Frage von leckerlecker 24.09.2012

Irre ich mich, habe ich eine Wissenslücke oder ist es wirklich so?:

  • Hilfreichste Antwort von Aphaiton 24.09.2012
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo!

    Bei deinem Nickname klingt die Frage schon ein wenig ironisch- nicht böse gemeint! ;-)

    Tatsächlich kam es 1972 nach einem Flugzeugabsturz in den Anden. An Bord war ein Rugbyteam, das in Turbulenzen geriet und mitten in den Bergen abstürzte. Dabei kam von den ca. 50 Passagieren ca. 10 bei dem Absturz um. Weitere starben schnell an den extremen klimatischen Verhältnissen oder durch Verletzungen. Zunächst ernährte man sich von dem, was im Flugzeugwrack vorhanden war. Als kein Essen mehr da war, kam es zu passiven Kannibalismus. Niemand wurde extra dafür umgebracht, sondern man bediente sich der schon Verstorbenen. Durch die Kälte blieb zudem das Fleisch weitgehend geschützt vor dem Verwesungsprozess. Anders als Tiere verfügt der Mensch über ein über die Gesellschaft vermitteltes Moralbewusstsein und die Fähigkeit der Differenzierung und Selbstreflexion. Die "Nahrung" wurde mit Bedacht ausgewählt, so wenig wie möglich gegessen und manche Verstorbene aus Respekt nicht angerührt.

    In Seemannskreisen war Kannibalismus auch bei uns bekannt: So gab es zum Beispiel einen dokumentierten Fall im 19. Jhrd. bei dem vier britische Seeleute auf dem Atlantik kenterten und es im Rettungsboot zu Kannibalismus kam. Den ohnehin schon halbtoten, siebzehnjährigen Kabinenjungen ( er trank dummerweise Salzwasser) traf es dann. Die anderen Drei ernährten sich von seinem Blut und Fleisch und wurden Tage später von einem deutschen Frachter gerettet.

    Bei sehr vielen Tierarten- jedenfalls Carnivoren und Omnivoren- ist auch Kannibalismus bekannt. Einen religiös oder sexuell motivierten Verzehr von Fleisch der eigenen Art gibt es allerdings nicht. Sehr oft kommt ein aktiver Kannibalismus bei größeren Reptilien und Fischen vor. Schließlich wird damit nicht nur der eigene Nahrungsbedarf gedeckt, sondern auch die Population des Artbestandes reduziert. Somit dann auch mehr Ressourcen für die größeren Tiere. Von verschiedenen Adlerarten ( Kaiseradler, Steinadler) weiß ich, dass es unter Umständen zu Kannibalismus im Horst kommen kann, wenn der Nahrungsbedarf nicht ausreichend durch die Eltern gedeckt wird. Dann frisst das stärkere, reifere Adlerküken schon mal eines seiner kleinen Geschwister. Der von dir aufgelistete Geier ist ebenfalls ein Allesfresser; für mich schwer vorstellbar, er könnte vor einem seiner toten Artgenossen halt machen. Bei Löwen wird kurzerhand einfach der Nachwuchs von einem Anderen getötet und meist gefressen ( Infantizid). Dann ist das Weibchen auch grad wieder frei von dem unnötigen Ballast der Kinder.. Die Natur kennt da keine Gerechtigkeit und Moral ;-).

    Bei den Wölfen weiß ich es nicht, aber die hier schon angesprochene Version mit den "Anstandswarten" klingt schlüssig.

    LG Aphaiton

    Im Anhang noch die Dokumentation über die Flugzeugopfer von 1972:

  • Antwort von flirtheaven 24.09.2012
    12 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    kannibalismus bringt bei den meisten säugetieren probleme. durch den verzehr von artgenossen, steigt nämlich das risiko, dass sich prionen im körper bilden, beim menschen entsteht durch prionen z.b. das kreutzfeld jakob syndrom und bei anderen säugern ähnliche krankheiten. daher gibt es m.e. einen instinktiven ekel bzw. abneigung gegen das fleisch von artgenossen. allerdings schwindet diese hemmung, wenn man ohne dieses fleisch sonst verhungern würde. das ist beim menschen ebenso wir bei allen anderen fleisch- und allesfressern. der mensch verhält sich also nicht anders, als andere tierarten.

