Frage von Charonmond, 46

Investment während einer Insolvenz?

Wäre das möglich um teilweise die schulden zu decken ?

Darf man das ?

Darf man sich überhaupt was ansparen ?!

und wenn das angesparte nicht über die pfändbaren Bezüge hinaus geht ?!

ich spreche nicht von einer Lebensversicherung oder so einen müll sondern von investment mit echten renditen über kleine Zeiträume wie einem Jahr oder kürzer

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Antwort
von BuschBrandt, 21

Klar darfst du investieren.

Wenns um die Frage geht, ob deshalb die Restschuldbefreiung gefährdet wird, hilft § 290 Abs. 1 Nr. 4 Alt. 1, 2 InsO weiter. 

"...der Schuldner in den letzten drei Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorsätzlich oder grob fahrlässig die Befriedigung der Insolvenzgläubiger dadurch beeinträchtigt hat, daß er unangemessene Verbindlichkeiten begründet oder Vermögen verschwendet oder ohne Aussicht auf eine Besserung seiner wirtschaftlichen Lage die Eröffnung des Insolvenzverfahrens verzögert hat"
Kannst Du Dir das Investment wirklich leisten, oder ist es in Anbetracht deines Vermögens  eher "unangemessen" zu investieren? Wenn du gar kein Vermögen hast, weil bereits alles verteilt wurde, dann kannst du das Investment ja nur aus dem unpfändbaren Teil deines Einkommens tätigen. 

Was ist das für ein Investment? Ist es so spekulativ, dass es auch als verschwenderisch gesehen werden kann? 

Man darf auch ansparen! Dein Vermögen (bzw. das was davon übrig ist) ist nach der Verteilung sicher und unterliegt wieder deiner Verfügungsmacht. . Wenn das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist, und du dich in der Restschuldbefreiungsphase befindest, darfst du machen was du willst mit deinem Geld. Außer es halt verschwenden. 

Kommentar von Ronox ,

Er darf es auch Verschwenden, denn maßgeblich ist, ob die Befriedigung der Insolvenzgläubiger beeinträchtigt wird (siehe den von dir kopierten Paragrafen). Auf das Vermögen kann von diesen in der Wohlverhaltensperiode aber ohnehin nicht zugegriffen werden.

Kommentar von BuschBrandt ,

hm, ich würde den eher so auslegen, dass die Befriedigung der Gläubiger ja gerade durch die Verschwendung beeinträchtigt wird. 

Ich gebe dir aber Recht, dass auf das Vermögen nicht zugegriffen werden kann. 

Das Investment soll aber anscheinend aus dem laufenden Einkommen finanziert werden.

Kommentar von Charonmond ,

Es verhält sich so ich möchte etwa 1x im Monat einen Betrag von 50 - 100 e investieren bei Firmen die mir hohe rendite auszahlen, das ist aber nicht ganz risikofrei weil wenn diese Firmen bankrott gehen zahlen sie mich nicht aus . Da diese Firmen aber sich schon lange halten können werde ich aber wahrscheinlich meinen Einsatz längst vom Tisch haben wenn diese mit meinen Geld untergehen sollten .

Was so viel heißt : oft über kurze Zeiträume investieren, den einsatz vom tisch nehmen reinvestieren usw

Kommentar von Charonmond ,

da ich erstmal mit 50 - 100e Beträgen anfange heißt das natürlich das nicht viel dabei herauskommen wird max 500€ und dann auch nur wenn mir die Sterne gewogen sind, es ist halt für mich erstmal nur ein "passiv " einkommen . Aber selbst wenn sich das mehr ergiebig sein sollte bin ich auch bereit damit anteillig meine Gläubiger zu bezahlen

Kommentar von Charonmond ,

ich habe jetzt nochmal meine insoverwalterin gefragt anscheinend ist halt alles Ok was nicht meinen Freibetrag überschreitet alles was ihn überschreitet ist auch ok muss aber halt abgetreten werden an die gläubiger .

Also darf ich mit meinen Geld so ziemlich alles machen was ich will

Kommentar von Charonmond ,

ne stimmt doch nicht alles was man aus seinen nicht pfändbaren bezügen in irgendeiner form investiert wird eingezogen !

Antwort
von Artus01, 18

Während des laufenden Verfahrens mußt Du alles was über dem Freibetrag liegt an den Insolvenzverwalter abgeben, auch etwaige Gewinne aus welchen Geschäften auch immer.

Nach Dem Schlußtermin kannst Du Ansparen und auch Gewinne machen. Allerdings mußt diese Anteilmäßig an den Treuhänder abtreten. Steht irgendwo in der InsO, habe aber keine Zeit jetzt nachzugucken

Antwort
von Ronox, 17

In der Wohlverhaltensperiode kannst du mit dem unpfändbaren Einkommen und deinem Vermögen machen, was du willst. Du kannst es auch anlegen. In der eigentlichen Insolvenz unterliegt jedoch auch dein pfändbares Vermögen der Verfügungsbefugnis des Insolvenzverwalters.

Antwort
von FGO65, 19

Du gehst in Insolvenz, weil du Rechnungen nicht bezahlen kannst.

Hast aber Geld genug, um es anzulegen.

Widerspruch in sich und geht nicht. Man muss seine Vermögensverhältnisse offen legen um Insolvenz zu gehen

Kommentar von Charonmond ,

ich lege 100€ an findest du das das genug ist um über 9.000€ abzuzahlen ?

Dazu kommt noch das ich mit dem betrag nichts zu tun hatte und eine schlampige sachbearbeiterin die ihre Arbeit nicht gemacht hatt habe ich das zu verdanken deshalb hab ich jetzt diesen Mammutbetrag am Hals

das schlimme ist ich hatte nix von dem geld und muss es trotzdem abbezahlen aber das gehört nicht hier her .

Kommentar von FGO65 ,

100 EUR bei den heutigen Zinsen, da ist die Rendite gleich Null

Antwort
von DerDudude, 20

Das, was du nicht abgeben musst, kannst du verwalten wie du willst.

Sobald etwas über diese Grenze geht, musst du es den Gläubigern abdrücken.

Kommentar von Charonmond ,

Bist du da sicher ? ich meine wenn ich geldeingänge von dritten bekomme und davon keiner was weiß diese aber nicht mein 1070€ limit sprengen ?

Ich meine es wäre ja dumm zu sagen einem insolventen : verdiene kein geld !

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