Interpretatioshypothese für "Die Truman Show"?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Vielleicht, dass immer derselbe Alltragstrott nicht glücklich macht. Oder, dass man Vorgespieltes als solches erkennt und befremdlich findet, auch wenn man sein Leben lang nichts Echtes gesehen hat.

Trumans Leben ist jeden Tag gleich, trotzdem war er den Moment, den er mit Sylvia hatte der schönste seines Lebens. Er merkt dadurch unterbewusst, dass er Ausbrechen muss, ohne tatsächlich zu wissen, dass er gefangen ist. In seiner Angst vor dem Wasser, in dieser Kuppel, in dieser unechten Welt, der er sich anpassen muss...der einzige Bezug zur Realität ist der einzige echte Moment, den er je erlebt hat.

Womit wir beim nächsten moralischen Dilemma wären. Christof bildet sich ein (oder tut zumindest so), zu wissen was Gut für Truman ist und macht dick Kohle und kriegt vor allem Aufmerksamkeit für ein Projekt, in dem er unter dem Deckmantel der Kunst einen Menschen in einem emotionalen Gefängnis hält. Truman wird ein Trauma verpasst, damit er sich nicht von der Insel traut.
Eins der krasseste Dinge an dem Film ist für mich immer noch, dass keine Menschenrechtskommission da anscheinend was gegen hatte, dass man jemanden psychisch foltern darf, damit man ihn für eine Fernsehsendung (für die er nichtmal Gage bekommt) ausnutzen kann. Von der Verletzung seiner Privatsphäre mal ganz abgesehen. Da stellt sich dann auch wieder die Frage wer schlimmer ist. Christof oder alle Menschen, die ihn gewähren lassen oder diese Perversion auch noch unterstützen.
Der Grund dafür wird sicherlich sein, dass die Menschen, die die Sendung sein, den kleinen Truman von Kindesbeinen auf "begleitet" haben. Menschen fühlen sich erfundenen Figuren aus Film und Fernsehen oft sehr verbunden und haben das Gefühl, diese Figuren seien Teil ihres Lebens. Das ist ja auch der Fall, nur wird es problematisch, wenn die Empathie fehlt, die einem erlauben würde, sich in Trumans Lage zu versetzen. Denn tauschen würde mit so jemandem vermutlich niemand.

Seltsam ist nur, dass der Film auf diese Sachen nicht wirklich eingeht, sondern eher eine eher oberflächliches persönliches Drama draus macht. :D

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung


Mir würden dazu folgende Ansätze einfallen:

Die Realität ist das, was wir als solche akzeptieren.

Je größer die Mehrheit, die  eine Irrealität bestätigt, desto eher akzeptieren wir diese als Wirklichkeit.

Die Macht der Medien zeigt sich in ihrer Fähigkeit, selbst aus der größten Perversität eine Wirklichkeit zu generieren.

Nur wer alles hinterfragt, kommt der Wahrheit ein Stück näher.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wir sind alle ein Teil der Gesellschaft bei dem man nicht aus der reihe tanzen darf? Wäre ein vorschlag , habe den film nicht mehr ganz vor augen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Heisenbergsche Unschärferelation. Dadurch dass sie ihn ständig beobachten, merken sie nicht wie ihre Beobachtungsversuche und die Überwachungsumgebung die Auswirkung hat, dass er nicht beobachtet werden will.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?