Frage von SvenWolf89, 263

Inkassounternehmen lediglich Existenzschädigend?

Hallo zusammen,

ich hätte gerne mal allgemeine Meinungen zu Inkassounternehmen gehört.

Also ich persönlich verachte ja sämtliche Inkassounternehmen, Sie sind meiner Ansicht nach moderne Aasgaier die sich an finanziell schwachen laben und deren Existenz gefährden.

Was macht ein Inkassounternehmen für sein Geld? (Spekulation) Es kauft Forderungen von anderen Unternehmen die nicht bezahlt werden, dann wird eine neue Rechnung an den Schuldner verschickt und das Kostet gerne mal 80-90 €. Worin sind die Kosten gerechtfertigt?

Also ich hatte letztens Probleme mit dem Stromanbieter und habe eine Rechnung über ~800,00 € erhalten, darin enthalten sind 275,00 € Inkassogebühr! (Unabhängig davon, hätte ich einfach rechtzeitig und richtig zahlen müssen.) Bevor ich von den Inkassogebühren wusste hatte ich vorgeschlagen den Betrag komplett auszugleichen (das wären ursprünglich 7x 59€ gewesen, also 413,00 €) nach dem Telefonat mit dem Stromanbieter wird das aber nichts, da daraus ja nun 800,00 €. Sprich knapp 35% davon sind Inkassogebühren und ich muss alles komplett zahlen oder der Strom ist weg.

naja aufjedenfall muss ich nun überall nach einem Kredit fragen damit ich das zahlen kann, und alles nur weil es für Forderungen nun zwischen Händler und Gericht noch den Pilz Zwischenhändler Inkasso gibt. Das kann doch nicht Rechtens sein.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mepeisen, 90

Hier sind leider extrem viele Falschinfos unterwegs.

Fakt ist, und da liegen ein paar Antwortgeber richtig: Niemand muss dir eine Ratenzahlung gewähren. Jeder Gläubiger darf auf komplette Zahlung der Schuld bestehen. Wenn das nicht möglich ist, kann der Gläubiger einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen, anschließend einen Vollstreckungsbescheid und dann darf gepfändet werden. Ist nichts zum Pfänden da, dann ist nichts da.

Wenn der Gläubiger bereits von den Zahlungsproblemen weiß, dann sind die außergerichtlichen Inkassogebühren ganz grundsätzlich nicht erlaubt bzw. nicht von dir zu bezahlen. Denn die Zahlungsprobleme läsen sich ja nur wegen dem Inkasso nicht in Wohlgefallen auf. in allen anderen Fällen muss man genau hinschauen. Zur Zeit ermittelt beispielsweise eine Staatsanwaltschaft gegen einen großen Stromdiscounter. Grund ist einfach: Das Inkassobüro ist über die Vorstände mit dem Stromanbieter verbunden. Sprich: Das ist derselbe Laden. Wenn es aber derselbe Laden ist, verbietet das RDG eine Inkassogebühr bzw. genauer gesagt liegt dann keine Rechtsdienstleistung mehr vor und es dürfen keine Gebühren gefordert werden.

Selbst wenn man aber nun die Inkassogebühr OK finden würde, hat auch das eine Höchstgrenze. Selbst wenn man sogar die 1,3 Gebühr angemessen finden würde, sind das nie im Leben 275€. Insofern: Wenn hier wirklich noch nichts bei Gericht war, versucht man dich übel abzuzocken.

Der Stromanbieter darf dir jedoch dann auch den Strom nicht sperren, wenn er von Zahlungsproblemen weiß und wenn du eine angemessene Ratenzahlung anbietest. Das wiederum verbietet das entsprechende Gesetz in den StromGVV.

Alles in allem: Schlüssel mal bitte auf, was genau an Gebühren nun gefordert wird, denn 413€ plus 275€ ergeben bei mir immer noch keine ca. 800€.

Kommentar von SvenWolf89 ,

habe die Rechnungsaufstellung leider Zuhause gelassen. Werde Sie heute Abend mal beifügen.

Kommentar von mepeisen ,

Vorab: Das, was du ohne hungern zu müssen bezahlen kannst, direkt an den Stromanbieter bezahlen. Wichtig: Im Verwendungszweck "Nur Hauptforderung" schreiben. Ob die nun einer Ratenzahlung zustimmen oder nicht: Verweigern werden die das Geld auf keinen fall.

Damit nimmst du zum einen den Wind aus den Segeln und manövrierst dich zeitgleich in eine günstigere Rechtsposition. Denn gerade wenn Geld fliest darf der Stromanbieter wie gesagt nicht mehr einfach so den Strom kappen. Das steht so im StromGVV. Und es ist gut so.

Kommentar von SvenWolf89 ,

https://www.gutefrage.net/frage/kann-die-rechnung-stimmen-strom?foundIn=list-ans...

Kann nachträglich kein Bild mehr einfügen. Hatte mich vertan und nur den kumulierten Wert noch im Kopf. Aber trotzdem komm ich mit der Rechnung nicht klar.

Antwort
von geheim007b, 21

Inkassobüros sind Dienstleister die die Verwaltung für das eintreiben der Geldforderung von Gläubigern übernehmen bei denen der Verwaltungsaufwand über die normale kfm. Tätigkeit hinaus geht. Man kann Konzernen eine eigene Abteilung für diese Tätigkeiten zumuten, einen kleinen oder auch mittelständigen Betrieb nicht.

Kommt ein Inkassobüro zum einsatz gab es in der Regel zunächst ein Fehlverhalten des Schuldners und auch die Zahlungsmoral vieler Schuldner ist existenzbedrohend.

Antwort
von franneck1989, 109

Sie sind meiner Ansicht nach moderne Aasgaier die sich an finanziell schwachen laben und deren Existenz gefährden.

Zustimmung

Sprich knapp 35% davon sind Inkassogebühren und ich muss alles komplett zahlen oder der Strom ist weg.

Lass dich nicht erpressen. Zahle die Hauptforderung zzlg. 5,- pauschal für Mahngebühren und widerspreche den Inkassogebühren. Sobald die Hauptforderung beglichen ist, ist eine Sperre nicht mehr möglich (§19 StromGVV)

Inkassogebühren sind bei geschäftserfahrenen Unternehmen nicht durchsetzbar, da sie gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen.

Im übrigen würde ich gerne mal die Forderungsaufstellung sehen. Wie kommt man auf solch absurd hohe Inkassogebühren?

Kommentar von SvenWolf89 ,

Kann ich gerne nachreichen wenn ich von der Arbeit heimkomme. Blicke die Rechnung eh nicht, ich wohne seit November in einer 1 Zimmer Kellerwohnung da es mir finanziell sehr schlecht ging, habe seit 3 Monaten nun wieder eine Vollzeitarbeit und versuche es auf die Reihe zu bekommen aber es sind immer wieder die Inkassogebühren die mich immer tiefer reinreiten.

Also für knapp 7 Monate 800€ Strom als Single. Ist ne harte nummer.

Kommentar von franneck1989 ,

Wie gesagt: Überprüfe nochmal alle Rechnungen. Inkassogebühren sind in den meisten nicht durchsetzbar und werden auch nicht eingeklagt, wenn man die Hauptforderung bezahlt.

