Frage von Melkor421, 211

Ist Angst vor Ablehnung normal?

Also mein Problem ist das ich sehr grosse Angst vor Ablehnung habe. Ist diese Angst vor Ablehnung normal? Also haben das viele Leute? Bei mir ist es halt ziemlich stark diese Angst.
Zum Beispiel trage ich nicht was mir gefällt, sondern das was möglichst unauffällig ist, denn ich will auf keinen Fall auffallen, oder wegen meinem Kleidungsstil abgelehnt werden.. Aber auch sonst will ich nicht abgelehnt werden. Also nicht nur wegen dem sodner allgemein habe ich Angst vor Ablehnung. Meine Frage ist jetzt, ob das normal ist? Das man eben nicht abgelehnt werden will und man Angst davor hat? Sich dafür selbst verleugnet, Verbiegt bis es nicht mehr geht? Kann nur sehr schwer zu mir selbst stehen. Aber ist das normal? Also gibt es viele die grosse Angst vor Ablehnung haben? Und viele Leute die Feiglinge sind?

Antwort
von Sibylled, 48

Hallo

Angst vor Ablehnung ist nicht normal! Haben aber viele, fast die meisten Menschen. Oft ein Mangel an Selbstwert, Selbstliebe und Selbstbewusstsein. 

Angst vor Ablehnung entsteht durch die Erziehung, durch die Schule und dem Bildungsdruck, in allem und für alle das Richtige zu tun und zu leisten. Du stehst mit dem Problem nicht alleine da. Wir glauben nur angenommen zu werden, wenn wir lieb und nett sind und uns anpassen. Anpassung bringt aber keine Erfolge im Leben, sondern das Gegenteil.

Wichtig ist, dass Du auf Dein inneres Wesen achtest und nach Deiner inneren Ausrichtung suchst und Dich von anderen nicht prägen lässt. Achte drauf authentisch Dich selbst zu sein, nach Deinen Stärken und Talente zu streben und diese konsequent zu leben.

Sibylle

Kommentar von Melkor421 ,

Also nicht versuchen sich möglichst Anzupassen? Möglichst Unaufällig zu sein? Möglichst das zu tragen was unaufällig ist?  

Kommentar von Sibylled ,

Anpassung ist immer schlecht! Wer authentisch ist, ist weder auffällig noch unauffällig - er ist sich selbst! Und das ist wichtig!

Kommentar von Melkor421 ,

Natürlich ist man dann Aufälliger als wenn man sich total anpasst. 

Antwort
von atzef, 104

Na ja, natürlich gefällt uns besser, von möglichst vielen anerkannt und/oder zumindest respektiert zu werden.

Andererseits befindet man sich auf dem besten Wege opportunitisch bedingter Selbstverleugnung, wenn man es jedem und immer Recht machen möchte.

Mangelt es dann an Selbstbewusstsein und/oder intellektuellen Bordmitteln mit diesem Spannungsfeld einen vernünftigen Umgang zu finden, droht man tatsächlich schnell wahlweise zum Freak, zum Schleimer oder zum Psycho zu werden.


Kommentar von Melkor421 ,

Und jetzt? Ich kann nicht ich selbst sein... 

Kommentar von atzef ,

Deine ganze Art der Selbstwahrnehmung und des Umgangs mit deinem Problem ist untauglich.

Du kannst nicht du selbst sein? Wer bist du denn? Du bist ein Mensch, der sich aktiv mit seinem sozialen und gesellschaftlichen Umfeld auseinandersetzen muss, um sich immer weiter zu einem unverwechselbaren Individuum zu ENTWICKELN.

Warum also kannst du kein Mensch sein, der sich verändert und entwickelt?

Was passiert, wenn du in ein leeres Glas Wasser starrst? Wird das durch dein Starren voll...? Was passiert, wenn du auf dein"Selbst" starrst...?

Kommentar von Melkor421 ,

Nein ich kann nicht ich selbst sein weil ich Angst vor Ablehnung habe.. 

Kommentar von atzef ,

Das ist Quatsch. Du BIST jemand, der Angst vor Ablehnung hat. DAS bist du. Nichts anderes und nichts mehr. Dahinter schlummert kein anderes Selbst.

Allenfalls möchtest du anders sein. Das wirst du aber nicht durch fingerschnippen, handauflegen oder dauerstarren in den Spiegel, sondern nur durch aktive Entwicklung und Veränderung, also praktischen Schritten der Selbstveränderung.

Kommentar von Melkor421 ,

Ja das bin ich und deshalb versuche ich jemand anderes zu sein aber nur aus Angst.

Kommentar von atzef ,

Das kannst du aber nicht "über Nacht". Dazu musst du dich durch ständige Selbstveränderung entwickeln, durch ständige Entwicklung entsprechend verändern.

