Frage von ManuTheMaiar, 92

Ist das Argument Gemeinwohl ein Verstoß gegen die individuellen Menschenrechte ist es vertretbar mit dieser Begründung Menschenrechte einzuschränken?

Das Wort Gemeinwohl war meiner Meinung nach bis heute eine scheinheilige Rechtfertigtung um Menschen durch Zwang den Willen anderen Menschen aufzudrängen, unter dem Deckmantel werden Homosexuelle verfolgt selbst hier in Deutschland bis vor etwa 30 Jahren, Menschen gezwungen ihr Leben für andere Menschen als Soldaten aufs Spiel zu setzen oder als Soldaten zu töten, Menschen durch Staaten enteignet wenn ihr Eigentum irgendwelchen politischen Interessen anderer Menschen im Weg steht, Cannabis verboten obwohl man sich damit nur selbst schadet und noch tausende Dinge mehr

Antwort
von MaxMuller, 6

Hallo ManuTheMaiar!

Ja zum Wohle der Gemeinschaft schränkt man die Rechte des Einzelnen ein. Ganz einfach.

Die Zivilisation die du siehst, in der du lebst, die wurde nicht erschaffen indem man faul herum saß, kiffte und tat wonach einem der Sinn stand. Sondern durch harte Arbeit, persönlicher Verzicht und Opferbereitschaft. 

Alles was wir heute haben wurde von vorherrigen Generationen im Schweiße ihres Angesichtes erarbeitet. Sie haben Opfer gebracht, sie haben ihre persönlichen Ziele zurückgesteckt damit ihre Kinder es einmal besser haben werden als sie selber.

Man hat Gesetze erlassen um den Menschen Ordnung und Sicherheit zu geben, um dem Staat die Möglichkeit zu geben die Gesellschaft zu schützen und zu bewahren. Krieg ist eine Konstante im Dasein des Menschen und im Dasein allgemein.  Wenn die eigene Gesellschaft durch äußere Feinde gefährdet wird, dann muss man nur einem Feigling dazu zwingen für die Verteidigung sein Leben zu risikieren.

Ich weiß nicht, welche Art von Staatsform du präferierst aber anscheinend ist es Anarchismus. Anarchismus hat nie existiert und wird nie existieren. Die Idee allein ist verrückt, weil sie denkt das alle Menschen gleich sind und das jeder machen kann was er will und das diese freie Entscheidungsmöglichkeit irgendwie dafür sorgt das alles weiter funktioniert oder neues entsteht, weil es irgendwie in seinem Interesse wäre.

Nun stell dir alle wollen nur noch kiffen, sich vollstopfen und sonst nichts machen. Was willst du da machen? Willst du für die arbeiten? Sollen andere für sie arbeiten? Aber wieso sollten sie? Staat-Nation-Volk existiert ja nicht, es gibt keinen Grund einem anderen zu helfen, außer man ist mit ihm Verwandt. Man kann sie auch nicht zwingen zu arbeiten, denn das wäre ja Unterdrückung.

Welches Interesse hätte ich nun also daran das ich diesen Menschen dabei helfe  ihren nutzlosen Lebenstil beizubehalten? Doch gar keinen. Das bringt mir keinen Nutzen, es hat überhaupt keinen Nutzen außer für sie. Also was würde passieren?

Entweder sie fangen zu arbeiten oder sie verhungern. Das ist auch Zwang, ziemlich primitiv, aber es ist Zwang und es funktioniert. Doch nun fangen diese Menschen an zu arbeiten und was passiert dann? Sie wollen nicht so viel arbeiten und bekommen dann nicht soviel Essen-Geld und sie wollen lieber Kiffen und nichts tun, dann kommen sie zu dir an und sagen "Das ist unfair. Ich bin ein freier Mensch, ich sollte nicht arbeiten müssen um zu leben" und das läuft daraufhinaus das du ihre Faulheit finanzieren sollst, es wäre nämlich unfreiheit wenn sei ja arbeiten müssten um zu überleben, sie sind ja nicht frei alles zutun was sie wollen.

Es gibt ja in deiner Gesellschaft weder Gott, noch Staat noch irgendwas anderes für das man arbeiten könnte das über einem selbst steht. Es geht dann nur um persönliche Bereicherung schlussendlich. Darum das man jeder Ausschweifung nachgehen kann, wie Homosexualität und Kiffen, ohne das man dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das man jedem Mist der einem im Kopf rumschwebt machen kann.

