Frage von Toghrul, 93

Islam oder Evolutiontheori?

Meine Religion ist Islam. Gestern war die Animation von google.com ueber Evolutiontheorie. Wem soll ich glauben?

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Evolution, 92

Warum bist du denn der Meinung, dich auf eines von beiden festlegen zu müssen? Ich bin der Meinung, dass Wissenschaft und Glauben sich nicht zwangsläufig ausschließen, solange man weiß, wo die Grenze zwischen Wissen und Glauben liegt.

Glauben beginnt da, wo man nichts wissen kann. Das ist zum Beispiel so, was die Existenz eines Gottes betrifft. Ob es Götter nun gibt oder nicht, blicken lassen tun sie sich niemals. Da zu ihnen also keine Daten vorliegen, kann niemand mit Bestimmtheit wissen, ob es Götter gibt, und wenn ja, welche Eigenschaften sie aufweisen. An die Existenz von Göttern oder an bestimmte Eigenschaften kann man lediglich glauben, aber wissen kann man es nicht. Da dieser Glaube im Grunde nur ein Schuss ins Blaue ist, kann man auch gut darauf verzichten, aber anderen absprechen kann man ihn auch nicht.

Wenn man jetzt aber versucht, mit Glauben auf einem Gebiet zu argumentieren, worüber man etwas wissen kann, kommt man damit nicht weit. Das ist zum Beispiel so, wenn es um Evolution geht. Angesichts der Beweislage (auf Nachfrage kann ich das auch ausführen) kann man die Evolution nicht ernsthaft abstreiten. Wenn Leute glauben, die Erde sei 6000 Jahre alt und Arten seien unveränderlich, liegen sie damit nun einmal nachweislich falsch.

Aber was haben jetzt Götter mit Evolution zu tun? Im Grunde nichts. Nur weil es nachweislich Evolution gibt, heißt das nicht, dass es Götter nicht geben kann. Man kann also durchaus einer Religion angehören und trotzdem die Evolution anerkennen. Evolution steht mit Teilen der Religion in Konflikt, zum Beispiel mit dem Schöpfungsmythos. Aber für einen Gläubigen stellt das nur dann ein Problem dar, wenn er auf dem Absolutheitsanspruch seines Glaubens beharrt. So ein Absolutheitsanspruch führt, wenn man ihn konsequent fortführt, letztendlich auch zu solchen Tragödien wie dem Anschlag kürzlich in Paris oder zu Glaubenskriegen, in denen jeder Beteiligte fest davon überzeugt ist, die alleinige Wahrheit zu besitzen, während alle anderen falsch liegen.

Wenn man nicht der Meinung ist, jeder Aspekt der eigenen Religion oder Weltanschauung sei eine unumstößliche Wahrheit, ergeben sich daraus auch keine Probleme für einen selbst oder für andere. Ich hatte etwa einmal mit einem Herrn aus dem Geologiebetrieb zu tun, der fest an die Existenz des christlichen Gottes glaubte und auch ein frommer Kirchgänger war. Für ihn war es aber auch eine Tatsache, dass die Erde seit 4,5 Milliarden Jahren existiert und sich in dieser Zeit sowohl der Planet selbst als auch die Lebewesen auf ihm verändert haben. Er hat da ganz einfach keinen Zusammenhang zu seinem Glauben hergestellt.

Wenn du also ein vernünftiger und offen denkender Mensch bist, akzeptierst du die Evolution als den Prozess, der Organismen mit der Zeit verändert, weil das nun einmal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so ist. Davon unabhängig kannst du jeder beliebigen Religion angehören, kannst jede beliebige Partei wählen und jedes beliebige Gericht essen. Oder es bleiben lassen. Was Glauben, Weltanschauung und Vorlieben angeht, gibt es nunmal einfach keine Wahrheiten.

Gestern war übrigens das 41. Jubiläum des Fundes von Lucy, der 3,2 Millionen Jahre alten Menschenfrau. Ich finde es ja nett, dass so etwas bei Google zelebriert wird, aber ich hatte Mühe, in den drei Affen die Buchstaben "oo" zu erkennen.

Antwort
von Hamburger02, 92

Die Evolutionstheorie ist bewieseneTatsache, da gibt es nichts zu glauben. Man kann das Wissen akzeptieren oder sich absichtlich dumm stellen und Tatsachen ignorieren.

Glauben oder nicht glauben kann man der Schöpfungsmythologie bei Juden, Christen und Moslems, die sich alle auf die Genesis im Alten Testament beziehen und die letztlich im alten Sumer (Zweistromland, heute Irak) vor über 4000 Jahren erfunden wurde und von Moses und Mohammed abgeschrieben wurde.

