Ist Bildung (beruflich) sozial oder unsozial?

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6 Antworten

Wenn Du 10x produktiver bist, dann erzeugst Du 10x mehr Ressourcen.

Wenn 10 Leute das machen, was Du alleine machst, dann versauen die 10 x mehr Geld, für ihr Essen, Ihre Wohnung, Ihre Infrastruktur .. die brauchen 10 "Büros".. Dieses sind dann völlig unproduktive Ausgaben.

Im Grunde genommen wäre es besser, wenn Einer die Arbeit von 10 erledigt und die anderen bekommen Sozialhilfe.

Selbst wenn die für's Zuhause bleiben bezahlt würden, dann wäre das Ganze noch besser, für die Gesellschaft und den Arbeitgeber .. weil es dann 10x weniger Infrastruktur, 10x weniger Büros, 10x weniger Maschinen braucht.

Schenarbeitsplätze erzeugen keinen Wohlstand, sie vernichten unsere Ressourcen.

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Vom Prinzip her kann man sagen, dass Bildung sozial ist. Psychologen und Soziologen führen immer wieder gern Studien und Statistiken durch um solche Zusammenhänge aufzuklären. Dabei handelt es sich um eine empirische Tatsache, dass das Bildungsniveau einer Person mit der Bereitschaft zum sozialen Engagement positiv korreliert. Oder mit anderen Worten: Je höher das Bildungsniveau umso größer das soziale Engagement.

Wirtschaftlich gesehen führt ein hohes Bildungsniveau einer Volkswirtschaft zu einem geringeren Lohnunterschied innerhalb des Arbeitsmarktes. Thomas Piketty beschrieb dies in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert als einen Wettlauf zwischen Technologie und Bildung. Je weiter sich eine Nation technologisch entwickelt umso mehr steigt die Nachfrage nach qualifizierter Arbeit, während die Nachfrage nach einfacher Arbeit sinkt. Je höher das durchschnittliche Bildungsniveau ist umso höher ist das Angebot an qualifizierten Arbeitern und umso geringer ist das Angebot an einfachen Arbeitern. Bei einem hohen Bildungsniveau ist dann das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ausgeglichener und die Lohnunterschiede im Arbeitsmarkt geringer. Bei niedrigem Bildungsniveau entsteht eine Knappheit  an qualifizierten Arbeitern und ein Überangebot an einfachen Arbeitern, was dann widerum zu hohen Lohnunterschieden im Arbeitsmarkt führt.

Durch die Lohnunterschiede wächst dann die Schere zwischen Arm und Reich. Und es gilt ebenfalls als empirisch bewiesen, dass wenn die Schere zwischen Arm und Reich steigt, die Kriminalitätsrate steigt und auch die Anzahl an psychischen Erkrankungen innerhalb aller Gesellschaftsschichten, da man sich sozial immer mehr auseinander lebt. Ganz egal ob man zur Oberschicht gehört oder zur Unterschicht.

Fazit: Bildung ist natürlich etwas soziales. Wie Aristoteles einst zu sagen pflegte: Erst durch die Bildung wird der Mensch zum Menschen erzogen. Die Wolfskinder sind in dieser Hinsicht ein gutes analoges Gegenbeispiel.


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Deine Rechnung ist richtig. Im Kapitalismus ist bekanntlich „des Einen Brot des Andern Tod“. Damit wird aber die Verschärfung des Wettbewerbs durch die eigenen Anstrengungen nicht „unsozial“, im Gegenteil. Als sozial bezeichnen wir jeden Beitrag zum Gemeinwohl. Das ist die formelle Zusammenfassung der Wettbewerbsbemühungen aller Einzelner. Insofern diese Wettbewerbs-anstrengungen nicht auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet sind, sondern, wie Du richtig erkennst, sich in der Wirkung gegenseitig aufheben, lassen sich diese nicht arithmetisch aufaddieren, sondern eben nur formell zusammenfassen. Die verkehrte Vorstellung, das Gemeinwohl sei der aufsummierte Nutzen aller, entspringt dem objektiven Schein der gegebenen Verhältnisse.



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Angenommen Du bist gerade nur einfacher Arbeiter bei Daimler am Band.

Wenn Du jetzt Dein Diplom in Maschinenbau hast, dann arbeitest Du ja nicht so effektiv wie 10 Arbeiter am Band. 

Du wirst in einer höheren Abteilung arbeiten.

Evtl. nimmst Du durch Deinen Aufstieg jemanden in der höheren Etage die Arbeit weg, weil es bis jetzt niemanden gab, der besser war.

Aber jetzt bist Du besser als der Andere und dadurch muss dieser gehen, so läuft das eher.

Nur weil ich Abi habe und studiere kann ich auch nicht die Arbeit von 10 Putzfrauen übernehmen, die Büros putzen.  

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Wenn ein Mechaniker durch ein Studium Ingenieur wird, dann vernichtet er keine Arbeitsplätze, sondern schafft welche.

Je nach Branche entfallen auf einen Ingenieur 5-10 andere Stellen, Facharbieter, Technische Zeichner usw.

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Das ist ein neoliberales Märchen.
Die Produktivität bemisst sich an Ausbeutung der Arbeitsleistung um ein Produkt herzustellen.
Wieviel Du gebildet oder ausgebildet bist spielt dafür nur eine sekundäre Rolle.

10 Akademiker an einem Fließband können genausoviel leisten wie 10 Arbeiter...um einen Nagel in eine Wand zu schlagen brauchen auch Akademiker einen Hammer.

Wenn ein Unternehmer entscheidet sich 10 Akademiker zu leisten um einen Sack Zement ... dann ist das sein Diziplinarrecht, nicht das Recht Deiner Bildung.

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