Die Rechtssprechung ist da recht eindeutig: Wenn das Inkassobüro nur Mahnungen schreibt, handelt es sich um Eigenaufwand des Gläubigers, welchen er nicht kostenpflichtig auslagern kann.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Gläubiger ein geschäftserfahrenes Unternehmen ist.

Antwort
von SirKermit, 116

(Unabhängig davon, hätte ich einfach rechtzeitig und richtig zahlen müssen.)

Das ist des Pudels Kern.

und alles nur weil es für Forderungen nun zwischen Händler und Gericht noch den Pilz Zwischenhändler Inkasso gibt.

Auch den Händlern entstehen Kosten, wenn nicht bezahlt wird. Okay, es gibt natürlich auch dunklere Schafe bei den Inkassounternehmen. Wobei du bitte nicht vergessen solltest, dass du die Anzahl der Nichtzahler deines Unternehmens nicht kennst.

Wie auch immer, Inkassounternehmen haben auch ihre Grenzen: http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht... und dürfen nicht jeden x-beliebigen Betrag fordern.

Antwort
von PatrickLassan, 140

Ich hatte letztens Probleme mit dem Stromanbieter

Der Stromananbieter hatte anscheinend auch Probleme mit dir. Nahezu alles hat zwei Seiten.

Existenzschädigend sind auch Kunden, die ihre Rechnungen nicht zahlen, zwar nicht gerade in deinem Fall, aber bei kleinen Unternehmen schon.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Das kann ich ja auch verstehen, aber es gibt das gesetzliche Mahnverfahren, warum muss da noch so ein teurer Zwischenposten eingebaut werden gerade wenn es bereits um Zahlungsschwierigkeiten geht.

Kommentar von PatrickLassan ,

Weil es Leute gibt, denen Mahnungen komplett am A... vorbei gehen.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Mahnbescheid -> Vollstreckungsbescheid -> Pfändung. Was anderes bleibt dem Inkassobüro ja auch nicht übrig wenn der Schuldner Zahlungsunfähig ist?

Kommentar von Kiboman ,

ein mann verfahren welches nicht bezahlt wird, wird noch teurer als das inkasso unternehmen.

der unterschied der gläubiger muss sich beim inkasso dann nicht mehr drum bemühen beim mahnverfahren hat die firma immernoch den aufwand.

Kommentar von franneck1989 ,

für 275 Euro kann ich ca. 8 gerichtliche Mahnbescheide beantragen :P

Kommentar von geheim007b ,

mit dem gerichtlichen Mahnbescheid ist es aber nicht getan, das ist nur ein Blatt papier ohne igendwelchen Nutzen sofern man nicht weitere Schritte einleitet. Ich hatte am Anfang bevor ich mit einem Inkassobüro zusammengearbeitet habe alles selbst gemacht... und natürlich viel mehr zeit benötigt wie ein Inkassobüro für die es Routine ist... in Stundensatz umgerechnet hätte das dem Schuldner dann weit über 1000€ bei einer 120€ forderung gekostet... durchs Inkassobüro hat er "nur" knapp 300 gezahlt. Interessant wäre es natürlich gewesen meine eigene Arbeitszeit als Verzugsschaden geltend zu machen..... aber darf ich ja nicht weil ein Inkassobüro für den Schuldner günstiger kommt.

Kommentar von mepeisen ,

Das ist alles nett, aber Begründung für modernes Raubrittertum ist das nicht. Wenn man Schulden hat, hat der Gesetzgeber dem Gläubiger Möglichkeiten an die Hand gegeben.

Ja, auch ein Inkassounternehmen zu beauftragen, gehört ggf. dazu. Dennoch sind 275€ Inkassogebühren absurder Schwachsinn und nichts, was auch nur annähern von den Gesetzen her erlaubt ist.

Schuldner sind kein Freiwild.

Antwort
von Nordseefan, 110

Es gibt inzwischen Geruchtsurteile, worin es heißt das sich Inkassounternehmen nicht "über die Maßen" bereichern dürfen. Wo aber nun der Satz genau liegt weiß ich nicht, kann dir also nicht sagen ob "deine" Gebühren gerechtfertigt sind, erscheint mir aber etwas hoch.

Und ja die tun " nichts weiter als sich für andere um Forderungen zu bemühen". DAs ist eine Dienstleistung die nun mal bezahlt werden muss. Und wie du schon richtig erkannt hast: man muss es ja nicht so weit kommen lassen.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Dein Satz gefällt mir, eine Dienstleistung die bezahlt werden muss. Wer nimmt diese Dienstleistung denn in Anspruch? Und aus welchem Grund?

Da es das gesetzliche Mahnverfahren gibt bis hin zum Gerichtsvollzieher ist ein Inkassounternehmen einfach nicht gerechtfertigt. Zumindest nicht zu Preisen die oftmals die Hauptforderung übersteigen. (Habe mal 80€ Inkassogebühr für 35€ Hauptforderung 1&1 gezahlt)

Kommentar von Nordseefan ,

Und eben diese Mahnverfahren sind viele zu aufwändig, besonders dann, wenn es viele bewusst draufankommen lassen ( nach dem Motto vielelicht wirds ja bei mir übersehen)

Richtig ist aber das man eben nur einen Höchstbetrag nehmen darf, aber wie gesagt, die genaue Höhe kenne ich nicht.

Kommentar von franneck1989 ,

Und eben diese Mahnverfahren sind viele zu aufwändig

Was ist daran aufwändig? Den Mahnbescheid kann man online in 5min beantragen

Kommentar von mepeisen ,

Ich kann dir die Grenze verraten: Das RVG.

Für die außergerichtlichen Bemühungen sind das im Grunde im Masseninkasso eine gebühr für ein Schreiben einfacher Art. http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Die dortige Tabelle stimmt meiner Meinung nach nicht perfekt, denn bei 500€ Streitwert sind es die 15€ plus Auslagen (20%), also zusammen 18€. Aber man sieht in etwa die Dimension, die erlaubt ist.

Und selbst das ist nur eine absolute Höchstgrenze, denn ob überhaupt Inkassogebühren bezahlt werden müssen, das ist damit noch nicht beantwortet.

Für das gerichtliche Mahnverfahren steht dem Inkassobüro absolut ausschließlich eine 25€-Pauschale zu (siehe §4 RDGEG).

Nehmen wir hier die weniger als 500€ Streitwert bis zum Vollstreckungsbescheid gibt es also zu den Mahngebühren (2,50€ maximal) und den Zinsen (siehe basiszins-rechner, sind nur wenige Cents) dann maximal 18€ Inkassogebühr, 32€ Gerichtskosten und 25€ Inkasso-Mahnverfahrens-Pauschale. Also zusammen weniger als 100€...

Tja.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Wenn das so wäre wie im Link beschrieben hätte ich ca. 50% weniger Schulden.

Habe noch eine Inkassorechnung in Höhe von 154 € offen für eine Hauptforderung von 22 €.

Kommentar von mepeisen ,

Können das gerne mal auseinanderdröseln.