Du magst jetzt sagen. Ja aber ich arbeite für meinen nächsten! Jeder für jeden, ganz freiwillig. Ja freilich machen das manche, aber wenn man nicht arbeiten will oder nicht für andere arbeiten will? Dann stehste da mit leeren Händen, du kannst ihn nicht zwingen, schlussendlich musst du auf die brachiale Gewalt der Natur und des Überlebens vertrauen damit sie diese Menschen zur Ordnung ruft. Wahrlich ein Paradies.

Wahrscheinlich wird das ganze gekrönt von einer Art Dorfdemokratie in der man auf lokaler Ebene alles bestimmt und es aller höchstens eine regionale Ebene gibt auf der man größere Projekte durchführt. Was für ein Rückschritt in der Entwicklung der Menschheit wo wir es schon geschafft haben Staaten zu gründen , aber eins kann ich dir sagen.

Kiffen, Faulenzen und Homosexualität wird es in dieser Welt nicht geben, sondern harte Arbeit und Opferbereitschaft. Weil Menschen die hart arbeiten für das was sie haben, es nicht einfach verschenken und schon gar nicht dabei zuschauen wie irgendein Hippie die Früchte ihrer Arbeit genießt ohne auch nur einen Finger krumm gemacht zu haben. Solche Menschen sind die ersten die in der richtigen Anarchie rausgeworfen werden. Weil die Leute dann zusammenhalten, für das eigene Dorf, es geht ums überleben und da muss zusammenhalten. Da muss einer schon mal verzichten, da muss man schonmal raus in die Nacht und Wache stehen, falls das neidische Dorf was von uns haben will. Da ist nicht Friede, Freude Eierkuchen die menschliche Natur ist noch da. Neid und Habsucht sind immernoch vorhanden und irgendwer und irgendwas muss das verteidigen was man als Gruppe besitzt und wer Teil der Gruppe ist und die Vorteile genießt aber nicht dazu beitragen will das die Gruppe überlebt und ihren Besitz behält, der fliegt raus aber hochkant. 

Es wäre wirklich einfacherer, wenn du einfach akzeptierst das es kein Utopia für uns Menschen gibt, wir sind wie wir sind und wir sollten das Beste daraus machen, aber wir sollten nicht vergessen was und wer wir sind und das wir böses tun können. Ordnung und Hierarchie sind die Eckpfeiler der Zivilisation von der Antike bis jetzt. Sie auslöschen zu wollen, sie zu ersetzen zu wollen durch Nichts führt genau dahin ins Nichts. Dann geht es bloß noch ums fressen, aber nicht mehr um die Moral, weil man die Moral abgeschafft hat.

Dann kann jeder alles machen ohne irgendwelche Konsequenzen, aber es wird immer Menschen geben denen es nicht passt was andere machen, denen es nicht passt wen andere einfach tun und lassen was sie wollen ohne auf irgendwas Rücksicht zunehmen, die es nicht ertragen können wenn Unrecht und Ungerechtigkeit zur Norm werden, die einschreiten und dafür kämpfen würden das wieder Ordnung und Gerechtigkeit herrchen. Damit muss man rechnen, es gibt die, die dagegen sind. Und das lustige ist, wirklich, dass es dann darum geht wer ist bereit dafür zu sterben. Und ich kann mir nicht vorstellen das irgendein Kiffer dafür bereit ist für irgendwas zu sterben, Gewalt anzuwenden für seinen Glauben und auch Gegengewalt zu risikieren. Weil es mit dieser Mentaltität schlussendlich nur um das eigene Wohlbefinden geht, während die anderen für Ideen leben und auch sterben die über ihnen selbst stehen, die mehr sind als sie selbst und für es sich lohnt sein Leben zu risikieren.

In dem Sinne, denk deine Ansichten und Ideen mit aller Konsequenz bis zum Ende und versuch möglichst nicht "wünsch dir was" zu spielen, indem du dir die Welt und die Menschen bastelst wie sie dir gefallen.

MfG Müller

Antwort
von Grautvornix16, 2

Hi,- Die Antwort hast du im "Kategorischen Imperativ" als den logischen Kalkül, eines gesellschaftlichen Handlungsgefüges um das ebenso logische Argument der Menschenrechte als Naturrecht in eine Gesellschaftsordnung umzuformen. Hieraus ergeben sich menschliche Freiheit und legitime  (Selbst-) Beschränkung menschlichen Handelns als zwei Seiten derselben Gleichung ganz automatisch.

