Inwieweit ist Religion wirklich eine Hauptursache für Krieg und Terror, oder sind da andere Ursachen gewichtiger?

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15 Antworten

Religion ist sicher eine der häufigsten Rechtfertigungsgründe für gewalttätige Konflikte, Terrorismus usw.

Religiöse Ideologien bieten häufig die Grundlage für die Behauptung einer angeblichen Überlegenheit, eines göttlichen Auftrags zur Gewalt und stellen ein gutes Mittel zur Anwerbung dar.

Die Ansicht, dass die Ursachen für die Kriege oft keineswegs theologischer Natur sind, sondern weitaus profaneren Zielen dienen, teile ich persönlich.

Dennoch ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass Religionen bereit zu Reformen sind, die eine radikale Auslegung erschweren. Dadurch werden sie als Indoktrinationsmittel weniger geeignet und gemäßigte Strömungen können sich durchsetzen.

Deshalb stellt jede extrem konservative Auslegung einer Religion, die sich nicht an die Lebensrealität moderner Gesellschaften anpasst, für mich die potentielle Unterstützung von Intoleranz und Gewalt dar.

Religion mag nicht die Hauptursache für Gewalt sein - da sie aber einer der wichtigsten Vorwände ist, muss sich dort etwas bewegen, um die religiösen Lehren als Rechtfertigung unattraktiv zu machen.

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Kommentar von Hyperdinosaurus
20.11.2015, 14:38

Vollste Zustimmung in allen Aspekten.

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Kommentar von Enzylexikon
24.11.2015, 22:11

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Wenn wir in die Geschichte schauen, so war "Religion" nur in seltenen Fällen die "Hauptursache für Krieg". Selbst der Dreißigjährige Krieg, um mal das bekannteste und nachhaltigste Beispiel aus der Frühen Neuzeit zu nennen, war kein Religionskrieg, wie der "Volksmund" immer noch glaubt, sondern ein politischer Machtkampf der Habsburger gegen rebellische Untertanen und dann zur Erhaltung ihrer europäischen Vormachtstellung. Alle nachfolgenden Kriege hatten ebenfalls machtpolitische Hintergründe, z. B. der Siebenjährige Krieg, die Napoleonischen Kriege, der Erste und Zweite Weltkrieg. Nein, "Religionskriege", wenn es sie in reiner Form jemals gegeben hat, sind nur eine seltene historische Erscheinung.

Terrorismus, so wie wir ihn heute kennen, der bestrebt ist, die politischen Führungsschichten und ganze Völker in Angst und Schrecken zu versetzen, hat erst eine rund 150jährige Geschichte. Seine Haupttriebfeder ist gewaltbereiter, rücksichtsloser und egozentrischer Fanatismus, ganz gleichgültig, ob dieser Fanatismus ideologisch oder religiös motiviert ist. Das Hauptproblem des gewalttätigen Fanatismus ist, dass mit Fantikern auf der Basis der Vernunft keine Einigung erzielt werden kann, sondern nur auf der Basis der Gewalt und der völligen Ausschaltung aller Terroristen.

MfG

Arnold

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Also Terror und Krieg sind unterschiedliche sachen
Zum thema terror:
Terrorgruppen wie PKK Hamas Al Kaida Taliban IS etc. werden von anderen länder gegründet (ich kann es dir zwar nicht beweisen aber wenn du weiter liest wirst du verstehen was ich meine)
Früher war es ja so das du in ein Land reinmaschieren konntest und es erobert hast dieses Land gehörte dir. Heutzutage geht das nicht so einfach siehe die 2 Irak kriege und denn Russland Afghanistan Krieg die länder wie USA und Russland wollten zwar die angegriffen länder nicht erobern aber deren Bodenschätze. Man hat bemerkt das man diese Länder nicht so leicht kontrollieren kann, denn das Volk wehrt sich also muss man das Volk unterdrücken. In afghanistan sind jetzt Deutsche USA ... truppen Warum? Weil das Volk will das die Westländer Truppen sie beschützen von der Taliban
Das gleiche szenario wie im Irak.
Das Irakische volk will das die amis in ihrem Land bleiben im schutz gegen die Al Kaida. Im gegenzug wird die usa mit öl bezahlt.
Je stärker die Al Kaida desto ängstlicher wird das Volk im Irak desto mehr werden die ami soldaten beliebter und der Irak bezajlt die usa mit mehr öl (zusammen gefasst ist es so das die USA proftiert durch denn "schutz") wie gesagt eine reine spekulation.
Zum Thema Krieg durch Religionen
Also ich rede jetzt im namen des islams:
Der islam weigert jede art von Mord!!!
Der Prophet Muhammed (s.a.v) hat in seinen 20 Jahren als Prophet nur 4 Monate gekämpft der Grund war als Verteidigung!!!! Das Arabische Volk wollte denn Prophet und denn Islam auslöschen und haben due Muslimen angegriffen und DIE MUSLIME HABEN SICH GEWEHRT!!!
Als man später im die stadt mekka erobert hatte wurde kein Mensch getötet man hat die stadt mekka friedlich erobert. Der Prophet sagte zu denn Soldaten das sie KEINE UNSCHULDIGE MÄNNER KINDER SOWIE FRAUEN TÖTEN SOLLEN!!! Der Islam erlaubt denn Mord nur bei selbsverteidigung

