Frage von 86imlih, 145

Ist das Abitur zum neuen Hauptschulabschluss verkommen?

Ich habe heute gelesen, dass über 50 Prozent eines Jahrgangs an einer Universität studieren Wie werden über 50 Prozent eines Jahrgangs zu einer Uni zugelassen, wo sie sich mit extrem komplizierten Inhalten auseinandersetzen müssen?

Sind überhaupt so viele Menschen in der Lage, den komplexen Lehrstoff zu verstehen?

Dank im Voraus

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 35

Zu allem, was bereits gesagt wurde, möchte ich noch einen Aspekt hinzufügen:

Ganz grundsätzlich kann man eine höhere Quote von Abiturienten und Studenten eingentlich nur begrüßen. Denn eines der Hauptprobleme am deutschen Bildungssystem ist - meiner Meinung nach - dessen Undurchlässigkeit gerade für Menschen mit nicht-akademischem Familienhintergrund.

Dass immer mehr junge Menschen ein Studium aufnehmen können, heißt letztlich, dass immer mehr Menschen die Chance zum sozialen Aufstieg haben. Die Arbeitswelt ist in den letzten Jahrzehnten in vielen Bereichen komplexer geworden und höhere Bildungsabschlüsse werden von Arbeitgebern auch öfter nachgefragt.

Ein Universitätsstudium ist außerdem kein Hexenwerk und ein Genie muss man dafür auch nicht sein. Ich gehe jede Wette mit, dass ein Großteil der Schüler in Deutschland von den intellektuellen Anlagen her zu einem Studium in der Lage ist. Aber was für einen Schulabschluss man erwirbt, hängt in D leider immer noch viel zu sehr von der sozialen Herkunft ab.

Es muss außerdem nicht jeder Abiturient ein Studium aufnehmen (und das tun auch bei weitem nicht alle), aber je mehr die Chance dazu haben, desto besser ist es in meinen Augen. Denn was - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit - an geistigem Potential unentdeckt und ungenutzt bleibt, nur weil der Zugang zur höheren Bildung aus sozialen oder finanziellen Gründen nicht wahrgenommen wird, geht - salopp gesprochen - auf keine Kuhhaut.

Antwort
von blechkuebel, 83

Das könntest du ja an Abbruchquoten sehen. Etwa 28 %  der Bachelorstudenten brechen ab. In MAthematik ist der Anteil besonders hoch, da sind es wohl fast 40 % (laut einer Studie des "Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung").

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/studienabbruch-jeder-vierte-bachelorstu...


Also ja, über alle Fächer hinweg sind mehr als 2/3 sind in der Lage "extrem komplizierte Inhalte" zu verstehen. 

Diese Formulierung legt aber irgendwie nahe, dass du eine viel zu hohe Ehrfurcht vor dem Studium hat. So kompliziert ist das alles gar nicht, es wird an der Uni auch nur mit Wasser gekocht. Es verlangt nur sehr viel Hartnäckigkeit und regelmäßiges Dranbleiben (nach meiner Erfahrung). Disziplin  bzw. sich selbst organisieren können ist wichtiger als "Intelligenz".

Kommentar von YorkFuessel ,

Sehr gute Antwort. Volle Zustimmung!

Beste Grüße 

Dipl.-Päd. York Füssel, 

Wirtschafts- und Vermögensberatung seit 1983 

Kommentar von benwolf ,

Mich würde mal interessieren wie die Abbrecherzahlen ermittelt werden. Bei uns sieht das nach deutlich mehr als 50% aus und auch von anderen Unis/Hochschulen höre ich von den Studenten ähnliche Zahlen. (Ingenieurswesen)

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 28

Prinzipiell ist das nicht schlecht, wenn das gesamte Bildungsniveau angehoben wird. Das Leben, insbesondere das Berufsleben wird ja auch immer komplizierter.

