Frage von Cherryredlady, 85

Inwiefern kann man Hobbys, Fähigkeiten und den späteren Beruf des Kindes bestimmen/beeinflussen?

Angenommen ich hätte ein Kind,dem ich sehr sehr oft vorlese und dem ich sozusagen beibringe, dass Bücher eine tolle Sache sind. Kann ich dadurch schon bewirken, dass es sich später weiterhin dafür interessiert und vielleicht auch selbst Schriftsteller werden möchte? Wie sieht es mit Sport aus? Wenn ich mit meinem Kind viel draußen mache und es zum Beispiel zum Fußballtraining schicke und immer Fußballspiele ansehe, wird es dann Fußballspieler werden (wollen)? Wenn mein Kind früh viel Musik hört und dann Instrumente lernt, kann es ein großer Musiker werden? Oder anders gefragt: Sind bestimmte Fähigkeiten "vorgegeben" oder habe ich einen Einfluss darauf was mein Kind irgendwann gerne macht und auch gut kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rockige, 26

Nein, nicht so gradlinig.

Als Eltern hat man zwar einen ersten direkten Einfluss auf die Interessensentwicklung und die Neugier des Nachwuchses... Aber selbst wenn man ganz gezielt "darauf hin arbeitet" heißt es nicht das der Nachwuchs später tatsächlich Schriftsteller, berühmter Musiker, Olympiagewinner, was weiß ich noch, wird.

Denn, irgendwann (im Laufe des Heranwachsens, im Laufe der Reifung der eigenen Persönlichkeit) wird dieser Nachwuchs eigene Interessen entwickeln bzw. selbst anfangen zu entscheiden ob dieser Weg der richtige/ der gewollte ist. Egal wieviel Jahre zuvor schon darauf hingearbeitet wurde, egal wie lange man schon im Verein ist oder Musikstunden bekam oder ähnliches.

Antwort
von beangato, 20

habe ich einen Einfluss darauf was mein Kind irgendwann gerne macht und auch gut kann?

Jein.

Du kannst Dein Kind unterstützen, damit es etwas lernt. Aber es bringt nichts, ein Kind zu etwas zu zwingen.

Nur eins meiner 3 Kinder liest genauso gern wie ich, obwohl ich allen vorgelesen habe, als sie klein waren.

Seinen Weg muss sich das Kind schon selbst suchen.

Antwort
von Andrastor, 24

Nein, nicht auf diese Weise.

Es ist unendlich wichtig, dass du dem Kind die Möglichkeit lässt seine Vorlieben selbst zu entdecken.

Deine Aufgabe sollte es sein dem Kind neues zu zeigen, ihm beizubringen, dass es Spaß macht neue Dinge auszuprobieren und das es nichts macht, wenn mal etwas neues keinen so großen Spaß macht.

So förderst du die Neugier des Kindes und es kann selbst herausfinden was es gerne macht.

Wenn es dann etwas derartiges gefunden hat, solltest du es fördern, es loben wenn es dir seine Erfolge zeigt und ihm Tipps geben, aber keine Richtung vorgeben. Steck es nicht in Clubs, wenn es das nicht selber will, das übt sonst Druck auf das Kind aus.

Kommentar von Cherryredlady ,

Ich wollte nur anmerken, dass ich selbst kein Kind habe und auch keins in nächster Zeit bekommen werde :D und ich habe auch eigentlich nicht vor ihm dann Dinge aufzuzwingen. Es hat mich nur interessiert, weil ich selbst viele Dinge von früher immer noch mag und mich dafür interessiere, deswegen frage ich mich eben ob das nur ein Zufall war oder meine Eltern mir einen Schubs in diese Richtung gegeben haben. Aber gute Antwort 

Antwort
von Dahika, 6

Nein, so einfach ist das nicht. Irgendwann wird jeder Jugendliche, wenn er seel. gesund ist, seinen eigenen Weg einschlagen wollen. Kinder sind zwar sehr förderbar durch die Eltern, aber man kann sie nicht so manipulieren und erziehen, dass sie so werden, wie die Eltern es gerne hätten.

Es ist allerdings wichtig, den Kindern viele Angebote  zu machen. Das gehört zur Förderung.

Mein Neffe hat Eltern, die begeisterte Leser sind. Er ist in einer Leserfamilie groß geworden. Jetzt ist er erwachsen und liest freiwillig kein Buch, nur Fachliteratur, die er halt lesen muss.

Sein Vater verabscheute Fußball als Prollsport. Er selbst ist hingegen begeistertes Mitglied in einem Fußballverein und spielt auch aktiv. Und geht regelmäßig zu Spielen seines Lieblingsvereins.