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Nach 2 imperialistischen Weltkriegen kann man wohl sagen, dass die Religion nicht unbedingt der treibende Faktor für Gewalt ist, dennoch ist sie ein wichtiger Legitimationsgrund. Sie ist das sprichwörtliche Öl, dass man in ein bestehendes Feuer gießt. Dem eigentlichen "Feuer" liegen meist ökonomische oder machtpolitische Faktoren zugrunde. Die Religion vereinfacht das Anstacheln der Menge und macht sie leichter gefügig. Sie ist eine ideale Allzweckwaffe in Gesellschaften, die nicht aufgeklärt sind und kann dort schnell auf fruchtbaren Boden stoßen, was Gewalt und Terror angeht, denn sie bietet denen, die sich für scheinbar religiös motivierte Gewalt instrumentalisieren lassen, einen Ausweg aus dem irdischen Jammertal, hinein in ein "All-you can-eat-Wunderland" nach dem Tod. 

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Religion ist fast immer nur die Erscheinungsebene, meist jedoch nicht das Wesen eines Konfliktes. Mit anderen Worten, der Schein ist nicht das Wesen, sondern dessen gebrochene Wiedergabe.

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Du hast schon recht das Religionen bei Kriegen eigentlich nur benutzt werden um zu rechtfertigen. Kriege gäbe es meiner Meinjng nach dennoch, da ist dein Beispiel mit dem Nationalsozialismus schon treffend.

Mit der Behauptung das es keinen Terror ohne Religionen gäbe, wäre ich vorsichtig.  Denn beim IS wird die Religionen dich auch nur als Vorsatz genannt. Deren Ideologie hat nichts mit dem Islam als Beispiel zu tun. 

Ich denke es gäbe beides auch ohne Religionen Krieg und Terror.

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Kommentar von Paarbehufter
21.11.2015, 01:53

Die Ideologie des IS hat sehr viel mit dem Islam zu tun. Die Ausführung eher weniger. Aber die Schariah ist nunmal das Gesetz des Islams, und genau das wollen die ja.

Nur, dahinter stehen natürlich wieder mal finanzielle Interessen.

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Meiner Meinung nach ist Religion nur Mittel zum Zweck.

Das wahre Motiv ist Macht.

Herrschende soziale Gesellschaftsklassen brauchen Lakaien, die tun, was man ihnen sagt.

Religion eignet sich hervorragend, um in Lakaien Hass auf andersdenkende / andersartige zu generieren.

Dieser Hass kann dann dazu verwendet werden, um sie dazu zu bringen Gewalt gegen andersdenkende anzuwenden, damit die herrschenden sozialen Gesellschaftsklassen davon profitieren können.

Das hat schon die Nazielite so gemacht, nur mit dem Unterschied, dass die Nazielite nicht ausschließlich Religion für ihre Zwecke brauchte.

Hitler und seine direkten Helfer haben in der Bevölkerung Ängste und Hass gegen Juden, Kommunisten, Bolschewisten und andere als andersartig angesehene Gruppen geschürt und dieses ganz gezielt ausgenutzt.

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Kommentar von Immofachwirt
20.11.2015, 15:27

Meiner Meinung nach ist Religion nur Mittel zum Zweck. Das wahre Motiv ist Macht.