Kommentar von Bernhard64 ,

Bewiesene Tatsache?? Deshalb heißt sie ja Theorie, oder?

Kommentar von Hamburger02 ,

Theorie heißt ganz kurz übersetzt: "Abbild der Realität". Ob dieses Abbild der Realität tatsächlich die Realität abbildet oder nur Spekulation ist, wird durch Beobachtung überprüft. Sprechen alle Beobachtungen für die Richtigkeit des Abbildes und lassen sich mit diesem Abbild korrrekte Vorhersagen machen, dann gilt die Theorie als "bewiesen". Genauso ist es bei der ET. Alle Beobachtungen sprechen für die Richtigkeit, keine spricht dagegen.

Zur Unterscheidung zu religiösen Überzeugungen (Glauben): auch hier wird versucht, ein Abbild der Realität sowie Prognosen abzugeben. Bloß leider ohne jeglichen Beleg der Richtigkeit, weswegen bei Religion nicht von Theorie sondern nur von Spekulation die Rede sein kann.

Worauf sich letztlich jemand verlässt, ob auf eine gut begründete wissenschaftliche Theorie oder auf völlig unbewiesene Spekulationen aus der Antike bzw. dem Mittelalter, muss jeder für sich entscheiden.

Kommentar von Bernhard64 ,

Aha, das also kann durch empirische  Studien festgestellt werden. Such einmal unter Univ. Prof. Dr. Siegfried Scherer das Video: was Darwin nicht wissen konnte.

Kommentar von Hamburger02 ,

Die ersten 20 Minuten habe ich mir angeguckt, das war nur Gesülze ohne ein einziges wissenschaftliches Argument. Dann hatte ich die Nase voll davon.

Fasse doch mal die Argumente gegen die ET zusammen, falls im weiteren Vortrag noch welche kamen.

Kommentar von CalicoSkies ,

Sorry, aber def Typ ist religiöser Fundamentalist und entfernt dich meilenweit von wissenschaftlichen Arbeitsmethoden :)

Die Einladung an Siegfried Scherer zum "Erfurter Dialog" im Januar 2006, initiiert durch den Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus, wurde nach heftiger Kritik zurückgezogen. Die Kritik stammte unter anderem von der AG Evolutionsbiologie des Verbands deutscher Biologen, die sich "in erster Linie mit religiös motivierter Evolutionskritik [auseinandersetzt], die von ausgewiesenen Biologen stammt und/oder im Umfeld organisierter fundamental-christlicher Gruppierungen (wie z.B. der Studiengemeinschaft Wort und Wissen) präsentiert wird"[3], von der Opposition im Thüringer Landtag sowie kritischen Berichten in den Medien.[4]

https://www.psiram.com/ge/index.php/Siegfried_Scherer

Antwort
von OnkelSchorsch, 55

Evolution ist keine Frage des Glaubens. Evolution erkklärt, wie die verschiedenen Arten entstanden sind, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Etwas, das Beobachtungen und/oder die Realität erklärt, nennt man in der Wissenschaft eine "Theorie". Das ist etwas anders als in der Umgangssprache, in der Theorie gewissermaßen etwas bezeichnet, das nur behauptet wird. Nein, in der Wissenschaft hat Theorie einen anderen Sinn. Theorie beschreibt die Realität. So wie etwa die Gravitationstheorie die Schwerkraft beschreibt, so beschreibt die Evolution(stheorie) die Entwicklung der Arten. Glauben ist da nicht erforderlich, auch wenn du nicht an die Gravitationstheorie glaubst, wirst du fallen, wenn du aus dem Fenster springst.
Die Evolution ist also eine Tatsache. Tatsächlich ist die Evolutionstheorie die wohl am besten und häufigsten bewiesene (oder besser gesagt: belegte) Theorie überhaupt.
Evolution steht auch niemals im Widerspruch zum Glauben. Wenn etwa in heiligen Texten Dinge stehen, die mit der Realität so nicht in Einklang zu bringen sind oder der Realität widersprechen, dann muss beachtet werden, dass heilige Texte eine andere Bedeutung haben. Sie beinhalten höhere und andere Wahrheiten, sie beschreiben dann nicht die simple Realität um uns herum, sondern stellen Wahrheiten einer höheren Ebene dar. Vereinfacht gesagt: heilige Texte sind symbolisch zu verstehen, nicht wörtlich.
Du kannst also das glauben, was deine Religion, deine heiligen Texte dir sagen und gleichzeitig vernünftig sein und dich an sachliche Fakten halten.

