Frage von Tragosso, 52

Inwiefern helfen einem Selbsthilfegruppen bei Sozialer Phobie?

Huhu.

Ich frage mich ob das nicht ein Widerspruch in sich ist. Menschen mit Sozialer Phobie haben doch genau vor solchen Situationen Angst. Sich dem Kontakt mit anderen Menschen auszusetzen, allgemein vor sozialer Interaktion.

Ist es da nicht schon ein 'Erfolg', wenn man überhaupt zu den Treffen geht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buddhishi, Community-Experte für Angst, 26

Hallo Tragosso,

da Du die Frage erneut gestellt hast, versuche es mal: Selbsthilfegruppen gibt es mit und ohne professioneller Begleitung.  Diese Gruppen haben zunächst den Sinn, dem Betroffenen insofern zu helfen, zu verdeutlichen, dass er/sie nicht allein ist und auch andere Menschen darunter leiden.

Natürlich ist es schon ein Erfolg, überhaupt zu einem Treffen zu gehen. Da stimme ich Dir absolut zu. Aber, dadurch, dass man weiß, dass es sich dort um Gleichgesinnte handelt, erleichert es dies natürlich erheblich.

Dort kann man sich aufgehoben, getragen, sicher und geborgen fühlen.

Ob eine Selbsthilfegruppe in Betracht kommt, hängt auch unter anderem von der Therapie der Erkrankung ab. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie ist es z. B. so, dass ein Patient durchaus mit seiner Angst konfrontiert wird.

Daneben gibt es spezielle Traumatherapien, bei denen gerade diese Konfrontation außen vorgelassen wird und das Bestreben darin liegt, den Menschen behutsam von seinem Trauma zu befreien.

Die Ansätze sind nunmal sehr unterschiedlich, und es kommt immer auf den Einzel'fall' sowie auf die Ursachen einer Sozialen Phobie an, welcher therapeutische Weg der (hoffentlich) bessere ist.

Falls Dir diese Erläuterungen auch nicht ausreichen sollten, gebe bitte einen entsprechenden Kommentar, damit ich versuchen kann, Deine Frage zufriedenstellend zu beantworten.

LG

Buddhishi

Antwort
von autmsen, 17

Nicht nur bei sozialer Phobie ist es nicht so dass sich die Mitglieder der SHG gleich physisch treffen. 

Wer an solchen Ängsten leidet bekommt in der Regel das Angebot sich entweder schriftlich oder telefonisch oder per Mail zunächst mal in einen Kontakt zu begeben. Es wird also der Weg der kleinen Schritte gegangen. 

Es ist auch eine falsche Vorstellung davon auszugehen dass so eine Gruppe sich dann tatsächlich in regelmäßigem Abstand irgendwo haptisch immer trifft. Die Mitglieder einer örtlichen SHG können sich durchaus darin einig sein dass die körperlichen Treffen für die nächste Zeit ausfallen. Deshalb besteht aber die örtliche SHG auf jeden Fall und ist durchaus sehr aktiv. 

Ich beziehe mich hier auf sowohl therapeutisch begleitete als auch therapeutisch nicht begleitete SHGs.

Antwort
von Amtsschreck, 35

Der Begriff Selbsthilfe-GRUPPE bedeutet ja nicht, dass man wie bei den anonymen Alkies im Kreis sitzt. Sondern dass man einer Gemeinschaft angehört, die das selbe Problem hat. Sitzungen können durchaus mit Einzelgesprächen stattfinden.

Kommentar von Tragosso ,

Okay, das war mir nicht bewusst. Ich dachte so etwas sind grundsätzlich Treffen mit mehreren Menschen, die sich zusammensetzen um darüber zu reden. Mit einem Gruppenleiter der in den meisten Fällen selbst betroffen ist oder war.

Kommentar von Amtsschreck ,

Vermutlich wäre es kontraproduktiv, einen Menschen mit sozialer Phobie gleich in ein Gruppengespräch zu setzen.

Antwort
von SandUhrGucker, 4

Wie bei allen Ängsten ist die Therapie die Konfrontation.
Es hilft aber auch zu wissen, das es keine "normalos" sind, auf die du da triffst, sondern Menschen die das gleiche Problem haben. Das verständniss dir gegenüber wird groß sein.

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