gehen. 

Antwort
von Pudelcolada, 49

Ich bin sehr dafür, denn es würde m.M.n. zu einer anderen Sicht auf Arbeit führen: Weg von "notwendigem Übel" und "Tretmühle", dafür hin zu "sinnvoller und selbstgewählter Beschäftigung".

Über kurz oder lang muss es sowieso zu einer Umverteilung von Arbeitszeiten kommen, denn wenn die Automatisierung von Arbeitsschritten in allen Bereichen weiter so vorangetrieben wird, wird die Zeit kontinuierlich sinken, die der Einzelne statistisch für Arbeit aufbringen muss.
Das bedeutet, dass die deutsche Gesellschaft sich von dem Konzept der Vollzeitarbeit verabschieden kann und auch muss.
In Schweden z.B. sinkt die nötige Wochenarbeitszeit seit Jahren, viele Schweden arbeiten nur noch 30 Std/Woche und leben nicht schlechter dabei.

Der Vorteil wäre, dass die Gesellschaft nicht mehr in Arbeitende und Arbeitslose aufgeteilt werden würde, ein Konflikt, der sich m.M.n. in den nächsten Jahren stark verschärfen wird.
Konkurrenzkämpfe und "Sozialneid" würden ausgehebelt, eine neue Form von Solidargemeinschaft könnte entstehen.

Das Geschrei, niemand mehr würde dann arbeiten, kann ich nicht nachvollziehen, denn ein BGE bedeutet ja nicht, dass niemand mehr zu arbeiten braucht.
BGE bedeutet nur, dass jedem Bürger ein menschenwürdiges Dasein gesichert wird, anders als die unsägliche Hartz IV-Regelung, die allein auf Zwang und Bedürftigkeitsprüfung basiert.
Auf diese Weise wird nicht ein Mensch schneller oder erfolgreich in Arbeit gebracht, dafür aber wird ihm seine Würde genommen, weil er sich als Bittsteller, als sozialer Verlierer fühlen muss.

Ein BGE würde also jedem Bürger ein würdiges Leben in Selbstachtung erlauben, mehr nicht.
Kein Häuschen im Grünen, keine Yacht im Mittelmeer.
Bezogen auf die jetzige Auszahlungssumme Hartz IV würde das also bedeuten, dass die Nachweispflicht wegfallen würde.
Jeder Bürger wäre ausnahmslos zugleich "Hartz IV-Bezieher" (also bezogen auf das Beispiel wäre er Bezieher eines BGE in Höhe des jetzigen Hartz IV-Betrages), und auf diesen Sockelbetrag würde ein Monatsgehalt im Falle der Berufstätigkeit drauf gezahlt, natürlich um den Sockelbetrag des BGE verringert.
Ein, sagen wir, Angestellter mit 2000,- netto würde also genausoviel verdienen wie jetzt, nur dass (auf der Rechengrundlage von Hartz IV) rund 1000,- davon das BGE wären, der Rest von 1000,- wäre sein Gehalt.

Das wiederum hieße, dass die Sozialabgaben von Betrieben in dem Maß steigen würden, wie ihre Gehaltskosten sinken.

Das ist aber nur eines von mehreren Modellen zur Finanzierung, und auch das ist hier nur angeschnitten und stark vereinfacht.

Kommentar von Interesierter ,

Damit würdest du gerade bildungsferne Schichten in die Daueralimentierung verbannen.

Bedenke, dass jede Form von Abhängigkeit die persönliche Freiheit einschränkt.

Gerade dann, wenn sich deine Prophezeiung von sinkenden Arbeitnehmer zahlen bewahrheitet, bricht die Finanzierung des BGE zusammen. Eine wachsende Zahl von Empfängern müsste von einer schrumpfenden Zahl von Zahlern versorgt werden. Das Ende dieses Systems wäre unausweichlich.

Kommentar von Pudelcolada ,

Ich gehe davon aus, dass der Wegfall dauerhafter und ständiger Existenzangst in Verbindung mit der Möglichkeit sozialer Teilhabe zu einem Rückgang der Anzahl bildungsferner Gesellschaftsanteile führen wird.

