Frage von Duccci, 18

Inwiefern ist die Freiheit auf Notwendigkeit angewiesen?

Was bedeutet die Notwendigkeit von Ursache-Wirkung oder warum die Freiheit auf Notwendigkeit angewiesen ist? Ich verstehe die Erklärungen im Internet nicht ganz. Könnte mir jemand das bitte erklären?

Antwort
von berkersheim, 18

Notwendigkeit ist ein Sammelausdruck für den Rahmen, den uns die Naturgesetze und die Einrichtungen des gesellschaftlichen Umgangs vorgeben. Den Hunger müssen wir irgendwann stillen genauso wie den Durst. Doch haben wir die Wahl, ob wir das mit Kartoffeln machen oder Brathähnchen, mit Wasser oder Wein. Gesellschaftlich können wir rechts oder links an einer anderen Person vorbeigehen, aber es ist unschicklich, der Person eins voll auf die Nase zu geben, weil wir geradeaus wollen. D.h. unsere Freiheit ist immer relativ, immer durch Wahlmöglichkeiten eröffnet, den uns der Rahmen der Naturgesetze oder gesellschaftlicher Gepflogenheiten lassen. Der Prometheus-Mythos zeigt, dass der Mensch sich als relativ frei handelndes Wesen erst entwickelt hat, als er aus der Unausweichlichkeit der Naturgesetze ausgetreten ist, als er gelernt hat, Naturgesetze nicht nur als Rahmen sondern auch als Chancen zu begreifen, sie zu nutzen. Die Kreativität im Umgang mit Naturgesetzen erhöht die Freiheit der Menschen, indem er immer mehr selbst Ursache werden kann.

Kommentar von mindlessinfi ,

ich hab grad ne Frage gestellt, was kausal determiniert bedeutet. 

Doch haben wir die Wahl, ob wir das mit Kartoffeln machen oder Brathähnchen, mit Wasser oder Wein. Gesellschaftlich können wir rechts oder links an einer anderen Person vorbeigehen, aber es ist unschicklich, der Person eins voll auf die Nase zu geben, weil wir geradeaus wollen.

Die Frage die sich im Zusammenhang mit meiner frage ergibt ist, ob wir diese Wahl wirklich haben. Ich kann leider keine Konkreten Studien benennen, aber ich habe gelesen, dass neuropsychologisch belegt  ist, dass wir eine Wahl im Bruchteil einer Sekunde treffen, bevor es überhaupt bewusst wird. Sprich die Frage ob wir rechts oder links an jemandem vorbeigehen, ist keine bewusste sondern eine unbewusste Entscheidung, die wir basierend auf zurückliegenden Erfahrungen treffen. Ist dieses intuitive Handeln durch das Konzept vom Freien Willen erklärbar?

Kommentar von mindlessinfi ,

ein buch diesbezüglich ist "Unser Autopilot" von Jens Förster, da es allerdings populärwissenschaftlich ist, bin ich mir nicht sicher ob es sich wirklich als Quelle heranziehen lässt

Kommentar von berkersheim ,

Frage: Was würde es für unser Leben bedeuten, wenn diese Spekulationen wahr wären? Was würde sich ändern? Würden wir von Menschen für ihre Handlungen keine Rechenschaft mehr verlangen? Es ist unzweifelhaft so, dass ein Teil unseres Verhaltens Konditionierung ist. Würden wir die aufgeben? Würden wir es aufgeben, unsere Zukunft nicht mehr in den eh engen Grenzen des Möglichen zu gestalten? Wie würden wir leben?

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