Man muss im Detail schauen, was da los ist. Vielleicht gab es berechtigte Gebühren (Rücklastschriften usw.). Muss man immer im Einzelfall schauen. Auch wenn es schon zu einem Mahnbescheid kam, sieht die Sache wieder etwas anders aus.

Kannst mir das auch gerne hier per PM schicken (Freundschaftsanfrage machen). Ich kann dir dann sagen, was berechtigt ist und was nicht.

ggf. hilft schon ein überdeutlicher Brief, dass der Stromanbieter zurückrudert. Falls nicht, fasse ins Auge, dich an einen Anwalt zu wenden. Ggf, mittels Beratungsschein beim Amtsgericht. Denn wenn die Drohung der Stromsperre bestehen bleibt und der Termin näher rückt, würde ich empfehlen, mittels Anwalt eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Das ist das Rechtsmittel, um kurzfristig denen per Gericht die Sperre verbieten zu lassen.

Wie in meinem Beitrag oben gesagt: Für die einstweilige Verfügung ist der Beweis (bzw. da heißt es Glaubhaftmachung) dass du wirklich nun zahlen kannst wegen der neuen Arbeit und das Geld fließt, besonders wichtig.

Antwort
von EXInkassoMA, 16

Die Inkassogebühren lassen sich größtenteils erheblich dezimieren oder sogar komplett einsparen wenn man sich clever verhält. 

Die Rechtsprechung ist recht inkassounfreundlich so das sich eine klage für den Forderungsinhaber (z. B stromversorger) nicht lohnt. 

Man muss es halt wissen

Antwort
von ErsterSchnee, 75

Nicht jeder Inkassounternehmer kauft die Forderungen. Außerdem ist Deine Kritik unbegründet - denn jeder hat ja die Chance, seine Rechnungen pünktlich zu zahlen oder sich mit dem Lieferanten zu einigen.

Antwort
von Schuhu, 71

Die hohen Aufschläge der Inkassounternehmen auf die ursprünglichen Rechnungen erklären sich daraus, dass das Risiko, dass nicht gezahlt wird, sehr hoch ist. Es handelt sich ja durchweg um Rechnungen an Leute, die bisher ihre Verbindlichkeiten nicht beglichen haben und von denen zum großen Teil zu erwarten ist, dass sie es nur zögerlich, wenn überhaupt, tun werden.

Bevor ein Inkassounternehmen eingeschaltet wird, hat der Gläubiger schon eine Menge versucht, um sich mit dem Schuldner zu verständigen. Aber, wenn der sich nicht - oder erst in letzter Sekunde - rührt, kann man doch nicht das Inkassounternehmen allein an den Pranger stellen!

Kommentar von mepeisen ,

Die hohen Aufschläge der Inkassounternehmen auf die ursprünglichen Rechnungen erklären sich daraus, dass das Risiko, dass nicht gezahlt wird, sehr hoch ist

Das ist die praktische Erklärung. Die zweite Erklärung ist der Ferrarie vor der Tür. In Wirtschaftsmagazinen wird von den großen, Arvato und EOS geprahlt, wie groß die Gewinnmarchen sind und dass zum Beispiel bei EOS mittlerweile angedeutet wird, dass die Wachstumszahlen um ein vielfaches besser ist, als das eigentliche Kerngeschäft, der Otto-Versand.

Aber gesetzlich gesehen gibt es deine Argumentation nicht. Es gibt Gesetze und mit 275€ gebühren werden die hier eindeutig mit Füßen getreten. Diese 275€ Gebühren mittels Drohung einer Stromabschaltung einzutreiben, ist sogar eine Straftat (Nötigung).

Dass man Schulden bezahlen muss. Dass man damit auch Kosten verursacht, alles gut und schön. Aber es gibt Grenzen und an die hat sich der Gläubiger zu halten. Schuldner sind kein Freiwild ohne Rechte.

Ich will dir nicht unterstellen, dass du diese Infos absichtlich so schreibst. Aber es gibt leider viel zu viele Falschinfos. Sehr viele in Deutschland denken, dass Inkassos irgendetwas besonderes sind. Dass die alles dürften. Sie lassen sich einschüchtern und haben Angst vor den Phrasen "Es kommt ein Gerichtsvollzieher" oder "Wenn sie widersprechen geht's vor Gericht und es wird noch teurer."

Schaut man genau hin, sind diese Phrasen Schwachsinn. Denn ein gerichtlicher Mahnbescheid mit Ratenzahlung beim Gerichtsvollzieher ist sogar günstiger als der Inkasso-Gebühren-Wahnsinn. Klingt lustig, aber dem ist definitiv so. gerne kann ich dir das vorrechnen.

Antwort
von wfwbinder, 70

Hast Du schon mal eine Leistung erbracht und der Kunde hat nicht gezahlt?

Hast Du schon mal selbst 2-3 Mahnungen geschrieben, ohne eine Reaktion zu bekommen?

Hast Du schon mal einen Mahnbescheid und später einen Vollstreckungsbescheid beantragen müssen, weil Du Dein verdientes Geld nicht bekommen hast?

Dann den Vollstreckungsbescheid an den Gerichtsvollzieher geben und mit dem Vermerk: Pfändung fruchtlos, zurück bekommen.

Wenn nein, versuche Dich zumindest mal in die Lage dessen zu versetzen, dem das passiert ist.

Dann überlege, wie viel Arbeit das macht. Was es an Geld kostet, denn nicht nur Deine Leute, oder Du selber setzt ja Arbeit darein, auch das Gericht und der Gerichtsvollzieher wollen Kostenvorschüsse. Bei größeren Unternehmen würde man mehrere Leute damit beschäftigen müssen, eventuell eine ganze Abteilung.

Da ist es nur logisch, diesen Bereich einfach auszulagern. Man verschickt gerade noch die vom Computer generierten Mahnungen. In der letzten wird dem Schuldner mitgeteilt, dass man die Sache nun dem Inkasso übergibt.

Man bekommt einen Teil der Forderung in Cash bezahlt, den Rest macht das Inkassounternehmen dann in eigener Regie.

Über das was die dürfen, auch in der Höhe der Gebühren, gibt es klare Regeln.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Verständlich.

Ohne Inkassogebühr hätte ich meine Schuld gegenüber dem Gläubiger komplett zahlen können.

Mit Inkassogebühr übersteigt es mein Budget.

Worin liegt da der Vorteil? Alle warten länger auf Ihr Geld und ich rutsch immer weiter ins Minus.

Kommentar von wfwbinder ,

Die Lösung ist viel leichter, als Du denkst. Mache denen einen Ratenzahlungs- oder Vergleichsvorschlag. So ein Inkassounternehmen liebt auch das schnelle Geld.

Anscheinend ist die Forderung noch nicht gekauft, wenn der Strom noch nicht gesperrt ist.  Ausserdem sind Telefonate in diesen Dingen zu unverbindlich.

Ich würde an Deiner Stelle einen klaren Vorschlag schriftlich unterbreiten und durch Handlung unterlegen. 

Wenn Du vorschlägst sofort den reinen Stromanteil (die 413,-) zu zahlen udn den Rest in monatlichen Raten von z. B. 40,- Euro, dann wird man dem zu 90 % zustimmen, aber die 413,- müssen natürlich unverzüglich fließen.