Und ein BGE sehe ich nicht als Form von Abhängigkeit, sondern als Aufwertung des Einzelnen dadurch, dass er von seinem ökonomischen Wert entkoppelt wird.

Zu den sinkenden Zahlen von notwendigen Wochenarbeitsstunden:
Gleichzeitig steigen ja seit Jahrzehnten Produktivität/Std und auch der nötige Ausbildungsstand, dadurch gewinnt jede Arbeitsstunde an Wert.

Allerdings gebe ich Dir insofern recht, als die Einführung eines BGE einen nie dagewesenen Bruch mit einigen sozialen Normen und Konventionen bedeuten würde.
Sie müsste also nicht nur sehr gut vorbereitet und kommuniziert, sondern auch inhaltlich begleitet werden, damit es nicht zu (gezielten) Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommt.

Denn es geht dabei nicht nur um eine Umverteilung von Arbeitszeit, sondern um ein andersartiges Verständnis von Arbeit als solcher.
Während momentan Arbeit als ökonomische Zwangshandlung wahrgenommen wird, würde dann ihre Notwendigkeit als soziale Handlung ebenso wichtig.
Das setzt voraus, dass der einzelne Mensch sich als soziales Wesen begreift, das nur in Kooperation mit anderen existieren kann.

Ich argumentiere also nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftspolitisch, aber nicht träumerisch (ich weiß, das unterstellst Du mir nicht).
Du hast völlig recht mit Deinen Bedenken, und überhastet oder unbegleitet eingeführt würde ein solches gesamtgesellschaftliches Konzept in einer Katastrophe enden, das denke ich auch.

Kommentar von rosepetals ,
  • Konkurrenzkämpfe und "Sozialneid" würden ausgehebelt, eine neue Form von Solidargemeinschaft könnte entstehen.
  • BGE bedeutet nur, dass jedem Bürger ein menschenwürdiges Dasein gesichert wird
  • Auf diese Weise wird nicht ein Mensch schneller oder erfolgreich in Arbeit gebracht, dafür aber wird ihm seine Würde genommen, weil er sich als Bittsteller, als sozialer Verlierer fühlen muss.
  • Ein BGE würde also jedem Bürger ein würdiges Leben in Selbstachtung erlauben, mehr nicht.

Ich sehe hier vor allem eher soziale Motive, anstatt eine gute Argumentation die das BEG anführt. BEG ist nämlich ein wirtschaftliches Modell, keine Verhätschelung der menschlichen Würde.

Fakt ist nunmal, dass weniger Menschen arbeiten werden, beschäftigen sie sich mit Kunst/Sozialem oder dem Fernseher - je nach Person. Ein Problem wird die Güterversorgung sein. Oder die Senkung an Arbeitskräften, die in den niedrig bezahlten Berufsbereichen leben - die sie vor dem BEG über Wasser hielten. Und vor allem die Finanzierung des BEGs.

Es ist definitiv eine Sache des Menschenbildes. Aber m.M.n. gibt es einige Menschen, die nach einer Party lieber den Montag sausen lassen, oder in die Natur gehen, anstatt an den Schreibtisch. Und wieso solltest du arbeiten gehen, wenn all deine Kumpels Fußball schauen? Der Zufluss an Geld wird von den Menschen selbst gestoppt, die ihn erhalten.

Aber hier werden sich unsere Menschenbilder eher verzanken.

Kommentar von Pudelcolada ,

Selbstverständlich argumentiere ich auch sozial, bei diesem Thema geht es m.M.n. gar nicht anders. Auch, aber nicht nur, denn ich bin der festen Überzeugung, dass die wirtschaftliche Entwicklung ein Umdenken genauso zwingend erfordert wie die soziale.
Und nebenbei: "Verhätschelung" halte ich hier für ein unangebrachtes Wort...   ;o)

Was Du einen Fakt nennst, ist eine unbewiesene Behauptung und allein Deine Meinung. Ein Fakt, also eine Tatsache, kannst Du in diesem Zusammenhang überhaupt nicht ins Feld führen, denn es gibt keine Belege über die Auswirkungen eines BGE.