Auch zwischen und innerhalb der Religionen finden Machtkämpfe und Kriege statt. Wobei hierbei natürlich auch die Religion an sich nicht der Urheber, sondern die Kirchen bzw. Religionsvertreter die Verursacher sind.

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Zuerst einmal möchte ich die Begriffe Glaube und Religion voneinandern trennen, denn jeder der einer Religion angehört glaubt, aber nicht jeder der glaubt gehört einer Religion an.

Auf vielen Teilen der Erde wird der Begriff Religion deutlich differenzierter aufgenommen, als in den Industrienationen. In Staaten wo die religiöse Glaubensrichtung bereits mit der Muttermilch dem Nachwuchs mitgegeben wird und in denen stark religiös-politische Staatsstrukturen existieren, hat Religion einen viel höheren Stellenwert. Somit kann man eine gewisse Volksschicht, zumeist die untere Bildungsschicht, mit dem Instrument "Religion" steuern.

Ein weitaus gravierenderen Faktor, der in vielen Religionsschriften vertreten wird, ist der Tod als Strafe. Somit wird im Bewusstsein ein viel geringerer Wert eines Menschenlebens hervorgerufen. Und bitte nicht verwechseln, Tod als Strafe gilt in diesem Fall nicht als Mord - auch wenn bspw. eine Frau zum Tode durch Steinigung verurteilt wird, weil sie sich unverhüllt in der Öffentlichkeit gezeigt hat.

Sämtliche Religionstexte sind richtig harter Tobak. Wenn wir hier in Europa noch streng nach der Bibel leben würden und eventuell daneben noch den Hexenhammer liegen hätten, wären unsere Tage noch genauso dunkel wie im Mittelalter.

Instrumentalisierte Religion fördert eindeutig die Gewaltbereitschaft.

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Kommentar von Hyperdinosaurus
21.11.2015, 10:28

In deinem grundsätzlichen Argumentationsgang gen ich dir Recht, allerdings die Bibel als Religionstext der Gewalt zu bezeichnen, ist eine starke Fehleinschätzung, jeder der das neue Testament auch nur oberflächlich kennt, wird bei der Aussage sich an den Kopf fassen. Das Problem im Mittelalter war, dass die Bibel der Öffentlichkeit nicht zugänglich war und dadurch die katholische Kirche einzelne Textbruchstücke völlig aus dem Kontext gerissen für ihre Zwecke umdeuten konnte, ohne dass das Volk deren Lehren hinterfragen könnte. Ihre Lehren hatten allerdings nicht annähernd etwas mit dem zutun, was in der Bibel gelehrt wird. Unserer Verfassung mit den vielen Menschenrechten und Freiheiten lehnt sehr an der Bibel. Auch unsere demokratisch freiheitliche Gesellschaftsordnung ist vom christlichen Gedankengut aus der Bibel geprägt worden.

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Weil der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) durch diese "Religionen" die Menschheit zerstören will (Offb.17,1-14).

Unser Schöpfer lässt das (noch) zu (Offb.20,2).

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Religionen oder andere Ideologien werden benutzt damit der kl. Soldat bereit ist, für fremde Interessen zum Mörder zu werden oder bereit ist sich ermorden zu lassen.

Sicher ist,  wenn die Menschen hören würden.. sichert, raubt  für  Konzern XXX unter Einsatz Eures Lebens Ölfelder usf. würden viel mehr dies verweigern.

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Religion ist ein repressives Instrument um die Masse lenken zu können. Es ist doch ziemlich einfach Ungebildeten mit einer unbekannten Macht zu drohen, mit ewiger Verdamnis, himmlischen Gefilden etc.

Im Mittelalter haben die meisten Menschen in bitterer Armut gelebt, und es gab kaum Aufstände oder Selbstmorde. Warum? Weil die Religion ihnen das nicht erlaubte. Komischerweise waren die meisten Päpste alles andere als christlich und teils auch sehr dekadent. Siehe nur diese katholischen Prachtbauten, all der goldene Dekor und Verzierungen, sowie die finanzielle Stärke des Vatikan.

Nächstenliebe predigen und Kreuzzüge ausrufen. Eine Inquisitionen berufen und Hexentests auszuführen, wer hätte da nicht Angst als nächstes zu landen?