Dafür muss du etwas TUN - nicht nur dich selber viktimisierend zum Opfer abstempeln und in eine Ecke stellen. Das ist fraglos bequemer, durchbricht aber nicht deinen selbstgestrikten Teufelskreis einer self-fulfilling-prophecy.

Da musst du schon raus aus deiner behaglichen Komfortzone als armes Opfer.

Kommentar von Melkor421 ,

Ich weiss es ist schon bequemer, Bequemer eine Fassade aufzubauen und so o halt unglücklich zu sein, aber immerhin keine Ablehnung zu befürchten weil ich so unnahbar bin... 

Kommentar von atzef ,

Ja.

Jetzt kannst du dich entscheiden, ob du dieses Hamsterrad immer weiter trittst oder ob du mit der gleichen Beharrlichkeit und Energie, mit der du argumentativ die Unveränderbarkeit deiner Situation behauptest dich auf den Weg machst. :-)

Kommentar von Melkor421 ,

Wird schwierig. 

Kommentar von Melkor421 ,

Ganz besonders Angst habe ich davor als unmännlich wahrgenommen zu werden.. 

Antwort
von XpressMak123, 84

Das ist jetzt nur eine ganz radikale, konkrete Ansicht, die ich schildere. Sie muss nicht stimmen, aber es ist eine Möglichkeit, die stimmen könnte. Vielleicht trete ich dir oder sonst jemandem aber auch total auf die Füsse.

Viele sagen, du solltest mehr zu dir selbst stehen. Ich verstehe die Problematik: Du siehst dich als Feigling, und hast das Gefühl, dass wen du mal zu dir stehst und dein eigenes Persönlichkeits-Dings durchziehst, von anderen negativ wahrgenommen wird. Das ist vielleicht sogar effektiv so. 

Vielleicht finden dich effektiv viele unsymphatischer, wenn du zu dir selbst stehst. Das ist normal. 

Warum? Du hast nun mindestens eine längere Phase lang - wenn ich dich richtig verstanden habe - kein Selbstbewusstsein. So entsteht keine entfaltung oder positive Entwicklung der Persönlichkeit, insofern wäre es normal, dass wenn eine nicht-entwickelte Persönlichkeit selbstbewusst auftritt, unsymphatisch o.ä erscheint. Denn das Selbstbewusste wärst im Moment ja nicht du, nur ein Pseudo-Selbstbewusstsein, welches negative Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Desshalb finde ich das Ziel, Selbstbewusstsein zu erlangen, total bekloppt. Nimm dir doch Glücklichsein als unterschwelliges Ziel, im Alltag aber Überleben als Ziel. Geh mit Zynik und melancholischer Musik in den Alltag, fühle dich wie der Kämpfer, der 100 weiteren gegenübersteht. Und irgendwann, im Laufe der Zeit, widerfahren dir positive Dinge, Dinge, die zu Selbstbewusstsein führen, und du wirst dich selbst zu mögen beginnen, aber nur dann, wenn du es für richtig hälst. Wann welches Gefühl angebracht ist und wann nicht, wirst du lernen.

PS: Es gibt sehr sehr sehr viele wie dich. 

Kommentar von Melkor421 ,

Das wäre der bequemste weg denn du da nennst.. Aber auch der Feigste. 

Kommentar von XpressMak123 ,

Das ist nicht feige, dass ich das mutigste. Sich gegen die Idiotie des sozialen Konstrukts unserer Gesellschaft, insbesondere jener deiner Altersgruppe, zu wenden.

Ich machte das genau gleiche mit 17. Aber eben, da es nur mein Weg war, möchte ich diesen nicht als ultimative Lösung für jedermann deklarieren. Zumal ich nun erst 18 bin, und sich die Lösung in absehbarer Zeit auch als die falsche entpuppen könnte.

Kommentar von Melkor421 ,

Also ich soll nicht versuchen ich selbst zu sein? 

Kommentar von XpressMak123 ,

Doch. Aber du selbst bist nicht unsicher. Du selbst und die Gesellschaft zusammen sind unsicher.

Kommentar von Melkor421 ,

Und jetzt?

Kommentar von XpressMak123 ,

Versuch, nicht dich selbst mit der Gesellschaft zusammen zu reflektieren. Versuch, dich alleine zu reflektieren, und irgendwann wird vielleicht dein Selbstbild, auch in Anbetracht des sozialen Zusammenlebens, positiver sein als momentan. So meint ich es.

Kommentar von XpressMak123 ,

VIELLEICHT vergass ich zu sagen. Ich kenn dich schliesslich nicht.

Kommentar von Melkor421 ,

Ich bin unsicher, und voller Selbstzweifel.. Stehe nicht zu mir selbst weil ich Angst habe habe vor Ablehnung.. 