Gruß

Antwort
von berkersheim, 11

Mal knallhart: Es gibt keine individuellen Menschenrechte, wenn sie nicht in Gesellschaften nach Übereinstimmung der Individuen garantiert und durchgesetzt werden. Das gehört zu den frühesten Einsichten der Philosophie und Staatslehre, als es noch keine Großstaaten gab sondern die griechischen Stadtstaaten. Da war nach der direkten Todesstrafe die Verbannung die zweithöchste Strafe, weil Verbannte (außerhalb des Schutzes der Polis) kaum eine Chance des Überlebens hatten. Auf dem Weg in weiterentwickelte Staaten war immer das labile Verhältnis von Freiheit und Entwicklungsmöglichkeit des Individuums und die beschränkenden Notwendigkeiten einer gut organisierten Gesellschaft ein ständiges Problem. Wir haben derzeit einen links-grünen Mainstream, der die individuelle Freiheit als neoliberal diffamiert und wie heute morgen die Grünen-Vorsitzende den Nannystaat mit Vorschriften und Überwachung als Ausbund von Freiheit verkaufen will. Erst werden unter moralischem Gutmenschentum die Terroristen ins Land eingeladen und dann muss die Polizei aufgestock, die Bürgerrechte zu deren Sicherheit beschränkt usw. werden. Schon mal zur Kenntnis genommen, welche brutale Gewalt in den Slums der südamerikanischen Großstädte herrscht, wo selbst die Polizei entweder kein Sagen mehr hat oder korrupt eingebunden ist? Ich fürchte, Deine Vorstellung von Menschen ist etwas zu idealistisch geraten. Etwas mehr Realismus würde Dir gut tun.

Antwort
von Tessa1984, 2

man muss hier ganz klar zwischen gemeinwohl und wirtschaftlichen oder politischen intressen differenzieren.

wenn z.B. freiwillige feuerwehrleute per gesetz vom Dienst bei ihrem primären arbeitgeber entbunden werden, wenn ein Notruf eingeht, dann dient das sehr wohl dem allgemeinwohl.

oder wenn verfügt wird, dass einige Häuser für den Bau einer Schnellstraße geopfert werden. das kann man auch noch als Allgmeinwohl werten...

wenn aber ganze dörfer weggebaggert werden sollen, damit RWE an die Braunkohle kommt, die eigendlich nicht gebraucht wird, da das betreffende kraftwerk so wie so still gelegt werden soll, dann ist das EINDEUTIG am allgemeinwohl vorbei!

was den canabis angeht, da kann man geteilter meinung sein. ich möchte mich hier auch aus eigenen intressen lieber nicht äußern...

fakt ist aber wir sind scheinheilig. die langfristigen folgen des excensiven nikotin und alkholkonsumes duchaus den langfristigen folgen des übermässigen thc gnusses ebenwürdig...

lg, tessa

Antwort
von voayager, 4

Deine Frage zielt auf eine generelle Zustimmung oder Ablehnung, was wenig Sinn ergibt, denn es kommt allemal darauf an, um ws es ganz konkret geht. Das bloß Abstrakte, meist zudem mehr oder minder diffus, verliert sich oftmals in bloße Sentenzen moralsicher Art, mehr auch nicht.

Antwort
von MrBurner107, 19

Die Nationalsozialisten haben ihre Verbrechen gegen Juden, Homosexuelle, Zigeuner, Behinderte und andere von ihnen unerwünschten Gruppen auch unter dem Vorwand des Gemeinwohls begangen. Insofern hast du Recht. Das Gemeinwohl wird immer dann als Legitimation missbraucht, wenn es darum geht, eine oder mehrere Minderheiten systematisch und dauerhaft auszugrenzen, obwohl diese ja auch ein Teil der Allgemeinheit sind, man sie aber aus irgendwelchen erfundenen Gründen nicht dulden will.

Antwort
von Herb3472, 38

Eine schrankenlose Gesellschaft, die kein Gemeinwohl, keine Regeln und Grenzen kennt und in der jeder tun und lassen kann, was er will, würde in Anarchie enden und wäre zum Scheitern verurteilt.

Ohne Gemeinwohl gäbe es keine Straßen und Eisenbahnen, keine öffentlichen Verkehrsmittel, ja überhaupt keine öffentlichen Einrichtungen.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Anarchie bei längen kein Chaos sondern ein funktionierendes ausbalanciertes System ohne Staat, kann es sein das du Anomie also Chaos meinst ?

Kommentar von dsfihwhf ,

In deinem postkommunistischen, ideolgieverblendeten Anarcho-Hirn vielleicht, aber nicht in der Realität. 

