Frage von aisha13, 136

Inwiefern ist der Kommunismus 'schlimm'?

Heutzutage ist der Begriff 'Kommunist' abwertend, jedoch ist mir der Grund dafür unklar. Soweit ich informiert bin, beruht der Kommunismus in erster Linie auf Gleichheit und Freiheit der in einer Gesellschaft lebenden Menschen. Das ist doch mehr als positiv. Wieso sind so viele Menschen gegen dieser politischen Bewegung? Mehr und mehr Menschen tendieren zum Rechtsextremismus obwohl 'die Rechten' menschenverachtend sind. Wieso findet man sowas besser ? Ich verstehe die Gesellschaft heutzutage einfach nicht. Ich freue mich auf jede Antwort. L.g.

(ps. ja, der Text ist stark pauschalisiert)

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 43

Heutzutage ist der Begriff 'Kommunist' abwertend, jedoch ist mir der Grund dafür unklar.

Die Antwort darauf ist einfach: Wertungen zu definierten Begriffen sind IMMER Propaganda. 

Soweit ich informiert bin, beruht der Kommunismus in erster Linie auf Gleichheit und Freiheit der in einer Gesellschaft lebenden Menschen.

Soweit bist du richtig informiert.

Das ist doch mehr als positiv. Wieso sind so viele Menschen gegen dieser politischen Bewegung?

Versetze dich dazu mal in folgende Situation:

Du bist reich. Richtig reich. Du kannst dir ALLES leisten, was du willst. Es gibt keine Grenzen für dich. Es gibt kein "Gibt's nicht!" für dich. 

Du bist also so reich, dass Geld für dich absolut keine Rolle mehr spielt, weil es immer in ausreichender Menge zur Verfügung steht. (Faktisch lebst du also im Kommunismus. ;))

Nun ist es aber listigerweise so, dass nicht alle Menschen so reich sein können. Und diese Menschen verlangen nun von dir, dass du "abgeben" sollst. So viel abgeben, dass du nicht mehr als andere hast. Dann ist es aber vorbei mit "alles leisten können". 

... wie würdest DU dich in so einer Situation verhalten?

  1. Ich würde abgeben. Auch, wenn ich mir dann nicht mehr alles leisten könnte. Auch, wenn ich dann "arm" wäre. Auch, wenn das Luxus-Leben dann vorbei wäre.
  2. Ich würde einen Teufel tun. Mir geht es gut. Hervorragend sogar. Sollen die anderen doch zusehen, wie sie klarkommen. Und damit sie nicht rebellieren, sage ich ihnen: "Strengt euch an! Konzentriert euch nicht auf meinen Reichtum, sondern versucht selbst, reich zu werden! Dann könnt ihr genauso gut leben, wie ich es kann."

Mehr und mehr Menschen tendieren zum Rechtsextremismus obwohl 'die Rechten' menschenverachtend sind. Wieso findet man sowas besser ?

Zum "Extremismus" vielleicht nicht gerade. Aber nach rechts durchaus. 

Das hat einen einfachen Grund

Die "rechte Seite" bietet einfache Antworten. Antworten, bei denen man den eigenen Kopf nicht anstrengen muss. Und das Leben ist schon anstrengend genug. 

Die "linke Seite" bietet nur vage Wege, viele "Vielleichtse" und jede Menge Fragen, die noch einer Antwort bedürfen. Sie verlangt sogar, dass man selbst denkt und sich nicht mit vorgefertigten Antworten in leicht zu schluckenden Häppchen zufrieden gibt. 

Würde die linke Seite ebenso einfache Antworten bieten können, wäre die Entscheidung "Rechts oder Links?" schon schwieriger.

Beispiel: Angenommen, die Linken könnten versprechen: "Wählt uns! Und 3 Wochen nach der Bundestagswahl seid ihr alle Millionäre! Und zwar geht der Plan so ..." ... Kannst du dir vorstellen, wie die Wahlergebnisse dann ausfallen würden?

Die Rechten machen genau das: Sie bieten einfache Antworten auf die Fragen, die die Leute umtreiben. Nicht unbedingt in Bezug auf "Reichtum"; aber in Bezug auf "Anti-Kommunismus", "Fremdenfeindlichkeit", etc.

Dabei ist nicht wichtig, ob die Behauptungen wirklich umsetzbar sind. Entscheidend ist nur, dass sie "möglichst ohne Nachdenken schluckbar" sind.

Ich verstehe die Gesellschaft heutzutage einfach nicht.

Du suchst an der falschen Stelle. Die Gesellschaft ist nur die Herde, die ihren Leittieren folgt. Schaue dir die Leithammel an. Da findest du die Antworten, die du suchst...

