Frage von Fayzz, 60

Inwieweit ergibt sich eine Unterschlagung bei Wettschulden?

Hallo,

ich habe folgende Konstellation: A schuldet B 150€, wobei er sich 100€ geliehen und 50€ beim Pokern verloren hat. Diebstahl fällt vorab weg.

Deswegen bin ich jetzt bei der Unterschlagung: Bei der Rechtswidrigkeit der Zueignung muss man ja die Verletzung der Eigentumsordnung prüfen. Nach §762 I BGB hat B aber keinen wirklichen Anspruch auf das Geld, da es sich halt nur um Wettschulden handelt.

Muss ich trotzdem 150€ bejahen (Abgrenzung StR/ZivR) oder sind es nur die 100€, welche A geliehen hat?

Grüße :)

Antwort
von Aliha, 44

Geliehenes Geld nicht zurückzuzahlen ist per se noch keine Straftat. Nur wenn der Schuldner von vornherein die Absicht gehabt hätte, das Geld nie zurückzuzahlen, dann käme der Straftatbestand Betrug in Frage. Dies liese sich aber nur sehr schwer beweisen. Somit müsste das geliehene Geld auf dem Zivilklageweg zurückgefordert werden. Wettschulden dagegen sind nicht einklagbar.

Kommentar von Fayzz ,

Hups, ich habe vergessen zu nennen, dass A nicht mehr die Absicht hat, die 150€ zu zahlen. Ist beim schnellen tippen irgendwie vergessen worden. Bedeutet er hat es geliehen und im Nachhinein möchte er es behalten. Das stellt ja die Unterschlagung nach §246 I dar.

Kommentar von Aliha ,

"Nicht mehr die Absicht hat", oder "von vornherein nicht die Absicht hatte" sind 2 verschiedene Sachen. Nur bei letzterem wäre der Straftatbestand Betrug u.U. erfüllt, wie oben gesagt, liese sich das aber schwer beweisen. Du bist meines Erachtens in dieser Sache auf den Zivilklageweg angewiesen. Ob das allerdings für dich günstiger ist als die 100 € als Lehrgeld zu verbuchen, musst du selbst entscheiden. Die 50 € Wettschulden kannst du allerdings so und so abschreiben.

Kommentar von Fayzz ,

Mal vorab: Es handelt sich hier um einen Sachverhalt, den ich von meinem Lehrstuhl erhalten habe. Nicht um etwas was mir tatsächlich zugestoßen ist.

Betrug fällt weg, weil keine wirkliche Täuschungshandlung vorlag. Zum Zeitpunkt des Erhalts der 100€ lag alles wie geplant vor. Das hat sich erst später geändert. Somit liegt auch kein Diebstahl vor sondern lediglich Unterschlagung. Und da grenzt meine frage an wie ich es zu formulieren habe inwieweit die 50€ Berücksichtigung finden.

Kommentar von Aliha ,

Nach meinem Rechtsverständnis liegt hier auch keine Unterschlagung vor. Da du aber offensichtlich Jura studierst, solltest du es besser wissen.

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