Frage von buesrakoc, 101

Islamische Religionslehre studieren sinnvoll&unterrichten mit Kopftuch?

Ich warte zur Zeit auf die Notenbekanntgabe und möchte dieses Jahr noch mit meinem Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und islamische Religionslehre anfangen. Doch da hab ich so manche Zweifel. Erstens trage ich ein Kopftuch und befürchte deswegen in keiner Schule angenommen zu werden bzw das Kopftuch ablegen zu müssen (was ich überhaupt nicht möchte) und zweitens habe ich mir das Gesetz über das In-Kraft-Treten des islamischen Religionsunterrichts angeguckt und gelesen dass dieses gesetzt nur bis zum Jahre 2019 gilt :) was soll diese Frist eigentlich überhaupt? Was passiert denn dann nach 2019 mit denen die das studiert haben? Und wie sind eigentlich die Gesetze darüber mit dem Kopftuch zu unterrichten?

Danke schonmal im Voraus :) lg

Antwort
von grubenschmalz, 28

Aufgabe der islamischen Religionslehre in NRW:

(Auszug KLP)

Grundsätzliche Aufgabe des islamischen Religionsunterrichts ist es, in der
Begegnung mit islamischer Glaubensüberzeugung und -praxis zu einer
tragfähigen Lebensorientierung beizutragen. Dieses Ziel wird dadurch erreicht,
dass Lebenswirklichkeit und Glaubensüberzeugung immer wieder
wechselseitig erschlossen und miteinander vernetzt werden.

auf der Grundlage islamischer Quellen (u. a. Koran, Sunna) zu eigenverantwortlichem
Leben und Handeln zu motivieren und zum eigenverantwortlichen
Umgang mit dem Glauben zu befähigen,
• aktive und reflektierte Auseinandersetzung mit der islamischen Religion
und Tradition zu ermöglichen und über die Geschichte und die Lebenswirklichkeit
der Musliminnen und Muslime zu informieren,
• innerislamische und gesellschaftliche Pluralität aufzugreifen und für
deren Bedeutung und Wert zu sensibilisieren,
• zur Entwicklung von Gestaltungskompetenz Perspektiven für Verständigungsbereitschaft,
Offenheit, Toleranz und Respekt zwischen
Menschen und Gesellschaften mit verschiedenen Religionen und
Weltanschauungen zu eröffnen und somit ein gelungenes Zusammenleben
der Menschen in Gleichberechtigung, Frieden und gegenseitiger
Achtung und Zuwendung zu fördern,
• fachsprachliche Kompetenz der Schülerinnen und Schüler besonders
auch im Hinblick auf die islamische Kultur und Metaphorik zu fördern,

• Wissen über andere religiöse Bekenntnisse zu vermitteln,
• die religiöse wie auch interreligiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit zu fördern.

Antwort
von grubenschmalz, 34

Es gibt nun mal viele Muslime in Deutschland und diese haben das Recht ihre Religion zu erlernen und auszuüben. Sei es in der Schule oder wo anders.  Und das von richtigen Muslimen!!! Nicht von Menschen die die Religion komplett verkehrt vermitteln.

Sei mir nicht böse, der Religionsunterricht ist nicht dazu da ihre Religion "zu erlernen und auszuüben". Weder der christliche noch der islamische Religionsunterricht. 

Falls du mit diesen Voraussetzungen an dein Lehramtsstudium gehst, wirst du spätestens mit Beginn deines Referendariats eine herbe Enttäuschung erleben.

Kommentar von buesrakoc ,

Das möchte ich natürlich nicht. Wozu soll er dann da sein?

Antwort
von grubenschmalz, 52

Der Hintergrund mit der islamischen Religionslehre ist, dass hier sehr stark Einfluss durch die Ditib genommen wurde. Was ich auch für völlig falsch halte.

Kommentar von jentolon ,

Die muslimischen Verbände können sich auch nicht einigen, so wie ich das aus den Nachrichten hörte, weswegen auch der Status der Körperschaft noch nicht vergeben werden konnte. (Halbwissen von mir)

Antwort
von jentolon, 41

Ich würd mal sagen, dass Lehrer mit islamischer Theologie gesucht sind. Von der Politik wird es ja auch gefordert.

Mit dem Kopftuch ist es so, dass es in Berlin ein Gesetz gibt, wonach jeglichen religiösen Symbole im Unterricht verboten sind und darunter fällt auch das Kopftuch.