In dem Zusammenhang ist auch der Bachelor zu sehen. Früher gabs nur die Alternative, voller Abschluss (Diplom) oder Abbruch. Nun brauchen wir aber keine 50% der Bevölkerung als Vollakademiker. Daher machen auch nur die Besten den Master und der Rest wird mit dem Bachelor nach Hause geschickt. Das sind dann bessere Facharbeiter.

Ein Problem sehe ich in Deutschland. Es gehen die nicht die intelligentesten Kinder an die Uni sondern es gehen die Kinder an die Uni, deren Eltern es sich leisten können und die von ihren Kindern erwarten, dass sie ebenfalls studieren. Für Arbeiterkinder, und seien sie noch so intelligent, ist das Bildungssystem sehr undurchlässig.

Kommentar von Jackie251 ,

Aber warum ist das so?
Andere Nationen haben massiv teurere Studentenwohnungen und Studiengebühren.

Arbeiterkinder erhalten nicht schwierigere Prüfungen nur weil sie Arbeiterkinder sind. Und streng genommen ist es sogar für die aus den ärmsten Familien leichter an Geld fürs Studium zu kommen.
Wenn Mama und Papa kein Geld haben, dann erhält der Nachwuchs volles Bafög.
Haben Mama und Papa von guten Einkommen einen erheblichen Hauskredit abzuzahlen, dann bekommt der Nachwuchs kein Bafög - weil Mama und Papa haben ja Geld.
Ob Mama und Papa aber das Haus verkaufen oder auch noch die 3 Jahre von Bachelor zum Master den Nachwuchs mitstemmen wollen/können, steht auf einem anderem Blatte.

Warum wirkt sich in Deutschland die Herkunft derartig aus?
Ich weis es nicht, vermute hier aber das Umfeld der sozial Schwachen. Ich wüsste nicht an welcher Stelle das Bildungssystem als solches schuldig sein soll.

Kommentar von Kristall08 ,

Das liegt auch daran, dass viele Lehrer die Schüler schon vorverurteilen. Dessen Eltern haben nicht studiert, der kann ja nix können. Und schwupp, ist das Kind auf der Hauptschule.
Hätte ich mir auch nie träumen lassen, aber ist mir tatsächlich zweimal passiert. Eine Lehrerin hielt mich für eine Hartz-IV-Empfängerin ohne Ausbildung, weil ich alleinerziehend war. Dabei bezog ich überhaupt keine Sozialleistungen.

Das Kind, das ja angeblich nur Hauptschule schaffen würde, ist heute Werkstudent am Fraunhofer Institut, NEBEN seinem Studium an einer sehr guten Uni. 3:)

Kommentar von Hamburger02 ,

Das mit dem Vorsortieren und in Schubladen stecken, habe ich auch schon öfters gehört.

Kommentar von Jackie251 ,

Das ist doch sorry aber grober Unfug.
Ja das Potential von Schülern wird von der Lehrern nicht nur durch die Noten sondern auch mit dem sozialen Hintergrund entschieden.
Ob dies böswillige Absicht ist, oder ob hier Erfahrung eine wichtige Rolle spielt sei mal dahingestellt.

Denn machen wir uns nichts vor. Ein wackeliger 3er Kantidat in Mathe bekommt Nachhilfe nicht egal welche soziale Herkunft dahintersteht. Zudem ist es natürlich auch immer eine sehr persönliche Sache.
Es ist doch nunmal viel leichter einem Handwerker zu sagen "ihr Sohn hat ausreichende Mathekenntnisse um Handwerker zu werden" als das man einem Dr.Ingenieur sagen muss "ihr Sohn ist für ein Ingenieurstudium ungeeignet".
Natürlich geht der Lehrer auch hier mal den Weg des geringsten Widerstandes, er ist nur ein Mensch.