Antwort
von realsausi2, 91

Glauben kannst Du nur dem Islam.

Die Evolutiontheorie hat mit Glauben nichts  zu tun. Das kann man wissen. Entweder man erkennt Fakten an oder eben nicht.

Im Gegensatz zum Islam kann man über die ET aber sehr viel sehr gut gesichertes Wissen erlangen. Es gibt Bücher, Filme und Museen, die sehr gut vermitteln, wie wir uns entwickelt haben. Hieran gibt es keinen vernünftigen Zweifel.

Beim Islam kannst Du nur einem Buch glauben. Einem Buch.

Wenn Du also Glauben willst, bleib beim Islam, wenn Du wissen willst und Wissen willst, wende Dich der ET zu.

Antwort
von Herb3472, 90

Selbstverständlich der Evolutionstheorie, gar keine Frage! Die Entwicklungsgeschichte ist in allen Religionen sehr bildhaft, symbolisch dargestellt und daher nicht wörtlich zu nehmen.

Antwort
von qosimo, 61

Du musst da etwas verinnerlichen.

Die "Theorie" ist und bleibt in der Wissenschaft, von dieser so bezeichnet, stets eine Theorie, von der Bezeichnung her. Sie stützt sich auf klare faktische, empirisch in unabhängiger Forschung gewonnener Belege, sie wird erst aufgeben bei einem klaren faktischen Gegenbeweis, nicht vorher.

Wissenschaftlich bedeutet Theorie eine wirklichkeitsnahe Beschreibung, gestützt auf konkrete empirische Ergebnisse. Sie bleibt selbst bei vollständiger Beweislage eine Theorie, ganz einfach weil das Wort Theorie ganz anders verwendet wird.

Das ist etwas irreführend, denn im allgemeinen Sprachbebrauch ist eine Theorie eine blanke Annahme - und genau darauf reiten religiös entrückte Mitmenschen gerne herum, die ihre Mächengeschichten aufgrund dieses Umstandes zu verteidigen gedenken - siehe z.B. hier die Antwort von Bernhard64, der mit dem irrwitzigen Satz "und so bleibt sie immer eine Theorie" genau auf diesem Umstand abziehlt, ohne diesen jedoch faktisch zu kennen - ich nehme mal an auch ohne diesen faktisch zu Kenntnis nehmen zu wollen.

Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.
(Nietzsche, dt. Philosoph, 1844-1900)

Wenn etwas dermaßen klar nachgewiesen ist, mit hunderttausenden von faktischen Belegen, angefangen von Fossilienfunden bis hin zur Genetik, bei nicht einmal einem einzigen faktischen Gegenbeweis, dann ist das die Evolutionstheorie. Sie ist genauso Fakt wie die Erkenntnis, dass die Erde keine flache Scheibe ist.

Wenn mit dermaßener Gewissheit irgend ein Gott nachgewiesen wäre, oder nur ein Satz, den man in egal welchem angeblich doch ach so tollen Buch findet, welche sich auf exakt Null faktische Belege stützen, wüsste man exakt, wo sich dieses Gott befindet, aus was es besteht, seine Funktionsweise, Herkunft, Entstehung, Kindheitstraumata und hätte seitenweise Abhandlungen zu seiner Psyche (eieiei, das wären Krankheitsbilder....), zudem hätte dieses Gott mittlerweile eine Emailadresse, sowie ein Sprechzimmer mit klar umrissenen Sprechzeiten, Werktags von 08:00 bis 12:00 und von 13:30 bis 17:00 Uhr, in dringenden Fällen erreichbar unter Telefon 0180 GOTTES HOTLINE.

Gegen diese Beleglage und Klarheit mittels des Inhaltes irgendwelcher Bücher mit Geschichten aus 1001 Jahren hirnrissigster Art anzugehen, kann man schon als  beleidigend bezeichnen. Es ist eine Beleidigung der Intelligenz - andererseits jedoch, in keiner Kirche und keiner Moschee, in keinem Tempel der Welt wird ein Loblied auf die Intelligenz gesungen, eher im Gegenteil, es sind eigentlich Verdummungsanstalten für kleine Geister.

Ich lese hier weiter z.B. die Gegenfrage: "Warum bist du denn der Meinung, dich auf eines von beiden festlegen zu müssen?"

