Frage von Pahana, 72

Ist Alkoholsucht auch eine Art psychische Erkrankung - schließlich müssen Trinker nicht zwingend auch depressiv sein?

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von km11111, 6

Hallo!

Nach dem internationalen Diagnosesystem wird eine Alkoholabhängigkeit als psychische Erkrankung eingestuft.

Der derzeitige Wissensensstand betrachtet sie aber als hirnorganische Erkrankung. Durch das Trinken von Alkohol verändert sich das Gehirn strukturell und bleibend. Diese Veränderungen führen zunehmend zu spezifischen Verhaltensänderungen, die man als Suchtverhalten bezeichnet. 

Das Ausmaß der Hirnveränderungen scheint von genetischen Faktoren abzuhängen (Anfälligkeit für diese Veränderungen), daher kann der eine jahrelang/jahrzehntelang exzessiv Alkohol trinken, ohne eine Abhängigkeit zu entwickeln, der andere ist hingegen schon bei kleinen Mengen und nach kurzer Zeit "drauf".

Bei Alkoholkonsum zur Stimmungssteigerung insbes. bei psychischen Erkrankungen und "Bewältigungstrinken" z.B. bei Ängsten steigt das Risiko einer entsprechenden Hirnveränderung um ein Vielfaches. Daher kann man nicht in den meisten Fällen, aber doch recht häufig beobachten, dass neben einer Alkoholabhängigkeit noch weitere, auch psychische Erkrankungen bestehen (neben depressiven und Angsstörungen v.a. Persönlichkeitsstörungen). 

Ist es zu einer Abhängigkeit gekommen, muss erst diese behandelt werden.

Alkoholabhängigkeit kann nicht durch Psychotherapie behandelt werden. Indiziert ist eine Suchttherapie, in der der Erkrankte lernen kann, mit dieser hirnorganischen Veränderung und den Verhaltensänderungen zu leben. Ziel ist hier die Abstinenz und deren Absicherung, sowie (daher) die Minimierung von  und auch der Umgang mit und die Begrenzung von Rückfällen.

Es kann sinnvoll sein, zur Absicherung der Abstinenz eine Psychotherapie an eine Suchttherapie anzuschließen, wenn eine psychische Erkrankung (häufig Persönlichkeitsstörungen) ein hohes Rückfallrisiko darstellen.

VG

Antwort
von bodyguardOO7, 16

Alkoholsucht ist eine psychische Erkrankung - die Entwicklung vom Genuss über die Gewöhnung bis zur psychischen und körperlichen Abhängigkeit ist schleichend. Genaueres dazu findest Du hier.

https://www.palverlag.de/Alkoholsucht-Alkoholismus.html

Antwort
von DieKatzeMitHut, 41

Sucht wird als psychische Erkrankung eingestuft, ja.

Antwort
von kokomi, 38

sucht ist immer eine psychische erkrankung

Kommentar von Pahana ,

Und wenn ein bereits psychisch erkrankter aufgrund seiner Erkrankung anfängt, zu trinken, damit er sich wenigstens eine Zeitlang gut fühlt. Um welche Form der psychischen Erkrankung handelt es sich hierbei? Viele Leute fangen ja allmählich an ( in lustiger Gesellschaft z. b.) zu trinken, bis sie auf einmal feststellen, dass sie Alkohol  schon brauchen.

Kommentar von kokomi ,

dann müsste man die vorerkrankung kennen, aber alkoholiker verwenden dies auch gern als ausrede - zu wenig infos, um etwas genaueres zu sagen

Kommentar von Pahana ,

Das ist schon klar. Ist es nicht aber auch so, dass Alkoholiker den Alkohol nicht mehr geniessen können, wie etwa ein gelegentlicher Weintrinker, sondern dass der Alkoholiker nur deswegen trinkt, um sich zu beruhigen? Alkohol: Eine Art Ersatzmedizin? Immerhin ist Alkohol auch ein Nervengift. Erst beruhigt er die Nerven, und während der Nüchternheit zittern viele Alkoholiker.

Kommentar von kokomi ,

auch das ist verschieden - komm doch mal zum kern deiner frage, du redest drumherum

Kommentar von Pahana ,

Drumherum gehört auch zum Kern

Kommentar von kokomi ,

das drumherum ist aber jetzt abgefrühstückt...

Kommentar von Pahana ,

wir haben ja auch schon 14Uhr15

Antwort
von spoceg, 39

Alkoholsüchtige entwickeln sowohl eine psychische als auch eine physische Abhängigkeit.

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