Irgendwie vergeht die Zeit immer schneller?

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5 Antworten

man wird älter und in dem Sinne macht man mehr wie Schule,Arbeit,Studium usw...Wenn ich mal nichts mache kommts mir auch manchmal so vor das der Tag schnell zuende geht,ist aber nicht immer so und am nächsten Tag zieht es so vor sich her.

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Liebe/r ThisIsTheLife12,

in 1992 geboren, hatte ich zwischen 1996 und 2004 die beste Zeit meines Lebens. Ich war sehr oft bei meinen Großeltern, hatte dort mit und bei ihen viel Spaß. Mein Opa brachte mir das Brettspiel Dame bei und war ein guter Lehrer und ein würdiger Gegner. Meine Oma verwöhnte mich mit Süßigkeiten und Spielzeug aller Art. Reich waren sie jedoch nicht. Wir fuhren öfter in den knapp 1km entfernten Garten, wo ich eine eigene kleine Ecke hatte, wo ich Schoten (eigtlich Hülsenfrüchte) pflanzte und goss. Wenn sie reif waren, zupfte ichs ab und aß es, noch während ich im Beet stand. Ich erinnere mich, wie meine Großeltern mit mir und meinem Bruder Markus an einem angenehm kühlen Aprilschen Ostertag morgens in den Garten fuhren und wir dort unter den Pflanzen Osereier suchen sollten. Mein Opa fuhr auf den Fahrrädern mit mir und Markus oft zum knapp 3km entfernten Bierer Berg, einer Art Tierpark mit Gaststätte und Spielplatz. Ab und zu fuhr er uns auch zur im benachbarten Dorf gelegenen Grundschule. Markus durfte seinem damaligen Traum vom Reitunterricht nachgehen und ich der Musikschule, beides wurde von den Großeltern finanziert, und ich hätte außer meiner Seele so einiges dafür gegeben, dass die Zeit nie vorangeschritten wäre.

Vor knapp 9 Jahren starb mein Opa, und nun liegt meine Oma mit Lungenkrebs, der Metastasen gebildet hat und streut, im Krankenhaus. Nun werde ich sie auch bald verlieren und die Trauer darüfer lässt mein Herz schwer werden wie ein Brocken unbehauener Granit. Diese beiden lieben Menschen sind die einzige Verknüpfung gewesen zu der Zeit, in der alles gut und nichts schlecht war. Den guten alten Zeiten, in denen Westernfilme und Edgar Wallace Filme gedreht wurden, in denen Heintje, Roy Black und Peter Alexander mit ihren Stimmen die sich allmählich verdüsternde Welt immer wieder erhellten und das Herz voll Sehnsucht nach Zeiten wurde, in denen Bürokratie, Kapitalismus, fanatische ausufernde Sexualität und Oberflächlichkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen noch nicht geherrscht haben und der Menschen Herzen vergifteten.

Dieser Tage sitze ich beständig über alten Fotoalben, schaue Edgar Wallace Filme und Western mit zB John Wayne an, ich höre mir seit Jahren wieder zum ersten Mal die Kassetten von Heintje und Roy Black an. Krampfhaft krallen sich meine Finger fest an einer Zeit, die in der Vergangenheit verloren ist und nicht wieder geholt werden kann.

Preisfrage: Was geschieht mit einem Menschen, der die Vergangenheit nicht gehen lassen kann und sich vor der Zukunft fürchtet. Der menschliche Beziehungen flieht, weil er viel zu philosophisch und tiefgründig von heutigen, sogenannten "modernen", leichtlebigen, oberflächlichen Gleichaltrigen empfunden wird? Wird die Zukunft auch ihn einholen und ihn zermalmen, wenn er nicht willig ist, sich ihr und ihren neuen Verderbtheiten zu ergeben?

Oder wird es jemals eine Möglichkeit geben, nicht nur mental, sondern auch physisch sich vor den Kriegen, der Zerstörung und dem infernalischen Hass der Zukunft in die Vergangenheit zu flüchten?

Selbst für einen, der an ein Leben nach dem Tod glaubt, ist es schwer, das Hinübereilen eines geliebten Menschen zu verkraften. Wir Menschen sind wie USB-Sticks und unsere Seelen wie die darauf gespeicherten Dokumente. Wenn wir sterben, werden unsere Dokumente, die wir sind, unsere emotionalen Fähigkeiten, Erinnerungen, Leidenschaften und Abneigungen auf einen neuen unzerstörbaren USB-Stick übertragen, doch der alte wird der Vernichtung anheimfallen.

Keinen besseren Vergleich könnte ich für den Tod finden. Ich bin sehr philosophisch, und interessiere mich sehr für die Philosophie des Todes und der Gedanklichen Auseinandersetzung damit.

Aber es zerreißt einen innerlich, die guten alten Zeiten nie wieder zurückholen zu können. Sieht man auf die vergangenen Jahre zurück, und wie schnell sie vorübereilten, wird einem erst klar, wie kurz das Leben ist, und wie schnell einem die paar Jahre, die der Mensch zu leben hat, wie Sand durch die Finger entrinnen.

Es gibt Dinge, die sind stärker als die Angst vor dem Tod ... die Erkenntnis, nichts zu wissen. Weder, wer man ist, noch, wohin man gehört. Beruflich, privat, sozial, usw. Man glaubt an das Schicksal, und dass es einen unvermeidlichen, unabänderlichen Weg für einen jeden gibt, der einem sagt, was man beruflich wird, oder mit wem man sich partnerschaftlich verbindet usw. Für die einen erscheint die Berufswahl leicht, die meisten begeistern sich für etwas und das wollen sie dann. Nicht wissend, dass das Schicksal ihnen diese Begeisterung für einen bestimmten Beruf eingab um die Gesetzmäßigkeiten der höheren Ordnung zu wahren. Darum leugnen diese auch meist die Behauptung, alles wäre vorherbestimmt.

Aber die, die keine bestimmten beruflichen Träume haben, beginnen zu philosophieren und erkennen hinter scheinbar normalen Vorgängen die Bleistiftzeichnungen des Schicksals. Die Skizzen ihres Lebens. Die Alternativlosigkeit, die sie empfinden, wenn sie die Tatsache erkennen, dass es de facto keinen freien Willen gibt, schnürt ihnen die Kehle zu, lässt ihren Atem schneller gehen, ihr Herz rasen und sie in die Abgründe finsterster Panikattacken stürzen.

Was ist das Leben? Es ist das Aufleuchten blasser Nebelwolken in der ewigen Nacht. Es ist der Hauch von Tränen im Winter. Tief im Verborgenen lebt sie weiter, die Erinnerung an eine Zeit vor dem Schmerz. Tief in meinem Herzen ist sie verborgen, die Erinnerungen an jene Zeit vor dem Verlust. Bevor das Unheil einsickerte und sich ausbreitete wie ein Geschwür.

Ich habe damals gelebt, als würde das Glück ewig währen und meine Großeltern würden niemals sterben. Ich habe beiden in meinem kindlichen Gemüt ein Alter von 100 Jahren prophezeit. Ich bin ein schlechter Prophet, denn keiner von ihnen überschritt die 80'Marke. Meine Oma ist jetzt 78, aber mit Lungenkrebs stehen die Chancen schlecht, dass sie auch nur 79 wird.

Ich glaubte in meinen kindlichen Narreteien damals, sie könnten tatsächlich ewig leben, aber manchmal sieht ein Mensch erst klar, wenn sich seine Augen mit Tränen füllen. Wenn er erkennt, dass das menschliche Herz, nicht größer als eine Faust, gefangen ist in einem aussichtslosen Kampf gegen die Zeit.