ICh habe solche Dinge schonmehrfach für Mandanten hinbekommen.

Die Mahnabteilungen bekommen tätlich anrufe mit Vorschlägen die nicht eingehalten werden.

Einen schriftlichen Vorschlag mit gleichzeitigem Geldeingang, macht die fast immer Verhandlungswillig.

Kommentar von franneck1989 ,

Mache denen einen Ratenzahlungs- oder Vergleichsvorschlag. So ein Inkassounternehmen liebt auch das schnelle Geld.

Ja, und dann noch zusätzlich weitere "Einigungsgebühren" zahlen. Ganz schlechter Rat. Wenn man schon finanziell am Abgrund steht, kann man solche unsinnigen Vorschläge ganz toll gebrauchen.

Man sollte ganz grundsätzlich nur das zahlen, was man auch zu 100% zahlen muss. Dazu zählen in diesem Fall keine Inkassogebühren in absurder Höhe.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Als ich den Betrag nicht kannte habe ich dem Stromanbieter ein Fax geschickt, ihm am selben Tag einen Abschlag in Höhe von 200,00 € zu zahlen und um Information bzgl. des Restbetrages gebeten damit ich Ihn mit dem nächsten Lohn ausgleichen kann.

Antwort war das ich mit 200 € erst gar nicht ankommen muss und den gesamten Betrag zahlen muss.

Das Inkassobüro gehört wohl zum Stromanbieter selber, da die Inkassogebühren vom Stromanbieter gefordert werden und nicht von einem externen Inkassobüro.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Man muss als Privatkunde schon mehrere Monate seine Stromrechnung nicht zahlen, um Schulden in Höhe von mehreren 200 Euro anzuhäufen. Und man sollte sich als Täter nicht immer in der Opferrolle sehen. In der heutigen Zeit ist es fast schon eine refelxartige Reaktion, dass alle anderen am eigenen Versagen schuld sind, nur man selbst nicht.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Wenn ich dem Unternehmen X 500 € schulde, hat es ein Recht drauf. Mit Inkassounternehmen Y hatte ich nichts zu tun.

Wenn wir das nun in Täter und Opfer aufteilen wie du es machst, war der Stromanbieter das Opfer und übt nun über ein Inkassounternehmen Selbstjustiz aus. Ob und welche Art dieser Selbstjustiz gerechtfertig ist stell ich hier in Frage und nicht "Musste ich das etwa zahlen?" wie mehrfach erwähnt stimme ich zu das dass "nicht zahlen" moralisch verwerflich war.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Du hast die Schuld bisher nicht begeichen können oder wollen. Wieso solltest du dies dann plötzlich können? Wieso nicht ganz einfach fristgerecht zahlen?

Kommentar von SvenWolf89 ,

Ich hatte damals folgendes Problem:

Ich hatte ein Dispo in Höhe von 500 € was zum Monatsende immer ausgereizt war. Dann fielen meine regelmäßige Einnahmen aus, ich konnte einen größeren Betrag nicht zahlen und mein Konto wurde gepfändet.

Sparkasse löschte den Dispovertrag deswegen, also musste ich zuerst der Sparkasse 500 € bezahlen bevor ich die eigtl. Pfändungssumme zahlen konnte. Dadurch hatte ich volle 2 Monate 0,00 € zur verfügung. Also ich kann dir sagen das Bouillon nach dem 4. Tag nur noch sch eiße schmeckt und auch nicht mehr wirklich satt macht.

Seit dem reiht sich eine Mahnung, Gerichtsschreiben, Inkassoschreiben etc. aneinander so das mir bei jedem Gang zum Briefkasten kotzübel wird. Komme da einfach nicht mehr raus.

Edit: Achso und zahlungsfähiger bin ich nun da ich Gott sei Dank seit 3 Monaten wieder in meinem gelernten Beruf arbeiten kann.

Kommentar von mepeisen ,

In etwa so viel, dass 275€ gebühren einem Stundenlohn von 1500€ oder mehr bedeuten würde.

Warum? Selbst wenn Mahnungen nicht sowieso schon voll automatisch verschickt werden, tippt den niemand per Hand ein und druckt den aus. Dazu bastelt man sich einmalig eine Vorlage. Der Mahnbrief ist inklusive Verpacken in 5 Minuten erledigt.

Zweiten und Dritten Mahnbrief braucht kein Mensch.

Mahnbescheid beantragen geht online und wenn man sich einmal beschäftigt ist das ebenso in 5 Minuten erledigt.

Aber alles ab Mahnbescheid, da gibt es sowieso feste Gebührensätze für Anwälte und Inkassos. Mit diesem Aufwand die außergerichtlichen Inkassokosten zu ver-argumentieren ist absolut verkehrt.

Und schließlich gibt es, man kann davon halten was man will, die überdeutliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Und die besagt im Kern: Sämtliche Personalaufwände aus Zahlungsausfällen dürfen nicht dem Kunden auferlegt werden. Das ist Kerngeschäft eines Kaufmanns und muss über eine vernünftige Preiskalkulation am Markt bei den vertragspreisen mit einkalkuliert werden.

Antwort
von MoLiErf, 104

Du tust mir wirklich leid, das du in diese Schwierigkeiten geraten bist.

Doch egal wer auch immer- schreibt man dich doch erstmal an und versucht Ratenzahlung ehe man (Stromanbieter) das ganze an ein Inkasso-Büro abgibt.

Es gibt meines Wissens doch mehrere Möglichkeiten diesen Schritt abzuwenden. (Vorausgesetzt- beide Seiten kommunizieren miteinander).

Antwort
von Shiftclick, 91

Nicht immer erwirbt das Inkassounternehmen die Forderung. Meistens treibt es die Schulden nur ein, was für den Gläubiger den Vorteil hat, dass er nicht auf den Kosten für das Eintreiben sitzen bleibt. Viele Geschäfte würden gar nicht zustande kommen, wenn es keine Inkassobüros gäbe, denn der Aufwand fürs Eintreiben von Schulden ist hoch. Lieber macht man dann gar kein Geschäft mit solchen Kunden. (Potentiell) säumige Zahler profitieren also von der Existenz von Inkassobüros durchaus.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Ich sehe immer noch keinen Unterschied dabei ob ein Inkassounternehmen das Geld gerichtlich Pfändet oder der Gläubiger selbst. Also ausser das es länger dauert und teurer wird da neue Geschäftsvorgänge hinzukommen.

Kommentar von Shiftclick ,
  • In der Vergangenheit sind große Gläubiger (insb. Banken) dazu übergegangen, das Inkasso an Inkassobüros auszulagern. Einer der Gründe war, dass die externen Kosten des Inkassobüros auf den Schuldner abwälzbar sind, die Kosten der internen Abwicklung der Forderungen jedoch nicht. Teilweise wurden Tochtergesellschaften gegründet, um dieses Inkasso durchzuführen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Inkassounternehmen

Kommentar von mepeisen ,

Lieber macht man dann gar kein Geschäft mit solchen Kunden. (Potentiell) säumige Zahler profitieren also von der Existenz von Inkassobüros durchaus.