Kommentar von alexklusiv ,

Besser hätte man es nicht erklären können, das macht eine Antwort von mir völlig überflüssig;)

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 39

Beim Kommuismus muss man natürlich zunächst zwei Dinge trennen:

Das theoretische Konstrukt einer nur sehr unklar und hochgradig vage bestimmten zukünftigen gesellschaftlichen Alternative zum Kommunismus

und

die praktischen Versuche kommunnistischer Parteien, dieses zukünftige Gesellschaftsmodell ansatzweise in die Praxis umzusetzen. Der damit einhergehende Voluntarismus war allerdings von den schlimmsten und barbarischsten Menschenrechtsverbrechen begleitet, die man sich so neben dem Hitlerfaschismus vorstellen kann (Wobei ja auch temporär kumpelnd gemordet wurde; Hitler-Stalin-Pakt...).

Antwort
von zehnvorzwei, 31

Hei, aisha13, das Problem der "Gleichheit und Freiheit" besteht darin, dass sie ihre eigene Gleichheit und Freiheit meinen unter dem Motto "...und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein". Das haben Millionen von Menschen am eigenen Leib verspürt. Und so. Grüße!

Antwort
von soissesPDF, 37

Kommunismus ist eine Utopie, den gab es nie.
Was es gab war Stalininismus und Maoismus.

Sei's drum, nimmt die aktuellen Vertreter vermeintlicher sozialistischer Ideen her, die Sozialdemokraten, hatten die schon immer in ihrer Geschichte sich verstolpert.
Jüngstes Beispiel die Agenda 2010 (HartzIV, Renten, Bankenderegulierung), hat die SPD vergeigt, ohne Not und Verstand.
"Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber" Ex-Ministerpräsident Bayerns Edmund Stoiber (CSU).

Wen sollen denn die Bürger wählen?
Die Neoliberalen von CDU/SPD hatten ihren Auftritt und gründlich versagt.

Was nun die AfD ist oder nicht ist darauf kommt es nicht an, absehbar werden sie die Regierung nicht stellen.
Aufgabe von CDU/SPD/Grüne wäre es nun ihre Lösungen für die Finanz-, Schulden-, Euro- und Finanzkrise dem Wähler zur Wahl vorzustellen.

Antwort
von iamchrisi, 52

Kommunismus bedeutet ja, alles zu teilen, im Prinzip das Gegenteil zu dem in den meisten Ländern (auch zB in Deutschland) herrschenden Kapitalismus. Im Kommunismus hat man nicht immer eigenen Besitz. Also man hat schon einen, aber man arbeitet nicht für sich sondern für die Allgemeinheit. Viele finden dass nicht so toll aus dem einfachen Grund, dass man ja auch für "Faule" mitarbeitet.

Antwort
von 1988Ritter, 47

Das Problem des Kommunismus ist:

  • Die Gleichheit ist vorgeschrieben
  • Die Freiheit ist nur im Rahmen der Gleichheit gewährt

Der Kommunismus verweigert folglich die Entwicklung einer Persönlichkeit, sowie die Honorierung einer Entwicklung. 

Dies konnte und kann nicht funktionieren, da der Mensch grundsätzlich nach Erfolgen strebt, und diese Erfolge auch entsprechend honoriert wissen möchte. Ein Orden für den schlausten Kommunisten ist da wenig befriedigend.

Antwort
von ThomasNiemt, 64

Kommunismus basiert auf einem Denkfehler, denn die geforderte Planung einer Gesellschaft (und ihrer Wirtschaft) führt regelmäßig in die Katastrophe, ganz einfach deshalb, weil niemand die Zukunft vorhersehen kann. 

Zudem de-motiviert Kommunismus Leistungsträger, die nicht mehr entsprechend ihrer Lesitung bezahlt werden, was dazu beiträgt, dass es einen technologischen Rückstand gibt, wie man ihn in der UdSSR und in der DDR beobachten konnte.

Schließlich führt der Mangel, der sich zwangsläufig aus allen kommunistischen Versuchen, Wirtschaft und Gesellschaft zu planen, ergibt, regelmäßig dazu, dass die Schrauben angezogen werden, d.h. bürgerliche Freiheiten beseitigt werden, Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, das alles gilt im Kommunismus nichts.

Entsprechend entsteht ein totalitäres System, das seine Bürger unterdrückt und Regimegegner erst interniert und dann ermordert. Stalin hat jenseits von 20 Mio Menschen auf dem Gewissen (konservativ geschätzt), Mao Tse Tung hat es auf jenseits von 50 Mio Toten gebracht. Die DDR hat kleinere Brötchen gebacken und 10000+ so genannte Republikgegner in Gefängnissen dahinsiechen lassen oder beim Versuch, über den Grenzzaun in die Freiheit zu gelangen, erschossen.

Das sollte eigentlich reichen, um denjenigen, die Kommunismus als Gerechtigkeits-Heillehre anpreisen, nicht auf den Leim zu gehen. Kommunisten sind regelmäßig Personen, die in ihrem Leben weder etwas zu Stande gebracht haben noch etwas zu leisten beabsichtigen. 