Antwort
von Maximemaik, 130

Eine gewisse Angst davor ist normal, bei dir scheint diese allerdings ziemlich stark zu sein. Versuch mehr zu dir selbst zu stehen, Selbstvertrauen kommt oft noch besser an. Ich weiß das ist nicht leicht, hab ich auch schon hinter mir. Aber du schaffst das, dann wird das Leben auch um einiges leichter.

Kommentar von Melkor421 ,

Wie soll ich zu mir selbst stehen? Naja jedenfalls war das nicht immer so stark, es gab mal eine Zeit da war ich Selbstbewusster, doch jetzt wird es immer schlimmer.. 

Kommentar von Maximemaik ,

Zieh dich so an wie du es willst, dann fühlt man sich auch viel wohler

Kommentar von Maximemaik ,

Wie alt bist du denn? Vielleicht hängt das mit der Pubertät zusammen

Kommentar von Melkor421 ,

Also ich bin 16 fast 17. 

Kommentar von Maximemaik ,

Dann bist du im perfekten Alter für solche Ängste. So geht das vielen. Versuch trotzdem mehr du selbst zu sein, meistens geht das wenn die Hormone sich wieder beruhigt haben.

Kommentar von Melkor421 ,

Mehr ich selbst sein? Das wird schwer, gerade weil ich mir immer einrede ich bin nicht gut so wie ich bin und dann versuche ich meine Persönlichkeit zu verleugnen, zu verdrängen. 

Kommentar von Melkor421 ,

Das braucht aber viel Mut. 

Kommentar von Maximemaik ,

Da brauchst du eine ganze Menge Mut. Aber ich glaube ich sehe deinen Fehler, du redest dir selbst ein nicht gut genug zu sein, dein Selbstwertgefühl ist anscheinend nicht so gut. Hast du mal mit Freunden darüber geredet? Du kannst jede Hilfe brauchen die du kriegen kannst.

Kommentar von Melkor421 ,

Was für "Freunde"? Das sind keine Freunde, ich habe keine... Ich kann mit niemandem darüber reden.. Nicht wirklich.. Damit würde ich ja meine Fassade zerstören!! 

Kommentar von Maximemaik ,

Hast du wirklich keine Person der du wirklich vertraust? Das müssen wir ändern

Kommentar von Melkor421 ,

Nein habe ich nicht, ich kann niemandem vertrauen.. 

Kommentar von Maximemaik ,

Warum kannst du das nicht?

Kommentar von Melkor421 ,

Zu gross ist die Angst.. 

Kommentar von atzef ,

Und genau das sollte dein erstes Ziel sein, deine Fassade zu zerstören! Denn das ist offenkundig nur die hässliche Fassade eines Zuchthauses, in dem du dich selber einkerkerst und das verhindert, dass du normale soziale Kontakte entwickelst.

Also zerstör diese Fassade und betrachte das als Akt der Befreiung.

Kommentar von Melkor421 ,

Wenn ich nicht so ein Feigling wäre... 

Kommentar von atzef ,

Auch das ist eine verpeilte Selbstwahrnehmung. Du bist kein Feigling: Du bist ein Ausredenerfinder. :-)

Kommentar von Melkor421 ,

Natürlich bin ich ein Feigling.. 

Kommentar von Maximemaik ,

Nein bist du nicht, du redest es dir nur ein

Kommentar von Melkor421 ,

Schon irgendwie.. Mutig kann ich jedenfalls nicht sein, ist es etwa Mutig eine Meinung anzunehmen die eben Gängiger ist nur um nicht abgelehnt zu werden.. 

Antwort
von DBKai, 61

Ich denke, dass das normal ist. Ich freue mich auch mehr, wenn man mich mag und mir freundlich begegnet, als wenn man mich von vorne herein ablehnt.

Leider kann man es kaum beeinflussen. Die einen Menschen mögen dich sofort - sind gleich lieb zu einem... da ist es egal, woher du kommst und was du trägst... diese Leute freuen sich auch einfach über etwas Gesellschaft...

Andere sind mit sich selbst beschäftigt - sie lehnen einen also nicht ab - haben nur keine Zeit für einen.

Und die Übrigen lehnen einen ab - und werden auch immer etwas finden, warum sie einen ablehnen... man kann sich für diese verbiegen um dazu zu gehören - aber ich würde da gar nicht dazu gehören wollen... sie benutzen einen ja eh nur...  Das sind so Leute, die einen wegen Dingen nicht mögen, wofür keiner etwas kann: Geschlecht, Nationalität, Körpergröße, Hautfarbe... Haben angeblich oft Minderwertigkeitskomplexe und verhalten sich deshalb so... jedenfalls gehen sie mit einem nicht so um, wie sie selbst behandelt werden wollen würden... Gespräche sind auch oft kaum möglich...hatten ev. eine schwere Kindheit? Was weiß ich...