Tatsache ist und bleibt aber, diese Beurteilungsunterschiede treffen nur auf Wackelkanditaten zu.
Es konnte noch niemand einen Fall in Deutschland vorweisen, wo dem 1er Kandidat in den MINT Fächern von der alleinerziehende Hartz IV Mutter eine Fleicherlehre empfohlen wurde, während der 4er Kanditat in Mathe zum Maschinenbaustudium hochgelobt wurde.

Schubladendenken ja gibt es.
Aber um ein Studium zu beginnen brauchts eh Rückrad, eigenen Willen und geistige Reife. Wenn du dir mit 19 noch einreden lässt "naja mit ihrer Mathenote sollten sie nicht studieren" tja, dann wäre beim Studium eh nur unteres Drittel rausgekommen.
Wenn du aber mit Hartz IV Wurzeln und einer Mathe 2 sagt entscheides dass du Maschinenbau studieren gehst, dann legt dir weder die Schule noch die Uni Steine wegen deiner Herkunft in den Weg.
Die Steine müssen einen anderen Verursacher haben.

Kommentar von Hamburger02 ,

Das ist kein Unfug, das ist wissenschaftlich belegte Tatsache.

Das fängt ja schon damit an, dass Kinder aus den unteren sozialen Schichten erst gar nicht aufs Gymnasium kommen. Insofern stellt sich die Frage nach dem Studium erst gar nicht.

Hartz-IVer können sich z.B. schon mal keine Nachhilfe leisten.

Kommentar von Kristall08 ,

Rückgrat. ;)

Ja das Potential von Schülern wird von der Lehrern nicht nur durch die Noten sondern auch mit dem sozialen Hintergrund entschieden.

Allerdings ist es oft so, dass Lehrer nicht fragen, sondern aufgrund ihrer unglaublichen Erfahrung und Kompetenz (ironie-off) Leute in Kategorien stecken. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selber so erlebt hätte und das gleich mehrfach. Nach "ich bin alleinerziehend" wurde nicht mal mehr nach meiner beruflichen Tätigkeit gefragt. Die Krönung war, dass besagte Lehrerin in meinem Beisein einen Zeitungsartikel von mir lobend hervorhob, aber nicht mal auf die Idee kam, dass ich als Person gleichen Namens (übrigens ein eher seltener) die Verfasserin sein könnte. Dieselbe Lehrerin, die sich darüber mokierte, dass mein Sohn in der 3. Klasse die Harry-Potter-Bücher las, weil er die eigentlich vorgesehene "Leselöwen-Reihe" schon längst durch hatte...

Mein Sohn war kein Wackelkandidat, er ist hochbegabt. Er legte ein Verhalten an den Tag, das halt nicht schulkonform war. Er saß nicht brav in der Ecke.

Natürlich sind solche Kinder anstrengender und fordern ständige Aufmerksamkeit. Man kann sie als Plage betrachten, oder als Herausforderung. Wenn ich nur Lehrer geworden bin, weil ich einen gemütlichen Job haben wollte, dann ziehe ich ersteres vor.

Dann bin ich allerdings falsch in dem Job.

Kommentar von Hamburger02 ,

Meine Schwester, welche in einem Versuchsprojekt an einer Hauptschule zur psychologischen Betreuung der Kids eingesetzt war, ist völlig erschüttert über die Einstellung der meisten Lehrer.

Die schildert auch diese Kategorisierung und dass die Lehrer die Kids entsprechend ihrer Vorurteile viel zu früh abschreiben: "Aus dem wird sowieso nichts, wieso sollte ich da Energie investieren?". Komischerweise haben sich aber über 50% der speziell betreuten Kids schnell verbessert und letztlich auch innerhalb der Betreuung durch meine Schwester einen guten Ausbildungsplatz gefunden...wohlgemerkt, die waren von den Lehrern alle schon abgeschrieben.

Den meisten geht die Zukunft ihrer Schüler völlig am A...vorbei und denen kommt es nur darauf an, möglichst schnell und faul die Pensionierung zu erreichen.

Als Psychologen, Pädagogen, Vorbilder und Respektspersonen laufen da an den Schulen jede menge Luschen rum.