In den anderen 15 Bundesländern kann es anders sein. In BW weiß ich, dass die Lehrerin nicht zum Schuldienst zugelassen wurde. Sie hat geklagt und in erster Instanz verloren.

Wär für dich das Kopftuchtragen essentiell? Kenn mich da nicht so aus, aber ich dachte, dass das eher mit der Tradition als mit der Religion zusammen hängt. Oder hängt es mit den religiösen Strömungen (liberal/konservativ) im Islam zusammen (gibt es ja auch im Christentum oder Judentum), dass manche Kopftuch tragen und manche nicht?

Könntest du eine Imamin werden? Bei den Katholiken wär das bspw nicht möglich, aber bei den Evangelen. Bisschen abgeschweift vom Thema...

Viele Grüße

Kommentar von buesrakoc ,

Ich trage es auch religiöser Überzeugung. Die Religion hat Vorrang vor der Tradition. Ich laufe ja auch nicht mit Folklorekleidubg durch die Stadt weil es Tradition ist :) also ganz klar, das Kopftuch ist Teil der Religion. Manche Männer, die überhaupt nicht religiös sind, sind einfach nur krank nach Eifersucht und zwingen die Frauen sich zu verhüllen. Total egoistisch also. Und Imame können nur Männer werden. Prophete waren ja auch nur Männer, da die körperliche Gabe der Frau viel schwächer und empfindlicher (die emotionalität spielt da auch eine große Rolle) als die des Mannes ist, soll dadurch verhindert werden, dass die Frau überfordert wird. 

Kommentar von jentolon ,

Ich würd mich für eine neue europäische liberale Strömung der islamischen Theologie aussprechen. Gleichberechtigung - heißt, dass auch Frauen Imame werden könnten und als gleich stark/schwach wie Männer angesehen werden.

Bei den Katholiken würd ich mich auch für eine Erneuerung aussprechen, da dort Frauen auch nicht die gleichen Rechte haben.

Aber das wird dauern

Kommentar von LordPhantom ,

Frauen können sowas auch!!

Antwort
von 3plus2, 13

Kopftuch ist das Erkennungszeichen, das du eine gläubige Muslima bist, die den Koran befolgst und du den Islam gut findest und was der Islam in der Welt anrichtet ist schlimm, sehr schlimm,

Im Koran steht, >Sure 55 Vers 56< nehmt keime Ungläubigen zum Freund, im tiefsten Herzen müssen wir die Ungläubigen Hassen.

Menschen die mich Hassen (müssen) mit denen möchte ich nichts zu tun haben, denen kann ich nicht vertrauen und nichts von essen, bedient oder behandelt werden.

Kommentar von buesrakoc ,

(55:56) : [55:55]
Darin sind (keusche Mädchen) mit züchtigem Blick, die weder Menschen noch Dschinn vor ihnen berührt haben. 

Unter "sure 55 vere 56" ist nur dieser koranvers hier zu finden. 

Ich bin eine Gläubige Muslima mir wurde weder beigebracht krieg zu veranstalten und unschuldige Menschen zu töten, noch ungläubige zu hassen. Das was in den Medien verbreitet wird, ist nicht der Islam selbst. Genau deswegen bin ich für einen islamischen Religionsunterricht, denn wenn der Islam weiterhin falsch verstanden und vermittelt wird, dann werden die Grausamkeiten nie aufhören und die Vorurteile nie verschwinden. 

Kommentar von Klaraaha ,

Auch der Religionsunterricht unterliegt der staatlichen Kontrolle. Du kannst dir nicht raussuchen, was du den Kindern beibringen sollst. Dazu gibt es Lehrpläne und Religionsbücher für den Schulunterricht. Daran mußt du dich halten. Du solltest dich mal über Professor Khorchide informieren, was der Arme alles mitmachen mußte. Seinen Glaubensbrüdern ist der nicht streng genug. Dabei versucht der nur den Islamunterricht bzw. die Lehrpläne so zu gestalten, dass nicht gegen das GG verstoßen wird. Extremistisches Gedankengut hat nichts im Schulunterricht zu suchen, wie z.B.  den Kindern zu erzählen, dass alle die den Islam nicht annehmen in die Hölle kommen und andere Nettigkeiten. Wenn du denen erzählst dass Frauen Kopftücher tragen müssen, bist du schon draussen.

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