Selten so gelacht. Man müsste sich nichtmal auf die Schwerkraft festlegen und einen Schritt über die Klippe machen oder aber das Atmen generell einstellen, weil man sich nicht auf den Sauerstoffverbrauch des eigenen Körpers festlegen möchte...... aua aua aua.


Antwort
von applekeks, 93

Das eine schließt das andere nicht aus. Wenn man an Gott glaubt dann darf man auch daran glauben das Gott den Urknall und die Evolution herbei geführt hat

Kommentar von realsausi2 ,

dann darf man auch daran glauben das Gott den Urknall und die Evolution herbei geführt hat

Natürlich darf man das. Man darf auch Glauben, dass wir das Ergebnis eines Rülpers des pangalaktischen Donnergurglers sind. Man darf auch an den Weihnachtsmann glauben.

An die ET allerdings kann man nicht glauben. Die weiß man oder eben nicht.

Kommentar von Herb3472 ,

Gut gerülpst, Donnergurgler! ;-)

Kommentar von ThomasJNewton ,

Der "Pangalaktische Donnergurgler" ist aber der Name eines Getränks.
Wer zuviel davon genossen hat ist m.W. eher Slatibartfass, der hat unsere Welt erschaffen.
Die Naturgesetzte machen jedenfalls den Eindruck, als wären sie im Suff erdacht worden.

Antwort
von Muskelmann1960, 80

Religionen sind eine Erfindung des Menschen, weil es Fragen gab die er sich nicht beantworten konnte. Wo kommen wir her? Wer sind wir ? Wieso sind wir hier?.....
Alles fing zu 99 % mit dem Urknall an. Wobei nicht auszuschließen ist ob noch irgendeine Macht im Spiel war. (Schöpfer ) .
Das wird man aber NIE wissen.
Den Islam hat dich einer ausgedacht 600 nach Christi .
Wohl gemerkt AUSGEDACHT , wie auch alle anderen Religionen .
Wobei nicht auszuschließen ist das es Jesus wirklich gab und auch gekreuzigt wurde.
Aber ob er wieder auferstanden ist und ob er der Sohn Gottes war ....?? Naja ..🙄
Es bleibt natürlich jedem freigestellt zu glauben was er will

Antwort
von Omnivore08, 71

Der Evolution kann man nicht glauben, man muss sie akzeptieren, denn: Die Evolutionsbiologie ist FAKT. Fakten kann man leugnen, trotzdem bleiben sie Fakt.

Das was im Islam steht ist eine unbewiesene Vermutung, völlig fern ab der Realität! Evolution ist Fakt und kann im Labor sogar an Mikroorganismen immer wieder nachgewiesen werden.

Antwort
von dadita, 54

Evolution ist Fakt. Der Islam ist eine antike Sekte basierend auf einem antiken Wüstenmärchen. Die Entscheidung sollte jedem mit klarem Verstand nicht schwer fallen.

Kommentar von Bernhard64 ,

Genau, deshalb heißt es wohl Theorie.

Kommentar von CalicoSkies ,

Man hat dir in dieser Diskussion bereits zweimal erklärt, dass du die Begrifflichkeit einer wissenschaftlichen Theorie nicht verstanden hast. 

Daher zum dritten Mal: http://notjustatheory.com

Evolution ist hinlänglich belegt und bewiesen - ganz im Gegensatz zu dem Kreationismus der Zeugen Jehovas.

Kommentar von oli66 ,

Es gibt zahlreiche belege die die evolutions theorie wiedersprechen, vllt solltest du mal googlen?!

Kommentar von CalicoSkies ,

Das bezweifel ich doch sehr.

Der Wissenschaftler, der wirklich fundierte Gegenbeweise liefert, würdd dafür den Nobelpreis bekommen - wenn du also solche Punkte kennst, wieso gab es einen solchen Preis nie?

Kommentar von Hamburger02 ,

@oli66

Das ist einfach nur falsch. Vor Jahren versuchten Kreationisten in Amerika den Kreationismus zum verbindlichen Lehrstoff in den Schulen zu machen und gingen dafür vor Gericht. Als der Richter fragte, welche wissenschaftlichen Belege sie denn für den Kreationismus hätten, musste der Vertreter des Kreationismus unter Eid zugeben, dass es ein solches Argument nicht gäbe und alle angeführten Argumente keinerlei wissenschaftliche Grundlage hätten.

Insofern wäre es interessant von dir zu hören, ob du denn ein wissenschaftlich fundiertes Argument anführen kannst oder ob du auch nur einer bist, der die Lügen der Kreationisten nur nachplappert. 

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