Frage von alohaa901, 22

Inwiefern ist die Zugehörigkeit zu einem Kulturkreis förderlich/nicht förderlich für die eigene Identität?

Mich beschäftigt die Frage, inwiefern man seine Identität mit seinem "Stamm" identifiziert. Mit Stamm meinte ich Nation und Kultur.

Daraus erschließt sich mir die Frage, ob man dieses Zugehörigkeitsgefühl haben muss?
Oft stellen sich Kinder in der 1. oder 2. Generation die Frage, wessen Kultur sie angehören etc. Vor allem, wenn die Eltern noch verwurzelt sind.
Ergeben sich daraus negative Folgen für die Persöhnlichkeitsentwicklung etc.?

Antwort
von vonGizycki, 7

Grüß Dich alohaa901!

Dort wo der Mensch aufgewachsen ist, bekommt er seine kulturelle Prägung. Das ist wichtig, weil dieser sich dann seiner Nation zugehörig fühlt. Das Wesen eines Volkes, das sich durch seine Geschichte (auch durch die neuere) definiert, drückt sich in der Kultur aus. Daran kommt niemand vorbei, denn das ist prägend. 

Probleme gibt es, wenn Eltern durch ihr Verhalten eine Kultur einfordern, die aber ihre Kinder nicht kennen, weil sie woanders aufgewachsen sind. Dabei kann es zu großen Problemen kommen, besonders dann, wenn die Kultur der Eltern in seiner Ausprägung gegen die Kultur gerichtet ist, in der die Kinder aufwuchsen. Psychische Abhängigkeiten von den Eltern in der Entwicklung dieser Kinder und der Heranwachsenden führen dann zu Identitätsproblemen, weil sie nicht wissen wo sie hingehören.  Die innerseelischen Konflikte die dabei entstehen hemmen die Persönlichkeitsentwicklung bzw. stören sie erheblich. Sie finden sich dann nicht in beiden Kulturen zurecht. Sie wären weder Türke noch Deutsche, um dieses Beispiel mal zu nehmen. 

Es ist dringend erforderlich, das sich daher ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt, damit solche Menschen wissen, wer sie sind. Es gibt sonst keine Verwurzelung, sondern Entwurzelung. Selbst wenn ein Mensch auswandert und woanders lebt, sind die Wurzeln der Heimat nicht zerstörbar und prägen weiterhin. Aber der Mensch kann sich sehr wohl wandeln und verwurzelt dann in der neuen Heimat, aufbauend auf dem Alten, wenn er das will.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von alohaa901 ,

Danke für die Antwort !

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psychologie, 12

Beziehst Du Deine Frage im Speziellen auf Migranten (-kinder)?

Kommentar von alohaa901 ,

Nein allgemein.
Zum Ende hin war das nur ein Beispiel :)
Bin selber Migrantin,also bitte nicht falsch verstehen.

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