Frage von Boeker55, 170

Ist Darwin ein Rassist?

Ist Darwin nicht ein rassist mit seiner These "Nur der stärkste überlebt"

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 60

1. Korrekt übersetzt muss es heißen: "Überleben des am besten angepassten" und nicht "Überleben des Stärksten". Anpassung kann in der Natur auf viele Weisen erfolgen, etwa durch körperliche Stärke, Tarnung, Reaktionen auf Temperatur und andere Umwelteinflüsse und sogar durch Kooperation. Darwins Vorstellung von Selektion beinhaltet keine aktive Auslöschung von unterlegenen Individuen, sondern ihre allmähliche Verdrängung durch erhöhten Fortpflanzungserfolg, hat also eher wenig mit der späteren Rassenkampf-Ideologie zu tun.

2. Darwins Theorie ist kein rassistisches Weltbild, sondern eine Beschreibung von Abläufen in der Natur. Rein objektiv ergeben sich aus der Evolutionstheorie keine Aussagen über den "Wert" verschiedener Arten, Rassen oder Individuen und auch keine gesellschaftlichen Vorschriften. Was rassistisch ist, ist die auf der Evolutionstheorie fußende Eugenik, die es sich zum Ziel gesetzt hat, bestimmte Merkmale aus dem Genpool der Menschheit zu verdrängen.

3. Darwin als Person war ein Kind seiner Zeit, dazu gehörten auch rassistische Tendenzen. Aus verschiedenen Zitaten Darwins geht hervor, dass er zumindest in seinen jungen Jahren tatsächlich von einer Ungleichheit der menschlichen "Rassen" überzeugt war. Allerdings war Darwin für seine Zeit sehr moderat eingestellt, so war er ein Gegner der Sklaverei und drängte anders als viele seiner zeitgenössischen Forscherkollegen (wie z.B. Haeckel) nicht öffentlich zur Auslöschung von Menschen anderer Hautfarbe.

Antwort
von Shiftclick, 86

Wie kann man ein Rassist sein, wenn man beschreibt, wie die Selektion in der Natur funktioniert? Darwins nannte das 'Survival of the Fittest' und alle, die kein Englisch können, verstehen darunter das, was du geschrieben hast. Es bedeutet aber, dass die am besten angepassten Individuen überleben bzw. am meisten Nachkommen haben (https://de.wikipedia.org/wiki/Survival\_of\_the\_Fittest).

Antwort
von dadita, 76

Nein natürlich nicht. Darwin beschrieb nur die Fakten.

Zudem lautet seine These nicht "Nur der stärkste überlebt" sondern der am besten angepasste überlebt, ein massiver Unterschied. Stärke ist nur eine Möglichkeit sich anzupassen, wie auch Intelligenz, die Fähigkeit im dunklen zu sehen und dergleichen. 

Antwort
von mychrissie, 34

Dass nur der Stärkste überlebt, ist absoluter Quatsch, das haben die Nazis so umgedeutet. Wenn der Stärkste überleben würde, wären die Saurier nicht von einem Eichhörnchengroßen Pelztierchen überlebt worde, das unser aller Ahne ist.

Der überlebt nicht der Stärkste, sondern eine Spezies hat eine größere Chance zu überleben, wenn sie flexibel genug ist, sich an die herschenden, bzw. sich verändernden Umweltbedingungen optimal anzupassen.

Der Neandertaler war mit Sicherheit "stärker" als der homo sapiens. Aber der konnte eben geschickter mit Werkzeugen umgehen und war auch insgesamt cleverer bei der Bewältigung der Umweltprobleme (Kälte, Hitze, Nahrungsmangel usw.) Es ist durch aus möglich, dass niemals ein Neandertaler und ein homo sapiens im direkten Kampf ermittelt haben, wer der Stärkere war.

Antwort
von Schweinsbraten4, 60

Das ist eine interessante Frage. Also erstens war Rassismus damals ja ganz normal. Aber ich werde dir jetzt ein paar interessante Dinge erklären. Freu dich schon aufs Lesen :)

Der Stärkste überlebt. Oder, besser gesagt, der am besten Angepasste überlebt. Darwins Kampf ums Dasein wird nicht zwischen verschiedenen Rassen ausgetragen, sondern zwischen Individuuen. Es ist nicht so, dass etwa die Weißen geschlossen gegen die Schwarzen kämpfen. Sondern alle Männer (und auch Frauen :)) gegeneinander. Und der Stärkste gewinnt. 