Sorry, aber was zwar gut klingt ist noch lange nicht richtig. Das ist sogar streng genommen Quatsch, was du schreibst.

Für das, was du beschreibst, gibt es ganz einfache Hausmittel:

1. Neukunden zahlen erst mal nur per Vorkasse

2. Kürzere Ablese- und Abrechnungszeiträume

3. Speziell die Stromanbieter haben die Möglichkeit, auch bei ausbleibenden Abschlagszahlungen die Stromlieferung einzustellen (das Einhalten der Androhungsfristen vorausgesetzt)

4. Es gibt genug Möglichkeiten, Bonitätsauskünfte abzufragen.

Ich kenne genug, die können in hunderten Online-Shops nicht mehr via Nachname oder ähnliches einkaufen. Sie nutzen dann oft Vorkasse-Optionen (Paypal/ Sofortüberweisung usw.). Es geht schon und es ist heutzutage durchaus üblich, über Bonitätsauskünfte bestimmte Zahlungsarten auszuschließen.

Insbesondere bei telekommunikationsunternehmen hat das ganz andere Ursachen: Es ist extrem lukrativ. Warum? Das Telekommunikationsunternehmen lebt sehr gut von Schuldnern. Denn aufgrund der langen Vertragslaufzeiten sind die Handyschulden oft schnell auf 500€ und mehr angewachsen. Einfach über den Schadensersatz, den der Schuldner provoziert. Das ist alles Reingewinn. wenn dann am Ende nur einer von fünf Schuldnern in der Lage ist, diesen Reingewinn zu bezahlen, hat das Unternehmen nicht nur die anderen 4 Zahlungsausfälle quer-subventioniert, sondern auch noch Gewinn gemacht.

Man sieht das sehr gut: Gerade Online-Shops sperren oft die ungünstigen Zahlungsoptionen, wenn die Bonität im Keller ist. Handyverträge und vieles mehr kriegt man oft trotzdem. Gibt eine ganze Nische, die damit wirbt "Handyvertrag ohne Schufa" usw. Denk mal kurz darüber nach, wieso es so ist ;-)

Antwort
von schwarzwaldkarl, 73

die entscheidende Frage ist hier doch, wie lange es gedauert hat, bis aus den ursprünglichen Verbindlichkeiten diese 800,-- € geworden sind.

Hättest Du z.B. sofort nach Erhalt der ursprünglichen Stromrechnung mit dem Anbieter eine Ratenzahlung vereinbart, wäre Dir viel erspart geblieben... 

Wenn in den 800,-- nur vom Inkassobüro 275 € enthalten sind, bedeutet dies wohl, dass der Rest 525 Euro wären... Du schreibst aber von 7 Raten zu 59 € also  413,--... also hier schon eine Differenz von  112,-- € ...

Irgendwas stimmt hier an der Rechnung nicht... 

Kommentar von SvenWolf89 ,

ja die Rechnung ist von vorne bis hinten unverständlich, ich bin gelernter Kaufmann für Büromanagement, im Normalfall kann ich Rechnungen/Abschlagsrechnungen lesen und aufteilen aber das Ding....

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

der springende Punkt ist doch, dass Du normalerweise jeden Monat eine Abschlagszahlung an den Stromanbieter bezahlen musst und seit 1. November 2015 hast Du noch keinen Cent bezahlt... Sorry, wenn Du gelernter Kaufmann im Büromanagement bist, solltest Du dann eigentlich schon selbst feststellen müssen, dass an Deiner Einstellung grundsätzlich was nicht stimmt... 



Kommentar von SvenWolf89 ,

Da hast du Recht, die Rechnungen gegenüber dem Stromanbieter hätten beglichen werden müssen. Ich bin auch bereit Mahngebühren und Zinsen zu zahlen. Aber Inkasso aktzeptiere ich nicht, da es für mich nur Schaden hervorruft.

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

pass auf, angenommen Du wärst mit Deiner Miete genauso "sorgsam" umgegangen, wäre das schon längst ein Kündigungsgrund...  Du hättest gleich zu Beginn mit Deinem Stromanbieter Kontakt aufnehmen müssen, aus der Nummer kommst Du so leicht nicht mehr raus... 

Die Stromanbieter sind eigentlich recht rigoros, da wird auch schnell der Strom abgeschaltet. Würde Dir jetzt den baldigsten Gang zu "Schuldnerberatung" empfehlen, ansonsten bekommst Du noch mehr Probleme... 

Kommentar von SvenWolf89 ,

Das hatte ich in Stuttgart mal versucht, staatliche Schuldnerberatung -> Termin 8 Monate Wartezeit.

Dann über das Amtsgericht Beratungsbeihilfe beantragt damit es ein Anwalt übernehmen kann. Dafür brauchte ich aber die Genehmigung von der staatlichen Schuldnerberatung. Diese meinten aber nur das würde mich schlussendlich nur mehr Kosten trotz Beratungsbeihilfe und haben es untersagt!

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

ein Teufelskreis, aber Du solltest ganz dringend Deine "Finanzen" in den Griff bekommen... 

Vielleicht gibt es über andere Organisationen (Caritas o.ä.) die Möglichkeit auf Schuldnerberatung oder Du nimmst mit dem Sozialamt Kontakt auf...   Irgendwann stellt man Dir den Strom ab... :-(

Antwort
von Mignon4, 90

Du brauchst die Inkassogebühren meines Wissens nicht zu bezahlen. Es könnten lediglich ca. € 2,50 pro Mahnung gerichtlich geltend gemacht werden. Lasse dich nicht abzocken.

Aber abhängig davon, ob Inkassobüros gut oder schlecht sind, muß man natürlich seine Rechnungen pünktlich bezahlen. Wenn man das nicht kann, ist es immer vorteilhaft, sich rechtzeitig mit seinem Gläubiger in Verbindung zu setzen und Ratenzahlungen zu vereinbaren. Seinen Kopf in den Sand zu stecken, bringt nur Nachteile, nämlich nervige Mahnungen und lächerliche Drohungen eines Inkassobüros.

Wenn dir jemand Geld schuldet, würdest du auch darauf bestehen, dass die offene Forderung ausgeglichen wird, oder?

Kommentar von SvenWolf89 ,

Wie überall nun erwähnt, das der Gläubiger sein Geld bekommen muss ist natürlich verständlich. Aber das sich so teure Inkassounternehmen auf mich stürzen nicht. Denn das Geld einfordern kann man gerichtlich.

Kommentar von Mignon4 ,

Ja, der Gläubiger könnte das Geld selbst gerichtlich einfordern. Es bleibt ihm aber überlassen bzw. es ist seine Wahl, wie er das Geld eintreibt. Vermutlich ist es für ihn kostengünstiger, ein Inkassobüro zu beauftragen, als selbst eine Rechtsabteilung mit Juristen und viel Personal zu unterhalten.

Du darfst nicht den Gläubiger kritisieren. Du selbst bist der Verursacher, weil du deine Rechnungen nicht bezahlt hast und auf seine Mahnungen etc. nicht geantwortet hast. Das Verschulden liegt voll und ganz auf deiner Seite.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Das mit der Schuldfrage hab ich glaube ich nun oft genug geklärt.