Und heutzutage spielt die Religion wahrscheinlich mehr im Mittleren Osten etc eine Rolle. Warum habe ich mich auch schon gefragt. Aber wenn ich so lese, dass es in Städten keine "Freizeitbeschäftigungen" möglich sind und sie im Prinzip nur aufeinander hocken, dann muss man doch etwas unternehmen? An irgendetwas glauben, damit man nicht vor sich hin vegetiert, sondern irgendetwas 'produktives' lebt, damit es Sinn ergibt. das kann leicht in Fanatismus enden.

Gut, dass Deutschland ein sakulärer Staat ist ^^

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Letztendlich kann jede Art der Religion instrumentalisiert und missbraucht werden. Hierzu bedarf es aber auch nicht unbedingt einer Religion. Ich darf in dem Zusammenhang nur mal auf den Kommunismus verweisen. Eine Ideologie wäre also auch schon ausreichend, oder sogar die Instrumentalisierung von einzelnen Personen die glorifiziert werden. Auch hierzu der Querverweis zum 1. Weltkrieg.

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Der kapitalistische Imperialismus versprach vor 3000 Jahren schon der Oberschicht mehr Macht, der Mittelschicht mehr Wohlstand und der Unterschicht im Namen des Glaubens zu handeln. Derselbe Trick funktioniert noch heute, wie man sieht.

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Das kommt darauf an, von welchem Krieg du sprichst.

Die Kriege im mittleren Osten sind allesamt Bürgerkriege bzw. Religionskriege des Islam. Dabei geht es um die Auslegungs- und territoriale Macht zwischen den einzelnen Störmungen (siehe link: https://de.wikipedia.org/wiki/Schia#/media/File:Madhhab_Map3.png).

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist ein strategischer Krieg. Russland benötigt die Krim, um ungehinderten Zugang zum schwarzen Meer, bzw. Mittelmehr zu haben. Dieser ist von strategischer Bedeutung, wenn Russland auch weiterhin in der Mittelmeerregion einen Einfluss haben will.


Terrorismus indessen ist indessen auf dem Vormarsch, weil dieser eben nicht mit militärischen Mitteln geführt werden kann und daher insbesondere für kleinere radikale Gruppen auf diese Weise an Bedeutung gewinnt. Ziel ist es mit Nadelstichen (um mehr handelt es sich nicht) eine Nation/Region so zu verunsichern, dass es zu Angsthandlungen und inneren Unruhen kommt. Auf diese Weise hoffen die Terroristen, das Land zu destabilisieren und gelinde gesagt ins Chaos zu stürzen. Dabei wird teilweise auch die Religion als Vorwand benutzt, jedoch nicht ausschließlich. Der Rechtsextreme Terror in Deutschland z. B., der seit den 90-ger Jahren schon über 180 Menschenleben gefordert hat, beruft sich nicht auf eine Religion, sondern auf eine Eigenschaft der z. B. Deutschen, die es weder Kulturgeschichtlich, noch biologisch gibt.


Daher kann ich deinen Thesen weitestgehend, mit o. g. Ausnahme zustimmen.

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Hey,

also ich finde, es gibt schon Religionen die es einfach übertreiben .. ich denke nur daran wie der Nahe Osten durchdreht wenn jmd ne Karrikatur über Mohammed zeichnet .. das ist doch gestört.

Allerdings denke ich auch das die meisten Gläubigen kein Interesse an Krieg und Gewalt haben.

Die wahren Gründe für Krieg sind u.a. Ressourcenknappheit wie z.B. Öl. Rache natürlich auch wobei wir ja wissen das Gewalt in der Regel nur noch mehr Gewalt erzeugen wird.

Natürlich würde sich die Bevölkerung niemals an einem Krieg beteiligen nur weil die Regierung z.B. sagt, "Uns geht das Öl aus, deswegen müssen wir jetzt dort einmarschieren".

Man muss es so drehen das die Meinung der Bevölkerung so gelenkt wird, das sie einem Krieg zustimmen. So wie es 1990 im Irakkrieg oder im letzten Irakkrieg war die, wie jeder wissen sollte, auf Lügen basierten.

Dazu eignet sich z.B. hervorragend Terrorismus. Diesen kann man z.B. auch gegen die eigene Bevölkerung einsetzen um die Meinung der Masse so zu ändern, das sie einem Krieg blind zustimmen. So wie es z.B. in Kuba gemacht wurde.

Mfg

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