Frage von meansa, 80

Ist aktive Meditation sinnvoll?

Hey Leute, ich beschäftige mich seit 1-2 Wochen mit Meditation. Grund dafür ist, dass ich ständig in einer Gedankenschleife hänge und nicht abschalten kann. Ich bin dann auf die aktive Meditation gestoßen, bei der man erst total verrückt ist (schreien, rumspringen etc.) und danach die Stille genießt.

Ich probiere das meist einmal täglich zu machen. Im Haus geht das leider nicht, da meist jmd da ist und das die Nachbarn hören würden. Daher gehe ich immer raus z.B. ins Feld und schreie, tobe etc. und lass für 3 Minuten alles raus, was geht. Ich mach das immer an Stellen, wo nichts los ist, weil wenn das jmd sieht, wäre das schon peinlich. Was meint ihr, ist sowas nur für Spinner? Also ich meine, ich komm dann direkt danach eher zur Ruhe, aber vllt ist das auch nur Einbildung.

Wer kennt sich da aus und kann mir Rat geben?

Danke!

Antwort
von Enzylexikon, 43

Zur aktiven Meditation

Diese dynamischen Meditationen wurden besonders durch den umstrittenen indischen Guru Bhagwan/Osho im Westen bekannt.

Er vertrat die Ansicht, dass moderne Menschen einfach zu verkopft sind, um geistig sofort in die Stille zu gehen, so dass er dynamische Methoden als sinnvolle Hinführung zum meditativen Geisteszustand ansah.

Dass man danach eher zur Ruhe kommt ist verständlich - die körperliche Aktivität ist anstrengend und man ist anschließend erschöpft, was einen Ruhezustand natürlich begünstigt.

Meine Meinung

Ich bin der Ansicht, dass es durchaus sinnvoll sein kann, allerdings sehe ich auch Nachteile, so dass man durchaus versuchen sollte, stille Methoden zu üben.

So kann man sich bei solchen Aktionen auch leicht in eine Art hysterische Emotionalität hineinsteigern, die man vorher gar nicht empfand.

Außerdem sind solche Methoden natürlich nicht dafür geeignet, wenn man mal in einer freien Minute einfach wieder einen klaren Kopf kriegen will.

Da sind dann Autogenes Training, stille Atembeobachtung o.ä. geeigneter, wenn man mal in der Pause auf der Toilette auch geistig durchatmen will.

Wenn es dir also hilft, kannst du es weiterhin machen, allerdings vielleicht auch einmal ergründen, weshalb du nicht abschalten kannst.

Unter Umständen kann man bereits mit ein paar einfachen Veränderungen im Lebensstil positive Effekte erzielen.

Manchmal ist es einfach Reizüberflutung und die ständige Erreichbarkeit durch Mobilgeräte. Man fürchtet, wichtiges zu verpassen. Also: Handy aus.

Manchmal kann es auch helfen, wenn man äußere Ordnung schafft, und sich im Rahmen einer Entrümpelung von überflüssigen Dingen trennt.

Allgemeine Entschleunigung ist ebenfalls hilfreich - im Tagesplan auch Zeit für geistige Freiräume zu reservieren.

Eine Alternative zur aktiven Meditation wäre regelmäßiger Sport, oder andere körperliche Betätigung als Ausgleich zur geistigen Beanspruchung.

Körperliche Aktivität ist vor allem für Menschen sinnvoll, die mit ihrer Zeit nichts anzufangen wissen und zu viel Zeit zum Grübeln und Nachdenken haben.

Soweit ein paar allgemeine Tipps von meiner Seite. :-)

Antwort
von Ikiru, 34

Also ich mache aktive Meditationen seit einer ganzen Weile. Viele davon sind von Osho. Ob er umstritten gewesen ist, ist mir dabei eigentlich egal, weil ich die Meditationen als Hilfsmittel verstehe, die für mich einfach gut funktionieren und das ist mir das wichtigste.

Mir fällt es leichter an angestaute oder unterdrückte Gefühle "heranzukommen" über Bewegung, Atmung und meine Stimme, sie wahrnehmen und da sein lassen zu können, deshalb finde ich aktive Meditationen so wirkungsvoll. Und Stille Phasen gibt es ja auch immer dabei.

Also einfach ausprobieren, am besten mit ein bisschen Begleitung und Unterstützung (Meditationsstudio, Gruppe o.Ä.) und viel Spaß dabei!

Antwort
von LorettaMartin, 23

Das ist wohl so etwas wie die Kundalini-Meditation von Osho, obwohl ich den Begriff »aktive Meditation« nicht kenne. Allerdings praktiziert man die Kundaline-Meditation nicht 3 Minuten lang, sondern 30. Das ist nichts für Spinner, sondern eine ganz ausgezeichnete, wenn auch ungewöhnliche Meditation. Verlass Dich ruhig auf das, was Du spürst, das muss Dir niemand bestätigen. Und wenn es Dir gut tut, dann ist es auch gut. Sogar dann, wenn die Meditation nicht von Osho ist. :-)

Finde ich gut, dass Du Dir dafür ein Plätzchen irgendwo weitab draußen suchst. Das macht das Ganze vermutlich noch wirkungsvoller, als wenn Du in Deiner gewohnten Umgebung bleiben würdest.

Antwort
von DrachentigerNo1, 16

Ja, ich finde diese Methode sinnvoll und würde sie gern selbst ausführen. Mir fehlt aber, wie Dir, ein Platz im Haus. Unsere Gegend ist leider nicht so, dass ich mich draußen einfach so austoben könnte. Vielleicht versuche ich es mal an der Isar. :-)

Antwort
von todofo, 11

Hallo, ja sowas kann natürlich anfangs schon helfen mit der Aktivität vor dem Meditieren. Aber wie "Enzylexikon" schon sagte, vielleicht solltest du einmal schauen, warum du das brauchst. Ob dir irgendetwas "fehlt" oder du zuviel Ärger, Wut oder anderes mit dir herumträgst und das nicht so recht rauskommt?

Vielleicht hilft dir diese Android-App zum Meditieren:

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.start2dream.meditation_des_tage...

Antwort
von KatzenEngel, 25

Hey, Dank Dir :) Ich bin absolut kein Spinner, im Gegenteil, aber das hört sich voll toll an. Ich denke, ich werde es auch mal versuchen. Am besten zuerst im Haus, damit ich auch mal "auffalle" ;)

Also meine Antwort: Ich finds toll, dass Du Dich damit beschäftigst und absolut keine Spinnerei :)

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