Du findest es also gerechtfertigt das der Stromanbieter mich an ein Inkassounternehmen verkauft und ohne Begründung oder Nachweis der erbrachten Leistungen einen Betrag von 275,- € zu verlangen? Und wenn Sie 275.000,00 € verlangen ist das natürlich auch für dich okay denn.. ich war ja schuld oder?

Oder findest du sogar ich sollte zum Leibeigenen des Inkassobüros gemacht werden, weil... ich war ja schuld dem Stromanbieter nicht das Geld zu überweisen und bin ihm nun ausgeliefert?

Kommentar von Mignon4 ,

Lies alle meine Kommentare bitte sorgfältig noch einmal durch. Ich habe dir erklärt, dass der Gläubiger die Wahl hat, wie er seine Forderungen eintreibt. Ich habe dir auch schon mehrmals geschrieben, dass du die Inkassogebühren meines Wissens bis auf geringe Mahnkosten nicht zu bezahlen brauchst.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Dann stimme ich dir vollkommen zu. Ob ein großes Unternehmen von dem ich abhängig bin das genauso sieht ist wieder rum eine andere Frage. Da steht nämlich meine Wenigkeit, ein Mittelloser junger Mann gegenüber einem Großen Konzern der wahrscheinlich mehrere Millionen umsetzt.

Das ist das moderne "der stärkere überliegt dem schwächeren". Selbst wenn ich zum Ende hin Recht bekommen würde und es nicht zahlen müsste, wäre das lediglich ein Pyrrhus Sieg.

Antwort
von Zaadii, 93

Naja, für andere wie z.b. Handwerker deren Rechnungen nicht bezahlt werden ist ja eher das existenzschädigend.

Es ist wohl eher eine Sache der perspektive.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Richtig, er hat das Geld rechtzeitig zu erhalten und wenn nicht kann er es gerichtlich einfordern. Aber die teure Dienstleistung des Inkassos nehme ich ja nicht in Anspruch.

Kommentar von Mignon4 ,


Aber die teure Dienstleistung des Inkassos nehme ich ja nicht in Anspruch.

Es kommt nicht darauf an, was DU in Anspruch nimmst. DU hast die Rechnungen nicht bezahlt. Es ist dein alleiniges Verschulden.

Außerdem brauchst du meines Wissens die Inkassogebühren bis auf etwaige Mahngebühren gar nicht zu bezahlen.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Es ist mein verschulden die Rechnungen nicht beglichen zu haben da stimme ich dir voll und ganz zu. Das ist ein Vertragsbruch und der Gläubiger muss entschädigt werden, das ich aber verkauft und finanziell ausgeweidet werde steht in keinem Verhältnis.

Kommentar von mepeisen ,

Es ist dein alleiniges Verschulden.

Nein, ist es nicht. Glücklicherweise ist es so, dass es hier ein Totschlagargument gibt: §254 BGB. Die Inkassogebühren sind ja als Verzugsschaden deklariert und als solche haben sie zuerst den gesetzlichen Bestimmungen zu folgen (was sie hier offenbar nicht tun).

Als zweites wird dann untersucht, ob die Einschaltung zweckdienlich und notwendig war. Zwar liest man das nicht direkt raus, aber der Gläubiger wusste offenbar von den Zahlungsproblemen. In solchen Fällen ist es die alleinige Schuld des Gläubigers. Denn die Maßnahme "Inkassobrief" ändert an den Zahlungsproblemen nichts. Wieso also soll der Schuldner völlig absurde und sinnlose Maßnahmen bezahlen?

Anderes besser verständliches Beispiel, was ich immer bringe: Der Gläubiger kann und darf Dieter Bohlen beauftragen, dass dieser via Helikopter in der Fußgängerzone den Mahnbrief überbringt. Bezahlen muss man als Schuldner dessen Tageshonorar trotzdem nicht, denn normale Briefpost hätte es auch getan.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Dann nehme doch ganz einfach demnächst keine Handwerkerleistungen mehr in Anspruch, die du nicht bezahlen kannst.

Antwort
von Giustolisi, 138

Inkassounternehmen machen eigentlich nichts Anderes, als Geld einzutreiben. Sie kaufen Forderungen unter Wert ein und müssen dann zusehen, dass sie an das Geld kommen. Der Schuss kann auch durchaus nach hinten los gehen, wenn die betreffende Person einfach kein Geld hat. Solche Verluste müssen sie mit den restlichen Forderungen ausgleichen und eben noch etwas Gewinn generieren.

Bezahlt man pünktlich, hat man mit denen nichts zu tun

Kommentar von franneck1989 ,

Solche Verluste müssen sie mit den restlichen Forderungen ausgleichen und eben noch etwas Gewinn generieren.

Das ist nicht erlaubt. Der Gläubiger hat eine Schadensminderungspflicht. Bereicherung auf Kosten des Schuldners funktioniert nicht.

Kommentar von Giustolisi ,

Überall wo Gewinn erzielt wird, wird sich bereichert. Die meisten Leute dürften auch eine hohe Rechnung einfach hin nehmen und stellen die Rechtmäßigkeit erst gar nicht in Frage. das wissen die Inkassounternehmer.

Kommentar von franneck1989 ,

Überall wo Gewinn erzielt wird, wird sich bereichert

Voraussetzung dafür ist aber ein Vertrag zwischen Inkassobüro und Schuldner. Ansonsten bleibt die Forderungsgrundlage Schadenersatz nach §288 BGB, und da ist schlicht und ergreifend eine Bereicherung ausgeschlossen

Kommentar von Giustolisi ,

Das wissen die Schuldner aber meistens nicht, deswegen ist es eben gängige Praxis, dass sich bereichert wird.

Kommentar von Giustolisi ,

Außerdem gibt es genug Methoden, die Kosten in die Höhe zu treiben. Das Verschicken eines computergenerierten vordrucks kostet nicht viel, aber man kann nicht nachweisen, dass niemand daran gearbeitet hat, der bezahlt werden muss.

Kommentar von mepeisen ,

Dass die meisten das nicht wissen, ist die eine Sache und durchaus ein Problem für dieses moderne Raubrittertum.

Aber alles andere ist Quatsch. Denn so oder so sind Inkassobüros immer dem RVG unterworfen. Und als solches gibt es immer Höchstgrenzen, die zu beachten sind. Gebühren erfinden, damit begibt sich das Inkasso weit in den strafrechtlich relevanten Bereich und riskiert einen Verlust der Zulassung.

Was du beschreibst mit dem vollautomatischen Masseninkasso, dafür gibt es einen eigenen gebührentatbestand: Schreiben einfacher Art. Bei Streitwerten bis 500€ sind das beispielsweise maximal 18€ Gebühren. Mehr ist, wenn man richtig argumentiert, nicht durchsetzbar. Das wissen Inkassos auch. Leider weiß das die breite Bevölkerung nicht und wirklich aufklären will das auch keiner.

Kommentar von Giustolisi ,

Ich denke, dass die ganz genau wissen, wo die Grauzonen sind. Da macht sich doch keiner leicht angreifbar.