Kommentar von Jackie251 ,

Da wiederstprichst du dir jetzt aber selbst.
Erst sind Lehrer dämonische Fieslinge, die die Kids der Armen böswillig ignorieren und die Kids der Vermögenden werden gefördert.

Dann aber wieder gieren die Lehrer nur die Pensionierung und alle Schüler sind egal.

Für deine Bildung sind nicht nur deine Lehrer verantwortlich.
Natürlich muss das Elternhaus hier fördern und fordern.
Und mittelfristig bist du selbst dafür verantwortlich.
Ich sage nicht das ein 12 Jähriger seinen Lebenplan erstellen kann.
Aber ein Lehrling mit 16/17 muss geringe Verantwortung tragen können, er muss zB Geld in eine Kasse zählen, die Klappe halten wenn er als Arzthelfer persöliche Daten von Patienten erfährt oder auch die Schrauben an einem Auto zuverlässig festziehen.
DAS alles gestatten wir den jugen Menschen mit 16/17.
Aber Verantwortung dafür ob sie ihre Hausaufgaben machen und mit eigenem Willen eine 2 erreichen oder sich auf "Hauptsache 4 und bestanden" dürfen sie natürlich nicht übernehmen.
Da haben die vorverurteilenden Lehrer schuld...

Seien wir doch ehrlich. Du bist mit 20-30 anderen Schülern in einer Klasse. Und da gibt es keine Privatföderung und einen Lehrer der heimlich dem Arztsohn noch den Pythagoras erklärt.

Dazu kommt natürlich, dass gerade im Bildungswesen richtige Doppelblindstudien gar nicht durchgeführt werden, die meisten würden auch als unmoralisch/unethisch nicht gestattet.
Die Vorverurteilung ist zudem kein Problem in Deutschland exklusiv. Auch in anderen Ländern wurde der Effekt festgestellt.
Dennoch entscheidet in diesen Ländern die eigene Herkunft weniger über den später erreichten Abschluss.

Antwort
von weristholly, 44

Ich studiere Jura an einer Uni, wo das Fach ohne NC angeboten wurde, wirklich jeder kam rein. Jetzt sehe ich was für Deppen (inklusive mir) mit mir in den Vorlesungen und in den Übungen sitzen .... Ich weiß nicht ob ich das Zeug dazu hab aber manche von meinen Kommilitonen sind definitiv DUMM. (nehm ich an aus Äußerungen, Grammatik)

Erfahrungen zeigen aber auch dass von den 500 Studenten die hier angefangen haben, nach dem 1.Semester schon mehr als 50% ausgesiebt werden ... Eine beträchtliche Menge, die beweist, dass man a) fleißig sein muss b) weiterhin Lust aufs Fach c) mindestens ein bisschen intelligent sein muss um das Studium zu packen.

Ein Problem im Allgemeinen sehe ich in der Zukunft: eine überakademisierte Gesellschaft, eine Generation erneut aus einem völlig veralteten Schulsystem der es nur schwer gelingen kann die Probleme der Zukunft zu bewältigen (gute Politik, Gesselschaftsethik, ...) sowas halt. Ich mach mir auch Sorgen ...

Antwort
von Tessa1984, 25

genau dabei sehe ich das Probelm....

es gibt nichts mehr dazuwischen. entweder abi und ein studium als kunsthistoriker oder in germanistik, oder hilfsarbeiter bei amazon....

dass wir auch ganz "normale" leute brauchen, wie kaufleute, handwerker, Bänker... das scheint keiner zu realisiren...

es kann doch nicht angehen, dass man elektrikermeister mit 9 € die stunde als leiharbeiter abspeisen will! es muss ja kein stundenlohn von 120 € sein! aber einfach nur bitte mal so, dass man davon gescheit leben kann, ohne sich (halb) tot zu arbeiten.

lg, Tessa

Kommentar von Jackie251 ,

Und?
Der Markt muss sich eben einpendeln.
Solange die Arbeitslosenquote von Akademikern bei 2,5% liegt und die gesamte trotz aller Schönrechnerei mehr als doppelt so groß wird der Wirtschaft auf einen Akademiker(der zudem oft sehr spezielle Zusatzkenntnisse haben wird) aufpassen.