Zum letzten Absatz:
Solche Menschen gibt es doch auch jetzt zuhauf, sie melden sich am Montag krank, weil sie verkatert... äh... magenverstimmt sind, sie melden sich am Freitag krank, weil sie woran auch immer leiden, tatsächlich aber schnell Grillkohle kaufen und dann zur Familie fahren.

Und warum ich arbeiten sollte, während meine Kumpels Fußball schauen?
Weil ich es jetzt auch tue, ganz einfach.
Meine Arbeit erfüllt mich mit Freude und Stolz, ich halte sie für sinnvoll und nötig, deswegen würde ich sie auch ohne ökonomischen Zwang leisten. So halte ich es, seit ich meinen ursprünglichen Lehrberuf hinter mir gelassen habe, dafür verzichte ich gerne auf Reichtümer.

PS: Soziale Motive halte ich für eine gute Argumentation.

Kommentar von Pudelcolada ,

Oh, und bevor es zu Verstimmungen kommt:
Auch ich argumentiere auf der Grundlage von Vermutungen und meiner eigenen Meinung!
*shakehands*

Antwort
von voayager, 26

In abgespeckter Form, sofern eine fortschrittliche Regierung am Ruder ist und insofern noch immer Arbeitslosigkeit besteht, wovon auszugehen ist.

Antwort
von Juli277di, 19

Nein,

Die grundsätzlicheBegründung eines BGE wird darin gesehen, dass es jedem Menschen ermögliche, einmenschenwürdiges Leben zu führen (gesicherte Existenzminimum). Das BGEschaffe die Voraussetzung zur individuellenFreiheit zur Selbstverwirklichung (Konkurrenzdruck wird abgebaut) auch mitTätigkeiten, die nicht als Erwerbsarbeit entlohnt werden. Das BGE fördere nichtnur die Emanzipation und Unabhängigkeit von Frauen, sondern viele Bürger hättendurch die Einführung eines BGEs mehr Zeitund finanzielle Möglichkeiten sich intensiver mit politischen Themenauseinanderzusetzen, aktiv zu werden und somit an einer lebendigen Demokratiezu partizipieren. Eigene Interessen,Talente Stärken kann man entfalten. Ein bedingungsloses Grundeinkommenwürde nach den Gesetzen freier Märkte dazu führen, dass bisher schlechtbezahlte, aber notwendige Arbeit besserbezahlt, attraktiver gestaltet oder durch automatisierte Prozesse ersetztwerde (Niedriglohnsektor wird zerstört).Für notwendige oder weithin gewünschte Arbeiten würden zwangsläufigansprechende und lohnende Arbeitsverhältnisse geschaffen werden und fürausreichend attraktive beziehungsweise lukrativeArbeitsangebote fänden sich im Mittel und mittelfristig immer genugArbeitswillige. Folge wäre demnach ein Arbeitsmarkt, der sich an Angebot undNachfrage orientiert, den es in unserer heutigen Marktwirtschaft wegen des Arbeitszwanges allerdings nicht gebe. VieleKosten durch die derzeitige Bürokratiesomit wegfallend (Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Rente,Ausbildungsförderung, Kindergeld und ähnliche Sozialleistungen würdenschrittweise ersetzt und letztendlich wegfallen) und Kosten würden zum Beispielin die Finanzierung des Sozialstaates oder anderer Staatsaufgaben investiertwerden. Steuersystem ist damit zusätzlichvereinfacht. Die Schere zwischen Arm und Reich verkleinert sich.

Das Grundeinkommen soll nicht das Nichtstun belohnen,sondern Menschen von dem Zwang befreien,Dinge tun zu müssen, die sie nicht wollen.

LG Julian

Kommentar von Pudelcolada ,

Sag mal, sollte Deine Antwort nicht eigentlich mit einem "Ja" beginnen...?
Oder ist alles, was Du schreibst, tatsächlich eine Begründung gegen das BGE?

;o)

Antwort
von lesterb42, 24

Bedingungsloses Grundeinkommen. Ja, aber auf niedrigem Niveau. Wir lassen niemanden verhungern aber eigene Wohnung, Flachbildschirm und Smartfon auf Kosten der Allgemeinheit lehne ich ab. Wer mehr will, als das nackte Überleben, muss arbeiten gehen oder sich anderweitig selbst kümmern.

