Frage von paddywack, 37

Innerhalb welchen Zeitraumes müssen Mitarbeiter von ihrem Chef erfahren, wie sie eingesetzt werden sollen?

Unser Chef ändert oft auf den letzten Drücker die Einsatzzeiten der Mitarbeiter. Anfang August hatte ich eigentlich einen freien Samstag bei deren Anschluss ich dann auch in den Urlaub fahren wollte. Darf er den Plan für August noch so abändern?? und....ab welcher Zeit vorher müssen wir wissen, wie wir arbeiten sollen ?? 6 Wochen vorher, 8 Wochen ?

Für Hilfe sehr dankbar.

Antwort
von testwiegehtdas, 13

Ich kenne den Ärger, mein Freund hat erst vor einer Woche den Plan für Juli bekommen. Da ist es also noch später als bei euch. Den für Augst gibt es bei ihm frühestens Mitte Juli.

Zudem werden dort Wünsche für bestimmte Schichten einfach ignoriert oder sehr oft vergessen, weil er die Zettel verlegt. Immer Urlaub nehmen will er verständlicher Weise auch nur bei sehr wichtigen Terminen...

Ich kann deinen Ärger also voll und ganz verstehen.

Wenn du aber offiziell Urlaub beantragt hast, dann darf er den nicht einfach übergehen.

Wenn der Plan veröffentlich wurde, dann darf er meines Wissens nach nur noch in wichtigen Fällen verändert werden.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 21

Wenn ein Arbeitsplan einmal feststeht, kann er einseitig vom AG nur in absoluten Notfällen geändert werden.

Wenn aber z.B. ein Kollege krank wird, Urlaub möchte oder der AG es sich einfach anders überlegt, zählt das nicht zu den betriebsbedingten Ausnahmen die eine Änderung rechtfertigen. Ein AN kann sich auf einmal bekannt gegebene Schichtpläne ebenso verlassen wie auf erteilte Urlaubsgenehmigungen.

Wenn Schichtpläne erst spät gemacht werden muss der AG den Arbeitseinsatz mindestens vier Tage im Voraus bekannt geben. Da zählt aber der Tag der Bekanntgabe ebenso wenig dazu wie der Tag des Einsatzes. Hier beruft man sich, mangels eigener Regelungen, auf den § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (Arbeit auf Abruf).

Antwort
von Anna1230, 15

Ja er darf den Plan für August noch abändern. In der Regel muss der Dienstplan eine Woche vorher fest stehen. Bis August sind es ja noch über einen Monat, also kann sich da auch noch etwas dran ändern. Es kann immer mal vorkommen das es Betriebsbedingt noch Änderungen gibt. Diese dürfen nur nicht von heute auf Morgen erst geändert werden.

Kommentar von Familiengerd ,

Ja er darf den Plan für August noch abändern.

Nein, darf er nicht!

Jedenfalls nicht, wenn es nicht tatsächlich zwingende (!!) betriebliche Notwendigkeiten oder konkrete Notfälle gibt, die eine Änderung unerlässlich machen; einfach nur "Personalmangel" ist kein solch zwingender betrieblicher Grund.

Ein einmal erstellter Dienstplan ist insofern für den Arbeitgeber genauso verbindlich wie für den Arbeitnehmer!

Eine Änderung ist dann nicht im Einvernehmen erlaubt.

Siehe die richtige Antwort von Hexle2!

Kommentar von Anna1230 ,

wer sagt denn das kein "Notfall" vorliegt? Grundsätzlich ist es nicht verboten einen Dienstplan noch zu ändern. Also ja, er darf. Unter bestimmten Voraussetzungen zwar, aber grundsätzlich ja. So und mehr habe ich nicht geschrieben. Nichts von Personalmangel. Also immer erst mal richtig lesen und den Ball flach halten.

Kommentar von Familiengerd ,

Umgekehrt ist es richtig!

Primär heißt es: Er darf grundsätzlich nicht! Ausnahmen sind die von mir genannten!

Ich habe mich lediglich auf Deine Aussage "Ja er darf den Plan für August noch abändern." bezogen - und die ist und bleibt (so formuliert) schlicht und einfach falsch!

So und mehr habe ich nicht geschrieben.

Du sagst in Deiner Antwort, "betriebsbedingt" dürfte es Änderungen geben. "Betriebsbedingt" alleine reicht aber nicht; der genannte Personalmangel (der ja ein betriebsbedingter Grund ist) war lediglich ein Beispiel für solch einen nicht ausreichenden betriebsbedingten Grund!

Also immer erst mal richtig lesen und den Ball flach halten.

Du kannst getrost davon ausgehen, dass ich "richtig lesen" (und auch verstehen) kann - und der Ball bewegt sich sehr flach!

Umgekehrt der Rat an Dich: nicht solch pauschale Formulierungen treffen.

Übrigens liegt (wenn gesetzliche Regelungen anzuwenden sind nicht nciht arbeits- oder tarifvertragliche) die Mindestfrist für die Festlegung eines Arbeitseinsatzes bei 4 Tagen - in analoger Anwendung der Bestimmung aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 1.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten