Frage von Idono, 67

Interessent an Fahrzeug besteht nach Monaten noch auf Kaufvertrag (nur Zusage per Email), kann er tatsächlich noch Ansprüche geltend machen?

Es wurde ein Angebot im Internet über ein Fahrzeug gemacht. Es meldete sich per Email ein Interessent, der dabei unklare Aussagen über seinen Wohnort tätigte. Der Verkäufer wollte eine Probefahrt mit dem Interessent vereinbaren, das zog sich einige Wochen hin. Dann sagte der Verkäufer per Email zu, was nach deutschem Recht als Kaufvertrag gilt. Der Verkäufer gab aber seine Adresse nicht an, erfuhr dann, dass der Interessent ganz in der Nähe statt weiter entfernt wohnt. Zudem gab es weitere Interessenten an dem Fahrzeug. Zwei Tage nach dieser Zusage zog der Verkäufer seine Zusage zurück, da er dem Interessenten nicht als ehrlich einschätzte und der mutmaßliche Käufer auch auf 14 Tage Rückgaberecht bestand, was der Verkäufer nur für einen Interessenten aus weiterer Entfernung gewährt hätte, der keine Probefahrten vor Ort hätte machen können. Nach dem Rücknahme des Angebots per Email durch den Verkäufer wurde das Fahrzeug an einen anderen Interessenten verkauft. Der Interessent jedoch bestand auf die Erfüllung des Kaufvertrages und drohte mit dem Rechtsanwalt. Über 4 Monate später nun erhält der Verkäufer Post von einem Anwalt, in dem Schadensersatz für die Nichterfüllung des Kaufvertrages verlangt wird. Dabei werden für das Fahrzeug unrechtmäßige Angaben über den tatsächlichen Wert angegeben, doppelt soviel wie die Verkaufssumme und weitere Kosten für Behebung von Schäden, die im Angebot angegeben wurden. Insgesamt wird vom Käufer nun eine Schadenssumme in ungefährer Höhe des vereinbarten Verkaufspreises verlangt. Womit kann der Käufer nun argumentieren? Kann der Interessent sich tatsächlich noch auf diese Zusage per Email berufen. Das Fahrzeug ist bspw. auch neu oder auch alt im Handel so nicht mehr zu erhalten, von daher wäre auch eine Schätzung kaum möglich. Es war ein Sonderstück, vom dem wohl noch Restposten bei der Produktionsfirma herum stehen.

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Antwort
von Idono, 5

Es leider keiner der Antworten gänzlich gemäß. Die Email ist laut Anwalt als Kaufvertrag zu sehen, aber Schadenersatzanspruch besteht nur unter bestimmten Bedingungen und die muss der potentielle Käufer erst einmal nachweisen.

Antwort
von GuenterLeipzig, 38

Solange der mutmaßliche eventuelle Käufer keinen Kaufpreis bezahlt hat, hat er kein Eigentum erworben, dass er beanspruchen kann.

Am einfachsten sind solche Dinge lösbar, indem Angebote mit einer Bindefrist versehen werden, innerhalb derer der Kaufpreis dem Verkäufer rübergereicht sein muss.

Günter

Kommentar von SlightlyAnnoyed ,

Trotzem besteht eventuell bereits ein Kaufvertag. Ob das Eigentum schon übergegangen ist, zählt nicht. Mit gültigem Kaufvertrag kann der Käufer  auf der Übergabe der Sache bestehen oder Schadensersatz fordern wenn die Sache nicht mehr vorhanden ist.

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Ohne Kenntnis des Wortlauts des Schriftwechsels kann abschließen gar nichts gesagt werden.

Zum Beispiel wäre interessant, was im Schriftverkehr zu Zahlungsfristen steht.

Auch ist eine Zusage zur Probefahrt noch lange kein Kaufvertrag. Wenn die Probefahrt nicht so ausgeht, wie der Käufer sich das vorstellt, dann wird er das Fahrzeug nicht nehmen.

Nach Deiner Logik müßte jemand, der eine Zusage zur Probefahrt hat, das Auto kaufen, ob er am Ende will oder nicht.

Ich stelle fest: Dem ist nicht so. Dazu ist es ja eine Probefahrt, um herauszufinden, ob das Auto EIgenschaften hat, die man so dem Auto von außen nicht ansieht.

Günter

Antwort
von FrankFurt237, 40

Kommt darauf an, was in der Email des Verkäufers stand. 

Kommentar von Idono ,

Der potentielle Käufer drohte gleich nach Absage durch den Verkäufer mit einem Bestehen auf Erfüllung des Kaufvertrags mit Setzen eines Datums zur Erfüllung des Kaufes. Dem pot. Käufer wurde danach aber jede weitere Kontaktmöglichkeit durch den Verkäufer entzogen bis dieser Interessent nun die Adresse ausfindig gemacht hat.
Der Interessent verschwieg auch seinen Wohnort in unmittelbarer Nähe des Verkäufers, es kam erst heraus, als bereits über ein Rückgaberecht gesprochen wurde. Der Verkäufer wollte keinem ein Rückgaberecht gewähren, der in der Nähe wohnt und direkt Probefahrten durchführen könnte. Das konnte der Verkäufer aber erst nachher, als er vom "Kaufvertrag" zurück trat, mitteilen. Er meinte, der potentielle Käufer sei ein Betrüger, der das Fahrzeug 14 Tage testen wolle und danach zurückgeben. Deswegen trat der Käufer von seiner Zusage zurück und verkaufte das Fahrzeug an einen anderen Käufer.

Antwort
von emily2001, 40

Hallo,

der Verkäufer hat seine Zusage zurückgezogen, wenn der potentielle Käufer sich nicht sofort meldet/beschwert, dann hat er nichts mehr zu melden, meiner Meinung nach.

Die ganze Geschichte (von dem "Käufer" steht auf wackeligen Füßen!). Ich würde nicht reagieren...

Evtl. kann das Schreiben des Anwaltes dem Anwalt zurückgeschickt werden, mit der Bemerkung, daß die Angaben des Käufers nicht stimmen, und daß er sich nach einer Absage des Verkäufers nicht gemeldet hatte. Das Ganze stintkt nach einer Masche für Geldmacherei... Vielleicht ist es nicht das erste Mal, daß dieser vermeintliche Käufer sich mit Hilfe eines Anwaltes finanzielle Vorteile verschaffen möchte/sich bereichern möchte...

Emmy

Kommentar von SlightlyAnnoyed ,

Im Beitrag steht nicht, das der Typ sich erst nach 4 Monaten gemeldet hat. Da er bereits einen Anwalt beauftragt hat, solltest du das bloß nicht ignorieren, besonders wenn er einen schriftlichen Nachweis über eine Zusage des Kaufs ((Email) hat. Ich empehle eine anwaltliche Beratung. Nach deinen Beschreibungen könnten die Ansprüche gerechtfertigt sein.

Kommentar von emily2001 ,

Wenn der Verkäufer seine Zusage zurückgezogen hat, dann existiert keinen Vertrag mehr... was soll denn das Ganze ???...

Kommentar von peterobm ,

auch mündliche Verträge, die sogar noch per Email geschrieben sind, sind gültig. Einseitige Zusage zurückziehen funktioniert nicht.

Kommentar von emily2001 ,

Warum die schlechte Bewertung ? ...

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