Kommentar von Pudelcolada ,

Das wäre dann auf niedrigerem Niveau als Hartz IV, meinst Du das so, oder verstehe ich Dich gerade falsch?

Kommentar von lesterb42 ,

Eine Bedarfsprüfung würde entfallen. Geldleistungen aber auch. Früher gab es Armenhäuser und Armenspeisungen. Das ist nicht erstrebenswert, aber wer mehr will, muss sich anstrengen. Früher gab es für die Leute, die unverschuldet in Not geraten sind, eine Bettelerlaubnis. Soweit sollten wir nicht zurückgehen.

Antwort
von archibaldesel, 36

Wir schaffen es nicht einmal, die Zukünftigen Renten zu finanzieren, wie soll da ein bedingungsloses Grundeinkommen für jedermann finanziert werden?

Antwort
von atzef, 44

Das "bedingungslose Grundeinkommen" ist schlichter Quatsch, kann nicht funktionieren und wird ja auch nicht ohne Grund nirgendwo auf der Welt praktiziert.

Seine Voraussetzung ist immer, dass die überdeutliche Mehrheit der Gesellschaft es mit hohen Steuern finanziert. Warum sollte die das "bedingungslos" tun?

Kommentar von Pudelcolada ,

Im Prinzip geht es um zwei Dinge:

  1. Die Umkehrung der Nachweispflicht (Bedingungslosigkeit):

    Momentan muss ein Bürger, der die Grundsicherung beantragt, seine Bedürftigkeit nachweisen. Genauso wäre aber denkbar, dass die Verwaltungssbehörde im Falle der Leistungsverweigerung diese begründen und auch den Nachweis für die Begründung erbringen muss.
  2. Die Einbeziehung aller Bürger (Grundeinkommen):

    Würde jedem Bürger eine Grundsicherung ausbezahlt, um die dann selbstverständlich die Lohn- und Gehaltszahlung reduziert würde, wären die jetzigen Bezieher von Hartz IV von ihrem sozialen Stigma befreit.


Letztendlich ist der m.M.n. einzig strittige Punkt die Höhe eines BGE, nicht sein Sinngehalt.
Nicht zuletzt, weil ja grundsätzlich ähnliche Gedanken schon im geltenden Recht verankert sind, z.B. das Kindergeld: Du bekommst ein Kind, erbringst über seine Geburt den Nachweis, beantragst Kindergeld, fertig.
Und genauso funktioniert ein BGE, so what?

Kommentar von atzef ,

Kindergeld wird nicht bedingungslos gewährt, sondern ist eben an die Bedingung der Unterhaltsverpflichtung für eigene Kinder gekoppelt.

ALG 2 ist tatsächlich an die Bedingung des Bedürftigkeitsnachweises gekoppelt.Warum sollte man davon abweichen? Bedürftigen würde das keinerlei Vorteil bringen, lediglich Menschen, die nicht arbeiten wollen. Aber warum sollte man deren persönliche Entscheidung zur Faulpelzerei alimentieren? Politisch ist solch ein schräger Blödsinn nicht mehrheitsfähig, wie unlängst die Schweiz demonstriert hat.

Niemand würde von einem sozialen Stigma befreit werden. Allenfalls wäre eine drastische Zunahme der sozialen und gesellschaftlichen Stigmatisierung durch die Bedingungslosigkeit realistisch.

Kommentar von Pudelcolada ,

Lass gut sein.
Wir haben verschiedene Sichtweisen, und ich kann das so stehenlassen.

Ich verstehe nur nicht, warum Du Dich so echauffierst und kurz davor stehst, persönlich zu werden?
In Deinen Beiträgen zu anderen Themen empfinde ich Dich immer als sehr sachlich, in diesem Thread dagegen wirkst Du ungewohnt dünnhäutig. Das finde ich schade.

Antwort
von CodeExtreme, 58

Hallo,

ich halte das System soziale Marktwirtschaft für ein sehr gutes, da es an die tatsächliche Realität angepasst ist.