Kommentar von mepeisen ,

Naja, manche schießen übers Ziel hinaus. Denen beizukommen ist zwar schwierig, aber ab und zu wird dann doch mal auf die Finger gehauen. Aktueller Fall ist derzeit offenbar Almado und Konsorten.

Gezielter Betrug bei den versprochenen Boni.

Normale Kündigungen werden einfach eine Woche vor Jahresende bestätigt, man wird also vorzeitig aus dem Vertrag entlassen (ohne dass man das will) und dann wird behauptet, den Bonus gäbe es ja nur, wenn man das komplette Jahr erfüllt.

Die Vorstände des eingeschalteten Inkassos sind dieselben wie beim Stromanbieter. Man ist verbandelt. Das stellt aber ebenso Betrug dar, denn bei verbundenen Unternehmen liegt keine Rechtsdienstleistung vor und man darf dann auch keine Inkassogebühr fordern.

Antwort
von AntwortMarkus, 85

Man muss immer zwei Seiten der Medaille sehen. Wenn das Inkasso Unternehmen  die Forderungen kauft, dann rettet es  möglicherweise Weise ganze Existenzen  und Arbeitsplätze. 

Stelle dir einen mittelständigen Dachdeckerbetrieb  vor,  der Von drei Kunden das Geld in Höhe von 180000 Euro nicht bekommt. Seine Kunden zahlen nicht. 

Nun hat er zwei Möglichkeiten : Entweder er kämpft Monate oder Jahre, sein Geld zu bekommen,  zahlt dafür noch eine Menge Gerichtskosten, geht die Gefahr ein,  dass sogar die PrivatKunden Privat Insolvenz  beantragen,  oder aber er verkauft seine Forderungen an ein Inkasso Unternehmen. 

Dieses Unternehmen hat ebenfalls Personal, welches bezahlt werden muss. Und das Ausfall Risiko durch Insolvenz  der Schuldner ist auch noch vorhanden.  Also sind Gebühren legitim. 

Ein Inkasso Unternehmen  hat durchaus seine ExistenzBerechtigung,  wie du siehst. 

Man muss eben nur einmal  über den Tellerrand sehen.

Kommentar von SvenWolf89 ,

Für unbezahlte Rechnungen gibt es das gesetzliche Mahn- und Vollstreckungsverfahren. Inkasso ist nur ein Zusatz die diesen weg ebenfalls gehen müsste wenn es sein Geld nicht bekommt

Kommentar von mepeisen ,

oder aber er verkauft seine Forderungen an ein Inkasso Unternehmen.

Natürlich kann und darf der Betrieb Forderungen verkaufen. Das ist eine kaufmännische Entscheidung und gesetzlich möglich.

Aber: Wenn eine Forderung verkauft wird, dann wird der Gläubiger ausgetauscht. Dann erbringt das Inkasso keine Rechtsdienstleistung und nichts, was eine Gebühr begründet. Das Inkasso darf da keine gebühren aufschlagen, es darf nur den ursprünglichen Rechnungsbetrag einfordern, ggf. samt Zinsen. Mehr nicht.

Es geht doch auch gar nicht um Existenzberechtigungen von Inkassos. Es geht darum, dass die massivst Gesetze brechen um sich Ferraris vor die Tür zu stellen. Würden sie sich mit einem Smart begnügen, wäre allen geholfen und sie würden auch die Gesetze einhalten können.

Kommentar von AntwortMarkus ,

Die Gebüh ist begründet im Forderungsausfall. Dieses Risiko besteht immer und muss umgelegt werden. Und die Mitarbeiter arbeiten auch nicht umsonst.

Kommentar von franneck1989 ,

Die Gebüh ist begründet im Forderungsausfall. Dieses Risiko besteht immer und muss umgelegt werden.

Dafür gibt es aber keine gesetzliche Grundlage

Inkassobüros fordern Gebühren nach dem RVG. Das funktioniert nur, wenn eine Rechtsdiensleistung vorliegt - anderenfalls ist das schon betrugsrelevant. Hat mepeisen ja schon alles erklärt.

Und die Mitarbeiter arbeiten auch nicht umsonst. 

Kann dem Schuldner sowas von egal sein...

Kommentar von SvenWolf89 ,

Schwund und Forderungsausfall ist im Endpreis des Produktes einzukalkulieren. Das wäre somit also doppelt berechnet.

Kommentar von mepeisen ,

Korrekt. Und das ist auch nicht die persönliche Meinung von SvenWolf89, sondern das ist die aktuelle Meinung des Bundesgerichtshofs. Und nahezu alle Gerichte halten sich an diese Meinung.

Der Versuch von AntwortMarkus, die horrenden gebühren mit "Querfinanzierung zu Forderungsausfällen" zu begründen ist schlichtweg Unfug. Ich habe als einzelner Schuldner nur meinen Fall zu verantworten und nicht von irgendwelchen anderen Schuldnern, die vielleicht gar nichts zahlen können, weil sie pleite sind.

Antwort
von Marshall7, 27

Da muss ich dir recht geben,wenn unbezahlte Forderungen übers Gericht laufen ,weiss man das es gerechtfertigt ist ,die Zusatzkosten.

Antwort
von meini77, 47

Worin sind die Kosten gerechtfertigt?

dadurch, daß das Inkassounternehmen die Abwicklung übernimmt.

Dafür muss es Personal, Software, Konten etc. bereitstellen. Das kostet nun mal Geld.

Man kann diese von Dir genannten "Aasgeier" ganz einfach austricksen und ihnen die Existenzgrundlage entziehen, indem man einfach seine Rechnungen pünktlich zahlt.

Kommentar von franneck1989 ,

Dafür muss es Personal, Software, Konten etc. bereitstellen

Nichts davon ist als Verzugsschaden zu ersetzen

Kommentar von meini77 ,

es rechtfertigt aber die zusätzlichen Kosten, die an den Verbraucher weitergegeben werden.

Als Spediteur stelle ich ja auch nicht nur das Benzin in Rechnung sondern auch umgelegt die Kosten für LKW, Fahrer, Versicherungsbeiträge, Buchhaltung, Disponent, Personalabteilung, Sachbearbeiter etc.

Kommentar von franneck1989 ,

es rechtfertigt aber die zusätzlichen Kosten, die an den Verbraucher weitergegeben werden.

Nein, denn das einzige was zusätzlich gefordert weden kann ist Verzugsschaden. Dazu zählt explizit nur das, was exakt und fallbezogen bezifferbar ist - dazu zählen keine Allgemeinkosten

Als Spediteur stelle ich ja auch nicht nur das Benzin in Rechnung
sondern auch umgelegt die Kosten für LKW, Fahrer, Versicherungsbeiträge,
Buchhaltung, Disponent, Personalabteilung, Sachbearbeiter etc.

Das ist nicht vergleichbar, da es dort eine andere Forderungsgrundlage gibt. Du als Unternehmer schließt ja normalerweise mit deinen Kunden einen Vertrag

Kommentar von geheim007b ,

da hast du aber einen Denkfehler... der Gläubiger rechnet exakt das was das Inkassobüro will als Verzugsschaden ab.... und das muss angemessen der Marktsituation und der gesetzlichen Vorgaben sein... so ist es aber 1:1 dem Schuldner zuzuordnen.

