Frage von Protoxin, 75

Ist Angst nicht die Ursache allen Übels?

Eine tief philosophische Frage, aber ist es nicht so?
Ich denke alles böse und schlechte existiert nur aus Angst.

Eifersucht zb ist die Angst vor Verlust, Rassismus ist die Angst selber nicht mehr genug zu bekommen, Religion ist die Angst vor dem Tod.

Angst bestimmt das Leben der meisten Menschen und bringt uns dazu furchtbare Dinge zu tun.
Was denkt ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Micromanson, 28

Der Schlüssel zu deiner Frage findet sich in der Psychologie.

Es gibt 3 bzw 4 Urängste der Menschheit, die bei jedem anders ausgeprägt sind.

1.) Angst vor Tod
("hysterische Angst")

2.) Angst vor Ungeborgenheit
("depressive Angst")

3.) Angst vor Verlassenwerden
("schizoide Angst")

4.) Angst vor Unsicherheit
(" Zwanghafte Angst")

Jeder hat eine ausgeprägte Art von einer dieser Ängste, und lässt sich durch diese Angst leiten.

Bsp. Du bist ein Einzelgänger, dann hast du womöglich Angst vor Nähe und gehörst somit zu 3.)

Also ja, grob gesagt baut alles auf Angst auf.

Wobei deine Beispiele nicht ganz richtig sind.
Eifersucht entsteht nur zu 25% aus Angst und ist eher ein nicht befriedigter Besitzanspruch an eine Person, bedeutet, man denkt man verdient mehr Aufmerksamkeit als einen gerade geschenkt wird.

Hoffe ich konnte helfen, LG.

Antwort
von berkersheim, 26

Es gibt viele grundlegende Emotionen, die prinzipiell weder gut noch schlecht sind. Angst gehört zu den überlebenswichtigen Abwehrmechanismen. Allerdings gibt es Angst in großer Bandbreite und einigen Stufen haben wir sogar eigene Namen gegeben wie Furcht, Respekt, Vorsicht usw.. In der antiken Lebensphilosophie wurde der Umgang mit Emotionen sehr breit thematisiert, später wieder von der Existenzphilosophie aufgegriffen. Vor allem bei Epikur können wir lernen, dass nicht die Emotionen für sich ausschlaggebend sind sondern die gesellschaftlichen und individuellen Interpretationen, denen wir sie zuordnen. Hier kommt die Vernunft ins Spiel, mit der wir lernen, den Emotionen eine richtige, realitätsabbildende Bewertung zu geben. Das gilt auch für die Gier, die nach Epikur eine "Entartung" eines durchaus gesunden Strebens nach positiver Lebensorientierung ist. Deswegen ist es falsch, ihm als Ziel die größte Lust zuzuschreiben. Das würde seiner Einstellung widersprechen, dass die Beherrschung der Emotionen durch vernünftige Bewertung Grundlage für ein gelingendes Leben ist. Wie "drachenfreund" richtig darstellt, sind wir in der Realität selten monokausal nur von einer Emotion bedrängt.

Antwort
von drachenfreund, 30

Ich denke nicht.

Raubt man andere Menschen nur aus weil man Angst davor hat arm zu sein? Ich bin der Meinung, so einfach ist die Welt nicht. Der Reiz des Kicks, Anerkennung in der Gaunertruppe. das Glücksgefühl hinterher dürfte eine wesentlich größere Rolle spielen als nur die Triebfeder der Angst.

Religion hat auch nicht nur damit zu tun, die Angst vor dem Tod zu überwinden. Sicher ist es ein wesentlicher Teil der Religion. Aber es geht auch um Gruppenzugehörigkeit, Struktur im Leben, Rückbesinnung auf das Wesentliche bei schlimmen Ereignissen und wahrscheinlich vieles mehr.

Antwort
von J1gsaw, 12

Allen übels kann man wohl nicht nur einseitig zuordnen. Was Ängste betrifft, find ich die Antwort von Micromanson echt gut (sachlich).

Viel mehr, ich würd sagen heutzutage der Großteil, rürt von Gier her. Wie viele andere häufig negative Eigenschaften/ Emotionen/ Gefühle, die wir Menschen aus streben nach Macht entwickelten.
Macht und Dominanz sind evolutionär in der Natur normal. Bspw. kann der stärkste Löwe das Rudel besser verteidigen. Das streben nach Macht wird bei uns ledoch durch unersättliche Gier genährt. Diese in un-/ übernatürlichem und somit ungesundem Maße, bringt Leid und Schaden nicht nur für andere Spezies, sondern auch der/ dem gesamten Umwelt/ Umfeld und somit auch der eigen Speziesmit sich.

Viele Ängste lassen sich auf grundlegende Instinkte zurückführen. Die meisten Instinkte sind aber im Laufe der Zeit (oder sagen wir mit über Jahrtausende hinweg steigender "Inteligenz") so stark bei der Spezies/ dem Tier Mensch verkümmert, sodass der reine Urinstinkt zu leben meist nicht mehr reicht.

Antwort
von knox21, 29

Gier ist schlimmer als Angst und Religion ist nicht unbedingt die Angst vor dem Tod.

Kommentar von Micromanson ,

Inwieweit?

Kommentar von J1gsaw ,

Relion und Glaube gilt es denke ich auch noch zu unterscheiden.

Der Glaube an einen Gott ist wie ich finde, in gewisser Hinsicht schon eine Angst. Der Mensch möchte sich nicht unbedeuten/ unnütz oder einsam fühlen, er braucht eine Hoffnung, einen tieferen Sinn seines bestehens. Drum wurde "etwas Höheres" geschaffen, das all diese Bedürfnisse und Ängste deckt.

Heutzutage ist Religion fast nur noch ein Mittel zum Zweck. Mit ihr kann sehr vieles gelenkt und gerechtfertigt werden. Wer nichtmal den letzten Satz zugeben kann ist nicht nur religiös (kann natürlich gerne jeder wie er will sein), sondern extrem naiv, was schon fast an religiösen Fanatismus grenzt.
Die Entstehung fast aller großen Weltreligionen ist astronomische Fehlinterpretation. Wenn der Mensch etwas nicht weiß oder versteht versucht er es zu deuten/ interpretieren/ erklärbar zu machen. Die Suche nach dem Warum.

Kommentar von knox21 ,

Es gibt sicher mehr Verbrechen aus Gier als aus Angst und der Zusammenhang von Religion und Angst vorm Tod ist auch nicht zwangsläufig vorhanden.

Antwort
von Geisterstunde, 33

Ich denke, ich finde Deine persönliche ratsuchende Frage nicht.

Kommentar von Micromanson ,

Danke für die Mitteilung! Hier, nimm 10 Punkte.

Kommentar von J1gsaw ,

Wer weiß, vllt. will Protoxin zum Thema Angst ein Refarat halten oder überlegt ob er Psychologie studiert.

Antwort
von Hyperdinosaurus, 18

Ist nicht die Gier gleichsam Triebfeder für destruktive Dynamiken ?

Antwort
von gottesanbeterin, 2

Nein, so ist das nicht.

Die Ursache allen Übels ist es Angst (systematisch) zu erzeugen, weil sie lähmt und manipulierbar/berechenbar macht.

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