  • Antwort von Destroyer69 24.09.2012
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    nun, in der not haben sie die toten gegessen. aber nur so viel, um wirklich überleben zu können. und sie haben von sterbenden den segen dazu bekommen, sie essen zu dürfen. die doku darüber hiess: Überleben

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fuerza-A%C3%A9rea-Uruguaya-Flug_571

    keiner, der nicht in solcher situation war, darf darüber urteilen. keiner der angehörigen, die dort als nahrung dienten, haben die überlebenden dafür verurteilt. jeder hat das verstanden.

  • Antwort von Landlilie 24.09.2012
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Diese Menschen hatten nur die Wahl, die Verstorbenen zu essen, oder selbst zu sterben. Ich würde das nicht wertend betrachten.

    Übrigens haben sie die Angehörigen eines Mitüberlebenden unangetastet gelassen. Und sie haben dafür gesorgt, dass sie, wenn es soweit war, sie einen Leichnam zum Essen ausgraben mssten, nicht wussten, um wen es sich handelte.

  • Antwort von Enzozozo 24.09.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    so, wie diese menschen das in einer extremsituation, in der es ums überleben ging, getan haben, so würden das wohl auch die von dir genannten tiere tun, wenn sie kurz vorm verhungern wären.

    ps: menschen sind tiere, und das ist neutral gemeint

  • Antwort von Annelein69 24.09.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    (Wenn das stimmt, wären wir Menschen ja tierischer als Tiere.)

    Ja,so ist leider.Der Mensch ist das schlimmste Raubtier!!

  • Antwort von OneTwoThree321 24.09.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    der mensch ist ein tier...und nur weil wir zahlenmäßig und technologisch weiter sind als die anderen lebewesen, macht uns das nich besser

  • Antwort von Daoga 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Daß ein hungernder Hund seinen toten Besitzer nicht annagt, ist nicht wahr. Da gab es schon genug dokumentierte Fälle, wenn ein Besitzer plötzlich verstorben ist und der Hund nicht aus der Wohnung herauskonnte, hielt er sich an das, was gerade da und freßbar war, sprich "Herrchen" oder "Frauchen". Auch daß Wildtiere ihre Rudelmitglieder nicht fressen, stimmt nicht. Sobald ein Tier tot ist, wird vielleicht noch eine "Anstandsfrist" abgewartet (solange es rein theoretisch noch mal aufwachen könnte), aber spätestens wenn es "eindeutig" zu riechen anfängt, ist es für die anderen Futter. Soviel ich weiß, haben die Leute in dem genannten Fall trotzdem so was wie "Ethik" gezeigt, indem sie bestimmte Teile - Köpfe und Innereien der Toten - nicht angefaßt haben, sie haben nur das Muskelfleisch von Armen und Beinen genommen. (menschliches Gehirn essen ist übrigens potentiell lebensgefährlich, davon bekommt man die Prionenkrankheit "Kuru", die genauso wie das eng verwandte BSE tödlich verläuft).

  • Antwort von Tooru 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das Hunde nicht das Fleisch ihrer Besitzer nicht fressen ist schon mal falsch, es gab schon öfter Berichte darüber, das komplett ausgehungerte Hunde neben der angenaggten Leiche ihres Besitzers gefunden worden sind. Ich schätze, dass es schon möglich ist, dass die Hunde erst zögern von ihrem Besitzer zu fressen, aber nach einiger Zeit siegt einfach der Hunger, ihr Instinkt. Bei den anderen bin ich mit nicht so sicher, da es wahrscheinlich nicht sehr oft vorkommt, dass diese Tiere in so eine Not geraten, dass sie wirklich ihre Artgenossen fressen müssen.

  • Antwort von strandrausch 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ja, das stimmt!!!!

  • Antwort von Ursusmaritimus 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Erst kommt das Fressen, dann die Moral (Berthold Brecht)

    Wenn die Tiere Hunger! haben werden sie sich immer! an den Nahrungsreserven der verstorbenen Artgenossen oder Herrchen bedienen. Alles andere wäre Verschwendung und die Natur verschwendet nichts.