Die Einkommensschichten sind in der Regel Normalverteilt. Das heißt es gibt viele Leute mit mittlerem Einkommen, einige mit hohem und einige mehr mit niedrigem.
Um Leute mit Behinderung oder Krankheiten nicht links liegen zu lassen gibt es Soziale Gelder die überwiegend von denen gezahlt werden die tendenziell viel verdienen. Somit findet eine Umverteilung mit dem Ziel Chancengleichheit statt.
Niemand muss hungern oder auf der Straße leben, der nicht anders kann.

Dass es funktioniert steht außer Frage.

Bei dem bedingungslosen Grundeinkommen stört das bedingungslose.
Der Wert einer Person in einer Gesellschaft ergibt sich meiner Meinung nach durch seinen Nutzen für diese. Wer nichts nutzt hat auch nichts zu erwarten.

Kommentar von Pudelcolada ,

Mit Deinem ersten Satz kann ich so gar nichts anfangen und halte ihn für leere Phrasendreschrei, sorry.

Zum zweiten Absatz:
Eine naturwissenschaftliche Argumentation wie die Gauß'sche Verteilungskurve in soziale Diskussionen einzubringen halte ich für den falschen Weg, denn der Mensch ist in der Lage, seine Lebensverhältnisse bewusst zu beeinflussen.
Also kann ein solches Arguemnt wie Deines hier nicht greifen.

Außerdem argumentierst Du auch sachlich falsch:
Auf den Einzelnen bezogen ist die Summe der Sozialabgaben natürlich mit steigendem Einkommen höher, das ist richtig.
In Bezug auf den absoluten Beitrag sämtlicher Einzahlenden wird die Hauptlast aber von Mittel- und Niedrigverdienenden gestemmt, vor allem, wenn Du in das Steuer- und Abgabeaufkommen die Mehrwertsteuer einbeziehst.

"Dass es funktioniert steht außer Frage."

Noch funktioniert es, noch! Und auch das mehr schlecht als recht.
Das liegt nicht an einzelnen Gesellschaftsschichten, sondern daran, dass der Gesamtanteil der nötigen Wochenstunden beständig sinkt.
Die Automation kann Fluch sein oder auch Segen:
Fluch, wenn die vorhandene Arbeit nicht gerechter verteilt wird.
Noch ist davon nicht soviel zu spüren, aber es wird zum thema werden, dass wenige Berufstätige in Vollzeit immer mehr Überstunden ableisten, während andere händeringend eine Beschäftigung suchen.
Segen, weil eine sinkende Wochenarbeitszeit die Chance bietet, durch ein besseres Zeitmanagement für eine Entlastung und Einbeziehung möglichst vieler zu sorgen.

Der letzte Absatz Deiner Antwort steht in krassem Widerspruch zur Idee eines Sozialstaates. Konsequent zu Ende gedacht spiegelt Deine Aussage ein calvinistisches Weltbild und einen bedingungslosen Konkurrenzkampf der Menschen gegeneinander.
Rentner und chronisch Kranke etwa "nutzen" rein gar nichts, Kinder ebensowenig, denn Du misst hier den Wert eines Menschen auf rein ökonomischer Basis.
Die Ökonomisierung des Menschen vor dem Hintergrund von Gewinnmaximierung und endloser Produktions- und Produktivitätssteigerbarkeit halte ich aber für einen katastrophalen Irrweg, da er eine soziale Ungleichheit als naturgesetzlich annimmt.

Kommentar von CodeExtreme ,
  1. In der Grundidee sind wir absolut beieinander, besonders was Ihren letzten Satz betrifft. Wenn Sie mich nicht so dumm von der Seite angemacht hätten könnten wir gute Freunde sein :D

    Jedoch unterstellen Sie mir Dinge und gehen dabei äußerst schlampig vor:


    1. Der erste Satz hat die Aussage, dass die soziale Marktwirtschaft die Bedürfnisse der begehrenden Menschen bestmöglich befriedigen kann. Nennen Sie mir ein besseres funktionierendes System?
    2. Nur weil SIE eine Normalverteilung nicht für anwendbar halten ist mein Argument noch lange nicht entkräftet. Die Mehrheit der Leute die sich damit befassen sieht das anders als Sie.
    3. Sie haben absolut Recht, in Deutschland besteht ein Missverhältnis was die Zahlung der Sozialabgaben angeht. Ich jedoch schrieb vom System Soziale Marktwirtschaft und nicht von Deutschland. Daher in meiner Antwort auch kein einziges Mal Deutschland erwähnt worden.
    4. Wo Sie persönlich Gefahren für das System sehen ist mir egal
    5. Stimmt, ich hätte mich anders ausdrücken sollen. Gemeint ist selbstverständlich, dass der Rest der Leute die eben nicht bedürftig sind nach dem Satz bewertet werden sollen.