Kommentar von Melkor421 ,

Nicht alle die einen Kritisieren haben Minderwertigkeitskomplxe... 

Kommentar von DBKai ,

Das ist richtig. Habe auch kein Problem mit berechtigter und konstruktive Kritik! Wenn man jemanden wegen Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, etc. abwertet, hat das aber nichts damit zu tun. Man kann es diesen Leuten nicht recht machen - sie wissen auch gar nicht was sie wollen... Da liegt das Problem. Wenn man etwas kritisiert, sollte man auch wissen, was man besser machen könnte und inwiefern dies und das besser wäre...

Kommentar von Melkor421 ,

Also sollte man sich nicht verstellen indem man eben nicht das trägt was einem gefällt sondern trägt das was möglichst unauffällig und angepasst ist? 

Kommentar von DBKai ,

Wie meinst du das jetzt? Habe ich irgendwo so etwas ausgesagt?

Man braucht sich nicht verstellen - wenn einem etwas nicht passt, kann man das schon sagen - man sollte auch sagen können, was man stattdessen will und wohin das langfristig führen soll... man kann sich ja unterhalten und analysieren....Pro und Contra abwägen...

Von der Kleidung her, kann - von mir aus - jeder tragen, was er will. Es ist mir auch eher egal, wenn die Leute nackt durch die Straßen laufen... wenn sie das so wollen... dadurch hab ich noch keinen Schaden... und die Leute, die das tun, werden sich hoffentlich nicht erkälten...

Man kann auch sehr auffällige Kleidung tragen, die aus der Masse hervorsticht... ich würde es vermutlich bemerken... aber sind ja nur Klamotten... schön, wenn mal jemand durch den eigenen Stil etwas PEP ins Leben bringt... was ist schon viel dabei? Lady Gaga trägt ja auch alles mögliche.... wenn es nach mir geht, hätte ich nur gerne mehr fairtrade-Produkte... ohne Menschen-, Tier- und Naturleid... im Idealfall... wenn möglich.



Kommentar von Melkor421 ,

Nein du hast sowas nicht gesagt.. 

Kommentar von Melkor421 ,

Man kann auch sehr auffällige Kleidung tragen, die aus der Masse hervorsticht... ich würde es vermutlich bemerken... aber sind ja nur Klamotten... schön, wenn mal jemand durch den eigenen Stil etwas PEP ins Leben bringt...

Ja aber lieber etwas Unaufälliges tragen, egal ob das jetzt einem gefällt oder nicht, Hauptsache nicht aufallen. 

Kommentar von DBKai ,

Solange es noch Leute gibt, die einen wegen jeder Kleinigkeit (auch wenn keiner einen Schaden dadurch davon getragen hat) rauswerfen... wird man wohl noch eher aufpassen... sonst verschlechtern sich ev. die Job-Chancen etc. - diese verschlechtern sich in diesem System aber auch, wenn man selbstständig denkt und kein blinder Befehlsausführer ist... denn viele Leute profitieren davon, wenn die Leute wenig denken und wenig Fragen stellen... ist aber eigentlich kriminell... und führt keinen irgendwohin, wo man irgendwann gerne sein möchte...

Es passieren viele Dinge auf der Welt, bei denen ernsthaftere Schäden für andere Menschen entstehen - große Ungerechtigkeiten... darum kann man sich zuerst kümmern und wenn es das nicht mehr gibt und Weltfrieden vielleicht doch mal erreicht wird - dann kann jeder tragen, was er will... nur wenn es - aus bestimmten guten Gründen - Kleidungs-Vorschriften gibt, versucht man sich eben daran zu halten... spielt eben mit...  Why not?

Kommentar von Melkor421 ,

Also wie jetzt? Jetzt doch besser anpassen bis zum geht nicht mehr? 

Kommentar von DBKai ,

Nein - dafür bin ich nicht.

An schlechte Dinge sollte man sich nicht anpassen. Wenn da jetzt Menschen Böses tun, wäre Anpassung etwas Schlechtes. Eher sollte man nach Mitteln und Möglichkeiten suchen um diese negative Spirale durchbrechen zu können... durch Aufklärungsarbeit im Internet... durch die Suche nach Gesprächen - Fragestellung, warum die Person das so macht und nicht lieber so... Analyse...

Wenn etwas gut und sinnvoll ist, passe ich mich schon auch mal gerne an... oder ich schaue mir nützliche Verhaltensweisen ab... im positivem Sinne...

Kommentar von Melkor421 ,

Aber wenn es darum geht sich total zu verstellen und nichtmal das zu tragen was einem gefällt? 

Kommentar von DBKai ,

Ist das bei dir so? Warum sollst du dich verstellen?

Sollte nicht so sein....

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