Frage von emrauzun20, 45

inwiefern war das 14. und 15. jahrhundert in europa eine Zeit der Widersprüche und Veränderungen?

Antwort
von Juli277di, 23

Das Mittelalter war eine Zeit voller Widersprüche,Es war eine Zeit des Umbruchs, in der sich der Feudalismus überlebte.Die blutige Schneise der Hexenverfolgung verweist auf die enormen Spannungen und Widersprüche.Die katholische Kirche war im Mittelalter die beherrschende Autorität in Europa, sogar die weltlichen Herrscher, Könige, Kaiser, kamen in ernste Bedrängnis, wenn sie sich mit ihr anlegten. Die Menschen damals haben sich hingegen nicht wie wir täglich gewaschen; das Alltagsgewand war vielfältig geflickt, darin schlief man, arbeitete man, schwitzte man, fror man. Das stank! Die Abfallgrube? Na, gleich hinterm Haus. Das stank!

Antwort
von hutten52, 31

1. Wirtschaftskrise, Hungersnöte, Pestepidemien

2. Mittelalterliches Weltbild zerbricht, heliozentrisches Weltbild

3. Renaissance und Humanismus beginnen

4. Religiöse Unruhe, Vorreformatoren treten auf (Hus etc.)

5. Entdeckungsfahrten beginnen

6. Niederer Adel (Ritter) steigen ab, Stadtbürgertum steigt auf

Antwort
von AkifABl61, 24

Am deutlichsten und nachprüfbarsten, weil sichtbar, zeigt die Malerei das Wesentliche eines neu aufkommenden Weltbildes:
Grob gesagt, bildet mittelalterliche Malerei nur ein Motiv ab, und das ist heilig. Es wird geboren, gefolgt, belehrt, verurteilt, gekreuzigt, abgehangen, aufgestanden und hochgefahren, was das Zeug hält ...
Dabei spielen Blickfeld, Perspektive und Nähe-Distanzphänomene der realen Wahrnehmung einer Szenerie keine Rolle. Eine Rolle in europäischen Vor-Renaissance-Bildern spielt einzig die religiöse Bedeutung des Abgebildeten. In der Mitte ... der Herr, Gott, Maria ... und die Umstehenden ... schauen, lernen, fürchten sich. Personen? Egal: Gesichter sind schematisch, mimisch - wenn überhaupt definiert - ganz dem passenden Ausdruck gewidmet.

Alles heilig, so zu sagen.

Wer einfach nur einen Rammler abbildet, bekommt damit in der Öffentlichkeit womöglich sogar Ärger, wenn er nicht ausreichend protegiert wird.

Aber da, ab 1480 kommen sie: Die Dürer, die Da Vinci, die Michelangelo ... und bilden ab, was wir auch sähen, wenn wir in einem bestimmten Blickwinkel vor der Szenerie stünden. Wir sähen nämlich Näheres im quadratischen Maßverhältnis größer, Ferneres entsprechend kleiner, die entfernten Dinge sähen wir in blassem, gräulichem Blaugrün verschwimmen, außer sie sind ... sehr rot etc. Die Personen der Szenerie haben Gesichter, sie sind "echt", und in der Tat engagieren / nutzen die Maler dafür neuerdings Modelle. Auch die Motive werden rasch profan: Abgebildet eine ... Marktszene, ein wichtiger Mann, ein Feldherr ... auch und immer noch Jesus und seine Geschichte: das bleibt weiterhin ein Renner, aber nicht mehr in der Ausschließlichkeit wie zuvor.

So zeigt sich eine ganz neue Weltsicht: Der Individualismus. Luther trägt zu seiner Verbreitung bei, indem er den Popen die ausschließliche Verantwortung im Mittlertum zu Gott entreißt und sie dem Einzelnen aufbürdet: Protestanten haben's leicht: Sie dürfen Geld verdienen, aber sie haben's schwer; denn sie sind selbst verantwortlich. Sie werden ihre Schuld einfach nicht so leicht los.

Dieses neue Weltbild vergegenständlicht sich auch in der Tatsache, dass ein Mönch die Bibel in die Alltagssprache "Deutsch" übersetzt und diese Sprache damit wesentlich DEFINIERT ... Damit nicht genug: Sein Bekannter Gutenberg hat gerade den Buchdruck erfunden und druckt die Übersetzung ... massenhaft. Das ist auch neu, und der Lesestoff interessiert die "einfachen Menschen" tatsächlich: Sie lernen lesen ...

Da kommt was in Bewegung. Und die zielt auf die Eroberung der Welt. Hätte ich beinahe vergessen: Ab 1492 kann nach "Übersee" ausgewandert, geplündert und wie blöde daran verdient werden.


Kommentar von PeVau ,

Klasse Antwort!

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