Frage von Moni71, 55

Insolvenz als Schweizerin in Deutschland?

Hallo ich bin Schweizerin und war jetzt 13 Jahre in D und habe seit 2012 Insolvenz in D. Bin jetzt wieder zurück in der Schweiz. Kann D auf die CH zugreifen? Bin ich verpflichtet, dem Insolvenzverwalter, meine Lohnabrechnungen etc zu schicken. Muss ich da was an D zurückzahlen?

Antwort
von marcussummer, 36

Ein "Zugriff" durch Deutschland erfolgt da sowieso nicht, höchstens durch die Gläubiger. Zwangsvollstreckung aus dem Titel (Auszug aus der Insolvenztabelle) ist grundsätzlich möglich. Und wenn du deine Mitwirkungsobliegenheiten verletzt, kriegst du am Ende die Restschuldbefreiung nicht.

Antwort
von Vollstreckerin, 8

Hallo,

das Insolvenzverfahren wird ganz normal weitergeführt; dass Du dann in der Schweiz wohnst, hat nur wenig Einfluß auf das Verfahren.

Es wird natürlich in den Abläufen vieles sehr viel schwieriger und als Schuldnerin muß Du Dir schon was einfallen lassen, um eine gute Begründung dafür zu haben, dass das Verfahren durch Deine Entscheidung der Wohnsitzverlegung nach ausserhalb Deutschlands sehr viel schwieriger wird.

Ein sehr guter Grund kann sein, dass Du in der Schweiz sehr viel mehr verdienst und demzufolge für die Gläubiger auch mehr abfällt. Pfändungsfreigrenzen gelten dann wahrscheinlich nach Schweizer Recht.

Nein, zurückzahlen mußt Du nichts, das Insolvenzrecht ist kein Sozialrecht.

Es kann aber sein, dass ein Gericht auf Antrag eines Gläubigers zu der Auffassung gelangt, dass Du z.B. durch den Wohnsitzwechsel in die Schweiz oder zu späte Benachrichtigung des Insolvenzverwalters über Deine neue Adresse eine Obliegenheitsverletzung begangen hast und Dir deshalb die Restschuldbefreiung versagt wird.

Die Kosten des Verfahrens mußt Du zahlen, wenn sie Dir gestundet wurden, dann erst nach Ende der Wohlverhaltensphase. Wenn sie 3 Jahre lang nicht beigetrieben werden können, werden sie niedergeschlagen.

Viele Grüße Vollstreckerin

Antwort
von guru61, 7

Das ist ja das Beste, was du gemacht hast, für den Gläubiger: Der kann dich jetzt in der Schweiz, nach Schweizer Recht betreiben. Nix mit Offenbarungseid und nach 6 Jahren schuldenfrei! Ein Verlustschein gilt 20 Jahre und kann mittels einer neuen Betreibung wieder neu aufgestellt werden!

Antwort
von Strolchi2014, 37

Auch wenn du in die Schweiz gehst musst du weiter deinen Verpflichtungen  nachkommen.

http://www.schuldnerberatung-diskret.de/privatinsolvenz-auswandern

Kommentar von Moni71 ,

Ja, das ist auch OK, aber was ich meinte, können die mich hier Betreiben, oder mir den Lohn nehmen? In der Schweiz bin ich Schuldenfrei

Kommentar von marcussummer ,

Ja, können die. Zwangsvollstreckung im Ausland wird im Wege der Amtshilfe geleistet. Auch von Deutschland aus in die Schweiz. Dauert etwas länger, funktioniert aber grundsätzlich.

Kommentar von Moni71 ,

Ok, vielen Dank für deine nette Auskunft

Kommentar von Angel941 ,

Bei mir stand einmal nach 10 Jahren die Polizei auf der Matte und wollte mich in Erwingungshaft nehmen, weil ich mich weigerte ein 5 SFR-Knöllchen zu bezahlen :D

Antwort
von lillsister, 30

Erst Schulden machen und dann nicht zurück zahlen wollen?

Es wird mit Sicherheit ein Abkommen geben, dass auch in der Schweiz die Schulden eingetrieben werden können.

Kommentar von Moni71 ,

Da gib ich Dir recht, man muss Schulden zurück zahlen, aber nur wenn man Sie verursacht hat und nicht von ...... hintergangen wurde!! Klar selber Blöd, aber naja man lernt draus!

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