Ist Arbeitgeber berechtigt, Feiertage vom Lohn abzuzuiehen?

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7 Antworten

Du kannst Deinem Chef den folgenden Beitrag gerne ausdrucken und vorlegen:

Entgeltfortzahlung bei Arbeitsausfall an Feiertagen Der Arbeitgeber hat dem Minijobber auch für die Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte (§ 2 EFZG).

Ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Feiertage besteht, wenn an einem Tag, an dem der Arbeitnehmer sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet ist, aufgrund eines Feiertages die Arbeit ausfällt. Die Fortzahlung von Entgelt für Feiertage darf nicht dadurch umgangen werden, dass der Arbeitnehmer die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeitet.

Zu entgelten sind:

1. und 2. Weihnachtstag (25. und 26.12.) Neujahr (01.01.) Karfreitag und Ostermontag, Maifeiertag (01.05.) Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit (03.10)

Dazu kommen die gesetzlichen Feiertage in den einzelnen Bundesländern:

Heilige Drei Könige (06.01.) in:

Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt

Fronleichnam in:

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen (sofern durch Rechtsverordnung bestimmt) und Thüringen (sofern überwiegend katholische Bevölkerung)

Friedensfest (08.08.) im:

Stadtkreis Augsburg/Bayern

Mariä Himmelfahrt (15.08.) in:

Bayern (sofern überwiegend katholische Bevölkerung) und im Saarland

Reformationstag (31.10) in:

Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Allerheiligen (01.11) in:

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Buß- und Bettag in:

Sachsen

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Vergütung an Feiertagen

Auch Minijobber haben einen Anspruch darauf, an einem Feiertag ihre Vergütung bezahlt zu erhalten. Dies gilt jedoch nur dann, wenn genau dieser Tag auch Arbeitszeit gewesen wäre. Wenn eine 400 Euro-Kraft gewöhnlich mittwochs und freitags arbeitet und der Freitag ein Feiertag ist, so muss sie nicht arbeiten und erhält ihrer Vergütung. Dies wäre dann nicht der Fall, wenn der Feiertag z. B. auf einen Montag fällt.

http://www.personal-wissen.de/295/anspruche-der-minijobber-in-sachen-urlaub-feiertage-co/

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§2 Abs. 1 Entgeldfortzahlungsgesetz:

Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat
der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er
ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.

So einfach ist das. Dein Chef liegt falsch. Und dagegen anzugehen ist ebenfalls kein Kündigungsgrund.

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Kommentar von Frangge
14.07.2016, 14:44

Richtig, genau so.-

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Kommentar von ErsterSchnee
15.07.2016, 08:32

Schlüsselstelle!!! Chef sagt "tut mir leid, das Vertrauen ist weg, es fehlen verschiedene Dinge/es wurde nicht ordentlich gearbeitet/der Kunde hat sich beschwert/wir strukturieren um" und schon ist sie ihren Job los. Rechte zu HABEN nützt einem nicht immer was...

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ich würde mich an den betriebsrat wenden sofern ihr einen habt.
wenn die stunden fest im arbeitsvertrag stehen und du einen festen arbeitsplan hast (auch wenn es heißt nur di und do) und es fällt ein feiertag auf diesen arbeitstag, dann musst du diesen genauso bezahlt bekommen wie ein festangestellter. sprich die zeit die du an diesem tag normalerweise gearbeitet hättest.

ps. gleiches gilt im übrigen auch für krankheitstage. du hast auch urlaubsanspruch (berechnet aus der durchschnittlichen tagesanzahl/woche die du arbeiten warst in den letzten 3 monaten (unabhängig von der dauer)).

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bezahlte Feiertage sind eigentlich gesetzlich festgelegte Personalzusstzkosten

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Möglichkeiten:

Auf die Feiertags-Bezahlung verzichten und den Job behalten.

Auf die Bezahlung bestehen und den Job verlieren.

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Kommentar von Frangge
14.07.2016, 14:45

... und zumindest die zweite Möglichkeit falsch.

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Kommentar von DesbaTop
14.07.2016, 14:46

Falsch. Einzig richtige Möglichkeit: Auf Bezahlung bestehen und den Job behalten. Alles andere ist, seitens des Arbeitgebers, Rechtswidrig

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Dein AG darf nicht kürzen, das ist ein klarer Verstoß gegen § 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes.

Kündigen kann er dir nicht, wenn du deine Rechte einforderst.

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