Kommentar von Sowjet2016 ,

Schön das der (......) Support Fakten löscht 

Dann noch mal : die DDR war sozialistisch mit Iwan mal dem Ziel den Kommunismus zu erreichen 

Die UdSSR war sozialistisch 

Den Kommunismus gab es noch nie 

Wenn euch vom Support das nicht passt dann sperrt mich doch bitte einfach wieder :) 

Kommentar von Unsinkable2 ,

Entsprechend entsteht ein totalitäres System, das seine Bürger unterdrückt

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, dass jene, die "totalitäre Systeme" am lautesten kritisieren, auch stets die ersten sind, die den Totalitarismus durch ihre Blockwart-Mentalität am intensivsten ausleben und andere Meinungen verbieten wollen, sobald sie ihnen nicht in den Kram passen, nicht wahr, ThomasNiemt?!

Stalin hat jenseits von 20 Mio Menschen auf dem Gewissen (konservativ geschätzt), Mao Tse Tung hat es auf jenseits von 50 Mio Toten gebracht.

Adolf Hitler, Osama bin Laden und Saddam Hussein, um nur einige aus der langen Reihe der "kapitalistischen Massenmörder" zu nennen, waren bekennende Kapitalisten. 

Deiner eigenen Definition folgend, Ist der Kapitalismus also per se antisemitisch, kriegstreibend und terroristisch?!

Oder könnte es sein, dass "an Personen festmachen" schon ein bisschen schwierig und naiv ist?

... oder beim Versuch, über den Grenzzaun in die Freiheit zu gelangen, erschossen.

In den USA sterben JEDES JAHR so viele Menschen am mexikanischen Grenzzaun der USA, wie in der DDR in der gesamten Zeit ihrer Existenz.

Und allen Flüchtlingen ist eines gemeinsam: Sie wollen in den Westen. In die "Freiheit". Und sie werden daran gehindert.

Hilf mir: Ist die USA ein totalitäres Regime? Oder ist sie "das Mutterland von Demokratie und Freiheit"?

Antwort
von Matschpfirsich, 47

Weil der Kommunismus nicht funktioniert und viele Menschen an die DDR erinnert.

Wenn alle Gegenstände der Öffentlichkeit gehören, geht man nicht gut damit um. Wie in der Schule, wo auf die Tische gekritzelt wird und die Toiletten ... Wisst schon. Es gehört einem nicht selbst, deswegen hat man keine Verantwortung dafür bzw geht verantwortungslos damit um. So war das in der DDR eben auch.

Kommen noch viele viele andere Punkte dazu...

Kommentar von Sowjet2016 ,

DDR kommunistisch ? Dann hätte es ja doch einen kommunistischen Staat gegeben 

Kommentar von Matschpfirsich ,

Natürlich war die DDR kommunistisch angelegt, was denkst du denn?! Schließlich basierte sie ja auf dem Regierungssystem der Sowjetunion und die war garantiert auch kommunistisch.

Kommentar von atzef ,

In beiden Staaten regierten kommunistische Parteien. Das heißt aber nicht, dass beide Staaten in deren eigenen Selbstverständnis auch schon kommuistische Gesellschaftssysteme gewesen wären. Um überhaupt dahinzugelangen, habe es einer sozialistischen Übergangsphase bedurft, die sich natürlich auch noch durch "Unzulänglichkeiten" ausgezeichnet habe. So ungefähr das Selbstbild der kommuistischen Parteien...:-)

Kommentar von Sowjet2016 ,

Weder die DDR war kommunistisch noch die UdSSR 

Antwort
von Centario, 45

Der Kommunismus erzeugt eine Scheinrealität und die Rechten sind Realität.

Antwort
von authumbla, 41

Menschen, die nicht gerne differenziert denken können oder wollen, geben solche Urteile ab. Das ist dann auch nicht besser, wenn man " Du Kommunist" sagt oder " Du Schw...ler".

Es zeugt einfach von schlichten Vorurteilen, mit denen man Menschen vorverurteilen oder abqualifizieren möchte.

Man will sich gar nicht erst mit ihnen auseinandersetzen.

Also würde ich nichts darauf geben, wenn einige bestimmte politische Überzeugungen oder sexuelle Orientierungen "schlimm" finden.

Was heißt überhaupt "schlimm"??

Man ordnet sich mit der Akzeptanz dieses Begriffes einer vorgefassten Meinung unter, dass es Instanzen gäbe, die beurteilen könnten, ob etwas gut oder schlecht ist. "Schlimm" quasi als gesellschaftliche Ausgrenzung.

Ist dein Verhalten "schlimm" , hast Du Dich im Rahmen Deiner peergroup oder Deiner religiösen Gemeinschaft ins Abseits manövriert. Jetzt musst Du dein Verhalten ändern, damit Du wieder mit dabei sein darfst...

Wir sollten uns nicht von anderen vorschreiben lassen, was wir zu denken haben.

Antwort
von Max7777777, 76

Viele Menschen möchten nicht gleichgestellt werden. Spätestens wenn sie mehr haben als der durchschnitt. Und der Braune Sumpf ist eben der braune Sumpf. Die muss man nicht verstehen.

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