Die Rassen (ich sag das jetzt, pfeif doch auf politische Korrektheit, man soll ja wissen, um was es geht) sind ja nicht die Gegner des kampfes, sondern sie sind erst aus dem Kampf heraus entstanden. In Europa konnten sich die Weißen durchsetzen. Weiße Haut kann besser Vitamin D produzieren. Die Sonne ist im Norden nicht so stark, da wird der Sonnenschutz, den die schwarze Haut liefert, geopfert, dafür kann man aus weniger Sonne die gleiche Menge Vitamin D produzieren. 

In Afrika hingegen ist die Sonne sehr stark. Hier kann man auch mit schwarzer Haut genug Vitamin D produzieren. Der Sonnenschutz ist lebenswichtig. 

Die Asiaten (bzw das, was man sich darunter vorstellt, also Chinesen) haben "Schlitzaugen". Sämtliche Schlitzaugen-Asiaten stammen von den Mongolen ab, diese sind mit viel Schnee aufgewachsen. Der Schnee reflektiert viel Licht, die Schlitzaugen haben sich da durchgesetzt, da sie das besser aushalten. Die Eskimos, die auch mit viel Eis und Schnee leben, haben auch Schlitzaugen. 

Und so ist jede Rasse am Besten auf ihre Umgebung angepasst. Man kann daher nicht von Über- und Untermenschen sprechen, denn jede Menschensorte ist in ihrem Gebiet die Beste, denn darum hat sie sich ja durchgesetzt (Wie gesagt - der am besten angepasste Mann bekam am ehesten die Frau)

Rassismus lässt sich biologisch nicht gut begründen. Wobei ein Schwarzer in Schweden natürlich schlechter angepasst ist, als die Einheimischen. Dafür ist der Schwede in Afrika unterlegen. 

Darwin war ja auch nicht feindlich gegenüber anderen 'Rassen' eingestellt. Er hat einfach entdeckt, wie es so läuft in der Natur. 

Ich hoffe ich konnte dir eine hilfreiche Antwort liefern. (Auszeichnung bitte :-))

Antwort
von Marshall778, 50

Wenn er die Überlebenden als Rasse bezeichnete, dann ja ist er. Allerdings hatte er nicht, soviel ich weiß

Antwort
von MrHilfestellung, 75

Nein. Nur der Sozialdarwinismus, der aus der Perversion der Ideen Darwins entstanden ist ist rassistisch.

Kommentar von Franz1957 ,

So einfach ist das nicht. Den Ausdruck "survival of the fittest" hat Darwin von dem Sozialdarwinisten Herbert Spencer übernommen. Und was der unter "angepaßt" verstand, würde ich erst noch gern geklärt sehen.

Antwort
von voayager, 29

Darwin war keinesfalls ein Rassist, Rassisten waren und sind jedoch jene, die die Natur 1:1 auf die menschliche Gesellschaft übertragen.

Antwort
von Bobby66, 68

Nein ein biologischer Realist.  Der Stärkere überlebt in der Natur. Stärkere Gattungen überleben Schwächere ... in unserer Gesellschaft leben wir inzwischen "offizielle" andere Werte - aber in Wahrheit ist es immer so ... der Stärkere bekommt den Job, die Aufmerksamkeit etc.  

Antwort
von seife23, 95

Nein, denn es ging bei seiner Theorie nur um die Darstellung von Tatsachen und nicht um persönlich motivierte Behauptungen. Außerdem heißt "survival of the fittest" "Überleben des angepasstesten". Das hat also nichts nur etwas mit Stärke zu tun.

Antwort
von CookieAndCreamy, 84

Naja, das mit "Nur der Stärkste überlebt" hat ja eigentlich nix mit Rassen zu tun, sondern mit menschlichen Fähigkeiten. Von dem her, denk ich das eher nicht :)

Antwort
von TorDerSchatten, 69

nicht der Stärkste überlebt - der Klügste überlebt!

Antwort
von MarliesMarina12, 58

Nein das stimmt das ist das Gesetz der Natur.

Antwort
von Daysi03, 56

Das ist genau so ein Spruch wie Friss oder du wirst gefressen, was soll daran Bitte rassistisch sein

Antwort
von Mikromenzer, 61

Nein ist er nicht.

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