    Ursusmaritimus

  • Antwort von hpaulenz 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    das stimmt, es war , soviel ich weiss, eine Rugbymanschaft, die sonst keine Chance hatten zu überleben. Es gibt auch ein Buch darüber, weiss im Moment allerdings nicht, wie es heisst

  • Antwort von nixi001 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    das stimmt...ich erinnere mich, dass das damals durch die Presse ging. wenn ich mich nicht irre, ist das sogar verfilmt worden.

  • Antwort von Illona41 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    sie haben vorher vereinbart, das die überlebenden die toten essen, sonst hätte niemand überlebt. ja es ist ein wahrer fall. es war eine sportmannschaft, die da verunglückt ist.

  • Antwort von fuchsi1970 24.09.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    es gibt genug Tiere, die die eigene Art fressen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kannibalismus#Kannibalismus_im_Tierreich

    Kanibalissmuss bei den Menschen hats immer schon gegeben. Entweder kulturell bei einigen Naturvölkern oder aus reiner Verzweiflung und Überlebenstrieb.

  • Antwort von charmingwolf 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Die Kannibalen von Flug 571

    www.webnews.de/88584/die-kannibalen-flug-571

    1. Okt. 2007 – Ein Flugzeug stürzt in den Anden ab, die Suche. ... den Themenbereichen: Suche, Panorama, Kannibalismus, freunde, Flugzeugabsturz, Chile ...
  • Antwort von bastet13 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das ist falsch. Wir haben anfang des Jahres eine Katze aus einer Wohnung befreit. Sie ernährte sich von ihrem toten Herrchen. Hunde machen das auch. Und Kanibalismus unter den Tieren ist nicht ungewöhnlich. Übrigens hätte ich in den Anden auch das Fleisch der Toten gegessen.

  • Antwort von Riot95 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Nein, wir sind eben weniger Tier, weil eine Tier frisst von Natur aus, wie du sagst, seine "Partner" nicht; der Mensch kann aber sein eigenes Wohlergehen über seine Natur stellen und indem er andere Menschen frisst ist er nichtmehr natürlich und somit auch nicht mehr wirklich tierisch...so seh ich das...

  • Antwort von cakejane 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Diese Begebenheit ist wahr und kam (und kommt) in ähnlichen Situationen seit Jahrtausenden immer wieder vor. Darüber gibt es auch andere Dokumentationen.

    Die beiden beim Menschen am stärksten vorhandenen Triebe sind der sich fortzupflanzen und der zu überleben... Ganz sachlich und ganz ohne Bewertung einer solchen Lage.

  • Antwort von LARShatFRAGEN 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Der Mensch ist kein Fleischfresser, sondern ein Allesfresser. Nur durch die Evolution und Gesellschaft ist es nicht mehr moralisch und ethisch vertretbar!

    Hab vor kurzem mal einen Bericht darüber gesehen :)

  • Antwort von Findera 24.09.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Nee das stimmt nicht. Zumindest nicht pauschal.

    Bei Hunden weiß ich es definitiv, dass die auch Artgenossen fressen, wenn sie sonst nichts haben, da hab ich grad erst ne Doku drüber gesehen.

    Ich glaube es gibt auch Tiere, die das nicht machen, aber das eher weniger.

  • Antwort von botanicus 24.09.2012

    Bevor man verhungert, frisst man alles - denn das Überleben hat allerhöchste Priorität. Das gilt für Geier wie für Menschen.

  • Antwort von PrinzessinBrain 24.09.2012

    Hallo leckerlecker,

    dein Nickname ist etwas makaber zu dieser Frage ;-) In den Anden war es so das die Menschen die verspeist wurden nicht in einer direkten Beziehung zu einander standen, da hat Niemand seine Ehefrau gegessen o.Ä. Bei Hund und Herrchen siehts etwas anders aus.

  • Antwort von mormeltier 24.09.2012

    Mampf.Ist dir das auch schon aufgefallen?Und Tschüss.Ich esse meine Partner nach dem Geschlechtsakt immer auf.Es sind schon etliche gewesen.

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