Antwort
von irgendeineF, 47

nein, kannst du nicht. denn so wie du es sagst, zwingst du ein kind zu all diesen sachen, also wird es eher eine abneigung dafür entwickeln. und selbst wenn du förderst, was das kind mag oder gerne macht: interessen verändern sich. 

Antwort
von Tragosso, 50

Das denke ich nicht. Man kann einem Kind möglichst viele Vorschläge machen und Anregungen geben, das halte ich für wichtig um die eigenen Interessen des Kindes herauszufinden. Aber du kannst ihm nicht 'einreden' wofür es sich später zu interessieren hat. Mir wurde sehr viel vorgelesen früher, es ist auch nicht so, dass ich Bücher lesen komplett ablehne - Aber ein richtiger Bücherwurm werde ich nie sein.

Antwort
von kiniro, 9

Ich halte gar nichts davon, Kinder auf den Weg hin zu manipulieren, den die Eltern bzw. Vater oder Mutter gerne selbst gegangen wären und es - warum auch immer - nicht geschafft haben.

Kinder sollten die Freiheit haben, selbst entscheiden zu können, was mal ihre Interessen sein sollen.

Nur weil dem Kind vorgelesen wird, heißt das noch lange nicht, dass es sich später fürs Lesen interessiert oder gar Schriftsteller wird.
Ebenso wenig ist viel Musik hören ein Garant dafür, dass es ein "großer Musiker" oder überhaupt einer wird.
Würde "Fußballspiel ansehen" Fußballer (oder gar Profis darin) produzieren, hätten wir wahrscheinlich ein paar Millionen Fußballer mehr.

Du kannst deinem Kind deine Interessen zeigen, aber du kannst es nicht dazu bringen, diese auch mit dir zu teilen.

Antwort
von Schuesselchen, 24

Wenn Du Dein Kind liebst, dann lasse solche Beeinflussungen und fördere die Fähigkeiten und Talente, die von sich aus da sind. Auch wenn sie nicht mit Deinen Interessen übereinstimmen. Dein Kind könnte Dich sonst hassen.
Wenn Du deinem Kind ohne Rücksicht auf Verluste deinen Stempel aufdrücken wills, dann bekomme lieber kein Kind. Ein möglicher Psychopat weniger auf dieser Welt.

Liebe Grüße, 🐱

Kommentar von Cherryredlady ,

Es geht nicht um mein eigenes Kind, ich habe nämlich keins :D Habe nur aus Interesse gefragt aber danke

Antwort
von Irgendwerxyz, 10

Hi, natürlich kann man Interessen wecken und Talente (die man erkennt - erzwingen kann man sie nicht) unterstützen aber das Kind wird immer selbst entscheiden wie groß die Begeisterung für etwas wird und ob es als Beruf taugt.

Antwort
von caya2014, 34

Hallo,

Mit vorlesen oder es in einem sport Verein packen, ist nicht eine Garantie für den späteren Werdegang!
Kinder müssen sich selbst finden! Versetzte dich mal in deine Kindheit.. wieviele berufswünsche hattest du?

Sehe es zur Zeit an meiner Tochter, sie hat mit 13 Jahren 2 Berufs Vorstellungen für später, aber ob und welches sie erreicht wird sich zeigen!

Klar es gibt auch diese "wunder Kinder" wie Mozart etc aber dies halte ich für sehr geringer so ein kind zu bekommen!
Daher sollte man echt die Kinder sich selber entfalten lassen.

Antwort
von autmsen, 4

Nein. Schlicht und ergreifend. 

Denn Was Du beschreibst ist Dressur. Der stehen einige unserer GrundPFLICHTEN als Eltern entgegen. Und Grundpflichten fragen einfach nicht danach, ob sie zur Kenntnis genommen werden oder nicht. Ihre Missachtung hat auch bei Kenntnisverweigerung entsprechende Folgen. 

Tatsächlich fördert die frühe Leseförderung nicht nur die sprachliche Kompetenz. Sie regt vor allen Dingen die natürliche Phantasieentwicklung an. In der Regel fördert sie also die Lust an kreativen Berufen. Was absolut nicht falsch ist. 

Fast das Gleiche gilt für Musik. 

Einem Kind körperliche Bewegung vorzuenthalten würde ich als Menschenrechtsverletzung definieren. Ob es nun Fußball ist oder ein anderer Sport. .

Zur menschlichen Entwicklung findest Du online sehr viele kostenlose Informationen. Offline reicht die Nutzung eines Ausweises der örtlichen Bibliothek in der Regel voll aus um an entsprechende Informationen zu gelangen. Die dort arbeitenden Fachkräfte beraten hier gerne. 

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