Frage von skivenena, 80

Inwie fern verhindert der Sperriemen die Aktivität der Hinterhand?

Antwort
von Anaschia, 20

Hier die Erklärung, die von Michael Geitner ist:::

Der nächste Punkt gegen den Einsatz des Sperrriemens ist die
eingeschränkte Freiheit des Kiefergelenks. Man hat festgestellt, dass,
wenn das Kiefergelenk nicht richtig arbeitet bzw. festgeklemmt oder
festgehalten wird, die Muskulatur des Kiefers Bewegungsstöße des
Körpers, z.B. beim Laufen, nicht mehr abfedern kann. Wenn wir also einen
Dauerlauf mit zusammengebissenen Zähnen laufen würde, dann würden wir
uns derart die Wirbel der Wirbelsäule prellen, dass wir am Abend nicht
mehr wüssten, wie wir uns überhaupt bewegen sollen. Die Pferde müssen
das tagaus, tagein erleiden, und die Praxis des Sperrriemens kann
Gelenkschäden bis hinunter zu den Fesselgelenken zur Folge haben. Man
sagt daher: Das Kiefergelenk ist der erste Halswirbel. [...] Neben der
Sicherstellung des Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule ist die
Kieferfreiheit zudem ganz wichtig für die Speichelproduktion, die vor
allem durch die Ohrspeicheldrüse gesteuert wird.

Durch den Einsatz des Sperrriemens und die dadurch mögliche verursachte
beeinträchtigte Funktionsfähigkeit der Ausführungsgänge der
Ohrspeicheldrüse kann es zu einer Rückstauung des Speichels kommen. Dem
Pferd steht keine ausreichende Menge an Speichel zur Verfügung und der
vorhandene Speichel kann nicht abgeschluckt werden.Und das gerade in der
stressigsten Zeit, im Training.

Da brauchen die Pferde ihren Speichel nämlich am nötigsten. [...]

Zudem verläuft genau an dem Punkt, wo der Sperrriemen sitz, die
Austrittsstelle (For. Mentale) eines empfindlichen Nervs, dem Nervus
mentales, der für die Haut, Muskulatur, Schleimhaut der Unterlippe,
sowie für das Kinn zuständig ist.

Um es auf den Punkt zu bringen, formuliere ich das Problem des
Sperrriemens folgendermaßen: Ich würde mir wünschen, dass die
verschwendete Energie, die die Pferde aufbringen (müssen), um sich gegen
den Sperrriemen zu wehren, als freie zusätzliche Energie für das zur
Verfügung steht, was die Pferde leisten können. Wenn man die für den
Kampf gegen den Sperrriemen eingesetzte Konzentration im Training
zusätzlich zur Verfügung hätte, um sie für das Lernverhalten des Pferdes
einzusetzen, dann wäre jeder, der von dieser Energie und Konzentration
Gebrauch macht, gleich um Klassen besser, als derjenige Standart, den
man sich mühsam gegen den Sperrriemen erkämpft hat.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 65

Wenn er richtig verschallt ist, gar nicht.

Die Hinterhand wird durch falsche Hilfen, vor allem rückwärts wirkende Zügelhilfen ausgebremst. Das hat nichts mit der Art der Zäumumg zu tun.

Kommentar von Dahika ,

wenn er richtig verschnallt wird, ist er überflüssig. Hässliches Ding.  Letztlich verhindert der Sperriemen, ob richtig oder falsch verschnallt, die Aktivität des Unterkiefers. Und der hat jede Menge mit der Hinterhand zu tun. Leider kann ich es nicht erklären, wieso. Aber Philippe Karl könnte es.

Kommentar von Urlewas ,

Überflüssig und hässlich finde ich es auch. Aber wirklich gestört hat es mich( bzw. die Pferde, die ich reite) locker verschallt, denke ich, bisher noch nie wirklich.

Vielleicht macht das aber auch erst was aus, wenn man sich auf einem ganz anderen Niveau befindet. Bei  Kandarrenreife oder so...?

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