Frage von PetraSoft, 119

ist "Autist" eine Beleidigung?

Wenn man jemanden ohne Anlass als solchen bezeichnet...und wie erkennt man einen "Autisten" überhaupt?

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Antwort
von Nordseefan, 108

Ja ich finde es ist eine Beleidigung. Zwar nicht sosohr dem gegenüber zu dem man da sagt (aber schon auch). Sondern vor allem den Autisten gegenüber.

Und Autismus hat viele Formen. Als Laie kannst du das nicht erkennen.

Antwort
von Viowow, 73

man erkennt einen autisten nicht als laie. und ich muss auch einigen antworten hier widersprechen. denn autismus ist weder eine behinderung, noch eine krankheit. es ist lediglich eine wahnehmungsstörung. (worunter so ziemlich jederensch "leidet" , wenn auch in abgeschwächter form)
autismus geht oft mit einer geistigen behinderung einher, ist aber selber keine.

als schimpfwort würde ich es nicht sehen, da ich mich mit dem thema sehr gut auskenne und einfach sagen würde:"erklär doch mal, was ist denn ein -autist-" und spätestens da halten die meisten die klappe, weil sie keine ahnung haben.... wenn du dich zum thema informieren willst, schau auf amerikanischen seiten, deutschland hängt da etwas hinterher, was die studien angeht....;)

Antwort
von halbsowichtig, 59

Nur wenige Wörter sind per se eine Beleidung. Die meisten Wörter, die wir als Schimpfworte benutzen, bezeichnen völlig normale Phänomene. Der Ton macht die Musik, das heißt, erst durch Kontext und Tonfall wird aus einem normalen Begriff eine Beleidigung.

In diesem Fall heißt das: "Autist" ist eine völlig wertneutrale Beschreibung einiger Charaktereigenschaften. Wenn jemand meint, du hättest diese Eigenarten, kann er das auch sagen. Er sagt damit ja nichts darüber aus, ob er das positiv oder negativ bewertet.

Es kommt nur auf den Tonfall an. Meint er es abfällig? Dann wollte er dich beleidigen. Meint er es anerkennend oder neutral? Dann ist es in Ordnung.

Beispiel für "Autist" als klischeehaftes Lob: "Wow, du rechnest do schnell wie'n Autist!"

Beispiel für "Autist" als Versuch einer dummen Beleidigung: "Du Autist verwechselst sogar links und rechts!"

Beispiel für eine wertneutrale Aussage: "Soweit ich dich kenne, könntest du glatt ein Autist sein."

Wenn dich jemand Autist nennt, dann frag einfach ganz direkt zurück: "Was genau meinst du mit Autist, was ist das überhaupt?"

Antwort
von WPOAS, 83

ich denke, dass man hier unterscheiden muss, zwischen umgangssprachlichen Ausrutschern und wertenden Begriffen z. B. von Journalisten.

Wenn eine Mutter zu ihrem Sprößling, der schon wieder einmal etwas offensichtliches nicht erkennen will, sagt: "Ja bist du denn blind?", dann meint sie das sicher nicht wortwörtlich, sondern will vor allem ihrem Ärger Luft machen. Daher werden solch einen Satz selbst Blinde nicht als diskriminierend auffassen.

Aber wenn ein Journalist in einer Kolumne einen Politiker als "Autisten" bezeichnet, nur weil dieser selbstsüchtige Eigenschaften offenbart hat, dann empfinde ich als Autist dies schon diskriminierend. Denn erstens hätte er sich einen passenderen Ausdruck einfallen lassen können und zweitens vergleicht er mit der Bezeichnung "Autist" die negativen Eigenschaften dieses Pölitiker mit mir. Das gilt naürlich auch im sprachlichem Umgang von Politikern untereinander.

ERGO: Es ist immer besser keine vergleichenden Bezeichnungen zu verwenden, schon gar nicht, wenn diese pathologisch sind.


Antwort
von DeliriumTremens, 37

Ich finde,  es kommt zum einen darauf an, wie das Wort bei einem selbst behaftet ist, zum anderen, in welcher Form es verwendet wird.  

Wenn ich so ein Wort verwende, um defizitärorientiert Eigenschaften eines Menschen zu beschreiben, ist es negativ und eventuell beleidigend.  

An sich ist die Bezeichnung Autist aber nur die Bezeichnung für einen Menschen, auf den die Diagnose zutrifft und welcher Symptome im autistischen Spektrum aufweist.  

Was ich viel eher bemängel ist die inflationäre Verwendung der Worte "schwul" und "behindert" oder "Mongo". Diese sind gesellschaftlich in der Umgangssprache viel zu sehr etabliert und wirklich beschämend.

Antwort
von schpeck84, 60

Da dies eine Krankheitsform ist, und in der heutigen Zeit jeder froh sein sollte das er gesund ist, finde ich sehr wohl das dies eine Beleidigung ist. Schon alleine den Autisten gegenüber die sich ihre Krankheit nicht aussuchen sondern das traurige Los gezogen haben diese aufgebürdet zu bekommen.

Menschen die andere mit Krankheiten beschimpfen sind in meinen Augen nicht fähig zu begreifen welch ein Geschenk es ist gesund sein zu dürfen!

Antwort
von 2951413, 19

Meines Wissens nach sehen einige Autisten (bezogen auf Aspies), das weniger als Krankheit an, sondern eher als Begabung oder Lebensweise. 😊

Bei Beschimpfungen kommt es weniger auf das Gesagte an, als aufs Wie.  Verwendet man jedoch irgendeine Krankheit (ich meine einen Zustand, unter dem Leute Leidensdruck erfahren) als Beschimpfung,  ist das meiner Meinung nach mehr als niveaulos.

Antwort
von Alsterstern, 60

Wenn jemand meint, sowas als Schimpfwort nehmen zu müssen, ist er einfach nur dumm. Ähnelnd auch den Beleidigungen wegen Alzheimer und Demenz. Autismus solltest Du einfach mal googeln. Das ist nicht einfach so mit zwei, drei Worten erklärt.  

Antwort
von turalo, 62

Eine Behinderung unterstellen, ist immer beleidigend.

Es gibt Formen von autismus, die man gar nicht als Laie erkennt

Antwort
von Flimmervielfalt, 64

Antworte doch darauf mit: "Aber immerhin bin ich Savant."

Kommentar von fremdgebinde ,

Lügen ist nicht besser als beleidigen.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Es geht um schlagfertige Antworten und nicht um Beleidigungen oder Lügen. Denn Autismus hat....muss ich das jetzt wirklich erklären?

Kommentar von PetraSoft ,

da wurden wohl einige meiner vorherigen Beiträge gelesen :-)

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Ich verstehe es nicht.

Antwort
von kordely, 15

Autist ist nicht an sich eine Beleidigung, aber er kann so benutzt werden.

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