Man kann den Schmerz ignorieren und sich nur auf die Zukunft konzentrieren um voranzukommen, aber der Schmerz wird durch Ignoranz nicht vergehen. Genauso wenig wie durch alberne Psychogespräche auf Freud's Couch. Der Schmerz wird nie vergehen, manche sind nur leidensfähig genug, zu lernen, damit zu leben. Andere zerbrechen dran. Aber vergehen wird der Schmerz nicht. Das ist die Gesetzmäßigkeit des Verlusts, auch wenn einige philosophisch desinteressierte es bis zu Stein und Grube leugnen werden. Bis sie selbst erblassen, ergrauen und den Verlust durchleben werden......

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Kommentar von Wahrhaftigkeit
20.07.2016, 16:46

Die Zeit war schon immer gleichermaßen konstant in ihrem Verstreichen, jedoch bekommt man das als Kind, unbeschwert und sorgenfrei nicht mit. Erst wenn man auf eigenen Füßen steht, die stürmischen Wogen des Lebens einen selbst umfangen, umspülen und von den Füßen zu reißen trachten, wird man sich der Vergänglichkeit der Zeit, des Lebens und jeder Hoffnung bewusst. Und nicht wenige verzweifeln, jedoch nur im Innern, im Geheimen, weil es genug emotional unterentwickelte Rüpel gibt, die sich anmaßen würden, in Arroganz über ihnen zu urteilen: "Was willst Du erwarten, so ist das Leben nun einmal!" Desto älter Du wirst, umso mehr kommt es Dir vor, als ob die Zeit rastlos dahineilt. Und erst auf der Bahre erkennst Du das wahre Wesen der Zeit. Es hat nie Zeit gegeben, niemand hatte genug Zeit, all jene Dinge zu verwirklichen, die er sich vorgenommen hatte. Die Zeit ist ein Gefängnis, dem wir nicht entrinnen können. Wir können ihm nur erliegen.

"Das Leben ist eine Krankheit, die durch Geschlechtsverkehr entsteht wird und nach maximal 100 Jahren tödlich endet."

Ich stieß vor kurzem auf diesen makaberen Witz, obgleich er Recht hat, wage ich nicht, das Leben, ein kostbares, extrem rares Elixier, unbezahlbar, als Krankheit zu bezeichnen. Es ist schlicht und ergreifend viel zu kurz und durch horrible Krankheiten und Gebrechen viel zu schnell vorbei.

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Willkommen im Erwachsenenleben (auch wenn du es noch nicht ganz bist). Das liegt daran, dass man als Kind alles neu lernt. Man nimmt viel mehr wahr, erlebt das alles anders. Gefühlt war ich gestern noch in deinem Alter (ok, vielleicht auch vorgestern), in Wirklichkeit bin ich aber 18 Jahre älter als du. Während meine Grundschulzeit schon ewig her ist (und die ist nur sechs Jahre länger her). Zu deiner zweiten Frage: Die Zeit ist tatsächlich keine Konstante, das wurde auf Grundlage von Einsteins Relativitätstheorie experimentell bewiesen. Dazu hat man zwei Flugzeuge mit Atomuhren ausgestattet, und in unterschiedliche Richtung um die Welt fliegen lassen. Hinterher gingen die Atomuhren unterschiedlich.

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Sei froh, daß bei Dir die  Zeit schnell vergeht. Bei mir vergeht sie nur schnell wenn ich mich nicht Langeweile und wenn sie dann langsam vergeht ist es die reinste Folter.

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Kommentar von ThisIsTheLife12
14.07.2016, 17:51

Wenn mir langweilig ist, vergeht die Zeit auch langsam. Aber wenn ich jetzt rückblickend auf irgendetwas schaue, dann staune ich, wie lange das doch her ist, weil die Zeit dazwischen einfach so schnell vergangen ist.

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Wenn man 25 ist hat man ungefähr gefühlt die Hälfte seines Lebens gelebt. Das wird im Alter nicht besser XD. Gewöhn dich besser dran. Mir ist auch noch nach Mitte des Semesters und ich hab schon wieder Prüfungen. Die Jahre fliegen einfach so dahin... Glaub mir ich fühl mich gerade alt.... steinalt.

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