Frage von desix23, 29

Integrationsprobleme im Auslandsjahr?

Hallo Community, ich bin normalerweise kein sehr emotionaler Mensch, aber ich komme momentan nicht wirklich weiter und manchmal hilft ein guter Ratschlag. Die Situation sieht wie folgt aus. Ich befinde mich seit nun gut 4 einhalb Monaten in den USA (in einer kleinen Stadt mit in etwa 2.000) Einwohnern. Ich hatte einen schlechten Start, da ich zu Beginn noch geraucht habe und damit auch erwischt wurde. Das hat sich rumgesprochen und meinen Ruf ziemlich demoliert. Ich bin ein sehr selbstbewusster Mensch allerdings ist es doch schwer sich in einem fremden Land zurecht zu finden wenn sich die Mehrheit der Leute bereits eine negative Meinung von dir gebildet hat. Ich sammele sehr viele positive Erfahrungen, liebe den Wrestling Sport und habe in meinem Team auch sehr viele Leute mit denen ich mich bestens verstehe und auch die Schule laeuft generell in Ordnung. Ich habe nur nicht das Gefuehl mit jemandem so wirklich auf Wellenlaenge zu sein, habe keine wirklich guten Freunde, lediglich meine Schulbekanntschaften und einige Leute mit denen ich gelegentlich meine Wochenenden verbringe. All das fuehrt dazu dass ich mir sehr viele Gedanken ueber alles moegliche mache, was gut ist schliesslich bin ich hier zum lernen. Manchmal nimmt es aber ueberhand und ich stelle fest, dass ich Probleme mit zwischenmenschlicher Kommunikation habe. Ich habe einfach Probleme damit mich mit nur einer Person zu unterhalten, ein Gespraech aufzubauen. Das gilt im Uebrigen nicht fuer meine Gasteltern und ein - zwei weitere ausnahmen. An was kann das liegen? Ist das normal? Ich habe kein Problem damit mein Auslansjahr genauso fortzufuehren allerdings wuerde ich doch gerne gute Freunde gewinnen und meinen emotionalen Zustand. den ich aus Deutschland gewohnt bin, wieder erreichen. Momentan ist alles so ein starkes auf und ab, dass ich meine gefuehle einfach komplett ausblende/unterdruecke, was in seltenen Wutausbruechen (die mir in Wrestlingmatches zu gute kommen :D) endet. Ich wuerde einfach gerne ein par Meinungen zu meiner Situation hoeren, ob das normal ist, ob ich was aendern kann. Falls irgendwas unverstaendlich ist, versuche ich mein bestes um es noch einmal besser und detailierter zu erklaeren.

Danke Im Vorraus fuer eventuelle Ratschlaege!

Antwort
von sassimihm, 10

Hey, 

ich hoffe, dass ich dir helfen kann! Vor zwei Jahren habe ich ein Auslandsjahr in die USA gemacht und bin auch in einen sehr kleinen Ort gekommen (ich hatte nur 250 Schüler an meiner High School) und da kann ich es verstehen, dass man sehr schnell einen bestimmten Ruf weg hat. Die Amerikaner lieben schließlich gossip und bilden sich sehr schnell ein Urteil über eine Situation. Mit den Freunden ist es so eine Sache dort drüben... es ist einfach Smalltalk zu halten, da die Amerikaner sehr kommunikativ sind, aber man muss viel Zeit und Energie aufwenden, so dass man eine gute Freundschaft schließen kann. Ich habe viel mit meiner Gastfamilie unternommen und dann habe ich im zweiten Halbjahr meine Bekanntschaften mit 3 tollen Mädels so richtig vertieft... jetzt sind wir sehr gut befreundet und ich habe sie schon einmal besucht. Gib nicht auf! Du musst dich erstmal an die Kultur gewöhnen und das dauert nun mal... Manchmal schreckt es die Schüler auch ab, weil sie wissen, dass du in einem halben Jahr wieder weg sein wirst. Ich verstehe dich auch mit dem Punkt, dass es schwierig ist ein Gespräch zwischen dir und einer anderen Person zu führen. Es ist immer einfacher in einer Gruppe zu quatschen, weil es dann ungezwungener ist. Man fühlt sich nicht so wie der Alleinunterhalter... also so ging es mir dann ab und zu. Ich habe vorab und auch während des Jahrs ganz viel Zeit auf der Infoseite Schueleraustausch.net verbracht, denn da gibt es rund um das Thema Schüleraustausch nützliche Tipps und Informationen, die mir in meinem High School Jahr extrem weitergeholfen haben. 

Antwort
von safur, 12

Für mich klingt das eher so als wärst du total verbissen da die super Freunde zu finden. Ich glaube die Mentalität in der USA ist auch etwas anders, eher oberfächlich. Man trifft sich halt mal usw, aber so richtig tiefgründig wird man nicht. (Habe ich mir so erzählen lassen, ein Bekannter lebte lange Jahre dort)

Die Sache mit dem Zwiegespräch, na ja vielleicht erwartest du zuviel und willst gleich viel zu viel erzählen usw. Hör dem anderen halt auch mal zu und guck wie er auf deine Attacke reagiert :-)

Vielleicht sind Gruppen für dich leichter weil irgendwie immer jemand etwas erzählt.

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