Viele Ausbildungsberufe sind nicht mehr sinnig, denn nach einer 2 Wochen Anlernphase kannst du den Job zu 95% und nach 6 Monaten zu 100%.
Wenn man so jemanden als Arbeitnehmer verlierst, kannst du dir aussuchen wer den Job übernehmen soll.

Wir werden dafür einiges an Zeit brauchen bis der Arbeiter höhere Vergütung verlangen kann, einfach weil er ein knappes Gut anbieten kann.

Kommentar von Tessa1984 ,

wir reden mal darüber, wenn du mal einen VERNÜNFTIGEN elektriker, maler, Klemptner oder dachdecker brauchst...

lg, Tessa

Kommentar von Jackie251 ,

Du verstehst es noch immer nicht oder?
Natürlich wird es sich langfristig lösen, wenn die Menschen verstehen das ordentliche Leistung Geld kostet.
Wenn aber genug Fähige Leute nachrücken ohne das die mehr Geld verlangen, dann wird sich daran nichts ändern.

Ich habe nicht gesagt das die Situation gut oder wünschenswert ist.
Ich habe lediglich eine Begründung geliefert.

Wenn alle Bäcker in Zukunft doppelt soviel Brot backen und sich dann gegenseitig in den Preisen unterbieten um noch Kunden anzulocken, würdest du dann Geldeinsammeln gehen und dieses den Bäckern spenden damit die noch über die Runden kommen?
Immerhin gute Bäcker sind für die Gesellschaft doch nützlich oder?
Aber ich glaube nicht das du Geld sammeln würdest.
Würdest du aber statt dessen bei den Bäckern kaufen die nicht mehr Brot backen, dafür aber die alten Preise anbieten?

Der Preis für den Elektromeister wird solange niedrig sein, wie es zuviele davon gibt. WER sollte das denn Ändern? Wenn wir ein Gesetz machen, dass jeder 25€ die Stunde verdienen muss, dann würden doch noch mehr Leute Elektriker werden, obwohl man schon zuviele hat. Die Leute müssen natürlich spüren, dass ihr Job gerade nicht gefragt ist.
Wer flexibel ist und anderen Aufgaben übernehmen kann. Oder wer besondere Fähigkeiten hat, der wird kaum Probleme haben. Es kommen immer die weiter, die sich anpassen können, das sagt schon die Evolution.
Vor 100 Jahren haben die Kutscher auch gemault, dass die Löhne so gering sind. Inzwischen ist diese Berufsgruppe auf die erforderliche Zahl zurückgeschrumpft und dafür wurden andere eben zu LKW Fahrern.

Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab...

Antwort
von Jackie251, 18

Wie meinst du dass extrem kompliziert?

Hast du dich mal umgesehen was man alles studieren kann?
Natürlich werden kaum 50% der Absolventen das mathematische/technische Verständnis aufbringen um Maschinenbau zu studieren.
Für manch anderen Studiengang reicht es aber wenn man ausrechnen kann ob das Geld noch für die Mensa reicht....

Antwort
von KleinToastchen, 12

Studieren hat vor allem mit lernen, lernen und nochmals lernen zu tun und nicht mit irgendwelchen Fähigkeiten, welche nur ganz wenige Leute besitzen. Wer genügend Motivation und Durchhaltevermögen hat, schafft auch ein Studium.. Ausserdem fliegen ja auch immer mal wieder Studenten raus, weshalb es nicht bei diesen 50% bleiben wird während der ganzen Studienzeit. Ich denke das Problem ist eher, dass ein relativ grosser Teil das Gefühl hat, mit einem Studium alles zu erreichen und nachher sofort zur "Elite" zu gehören, was aber reines Wunschdenken ist. Ich finds nicht schlecht, wenn man studieren will, aber ich habe das Gefühl, dass es in Zukunft zu Problemen kommen könnte, wenn nur noch Leute mit Studium und enormen Ansprüchen ans Berufsleben auf dem Arbeitsmarkt vertreten sind. 

