Frage von YukiHatori, 46

Interpretieren eines Gedichts - Selbst eins verfassen?

Hallo liebe Community!

Wir sollten im Unterricht selbst ein Gedicht verfassen, das auch benotet wird. Jedoch bin ich mir bei meinem Gedicht nicht so sicher und ich möchte keine niedrige Punktzahl dafür bekommen, ich hab mir echt Mühe gegeben. Wird die Message dahinter klar? Und ist es verständlich?

Lobbrief

Ist es nicht normal, dass zwei verschiedene Rosenarten nicht auf einem Feld wachsen dürfen?

Eine Rose saugt Wasser, die andere eine Verbindung aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom.

Mit erhobenem Haupt, lehrt meine Milch und täglich Brot mir ihren Teig und ihr Saugen. Tag ein, Tag aus. Sie halten ihren blechern' Topf für einen Topf aus wertvollem Funkeln. Das Fahren mit einem falschen Stern. Mit erhobenem Haupt, Tag ein, Tag aus.

Gleiches aber ungleiches Blut, das nicht fließt, sobald ein Schwert das Leder trifft mit voller Wut. Blau gefärbt und pures Rot, echter als jene Diamante am blechern' Topf.

Der aufrecht gehende will ihn nicht sehen, jenen, der das Dunkle, das Blut und das Golden' in sich hat. Denn er könnte es weitergeben an diejenigen, denen bedingungslose Liebe zusteht, aber nicht mir.

Je höher die Brust, desto kleiner der Kopf, desto kleiner das Herz und desto niedriger der Kopf, der mit dem Pfeil getroffenen

Doch sie hat ein Geschenk Gottes, so kostbar, dass er es nicht ein Mal seinen Engeln gab und auf unserem Boden wird sie es brauchen.

Ich bitte um Kritik, liebe Grüße und vielen Dank im Voraus.

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Schule, 12

Ich würde Verse streichen, aber noch auf andere Aspekte eingehen. In [...] Vorschläge und Anmerkungen, in <...> formalsprachliche Korrektur. 

Lobbrief

Ist es nicht normal [klar/einleuchtend → rhetorischer], dass zwei verschiedene Rosenarten nicht auf einem Feld wachsen dürfen? [können. → "Nicht dürfen" wäre ein Verbot für die Rosen; "nicht können" drückt dagegen eher die Anspruchshaltung der Rose aus.

Überleg, ob Du statt Rosenarten nicht nur Rosen und statt Feld gleich den Topf (wie unten) nimmst.]

Eine Rose saugt Wasser, die andere eine Verbindung aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. [Die eine Rose saugt Wasser, die andere eine Verbindung aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. / Die Eine saugt Wasser, die Andere eine Verbindung aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. → Die Gegenüberstellung wird sonst meiner Meinung nach nicht deutlich genug. Die zweite Version gefällt mir besser, durch die Großschreibung werden die beiden Rosen erhöht. ]

Mit erhobenem Haupt <kein Komma> <leert> meine Milch und täglich Brot mir ihre<m> Teig und ihr<em> Saugen [drüber → ich ließe das weg, samt tagein, tagaus]. Tagein, tagaus. Sie halten ihren blechern' Topf für einen Topf aus wertvollem Funkeln. [Gut!] Das [Besser: Wie] Fahren mit einem falschen Stern. Mit erhobenem Haupt, tagein, tagaus.

Gleiches, <Komma> aber ungleiches Blut, [das nicht fließt, sobald ein Schwert das Leder trifft mit voller Wut. [Drüber. Weglassen.] Blau gefärbt und pures Rot, echter als jene Diamante am blechern' Topf. [gute Gedanken, aber es fließt doch kein Blut...]

Der Aufrechtgehende will ihn nicht sehen, jenen, der das Dunkle, das Blut und das Golden' in sich hat. Denn er könnte es weitergeben an diejenigen, denen bedingungslose Liebe zusteht, aber nicht mir. [Ganze Strophe ist drüber.]

Je höher die Brust, desto kleiner der Kopf, desto kleiner das Herz und desto niedriger der Kopf, der mit dem Pfeil getroffenen <entweder: ... der Kopf, der mit dem Pfeil getroffen; oder: der Kopf des mit dem Pfeil Getroffenen> [die Pfeilsache finde ich wieder drüber]

Doch sie hat ein Geschenk Gottes, so kostbar, dass er es nicht <einmal> seinen Engeln gab [kitschig...], <Komma > und auf unserem Boden wird sie es brauchen.

Der Grundgedanke (wenn ich ihn denn richtig verstehe) ist gut - die eitle Rose mit ihrer Anspruchshaltung, sich selbst lächerlich machend, dornig, dabei auf andere angewiesen. Und dennoch geliebt,  weil sie ist, wer sie ist. 

Allerdings finde ich es zum einen oft drüber. Da verrennen sich Deine Gedanken, da malst Du ein sprachliches Bild an der Wand schon außerhalb des Rahmens, weil das sprachliche Bild Dir so gut gefällt. (S. Klammern)

Zum anderen geht es mir zu wenig um die Natur der Rose, obwohl es doch genau darum gehen sollte. Kein Wort von den Dornen bspw. - Vorschlag: sie ist dornig, anschauen ja - aber nicht berühren, doch kann man ihr leicht mit der Hand das empor gereckte, hübsche Köpfchen abreißen, da hast Du dann auch quasi Dein Schwert drin, nur dass es gar keines braucht, und Du könntest mit "Je höher die Brust, desto kleiner der Kopf, desto kleiner das Herz, das sich so einsam fühlt, alleine in dem blechern' Funkeltopf."

Falls Du noch bearbeitest, würde ich mich freuen, wenn Du es nochmal einstellst.

Kommentar von YukiHatori ,

danke!

Kommentar von LolleFee ,

Gerne. 

Fas Du noch mehr Feedback möchtest, solltest Du vielleicht noch "Deutsch" als Thema hinzufügen. 

Antwort
von BackToTheRooots, 16

Ich glaube der Gedanke dahinter ist richtig gut. Für mich persönlich und ich glaube auch für einige Andere wirds "too much" sein.

Vor allem aber ist ab dem dritten Vers nicht mehr klar worauf du referierst.

Mir gehts ab und zu beim Songwriting so... Manchmal ist weniger mehr damit die Sache atmen kann. ;) 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community