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Ich finde es niedlich und süß das du es scheinbar notwendig hast mich zu beleidige, das sagt mir das dir die Argumente ausgegangen sind

Chaos durch ein Machtvakuum nennt man Anomie das ist als Wort so definiert und sobald eine Anarchie scheitert wäre sie keine Anarchie mehr sondern eine Anomie

Kommentar von PatrickLassan ,

Anarchie bei längen kein Chaos sondern ein funktionierendes ausbalanciertes System ohne Staat

In der Theorie. In der Praxis wird das nicht möglich sein.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Auch in der Anarchie gibt es Straßen und Eisenbahnen, Straßen könnten von freiwilligen Interessengemeinschaften errichtet werden und Eisenbahnen von Firmen die über die Tickets oder über Güterverkehr Geld verdienen wollen, öffentliche Einrichtungen gäbe es durch Vereine aber jeder hat die Alternative sie freiwillig nicht zu nutzen und dann auch nicht mit zu bezahlen

Kommentar von Herb3472 ,

Wenn das Individualwohl über dem Gemeinwohl stünde und z.B. Grundstückseigentümer ihre Grundstücke nicht für den Straßen- und Eisenbahnbau hergeben wollen, dann kann man dort keine Straßen und keine Eisenbahnen bauen. Und das war's dann, Du Traummännlein.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Dann muss die Straße eben woanders lang gehen es gibt genug Platz

Und das war's dann, Du Traummännlein

Hast du es als Diamant Fragant wirklich noch nötig mich hier auf die Art zu beleidigen, dem Neuling da oben nehm ich es nicht übel aber du bist Diamant ich bitte dich

Kommentar von Herb3472 ,

@ManuTheMaier: zu viel gekifft heute? Geh schlafen, ist gescheiter! Gute Nacht!

Kommentar von Herb3472 ,

@ManuTheMaier: es war und ist nicht meine Absicht, Dich zu beleidigen. Aber wenn Du solchen haarsträubenen Stuss verzapfst, muss ich annehmen, dass Du entweder grenzenlos naiv oder nicht im Vollbesitz Deiner geistigen Kräfte bist! Denn bezüglich Gemeinwohl und Wirtschaft hast Du offensichtlich von nichts eine Ahnung! Verkehrswegebau: wie sollten denn neue Verkehrswege erschlossen werden, wenn keine entsprechenden öffentlichen Flächen für eine durchgängige Trassierung zur Verfügung stehen? 100 Meter Straße, dann Privatgrundstück, dann wieder ein paar hundert Meter Straße bis zum nächsten Privatgrundstück - und dazwischen "Tempel Hüpfen", oder wie? Zumindest in Europa steht Grund und Boden nahezu flächendeckend in Privateigentum. Kannst ja einmal mit Hilfe von Google Maps versuchen, eine neue Autobahn quer durch Deutschland unter Umgehung von Privatgrundstücken zu planen. Viel Vergnügen!

Kommentar von Herb3472 ,

@PatrickLassan: "Anarchie" bedeutet per se "Herrschaftslosigkeit", vin einem funktionierenden ausbalancierten System ist dabei nicht die Rede. Und wie Du richtig sagst, wird das in der Praxis nicht möglich sein. es ist wie ein funktionierender Marxismus und Kommunismus eine irreale Utopie.

Antwort
von Koroso, 38

jain, Wenn jemand ansteckend krank ist. So sollte diese person zu wohl aller daheim bleiben, damit die restlichen nicht krank werden. LOGISCH. doch man wird dazu gebracht sogar mit 40 fieber auf arbeit zu gehen und begründet seine tat damit, dass man zum wohl aller (Kollegen) dennoch kommt um denen zu helfen.    Erklär mir doch dieses Phänomen.    Und nein ich hasse es das man menschen zwingt zu tun was die allgemeinheit für richtig hält.  doch machmal ist die allgemeinheit eben auch im recht.     alles liegt im winkel des betrachters, nicht wahr? ;p

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Wenn jemand ansteckend ist fängt er damit potentielle Gewalt gegen andere die er anstecken könnte an aber wo fängt jemand der friedlich den Wehrdienst verweigert Gewalt an nur weil er sich durch andere Menschen nicht zwingen lassen will ?

Kommentar von Koroso ,

wie gesagt situationsbedingt.... ich verstehe dich und bin mit dir einer meinung, doch unsere welt ist leider eine welt der konflikte und wir werden gezwungen uns den dümmsten konflikten zu stellen. sogar wenn wir da stehen und NEIN rufen. das ist leider die traurige wahrheit

Antwort
von josef050153, 1

Zum Wohl der Gemeinschaft dürfen individuelle Rechte eingeschränkt werden.

Oder meinst du, jeder sollte mit einem Sprengstoffgürtel herumlaufen dürfen?

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