      Ich sehe kein Problem darin einen Arbeitslosen als nutzlos zu bezeichnen. Anders wenn er Seine kranken Eltern oder Kinder pflegt, ein Ehrenamt begleitet o. Ä. ist das große Arbeit!

      Ich rede von Langzeitarbeitslosen die können aber nicht wollen.
      Solche strengen sich nicht für andere an, warum sollten andere sich also für sie anstrengen?


  2. Ergebnis: Nächstes mal überlegen Sie bitte länger bevor Sie Ihre schlechte Laune irgendwo auslassen.

          
Gruß
Merlin

Kommentar von Pudelcolada ,

Vorweg: Es lag mir fern, beleidigend oder verletzend zu wirken.
Dass mein Ton so angekommen ist, tut mir leid, das war nicht meine Absicht.
Und ich habe überhaupt keine schlechte Laune, im Gegenteil!

2 a.
Der erste Satz Deiner Antwort drückt in keiner Weise das aus, was Du in Deinem Kommentar dazu erläuterst. So stimme ich zu, solange wir die momentan existierenden Systeme vergleichen.

2 b.
Die Gauß'sche Verteilungskurve ist deshalb nicht auf soziale Prozesse anwendbar, weil diese bewusst beeinflussbar sind. So existieren durchaus Gesellschaften, die dieser Normalverteilung entgegenstehen. Naturgesetzliche Vorgänge mit Gesellschaftspolitik zu verflechten halte ich deshalb für sehr gefährlich, da diese Vorgehensweise von Sozialdarwinisten und Deterministen als Steilvorlage missverstanden und gezielt ausgenutzt werden kann.
Nur darum geht es mir.

2 c.
Auch ich habe Deutschland mit keinem Wort erwähnt.

2 d.
Schade. Ich dachte, auch auf dieser Grundlage erfolgt unser Austausch.

2 e.
M.M.n. stellt die Formulierung "Langzeitarbeitslose, die können, aber nicht wollen" eine Gesamtproblematik sehr einseitig und zu verkürzt dar. Ich denke, der Anteil von Menschen mit einer solchen Haltung ist an der Gesamtzahl der Arbeitslosen so unerheblich, dass er vernachlässigt werden kann.
Die große Schwierigkeit bei Langzeitarbeitslosen besteht doch nicht darin, eine Tätigkeit reizvoll zu gestalten, sondern in persönlichen Problemen wie Geringqualifikation und Desillusionierung. Dazu kommen häufig ein geringes Selbstwertgefühl und sogar Depressionen. Ich glaube, es ist nicht einfach, bei dauerhafter Arbeitslosigkeit den Kopf hoch zu halten, wenn der Wert eines Menschen allein auf seinen wirtschaftlichen Nutzen reduziert wird.

Kommentar von CodeExtreme ,

Dann unterliegen wir beiderseits einem Missverständnis. Aussprache ist immer hilfreich!

Schönen Sonntagabend
Merlin

Kommentar von Pudelcolada ,

War schon off...
Guten Start in die Woche!

Antwort
von michele1450, 66

nette Idee aber nicht umsetzt bar. wo kommt z.B. das geld dafür her?

Antwort
von Jokerfac3, 58

Meiner Meinung nach ist das bedingungslose Grundeinkommen völliger Unsinn, dann gäbe es noch viel mehr Menschen, die nicht arbeiten wollen und immer schön ihr Grundeinkommen kassieren. Das aktuelle Modell der sozialen Marktwirtschaft halte ich für die beste und gerechteste Lösung. 

Kommentar von Pudelcolada ,

Und woher bitte weißt Du so genau, wieviele Menschen zur Zeit nicht arbeiten wollen?

Antwort
von Schwizz, 44

Das wird nicht klappen wir Schweizer haben zum Glück deutlich nein gesagt

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