Intersex - Abtreibung und Lügen?

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4 Antworten

Bezüglich erster Frage, solche Ärzte gibt es vermutlich, aber ich hoffe das es nicht viele sind.

Gemäß der folgenden Publikation des deutschen Ethikrates (der den deutschen Bundestag in ethischen Fragen beraten soll, also mehr oder minder was offizielles ist), die zwar nicht vom Ethikrat selbst ist, aber wenns von denen online gestellt wird, sieht es der deutsche Ethikrat zumindest auch nicht als quatsch an, ist es aktuell so:

http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/fb_2010-06-23_kreuzer.pdf

"Intersexualität wird auch als Indikation zur Abtreibung ausgelegt. Auch heute noch."

(erste Seite, zweiter Absatz)

Und wenn das stimmt, dass das von einigen Ärzten als zulässige Indikation angesehen wird, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass einige dazu auch quasi raten, wenigstens in dem Sinne, dass sie auf die Möglichkeit hinweisen, dass aufgrund der Intersexualität eine Abtreibung nach Indikationsregelung möglich sei.

Bezüglich zweiter Frage, ob gelogen wird, kann ich nicht sagen, aber im oben verlinkten wird über ein paar Seiten argumentiert, dass die medizinischen Aspekte solcher Operationen schlicht viel zu ungenau bekannt seien, und auf Seite 4, Mitte, 5. dann auch gefolgert, dass:

" 5. Insgesamt kann es auch für die Betroffenen und ihre Angehörigen - denklogisch konsequent - keine wie auch immer gearteter echt- und pflichtgemäße medizinische Aufklärung hinsichtlich der Erfolgsaussichten, der

Risiken und Wirkungen der medizinischen Eingriffe geben."

womit dann ein solcher Eingriff immer eine Körperverletzung nach § 223 StGB wäre.

Falls das zuträfe, würde ich es als ziemlich irrelevant ansehen, wenn "zusätzlich" noch gelogen würde, denn das Vortäuschen einer unmöglich erzielbaren ausreichenden medizinischen Aufklärung wäre an sich immer eine Lüge.

Aber ich habe nun keine Ahnung, ob die Behauptungen in dem verlinkten - stammen aus dem Vorstand eines Vereins intersexueller Menschen - zutreffend sind, aber wie gesagt, völlig haltlos vermutlich nicht, sonst würde es nicht der deutsche Ethikrat quasi publizieren.

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Kommentar von DamyDamy
16.06.2016, 12:12

Danke, das ist ja ziemlich ausführlich! 

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Auf keinen Fall, das wäre Moralisch undenkbar, stell dir mal vor was das für ein mediales Aufsehen erregen würde. Es gibt weit aus schlimmere Erbfehler als Intersexualität, vor allem weil sich dies durch eine Operation und Hormon gabe weitgehends behandelt werden kann. Wenn eine Diskreminierung erfolgen würde, dann wohl weniger von den ärzten, sondern eher von z.B. mitschülern

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Kommentar von DamyDamy
14.06.2016, 22:50

Hm, ich bin mir da nicht so sicher. Meine Frage war ja auch: Erschleichen Ärzt_innen immer noch durch Lügen (oder Halbwahrheiten?) Operationen? Für mich ist es auch eine Diskriminierung, wenn die meinen, alles operieren zu müssen - wo sich doch viele Operierte dagegen aussprechen. 

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Kommentar von carn112004
16.06.2016, 07:44

Falls sich das "moralisch undenkbar" auf die Empfehlung von Abtreibung bezieht, wieso sollte es eine Gesellschaft, die ungeborene quasi als Zellhaufen sieht, jucken, wenn einer dieser Zellhaufen entfernt wird, weil das Geschlecht irgendwie unerwünscht ist?

Es gab in einigen Ländern auch Gesetzesinitiativen, die letztlich eine Abtreibung wegen dem falschen Geschlecht verboten hätten, diese wurden aber alle abgelehnt. Dabei ging es zwar um Abtreibung von Mädchen, die unterbunden werden sollte, aber wenn Abtreibungen von Mädchen aufgrund von frauenfeindlichen Einstellungen in einigen westlichen Ländern zwecks Verteidigung der Gleichberechetigung der Frau (die nur durch legale Abtreibungen erzielbar sei) toleriert werden, warum sollte es dann nicht auch akzeptiert werden, wenn eben Intersexkinder abgetrieben werden?

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Kommentar von RoXoR987
16.06.2016, 12:16

ich rede von ländern wie Deutschland, nicht in anderen Ländern wo Föten abgetrieben werden nur weil sie weiblich sind. Mal ganz davon abgesehen, das es nach Deutscher Rechtslage unmöglich ist ein Intersexuelles Kind oder insgesamt ein Kind wegen des Geschlechtes abzutreiben, eine Abtreibung darf i.d.R. nur bis zur 12 Schwangerschaftswoche. erfolgen, die Geschlechtsbestimmung ist allerdings erst ab der 15 SSW erkennbar. Ich bezweifele jetzt aber auchmal stark, das dann im Ultraschallbild schon z.B. eine Megaclitoris oder Micropenis erkennbar ist, die Intersexualität wäre, soweit ich weiß, erst später erkennbar, teilweise erst nach der Geburt

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Hilfe, was soll alles im Rahmen pränataler Diagnostik feststellbar sein?

Zu 2. Vorurteile hast Du sonst keine. Ärzte versuchen entsprechend ihrem Wissen und Gewissen zu beraten. Wobei es bei verschiedenen Krankheiten bzw. Impfungen unterschiedliche Meinungen geben kann und auch wird.

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Kommentar von DamyDamy
14.06.2016, 23:01

Manche Arten der Intersexualität sind bei der PND feststellbar. 

Zum Zweiten: Das vor einigen Jahrzehnten so gehandelt wurde, ist kein Vorurteil. Kann ja sein, dass Ärzt_innen nach "ihrem Wissen und Gewissen" gehandelt haben. Dann war es aber mit ihrem Wissen und Gewissen nicht sehr gut bestellt. Der Satz "Das ist eine Impfung" ist nicht auf eine tatsächliche Impfung bezogen. Hier hat ein Arzt einer intersexuellen Frau ohne ihr Wissen Hormone gespritzt. Um solche Praktiken geht es mir, also Lügen oder meinetwegen auch bewusste Auslassungen. Ärzt_innen können ja auch unterschiedliche Meinungen haben, aber sollten sie nicht trotzdem die Eltern und Patient_innen vollständig informieren? 

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Früher schon, Heute nicht mehr. Zu mindestens in Deutschland.

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Kommentar von Bodaway
15.06.2016, 00:10

kommt doch wohl vor.... weil ist ja so schwierig mit nonbinären kindern o.O. grade in der medizin, grade bei ärztinnen... es darf ja auch immer noch operiert werde

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