Antwort
von DerJustinBieber, 73

Nein, sehr viele sind nicht in der Lage die komplexen Inhalte zu verstehen deshalb brechen auch ein Drittel der Studenten ihr Studium ab.

Meistens sind die mit einem Fachabitur besser dran, die dann auf einer Fachhochschule studieren als viele Studenten mit Abitur, die dann später einsehen müssen, dass die Fachhochschule doch das richtige für sie ist anstatt die normale Uni.


Antwort
von benwolf, 26

Die meisten Menschen sind in der Lage 'den komplexen Lehrstoff' zu verstehen. So sehr komplex ist der meist auch gar nicht. Kommt natürlich auch aufs Fach an.

Würde das Thema sogar umdrehen und sagen: Die meisten sind nicht mehr in der Lage handwerklich zu arbeiten.

Die Hauptschule bricht langsam weg und die Gymnasien haben 'Bildung' wohl auch nur noch auf der Werbebroschüre stehen. Was da an pseudointellektuellen Dummschwätzern rauskommt ist schlimm. Frag einen Abiturienten wo welches Land liegt, wieviele Einwohner es hat und welche Rechtsform es da gibt. Auf solche Sachen bekommst du immer eine Antwort. Biologie, Chemie, Erdkunde, Deutsch etc. Frag aber bloß nicht ob er dir ein Stück Holz durchsägen kann, etwas kochen kann, nähen kann. Einfachste Alltagsdinge fehlen, dafür kann man, immer wenn es wichtig ist, alle menschlichen Knochen aufzählen. (alles etwas überspitzt ausgedrückt)

Zu deiner Frage: Das Abitur ist weniger zum Hauptschulabschluss 'verkommen' als dass die Hauptschüler zu Abiturienten verkommen

Antwort
von YorkFuessel, 48

Es machen ca. 56% eines Geburtsjahrgangs in Deutschland Abitur.

Ca. 26% eines Geburtsjahrgangs absolvieren erfolgreich ein Hochschulstudium.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Abiturientenquote\_und\_Studienanfängerquote#St...

Damit wird klar, dass jeder zweite Mensch eines Jahrgangs in Deutschland künftig Abi und jeder vierte mindestens einen Bachelor hat.

Beste Grüße 

Dipl.-Päd. York Füssel, 

Wirtschafts- und Vermögensberatung seit 1983 

Antwort
von Knoerf, 35

Man will heutzutage so viele Absolventen wie möglich schaffen weil in der globalisierten Welt eine Bevölkerung mit großteils Abitur besser ausschaut als mit Hauptschulabschluss. Keiner hinterfragt dann wie manche durch das Abitur, durch den Bachelor was weiß ich durchgekommen sind. Meistens ist es auch so, dass immer die falschen Leute die besten Abschlüsse in der Regelzeit bekommen. Die Leute die wirklich Intelligent sind und etwas draufhaben schauen meistens durch die Röhre.

Kommentar von Jackie251 ,

Genau!

Die richtigen geistigen Überflieger, die die uns in ein neues wissenschaftliches Zeitalter führen könnten, haben typischerweise ausgerechnet bei den entscheidenden Prüfungen immer einen Blackout, sind Krank oder gerade an dem Tag schlecht aufgestanden.

Umgekehrt bekommen die Null-Checker häufig einfach durch Antworten raten hervorragende Noten.

Eine fiese Welt ist das.

Selten so ein Unfug gehört. Wer was kann, der zeigt das auch in den Abschlüssen.

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