Frage von uli27, 140

Ist Beitragserhöhung zur privaten Krankenversicherung um 98 % von 2015 auf 2016 normal?

Ich bin seit mehr als 30 Jahren bei der DKV privat Krankenversichert. Diese teilt mir nun in einem Schreiben mit, dass sich mein Beitrag nahezu verdoppelt. Die Beitragsänderung wäre von einem unabhängigen Treuhänder geprüft worden und er habe zugestimmt. Bisher habe ich die Versicherung nicht in Anspruch genommen, weil ich nicht krank war. Will die DKV Kunden über 50 loswerden? Bein jährlicher Verdoppelung des Beitrages, werden meine finanziellen Grenzen schnell erreicht...........

Antwort
von basiswissen, 82

Zunächst einmal: ich habe schon eine Menge Anpassungen gesehen die im Bereich von 10% oder in der Spitze auch einmal bei 19 % waren. 98 % ist utopisch aber, leider, nicht illegal. Ich kann mir nur vorstellen dass du in einem uralten Tarif bist der mittlerweile nicht mehr angeboten wird, ein so genannter geschlossener Tarif, und deshalb solche Beitragssprünge (schon beim Schreiben ist es für mich unvorstellbar) möglich wären. Du hast jederzeit die Möglichkeit innerhalb der Gesellschaft einen anderen Tarif zu wählen und zu man der unter diesen Voraussetzungen in jedem Fall raten sollte. Des weiteren kannst du natürlich auch den Versicherer wechseln, sofern keine schweren Erkrankungen im Wege stehen. Mal eben so ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht ganz einfach, dafür gibt es entsprechende Spezialisten. Dies allein, bzw. ohne fachkundige Hilfe zu machen würde ich dir nicht raten da es dort sehr viele Fallstricke gibt an denen das ganze scheitern kann und gegebenenfalls auch scheitern wird. Wenn du magst schick mir eine PN. Ich kann dir zwar selber bei dem Wechsel nicht helfen könnte der aber noch ein paar Hinweise geben die hier in diesem Posting zu weit führen und gegebenenfalls auch falsch sein können da mir einige Details zu deinem Vertrag fehlen die wichtig sein können.

Kommentar von uli27 ,

Es ist der Tarif AM4 der DKV. Die Krankenkasse wechseln kann ich wegen der seit Jahrzehnten bezahlten Altersrückstellungen nicht. Die Verdoppelung des Beitrages von einem Jahr auf das andere konnte ich auch nicht glauben, und dachte es ist ein Fehler und wollte deshalb im Februar 2016 nähere Infos, warum das nun so teuer geworden ist, und bekam letztendlich im April 2016 zur Antwort, dass ich die Kalkulationsgrundlage nicht einsehen darf, weil ich diese nicht verstehen würde und außerdem sei es ein Geschäftsgeheimnis. Das ist schon ein recht seltsames Verhältnis der Vertragspartner.

Ich habe vor daraufhin am 2. + 3. Mai 2016alternative Tarife beim Servicetelefon angefragt, aber leider noch keine Antwort bekommen.

Nach meiner Erfahrung dauert die Beantwortung von Fragen bei der DKV wegen der Überlastung immer einige Wochen.

Ich kann leider nur direkt von der DKV Köln betreut werden, seit die ERGO das Geschäft von der Allianz übernommen hat.

Kommentar von basiswissen ,
Antwort
von JiHwv, 63

Hallo Uli,

98% erscheint mir etwas sehr hoch. in welchem Tarif bist du versichert? Du hast prinzipiell 2 Möglichkeiten, entweder du lässt dir ein Umstellungsangebot nach § 204 anbieten oder aber du wechselt die Versicherung. dafür solltest du aber prüfen, welche Erkrankungen du in den letzten 3 Jahren ambulant und 5 Jahre stationär hattest. liegen chronische Erkrankungen vor? welchen "Schutz" willst du? 2 Bett / Chefarzt usw. Meld dich per PN. 

Viele Grüße,

Antwort
von Lohengrimm, 90

Kommt mir doch relativ viel vor. Aber ab 50 empfiehlt es sich, allmählich wieder in die GKV zurückzuwechseln. Dazu einfach irgendwo anstellen lassen. 

Antwort
von Koenich, 78

Wende dich mal an die Verbraucherzentrale. Die kennen solche Fälle und wissen, was zu tun ist.

Antwort
von Himbeerchen2012, 8

Wie hier auch schon ein paar andere Tippgeber es bekannt gegeben haben, ist ein Anstieg der Kosten von 98 Prozent nicht glaubhaft und schwer nachvollziehbar. Laut http://private-krankenversicherungen-kostenrechner.de/ ist eine solche Anpassung rein rechnerisch nicht möglich und selbst wenn...könntest du jederzeit den Anbieter wechseln. 

Antwort
von 1992peggy, 73

Hole Dir mal Vergleichsangebote ein. Verbraucherzentrale befragen oder speziel nach Deiner Krankenkasse und Erhöhungen bei Tante google forschen.

Die Erhöhung ist ja wirklich heftig, vor allem wenn Du nicht krank warst

Der Verdacht, ältere Mitglieder loszuwerden, liegt nahe

Antwort
von Artesius, 17

Es ist wenig glaubhaft, dass die Beiträge tatsächlich um 98 Prozent gestiegen sind. Doch ein Grund für die Anpassung kann sein, dass der Versicherungsnehmer inzwischen ein entsprechendes Alter erreicht hat, wo die Kosten massiv steigen. Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Altersrückstellung nicht ausreicht. Die Gründe sind vielseitig. Laut http://private-krankenversicherungs-testsieger.de/ kann man als Privatversicherter jederzeit den Anbieter wechseln.

Antwort
von DrStrosmajer, 74

Dann sieh bloß zu, daß Du wieder in die Gesetzliche zurückkommst.

Die PKV erdrückt jeden - spätestens dann, wenn man nicht mehr arbeiten kann und auf die Rentenzahlung angewiesen ist.

Kommentar von biggie55 ,

>Dann sieh bloß zu, daß Du wieder in die Gesetzliche zurückkommst.<

Die gesetzliche ist in jungen Jahren teurer,der Fragesteller hat einiges eingespart.

Da heißt es,Alle für Einen,...

Deshalb sollte ausgeschlossen werden,in einem Alter,wo Krankheiten drohen und die Private zu teuer wird,in diese einzutreten.

Kommentar von DrStrosmajer ,

...Deshalb sollte ausgeschlossen werden,in einem Alter,wo Krankheiten drohen und die Private zu teuer wird,in diese einzutreten....

Diese Einschränkung besteht ja auch (Schallgrenze ist ein Lebensalter von 55 Jahren):

  • Wer 55 und drüber ist, kann nur von der PKV in die GKV zurück, wenn er in den vorausgegangenen 5 Jahren ganz oder zeitweilig in der GKV versichert war.
  • Das Bruttoeinkommen darf die Beitragsbemessungsgrenze nicht  übersteigen (ca. 56.000 €).
  • Selbständige können gar nicht in die GKV zurück, es sei denn, sie geben ihre Selbständigkeit auf und gehen ein Arbeitsverhältnis ein.
Kommentar von uli27 ,

Sollte dieses Geschäftsmodell nicht verboten werden? Schadet es nicht dem Gemeinwohl?

Kommentar von biggie55 ,

Das Gemeinwohl bedeutet,dass alle von Anfang an die hohen Beiträge zahlen und nicht,dass man sich in jüngeren Jahren auf dem Rücken der anderen Beitragszahler ausruht,und dann später die Vorzüge,zu denen man absolut nichts beigetragen hat,einstreicht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten