Frage von Emmalarley, 18

Ionenbindungen auch in der 6. und 2. Hauptgruppe?

Sind Ionenbindungen immer Salze? Und kann auch ein Atom aus der 6. Hauptgruppe mit einem Atom aus der 2. Hauptgruppe eine ionebindung machen?

Antwort
von PeterJohann, 5

Wie indiachinacook schon feststellte sind Salze immer chemische Verbindungen, die aus Ionen bestehen.

Eine etwas schwammigere Definition erhält man, wenn man alle Verbindungen resultierend aus einer formalen Säure/Base Reaktion als Salze bezeichnet.

Leider ist die Einteilung in ionische und kovalente (Atombindung) Bindungstypen nicht ganz so eindeutig wie man es gerne hätte, sondern es gibt fließende Übergänge von unpolaren Atombindungen (Atome "teilen" sich Elektronen) , über polarisierte Atombindungen (ein Atom zieht die Elektronen etwas stärker zu sich hin) bis hin zu einer so starken Polarisierung (ein Atom nimmt sich die Elektronen komplett), dass man Ionen vorliegen hat (dann ist es ein eindeutiges Salz).  

Eine gute Indikationen welcher Bindungstyp vorliegt ist die Elektronegativitätsdifferenz zwischen Atomen in einer chemischen Verbindung (ΔEN).

Es gibt PSEs die die Elektronegativitäten der einzelnen Elemente auflisten: z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronegativit%C3%A4t#Pauling-Skala

Wenn die ΔEN nach Pauling > 1.7 ist, kann man meist von einer ionischen Bindung (Salze) ausgehen (allerdings gibt es in beide Richtungen Ausnahmen).

Generell kann man alle Alkali- und Erdalkalioxide als Salze betrachten, die Kristallstrukturen aus den Metallionen und dem O--  -Anion bilden (Es gibt auch noch Peroxidanionen und noch speziellere O-Ion-Varianten, aber das führt zu weit).

Die Schmelzen dieser Salze leiten elektrischen Strom (immer ein guter Ionennachweis).

Bei Schwefelverbindungen wird auch in der Regel von S-- (Sulfidanionen) ausgegangen (ebenfalls kristalline Ionengitter), obwohl die ΔEN teilweise unter dem kritischen Wert liegt. BeS Kristalle (ΔEN~ 1) zeigen Halbleitereigenschaften, was dann wieder auf eine gemischt kovalent-ionische Struktur schließen lässt; MgS (ΔEN~1.2) wird auch nur teilionischen Charakter haben (es bildet sich keine Schmelze).

Bei Seleniden und Telluriden mit Metallen  geht man auch formal von den entsprechenden Anionen aus, aber ohne jetzt im Einzelnen nachzuschlagen würde ich auch hier eher von einem gemischten Bindungscharakter ausgehen.

Bezugnehmend auf die etwas schwammigere (wenn auch viel benutzte) Definition von Salzen als Reaktionsprodukte von Säuren mit Basen (insbesondere Alkali-und Erdalkalibasen), kann man alle Alkali-/Erdalkali-Chalkogenide formal als Salze bezeichnen.

D.h. als Reaktionsprodukt aus den entsprechenden Alkali- /Erdalkalimetallen mit den entsprechende Chalkogenwasserstoffsäuren  (Wasser -> Oxide, Schwefelwasserstoff -> Sulfide, Selenwasserstoff-> Selenide und Tellurwasserstoff ->Telluride).

Expertenantwort
von indiachinacook, Community-Experte für Chemie, 9

Wenn ein Stoff aus Ionen besteht, dann nennt man ihn ein Salz. Leider ist das in der Praxis oft nicht so ein­deutig, wie man es in der Schule gerne hätte.

Verbindungen zwischen 2. und 6. Haupt­gruppe sind pro­blem­los möglich, z.B. Calcium­oxid CaO oder Barium­sulfid BaS.

Antwort
von DieterSchade, 9

Aus der 6. Hauptgruppe geht nur der Schwefel Ionenverbindungen ein. Sauerstoff bildet keine Ionenverbindungen, weil es keine freien O^2- Ionen gibt. Und bereits ab Selen ist die Elektronegativität der Elemente der 6. Hauptgruppe zu klein um freie Anionen zu bilden. 

Es gibt aber kein Sulfid der 2. Hauptgruppe, dass sich unzersetzt in Wasser löst und durch Verdampfen des Wassers zurückgewonnen werden kann. 

Kommentar von Emmalarley ,

Wieso kann der Sauerstoff keine ionenverbindungen eingehen?

Kommentar von DieterSchade ,

Hier ist die Definition etwas unklar. Auf jeden Fall sind alle Oxide, sofern sie Ionenverbindungen sind, ganz spezielle Ionen.

http://www.chemie.de/lexikon/Salze.html

Metalloxide bilden einen großen Teil der Erdkruste und können auch als Salze betrachtet werden. Das Anion O2− (Oxid-Ion) tritt als solches jedoch nur bei Salzen im geschmolzenen Zustand auf, im festen Zustand oder in deren wässrigen Lösungen ist es nicht bekannt.

Wenn es das Anion O^2- weder im festen Zustand noch in wässriger Lösung gibt, gibt es das Anion dann wirklich? Nein! Deshalb sind Oxide zwar Salze, aber eigentlich keine Ionenverbindungen, denn das Anion gibt es bekanntlich nur im geschmolzenen Zustand.

Antwort
von Mikromenzer, 13

Klar.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten