Frage von Fragant1995, 215

Irgendwann explodiere ich?

Ich war mir nie sicher ob ich es aushalten werde, mich hetero zu präsentieren (also nicht nicht als schwul zu outen). Gerade habe ich (20) vor meiner Schwester (16) so getan als wäre ich hetero. Es fühlte sooooo falsch an. Ich hab habe aber auch soooooo Angst mich meiner Familie zu outen. Was tun? Ich bin ja eigentlich nicht der Typ dafür, aber ich habe das Gefühl, dass ich irgendwann explodiere und sage "Boar mein Gott ich bin nicht hetero, ich bin schwul SCHWUUUUUL" Das is ja auch kein schönes Outing. Wer sagt, dass ist jetzt meine 3 Outing Frage, also was das soll: Ich möchte mich outen, weil ich vor 3-4 Jahren extrem gemobbt wurde ich sehne mich nach Verständnis für mein ICH.

Antwort
von ASRvw, 24

Moin.

Wenn Du nicht irgendwann an dem spielen des normalen Sohns und Freundes kaputt gehen oder wie Du sagt, irgendwann explodieren willst, dann musst Du Dich früher oder später outen. Und in Anberacht Deines Alters, dann doch jetzt eher früher.

Der einfachste Weg damit zu beginnen, ist es schrittweise zu tun. Lote mit geschickten Fragen aus, wer in Deinem zunächst familiären Umfeld das meiste Verständnis dafür hat und diesem offenbare Dich dann, allein, ohne das sonst jemand dabei ist.

Der Vorteil ist, dass Du, wenn Du Dich mit Deinem Anliegen dem nächsten in der Familie zuwendest, dann einen Unterstützer im Rücken hast. Genauso geht es auch im Freundeskreis und ggf. auf der Arbeit am einfachsten.

Wenn irgendjemand dann ein erhebliches Problem damit hat und einen zukünftigen Kontakt infrage stellt, ist eines der besten Argumente jenes, dass Du nicht erst Schwul bist, seit Du es jetzt ausgesprochen hast, sondern schon lange, vielleicht sogar schon Jahre. Und dass es ihm oder ihr nie aufgefallen ist.

Dann wird den meisten, denen Du bislang wichtig warst, recht schnell klar, das sich nichts geändert hat und das Du nicht geändert hast. Du hast nur einfach drei simple Worte gesagt: "Ich bin schwul". Nicht mehr und nicht weniger hat sich geändert.

Und wer dann immer noch nicht verstehen will, dass Du immer noch der exakt gleiche Mensch bist, den er / sie schon lange kennt und Dich dieser Jemand wirklich nicht mehr um sich haben will, dann hat er Dich auch nicht verdient.

Zugegeben, auf der Arbeit wird das schwierig werden. Aber auch die Caritas, kirchlicher Hintergrund hin oder her ist an Art. 2 GG gebunden. Und mit diesem Umstand im Rücken musst Du dann eben kämpfen. Es mag ihnen nicht gefallen, aber Du hast das Recht auf Deiner Seite. Und wenn sie dieses Recht nicht bereit sind zu achten, dann sollten sie sich besser auflösen.

- -
ASRvw de André

Antwort
von randomhuman, 50

Deine Schwester wird es schon normal aufnehmen wenn du dich outest. Die sind da meist sehr tolerant. Meiner Schwester war es egal und ich hatte vorher auch Angst es ihr zu sagen obwohl sie meinen Freund schon kennengelernt hatte. Sie hat aber nichts mitbekommen, weil wir uns jetzt nicht ständig wie Tiere um den Hals fallen. 

Aber du musst deinen Mut sammeln und klein anfangen. Bei deiner Schwester wird es da sicher kein Problem geben. Glaub mir es wird ein befreiendes Gefühl. sein. Lügen bringt ja nichts. Das macht nur unglücklich. Liebe Grüße. ;)

Antwort
von Mondhexe, 82

Versuch doch einfach mal herauszufinden, was Deine Familie generell von schwulen/lesbischen Lebensweisen hält. Manchmal ist es einfacher als man denkt. Vielleicht ahnt Deine Familie ja auch schon was.

Eine kleine Anekdote am Rande: mein jüngerer Bruder hat aus seiner homosexuellen Ausrichtung sehr lange ein Geheimnis gemacht. Irgendwann hat er sich mir gegenüber geoutet. Ich habe mich einfach für ihn gefreut, weil er endlich eine glückliche Beziehung (mit einem Mann) hatte.

Mein Bruder hatte ein bisschen Angst vor der Reaktion meines Mannes (der wirkt ein bisschen machohaft...;.-)). Er bat mich also darum, dass ich es meinem Mann "schonend beibringe".

Ich bin dann in etwa so angefangen: "Mein Bruder ist endlich in einer glücklichen Beziehung..." Darauf mein Mann: "Und? Wie heißt er?"....;-) So viel dazu!

Nur zu! Irgendwann musst Du sowieso "Farbe bekennen". Ich wünsche Dir viel Erfolg und viel Glück auf Deinem Weg!

Kommentar von Fragant1995 ,

Ich weiß, dass mein Vater homophob ist, der Rest wird es wohl akzeptierten. Aber bei der Caritas (Schule/Arbeit) kann ich mich wohl leider nicht outen :(

Antwort
von Mimmilein23456, 53

Ich kann dich da 100% verstehen.

Bevor ich mich meinen Eltern geoutet habe habe ich immer ein wenig Anspielung gemacht oder versucht am Esstisch LGBTQA Themen zu sprechen um deren allgemeine Einstellung dazu zu erfahren. 

Vor über etwa einem Jahr habe ich mich aufgerafft und es meiner Mutter gesagt. Sie war nicht gerade glücklich und nachdenklich, hat mir aber später gesagt sie wird mich unterstützen. Die Reaktion meines Vaters war die gleiche. Die meiner Schwester was "und?". 

Ich habe einfach gesagt das ich in eine Freundin verknallt bin. 

Ich habe nun einige Freunde die sich als queer identifizieren und bin sehr frei darüber. Das tut wirklich gut und macht mich glücklich. Versuch Leute  zu finden bei denen du frei sein kannst. Das ist so wichtig. Zur Not finde Leute über das internet, da man queere Leute ja nicht erkennen kann... Ich hattte einfach mega glück und das wünsche ich dir auch!

Antwort
von Xanatos93, 65

Setz dich mit deiner Familie an einen Tisch und sag es ihnen einfach sie werden es bestimmt verstehen.

Antwort
von CocoDeFrida, 58

Mach doch nicht so ein Drama daraus. Auch so ein Riesen Aufwand mit alle setzen sich zsm etc. Wofür? Sag es einfach nebenbei. Ist doch nichts schlimmes :-) Es sei denn deine Family ist sehr spießig, dann vll lieber Plan B ??

Antwort
von Eistiara, 52

Geh zu erst zu deiner Mutter, wenn euer Verhältnis stimmt, nimmt sie dich in den Arm und fragt: Na und?

So würde ich jedenfalls reagieren. Es ist doch nichts schlimmes.

Antwort
von IchbinPilotAB, 38

Das ist doch DEIN Leben 

Was andere davon denken kann dir doch egal sein 

Antwort
von Muzir, 53

dann "oute" dich doch! du wirst es doch nicht dein ganzes leben verheimlichen können

wer es nicht versteht, dem ist nicht zu helfen

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