Kommentar von mepeisen ,

Ob du das einsehen willst oder nicht. Der Bundesgerichtshof war da eindeutig.

Als Verzugsschaden darf ausschließlich gefordert werden, was direkt fallbezogen an Sachkosten aufläuft. Etwa bei Mahnungen das Druckerpapier, das Briefporto usw.

Alles andere ist Kernaufgabe eines Kaufmanns und muss in die Preisgestaltung einfließen.

Das ist auch sinnvoll, denn

1. Ich kaufe eine Software nur einmal. Diese Komplettsoftware macht aber nicht nur das Verschicken von Mahnungen, sondern auch die Lagerwirtschaft usw. Beispielsweise ist in jeder professionellen Online-Shop-Software alles enthalten. Ich brauche mich nicht um die Mahnbriefe kümmern, das macht die Software automatisch.

2. Personal muss ich, wenn die Software das auch selbst macht, nicht einstellen. Wieso auch? Für was? Damit die dem Server, auf dem die Software läuft, bei der Arbeit zusieht?

3. Das Geschäftskonto habe ich oder habe ich nicht. Da gibt es keine Sondergebühren, nur weil jemand die Rechnung nicht zahlt.

4. Ab gerichtlichem Mahnbescheid mag man Zusatzaufwand sehen. Dafür gibt es aber in den einschlägigen Gesetzen auch Pauschalen (25€ fürs Inkasso gemäß §4 RDGEG) und das ist auch berechtigt und OK. Aber damit die bereits zuvor aufgetretenen Kosten zu rechtfertigen ist doch aus kaufmännischer Sicht Blödsinn.

5. Für alle Sonderausgaben (Rücklastschriftgebühren, notwendige Adressermittlungen usw.) gibt es auch die Möglichkeit, sie geltend zu machen. Aber nur in der Höhe, wie sie angefallen sind oder üblich sind. Wenn ich als Geschäftskunde eine Adressauskunft bei Firma X macht und die mir 50€ in Rechnung stellt, dann ist das mein privates Vergnügen. Durchsetzbar sind trotzdem nur die Kosten beim zuständigen Meldeamt, die normalerweise so maximal 10€ betragen. Analog bei den Rücklastschriftgebühren in etwa maximal 5€.

Und wenn man nun doch noch irgendwo Personalaufwand hat, der sogar begründbar ist, dann lässt sich aus rechtlicher Sicht nicht beurteilen, ob der nun OK ist oder nicht. Wenn ein Unternehmen seine Geschäftsprozesse so optimiert, dass es kaum mehr Personalaufwand hat, dann ist es im Vorteil gegenüber demjenigen Unternehmen, das alles von Hand macht. Das ist aber dann etwas, was über die Preise am Markt zu regeln ist. Das ist nichts, was man einem Schuldner zur Last legen darf. Denn der Schuldner kann nichts dafür, dass das Unternehmen einfach zu faul war, seine Software passend zu automatisieren. Wieso also sollte er das Personal bezahlen, was der Unternehmer überflüssigerweise beschäftigt?

Man kann diskutieren, ja. Aber das ist eine rein philosophische Diskussion. Der Bundesgerichtshof war eindeutig und solange es keine Gesetzesänderung gibt in diesem Bereich hat kein Gläubiger das Recht, sich darüber zu erheben.

Kommentar von meini77 ,

eine Software verbucht allerdings Zahlungen nicht selbständig und kann auch Zahlungseingänge nicht prüfen.

Ebenso kann eine Software bislang noch keine Briefe selbst drucken, aus dem Drucker holen, falten, in den Umschlag stecken, frankieren und zur Post bringen.

Korrespondenz mit säumigen Zahlern übernimmt die Software auch nicht.

Das meinte ich mit "Personalkosten".

Natürlich überziehen es die meisten Inkassounternehmen mit ihren Forderungen - denn es gibt leider immer noch genügend Menschen, die aus Angst einfach zahlen.

Kommentar von mepeisen ,

eine Software verbucht allerdings Zahlungen nicht selbständig und kann auch Zahlungseingänge nicht prüfen.

Quatsch. Natürlich tut sie das. Nur weil ein 08/15 Open Source Online-Shop das nicht bietet, heißt das nicht, dass es unmöglich ist.

Dafür gibt es seit ewigen Zeiten schon Datenschnittstellen für Geschäftskunden. Für die Banken ist die automatische Datenverarbeitung mit Geschäftskunden ein alter Hut.

Und seit SEPA ist das sogar technisch standardisiert.

Ebenso kann eine Software bislang noch keine Briefe selbst drucken

Jetzt verwirrst du mich. Auch hier bieten sogar jede der mir bekannten verbreiteten Open-Source-Software Cronjobs an, die exakt das tun. Selbst wenn es nicht voll automatisch passiert. Man kann Vorlagen einstellen und dann braucht man nur noch einen Knopf drücken und auf wundersame Art und Weise kommt Papier aus dem Drucker, was bedruckt ist.

aus dem Drucker holen, falten, in den Umschlag stecken, frankieren

Lustig. Denn auch hier gibt es seit Jahrzehnten Geräte, die das können. Nennt sich Kouvertiermaschine oder so. Ich weiß das zufällig, weil ich in einem Rechenzentrum arbeite, die gigantische Druckstraßen haben. Da werden beispielsweise die Zwangsauszüge gedruckt (also die, wo man kriegt wenn man sich den Kontoauszug nicht per Online-Banking regelmäßig abholt). Wir drucken da Gehaltsabrechnungen und so weiter. Da macht niemand was manuell. Und es wird sogar schon so vorsortiert nach Postleitzahl, dass die Post am Ende des Tages nur noch einen großen Korb bekommt oder Container für Postleitzahlengebiet 1..., 2... usw.

Das alles fürs normale Briefporto. Und wir erwirtschaften dafür sogar noch Gewinn. Und richtig viel teurer als das Briefporto ist es auch nicht. Ich müsste mal fragen, aber für beispielsweise einen Zwangsauszug nehmen unsere Kunden auch nur einen Euro, keine 275€ und sowohl wir als auch unsere Kunden haben dabei sogar noch Gewinn.

Korrespondenz mit säumigen Zahlern übernimmt die Software auch nicht.

Das ist das Einzige, was man überhaupt anführen darf und da stimme ich dir zu 100% zu (dennoch ist es vom BGH her nicht erlaubt, dem Schuldner das aufzubürden). Korrespondenz mit dem Schuldner ist immer individuell. Aber wieviel Aufwand ist das denn tatsächlich, wenn man sich mehrere Bausteinbriefe vorbereitet? Man öffnet den Brief, liest ihn durch und hat zwei drei Antwort-Templates. Die reichen von "Nein, Aufschub ist nicht" über "Ratenzahlung ist nicht" hin zu "Keine Diskussion. Wir werden nun einen Mahnbescheid beantragen."

Das wars. Alles andere ist nichts, was wirklich mit Zahlungsproblemen zu tun hat. Wenn der Kunde reklamiert und deswegen nicht zahlt, ist das nichts, was mit Verzugsschäden zu tun hat. Nichts, was man als Personalkosten anführen darf.


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